Die Aufgabe von Ergotherapeuten ist es, Patienten jeden Alters zu beraten, zu fördern und zu behandeln. Zielgruppe sind Patienten, die durch eine physische oder psychische Erkrankung, eine Behinderung oder eine Entwicklungsverzögerung in ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit eingeschränkt, beziehungsweise von Einschränkungen bedroht sind. Ergotherapeuten erarbeiten individuelle Behandlungspläne und führen therapeutische und präventive Maßnahmen durch.
Menschen sollen bei der Durchführung von für sie wichtigen Aktivitäten in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit nach verschiedenen Konzepten in ihrer Umwelt gestärkt werden. Hierfür werden spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung gezielt und ressourcengerecht angewandt. Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität werden verbessert.
Die Funktionen einer (adaptiven, beziehungsweise erfolgreichen) Bewältigungsstrategie ist die gelungene Bewältigung der Krankheit, Reduzierung des Einflusses schädigender Umweltbedingungen und Verbesserung der Aussicht auf Erholung. Sie macht negative Ereignisse oder Umstände erträglicher beziehungsweise passt den Organismus an sie an. Weiterhin sichert sie ein positives Selbstbild und emotionales Gleichgewicht. Adaptive Krankheitsbewältigung ermöglicht außerdem das Fortsetzen befriedigender Beziehungen zu anderen Personen.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsfeldanalyse
1.1 Analyse der Lerngruppe
1.2 Lernvoraussetzungen
1.3 Informationen zur Ausbildung
1.4 Kurzbeschreibung Ergotherapeuten-Berufs
1.5 Räumliche Gegebenheiten
1.6 Sitzordnung
1.7 Das Lehrpersonal
1.8 Die Lehrkraft
2 Sachanalyse
2.1 Transaktionales Stressmodell nach Richard Lazarus
2.2 Drei Coping-Strategien
2.3 Krankheitsbewältigung
2.4 Abwehrmechanismen im Rahmen von Coping
3 Didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki
3.1 Gegenwartsbedeutung
3.2 Zukunftsbedeutung
3.3 Exemplarische Bedeutung
3.4 Strukturanalyse
3.5 Bezug zum Bildungsplan
3.6 Zugänglichkeit
4 Didaktische Reduktion
5 Kompetenzen
5.1 Kompetenzen tabellarisch
5.2 Lehrziele
6 Makrosequenz
7 Mikrosequenz mit Begründung der Methoden
7.1 Einstieg
7.1.1 Eingangsfrage
7.1.2 Vorstellung der Agenda
7.1.3 PowerPoint-Präsentation
7.1.4 Vorstellung des transaktionalen Stressmodells
7.2 Erarbeitung
7.2 Ergebnissicherung
7.2.1 Erwartungshorizont
7.2.2 Lösungen
7.3 Transfer
7.4 Stundenschluss
8 Verlaufsplan mit Phasierung
9 Reflexion der Planung
9.1 Erarbeitung des Themengebiets
9.2 Überlegungen
9.2.1 Überlegungen zum Thema
9.2.2 Überlegungen zur Klasse
9.2.3 Überlegungen zum Beruf des Ergotherapeuten
9.3 Auswahl der Inhalte
9.3.1 Das Lazarus-Modell
9.3.1 Die Coping-Strategien
9.3.3 Allgemeines zum Thema Krankheitsbewältigung
9.4 Erstellen des Materials
9.4.1 Die Skripte
9.4.2 Fallbeispiele und Arbeitsauftrag
9.4.3 Die PowerPoint-Präsentation
9.4.4 Das Modell auf Metaplan-Karten
9.5 Planung des Unterrichtsablaufs
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit konzipiert eine Unterrichtseinheit zum Thema "Krankheitsbewältigungsformen" für Auszubildende im Beruf Ergotherapie, um den Lernenden das "Transaktionale Stressmodell" nach Richard Lazarus zu vermitteln und sie für die Bedeutung individueller Bewältigungsstrategien in der Patientenversorgung zu sensibilisieren.
- Vermittlung des Transaktionalen Stressmodells nach Richard Lazarus.
- Differenzierung von problemorientiertem, emotionsorientiertem und kognitionsorientiertem Coping.
- Analyse und Identifikation von Bewältigungsstrategien anhand praxisnaher Fallbeispiele.
- Reflexion der Abgrenzung von bewussten Coping-Strategien und unbewussten Abwehrmechanismen.
- Förderung von Empathie und professionellem Handeln im therapeutischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
2.1 Transaktionales Stressmodell nach Richard Lazarus
Das oben dargestellte Transaktionale Stressmodell von Richard Lazarus wurde 1966 erstmalig beschrieben und später mehrfach weiterentwickelt oder verändert. Es basiert auf der Annahme, dass die Bewältigung einer Belastung nicht nur von verschiedenen Faktoren abhängt, sondern von vor allem von der subjektiven Bewertung, die durch das Individuum vorgenommen wird. Es stellt den Stressreiz als Auslöser in den Fokus und beschreibt drei Stufen der Bewertung:
1. Ist die Belastung irrelevant, positiv oder gefährlich? Wenn sie irrelevant ist, ist sie nicht von Bedeutung, und wenn sie positiv ist, gibt es kein Problem, das angegangen werden muss. Für den Fall, dass sie als gefährlich eingestuft wird, fragt sich, ob es sich um eine Bedrohung, einen Verlust oder eine Herausforderung handelt (Letzteres ist die günstigste Variante).
