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Vergleich der Demokratiezufriedenheit in Ost- und Westdeutschland

Titel: Vergleich der Demokratiezufriedenheit in Ost- und Westdeutschland

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Frank Krause (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Datenreport der Bundeszentrale für politische Bildung aus dem Jahre 2013 wird selbst über 20 Jahre nach Fall der Mauer eine signifikante Differenz der Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland bezüglich der jeweiligen Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland aufgezeigt. So geben in Ostdeutschland lediglich circa 50 Prozent der Bewohner an, mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden zu sein. Dieser Wert unterschreitet den Durchschnitt in Westeuropa um 9 Prozent. Und das in einer Zeit, bei dem der europäische Mittelwert durch die stark von der Wirtschaftskrise betroffenen südeuropäischen Länder, wie Italien, Portugal und Griechenland – so liegt die Demokratiezufriedenheit in Griechenland 2012 gerade einmal noch bei 14 Prozent - insgesamt deutlich nach unten gedrückt wird. Dem gegenüber stehen in den westlichen Bundesländern 73 Prozent hinter der Demokratie im eigenen Land.

Diese Hausarbeit möchte der Frage nachgehen, welche Indizien die Wissenschaft für diese Unterschiede heranzieht und somit diese Frage zu klären versucht. So machen einige Forscher, zum Beispiel Hettlange und Lenz, das sozialistische Erbe und die damit verbundene Sozialisation dafür verantwortlich, wohingegen andere die (scheinbar) noch immer unterschiedliche wirtschaftliche Potenz in Ost- und Westdeutschland als mögliche Ursache dafür anführen. Auch die Frage, ob die verschieden Arten der Transformation zur Demokratie ein möglicher Hauptgrund für diese unterschiedlichen Einstellungen sein könnten, wird von der Forschung diskutiert. Diese verschiedenen Erklärungsansätze sollen in der Hausarbeit vergleichend diskutiert werden und zur Untersuchung der Arbeitshypothese führen, dass erst diese weltweit einmalige Kombination der verschieden Grundvoraussetzungen innerhalb eines Landes zu einer solch differenten Demokratiezufriedenheit führen konnte. Es darf bei dieser Betrachtung ja nicht vergessen werden, dass sich auch die alten Bundesländer seit dem 3. Oktober 1990 in einer Transformationsphase befinden, auch wenn die damit verbundenen Veränderungen sicher in der einfachen Bevölkerung nicht auf allen Ebenen wahrgenommen werden. So möchte diese Arbeit eine erste Annäherung zu dieser These finden, und ferner noch an diesem Beispiel eine erste kurze Annäherung zu der spannenden Frage geben, welche möglichen Gründe insgesamt für Demokratiezufriedenheit angeführt werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Bestandsaufnahme: Einstellungen zur Demokratie in Ost- und Westdeutschland

3. Die Wirtschaft – der Hauptgrund für die Demokratiewahrnehmung?

4. 40 Jahre Sozialismus – und die Folgen für die Demokratiewahrnehmung

5. Die verschiedenen Transformationswege – ein weiter Grund?

6. Mögliche andere Gründe

7. Fazit

8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikanten Unterschiede in der Demokratiezufriedenheit zwischen Ost- und Westdeutschland mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung. Ziel ist es, die wissenschaftlich diskutierten Erklärungsansätze – insbesondere das sozialistische Erbe, wirtschaftliche Faktoren und die Art der politischen Transformation – vergleichend zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Kombination von Grundvoraussetzungen zu den differierenden Einstellungen in den beiden Landesteilen beigetragen hat.

  • Analyse der Demokratiezufriedenheit im ost-westdeutschen Vergleich
  • Einfluss des sozialistischen Erbes und der Sozialisation auf politische Einstellungen
  • Wirtschaftliche Entwicklung und wahrgenommener sozialer Abstieg als Erklärungsfaktor
  • Auswirkungen der spezifischen Transformations- und Vereinigungsprozesse
  • Kritische Reflexion der institutionellen Konsolidierung und der politischen Kultur

Auszug aus dem Buch

Die Wirtschaft – der Hauptgrund für die Demokratiewahrnehmung?

