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Die Feldtheorie Pierre Bourdieus

Title: Die Feldtheorie Pierre Bourdieus

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tomas Jerkovic (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Einleitung

Mit seinem Konzept der Feldtheorie greift Pierre Bourdieu auf ein soziologisches Theoriekonstrukt zurück, das bereits aus dem Begriff der Figuration von Norbert Elias bekannt ist.
Gegenstand des Feldes bzw. der Figuration ist es - knapp zusammengefaßt - , zu untersuchen, wie Gruppen von Akteuren sich finden, untereinander Netzwerke und Abhängigkeiten schaffen, welche spezifische (Sinn-)Regeln innerhalb dieser herrschen, welche Ziele verfolgt werden. Um den Begriff des Feldes hinreichend zu verstehen, soll sich diesem schrittweise genähert werden, wobei die einzelnen Schritte gleichsam als Hintergrund zur Feldtheorie zu sehen sind.
In Kapitel II wird zunächst kurz auf den Begriff des Habitus, wie Bourdieu ihn versteht, eingegangen, denn die Feldtheorie wird gemeinhin als Erweiterung des Habitusbegriffs verstanden.
In Kapitel III wird ausgehend von Habitus der Begriff der (sozialen) Klasse dargestellt. Klassen produzieren bzw. stellen die Grundlage für bestimmte Felder.
In Kapitel IV ist dann auf den Begriff des Feldes dann einzugehen, nachdem Habitus und Klasse bereits expliziert worden sind.
In Kapitel V soll dann der theoretische Teil im praktischen Licht erhellt werden, indem das Feld des Journalismus unter der Prämisse des Feldbegriffs beleuchtet wird.
In Kapitel VI möchte ich abschließend kurz Stellung beziehen und die Relevanz der Feldtheorie zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Habitus

III. Klasse

IV. Feldtheorie

1. Kapital

2. Feld

3. Sozialer Raum

V. Das Feld des Journalismus

VI. Stellungnahme

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Hausarbeit besteht darin, Pierre Bourdieus Konzept der Feldtheorie als eine soziologische Weiterführung seines Habitus-Begriffs darzustellen und dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie theoretische Tragweite zu erläutern. Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen sozialen Feldern, dem Kapitalerwerb und dem individuellen Handeln, wobei das Feld des Journalismus als praktisches Fallbeispiel dient, um die Dynamik zwischen den Akteuren und den Strukturen der Medienlandschaft kritisch zu beleuchten.

  • Strukturelle Grundlagen der Feldtheorie nach Pierre Bourdieu
  • Die zentrale Rolle des Habitus und der sozialen Klasse für den Kapitalerwerb
  • Analyse von Kapitalsorten und deren Funktion in sozialen Feldern
  • Das Feld des Journalismus als Arena für Macht, Konkurrenz und Marktlogiken
  • Kritische Bewertung der Relevanz und Anwendbarkeit der Feldtheorie

Auszug aus dem Buch

2. Feld

In erster Annäherung läßt sich ein Feld als „ein um Produktion eines materiellen oder symbolischen Gutes strukturierter Raum“ (Janing 1991, 44) definieren. Bourdieu selbst schreibt: „Ein Feld ist ein strukturierter Raum, ein Kräftefeld - es gibt Herrscher und Beherrschte, es gibt konstante, ständige Ungleichheitsbeziehungen in diesem Raum-, und es ist auch eine Arena, in der um Veränderung oder Erhaltung dieses Kräftefelds gekämpft wird. In diesem Universum bringt jeder die (relative) Kraft, über die er verfügt und die seine Position im Feld und folglich seine Strategien bestimmt, in die Konkurrenz mit den anderen ein“ (1998, 57).

An anderer Stelle lesen wir: „A field [...] defines itself by (among other things) definig specific stakes and interests, which are irreducible to the stakes and interests specific to other fields (you can’t make a philosopher compete for the prizes that interest a geographer) and which are not precieved by someone who has not been shaped to enter that field.[...] The structure of a field is a state of the power relations among the agents or institutions engaged in the struggle, or, to put it another way, a state of distribution of the specific capital which has been accumulated in the course of previousn struggles and which orients subsequent strategies“ (1993, 72f.).