2. Ist die Belastung mit den vorhandenen Möglichkeiten (Ressourcen) zu bewältigen? Wenn die Anforderung die Ressourcen des Individuums übersteigt, fühlt es sich überfordert und gerät in Stress oder ggf. sogar in eine Krise. (Sameiske 2008)
3. Wenn dann die Bewältigung erfolgte: Wie ist zukünftig mit ähnlichen Belastungen zu verfahren? Was habe aus der Erfahrung gelernt? Wie bewerte ich diese für mich?
Zwischen der zweiten und dritten Bewertung wählt das Individuum eine oder mehrere Coping-Strategien, um die Belastung zu bewältigen. Wird die Belastung problemorientiert bewältigt, heißt das, das die Ursachen der Krankheit oder Belastung aktiv bekämpft werden und alles darangesetzt wird, Wiederherstellung des Normalzustandes zu erreichen. Wird hingegen die emotionsorientierte Bewältigungsform gewählt, versucht das Individuum negative, in Verbindung mit der Krankheit auftretende, Gefühle abzubauen. Das kognitions- bzw. bewertungsorientierte Coping bewirkt eine Veränderung auf kognitiver Ebene. Das Individuum wertet die Krankheit oder Belastung aus einem anderen Blickwinkel.
Zusammenfassung der Kapitel
Bedingungsfeldanalyse: Analyse der Lerngruppe, ihrer Lernvoraussetzungen und des Ausbildungsrahmens, um eine zielgruppengerechte Unterrichtsplanung zu gewährleisten.
Sachanalyse: Theoretische Herleitung des Themas basierend auf dem Transaktionalen Stressmodell nach Richard Lazarus, ergänzt um Coping-Strategien, Krankheitsbewältigung und Abwehrmechanismen.
Didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki: Begründung der Relevanz des Themas für die Ausbildung von Ergotherapeuten hinsichtlich Gegenwart, Zukunft und exemplarischer Bedeutung.
Didaktische Reduktion: Darlegung der Entscheidung, das komplexe Thema auf die drei von Lazarus beschriebenen Coping-Strategien zu fokussieren, um eine Strukturierung für die Lerngruppe zu ermöglichen.
Kompetenzen: Definition der angestrebten Lernziele und Kompetenzen gemäß KMK-Vorgaben, gegliedert in Handlungsebenen für die Lernenden.
Makrosequenz: Einbettung der Unterrichtseinheit in das übergeordnete Lerngebiet der Medizinischen Soziologie des Thüringer Lehrplans.
Mikrosequenz mit Begründung der Methoden: Detaillierte Darstellung der Phasenplanung (Einstieg, Erarbeitung, Ergebnissicherung, Transfer, Stundenschluss) sowie der methodischen Entscheidungen.
Verlaufsplan mit Phasierung: Übersicht der geplanten 70-minütigen Unterrichtsstunde mit zeitlicher Taktung und eingesetzten Medien.
Reflexion der Planung: Kritische Auseinandersetzung mit dem Planungsprozess, den pädagogischen Überlegungen und der Materialerstellung.
Schlüsselwörter
Krankheitsbewältigung, Coping, Richard Lazarus, Transaktionales Stressmodell, Ergotherapie, Abwehrmechanismen, Stress, medizinische Soziologie, Fallanalyse, Patientenperspektive, Unterrichtsplanung, pädagogische Didaktik, Ressourcen, Krankheitsverarbeitung, Handlungsspielraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit umfasst eine detaillierte Unterrichtskonzeption zum Thema "Krankheitsbewältigungsformen" für Auszubildende in der Ergotherapie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Aufarbeitung des Transaktionalen Stressmodells nach Richard Lazarus, der Definition von Coping-Strategien und der Abgrenzung zu Abwehrmechanismen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Ergotherapie-Auszubildenden ein fundiertes Verständnis für die Krankheitsbewältigung von Patienten zu vermitteln, um ihr professionelles therapeutisches Handeln zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki sowie die methodische Strukturierung nach einem Fünf-Phasen-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsfeld- und Sachanalyse, die didaktische Reduktion, die Definition von Kompetenzzielen sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Unterrichtsphasen und Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Krankheitsbewältigung, Coping, Lazarus-Modell, Ergotherapie-Ausbildung, Didaktik und Stressbewältigung.
Wie werden die Patienten in den Unterricht einbezogen?
Durch die Bearbeitung von drei verschiedenen Fallbeispielen (Oberschenkelhalsfraktur, Schlaganfall, Krebs) sollen die Lernenden die Patientenperspektive einnehmen und die gewählten Coping-Strategien analysieren.
Was unterscheidet Coping von Abwehrmechanismen?
Während Coping-Strategien bewusst angewandt werden, um Herausforderungen aktiv zu bewältigen, verlaufen Abwehrmechanismen meist unbewusst und dienen dem Schutz des psychischen Gleichgewichts bei bedrohlichen Situationen.
- Citation du texte
- Henrike Weber (Auteur), 2017, Unterrichtskonzeption zum Thema Krankheitsbewältigungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381449