Wie konnte es zu diesem Vertrauensverlust, wie gezeigt gab es ja nach der Wende durchaus Vertrauen in die Idee der Demokratie, im Osten der Republik kommen? Tatsächlich gibt hier die Unzufriedenheit der Frauen einen ersten Hinweis. So nennen fast alle Wissenschaftler als möglichen Grund, die wirtschaftliche Schwäche und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern. Besonders Ulrike Klinger (2008) sieht darin den Hauptgrund für die niedrige Akzeptanz in den neuen Bundesländern. Sie sieht ihre These auch dadurch gestärkt, dass ja der anfängliche Wert zur Demokratie durchaus auf einem relativ hohen Niveau lag, aber dann – quasi mit der wirtschaftlichen Talfahrt - die Zustimmung zu dem neuen Staatssystem sank. Damit verbunden ist natürlich der reale oder auch nur gefühlte persönliche soziale Abstieg, im Speziellen die Frauen im Osten haben in den 1990er Jahren in großer Zahl ihren Arbeitsplätze verloren. Wie die Statistik 4.2 im Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2014 zeigte (o.A.: S. 95), hatte der reale Abstieg mit der Privatisierung und der damit verbundenen Modernisierung der Industrie seit dem Jahr 1993 bis zum Jahr 2006 eine mehr als eine Dekade lang andauernde Phase, bei der die Arbeitslosigkeit ständig um die 18 Prozent lag . Ein Wert der selbst in den anderen ehemaligen postkommunistischen Staaten nach der 3. Demokratisierungswelle nicht erreicht wurde (Vodička / Heydemann 2013: 369). Allerdings lag die Produktivität der ostdeutschen Betriebe mit ihrem völlig veralteten Maschinenpark so niedrig, dass eine Modernisierung unumgänglich war. Dies sahen selbst die Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen so (Rödder 2009:312).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage zur unterschiedlichen Demokratiezufriedenheit in Ost- und Westdeutschland und gibt einen Überblick über zentrale Erklärungsansätze wie das sozialistische Erbe und ökonomische Faktoren.

2. Eine Bestandsaufnahme: Einstellungen zur Demokratie in Ost- und Westdeutschland: Dieses Kapitel vergleicht statistische Daten zur Zustimmung zur Demokratie und zum Vertrauen in politische Institutionen, wobei deutliche Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern hervortreten.

3. Die Wirtschaft – der Hauptgrund für die Demokratiewahrnehmung?: Es wird untersucht, ob die wirtschaftliche Schwäche und die hohe Arbeitslosigkeit nach der Wende die primären Ursachen für die Unzufriedenheit sind, wobei auch die Rolle des gefühlten sozialen Abstiegs beleuchtet wird.

4. 40 Jahre Sozialismus – und die Folgen für die Demokratiewahrnehmung: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss der unterschiedlichen Sozialisation der Bevölkerung in DDR und BRD auf die Wahrnehmung demokratischer Staatssysteme.

5. Die verschiedenen Transformationswege – ein weiter Grund?: Hier wird der Prozess der Transformation und die Integration der DDR in das politische System der Bundesrepublik als ein potenzieller, mitbestimmender Faktor für die Einstellungen der Bürger thematisiert.

6. Mögliche andere Gründe: Das Kapitel ergänzt die Analyse um weitere Faktoren wie die Wahrnehmung als Bürger zweiter Klasse, mangelnde Willkommenskultur und die fehlende Aufarbeitung des Systemunrechts.

7. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die mangelnde Konsolidierung der Bürgerschaft und die Vernachlässigung der sozialen Befindlichkeiten maßgeblich zu den Differenzen beitragen.

8. Literatur: Auflistung der im Text zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Demokratiezufriedenheit, Ostdeutschland, Westdeutschland, Transformationsforschung, Sozialisation, Demokratische Konsolidierung, Wirtschaftliche Entwicklung, Politische Kultur, Systemwechsel, Wiedervereinigung, Vertrauensverlust, Politische Institutionen, DDR, Bürger, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Ursachen für die anhaltenden Unterschiede in der Demokratiezufriedenheit zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind der Einfluss der spezifischen Sozialisation in der DDR, die wirtschaftliche Transformation nach 1990 sowie die Art und Weise der institutionellen Integration der neuen Bundesländer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze für die unterschiedliche Demokratiewahrnehmung vergleichend zu diskutieren und zu prüfen, ob die einzigartigen historischen Voraussetzungen in Ostdeutschland diese Differenzen erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse bestehender Transformationsliteratur und der Auswertung statistischer Daten zum Stand der Demokratie und zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert nacheinander die Rolle der Wirtschaft, das Erbe von 40 Jahren Sozialismus, die Besonderheiten des Transformationsprozesses sowie weitere Faktoren wie die soziale Wahrnehmung und Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demokratiezufriedenheit, Transformationsforschung, politische Kultur, soziale Konsolidierung und das Erbe der DDR charakterisiert.

Warum wird die Rolle der Frauen in der DDR im Kontext der Wirtschaft besonders hervorgehoben?

Der Autor führt die Unzufriedenheit der Frauen als einen ersten Hinweis auf die wirtschaftlichen Probleme nach der Wende an, da diese in den 1990er Jahren in besonders hohem Maße von Arbeitsplatzverlusten betroffen waren.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Begriff der "Konsolidierung der Bürgerschaft" bei?

Der Autor erachtet die Konsolidierung der Bürgerschaft als den wichtigsten Punkt für den demokratischen Unterbau, argumentiert jedoch, dass diese in Ostdeutschland noch nicht durchgreifend stattgefunden habe.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vergleich der Demokratiezufriedenheit in Ost- und Westdeutschland
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in den Vergleich politischer Systeme
Note
1,0
Autor
Frank Krause (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V381413
ISBN (eBook)
9783668580701
ISBN (Buch)
9783668580718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politischer Vergleich Ostdeutschland Demokratiezufriedenheit Westdeutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Krause (Autor:in), 2015, Vergleich der Demokratiezufriedenheit in Ost- und Westdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381413
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Leseprobe aus  23  Seiten
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