Ein Feld ist also ein bestimmter gesellschaftlicher Raum, eine Figuration, in welchem um eine bestimmte Art Kapital gerungen wird. Ist es z.B. ein berufliches Feld, so wird dort hauptsächlich um ökonomisches Kapital gestritten, das sich in Form der beruflichen Position und dem damit verbundenen Einkommen ausdrückt. Natürlich sind mit beruflichem Fortschritt auch weitere Vorteile verbunden, so beispielsweise die Zunahme des sozialen Kapitals, indem man Beziehungen knüpft.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das soziologische Konzept der Feldtheorie ein und skizziert den Aufbau der Arbeit von den Grundlagen des Habitus über den Klassenbegriff bis hin zur praktischen Anwendung.

II. Habitus: Das Kapitel erläutert das komplexe Habitus-Konzept Bourdieus als flexibles, klassenspezifisches System von Dispositionen, das das individuelle Handeln maßgeblich strukturiert.

III. Klasse: Hier wird der Klassenbegriff als Struktur von Beziehungen dargestellt, der über den rein ökonomischen Marxschen Ansatz hinausgeht und das gesamte menschliche Sein durch distinktive Lebensstile umfasst.

IV. Feldtheorie: Dieses Kapitel expliziert die Feldtheorie als sozialen Raum, in dem Akteure um ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital konkurrieren.

V. Das Feld des Journalismus: Am Beispiel des Fernsehens wird die theoretische Feldtheorie auf die Praxis angewandt, um die Marktlogiken und den Einfluss auf die Demokratie zu analysieren.

VI. Stellungnahme: Der Autor bewertet kritisch die Feldtheorie im Vergleich zur Figurationstheorie von Norbert Elias und unterstreicht deren hohe praktische Relevanz für moderne Analysen.

Schlüsselwörter

Feldtheorie, Pierre Bourdieu, Habitus, soziales Kapital, ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, symbolisches Kapital, sozialer Raum, Journalismus, Distinktion, Doxa, Machtverhältnisse, Feld, Lebensstil, Klassenstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und Anwendung von Pierre Bourdieus Feldtheorie innerhalb der Soziologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Habitus, der sozialen Klasse sowie die Struktur und Dynamik von sozialen Feldern, in denen Akteure miteinander konkurrieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Feldtheorie als konsequente Weiterführung des Habitus-Konzepts verständlich zu machen und ihre analytische Kraft anhand des Journalismus-Feldes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Bourdieus Begriffe in einen systematischen Zusammenhang bringt und durch eine fallbezogene Anwendung auf das Feld des Journalismus exemplifiziert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Herleitung von Habitus, Klasse und Feld, gefolgt von der Anwendung auf das Mediensystem (Fernsehen und Journalismus).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Feld, Habitus, Kapital, Distinktion und Doxa geprägt.

Wie unterscheidet sich Bourdieus Feldtheorie vom Klassenbegriff nach Marx?

Bourdieu definiert Klasse als "totalen" Begriff, der weit über den Besitz von Produktionsmitteln hinausgeht und auch Aspekte wie Lebensstil, Wahrnehmung und soziales Handeln einbezieht.

Warum übt Bourdieu laut der Arbeit so scharfe Kritik am Fernsehen?

Bourdieu betrachtet das Fernsehen aufgrund der Gier nach Einschaltquoten als demokratiegefährdend, da es journalistische Standards zugunsten von reißerischen Inhalten vernachlässigt.

Welche Rolle spielen "Newcomer" in der Feldtheorie?

Junge Akteure oder Newcomer versuchen, das bestehende Machtgefüge durch Häresie-Strategien zu durchbrechen, um sich Marktanteile oder Kapital von den Alteingesessenen zu sichern.

Was bedeutet das "Hysteresis-Effekt" im Kontext des Habitus?

Der Begriff beschreibt die Trägheit des Habitus, was bedeutet, dass Individuen dazu neigen, ihre erlernten Verhaltensmuster beizubehalten, auch wenn sich die Umweltbedingungen ändern.

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Details

Title
Die Feldtheorie Pierre Bourdieus
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Soziologie)
Course
Habitus, Felder und Figurationen
Grade
1,3
Author
Tomas Jerkovic (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V38160
ISBN (eBook)
9783638373159
Language
German
Tags
Feldtheorie Pierre Bourdieus Habitus Felder Figurationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tomas Jerkovic (Author), 2000, Die Feldtheorie Pierre Bourdieus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38160
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