Der Einfluss der Medien auf das Wahlverhalten


Hausarbeit, 2004

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was sind Medien?

2. Die Macht der Medien

3. Arten der Medienwirkung
3.1 Allgemein
3.2 Das Stimulus-Response-Modell und das O-S-O-R-Modell
3.3 Die Verstärkerhypothese
3.4 Das Mikrosoziologische Modell des Wahlverhaltens

4. Effekte und Phänomene im Wahlverhalten im Zuge des Medienwahlkampfs
4.1 Der Mitläufereffekt („bandwagon“)
4.2 Der Mitleidseffekt („underdog“)
4.3 Intensivierung des Siegerbildes
4.4 Dissonanz der Einstellungen
4.5. Rückgang der Wahlbeteiligung

5. Ergebnis

Literaturverzeichnis

1. Was sind Medien?

Medien können allgemein als „Mittler von Informationen bzw. als Träger von Kommunikation“ definiert werden. Medien existieren in unterschiedlichster Form, heutzutage versteht man unter dem Begriff „Medien“ vor allem die Massenmedien. Diese richten sich an ein weites Publikum und verbreiten dauerhaft Informationen über eine große Anzahl von Themen. Man unterscheidet zwischen Printmedien, Medien des Rundfunks (Hörfunk und Fernsehen) und Online-Medien (Internet).[1]

Medien haben die Aufgaben der „Information (Streuung von Wissen), der Artikulation (Beeinflussung der politischen Entscheidungen) und der Kontrolle (Aufzeigen von Entwicklungen, insbesondere von Missständen)“.[2]

2. Die Macht der Medien

In der modernen Industriegesellschaft wird jeder Mensch – zumindest zu einem gewissen Teil – täglich mit diesen Medien konfrontiert. Es gibt kaum jemanden, der weder Radio hört, noch fernsieht, noch auf Informationen im Internet stößt.[3] Durch diesen permanenten Einfluss haben Medien Einfluss auf die Menschen und es stellt sich unter anderem die Frage, ob sich dieser Einfluss auch das politische Verhalten – konkret auf das Wahlverhalten – der Menschen auswirkt. Es kann kaum behauptet werden, der Mensch würde ohne jeglichen Einfluss Entscheidungen (also auch Wahlentscheidungen) treffen. „Die Vorstellung von ihrer Umwelt bilden sich die Menschen nur zu einem Teil durch ihre eignen Originalbeobachtungen, zu einem großen Teil, indem sie die Umwelt mit den Augen der Medien sehen. Nach dieser so in ihrer Vorstellung geschaffenen Umwelt richten sich Menschen in ihrem Denken und Verhalten, und so, auf diesem Umweg entsteht Medienwirkung.“[4] Es ist zu durchleuchten in welcher Art und Intensität der Mensch in seinem Wahlverhalten von den Medien geprägt wird und welche auffälligen Phänomene festzustellen sind.

Medien spiele eine bedeutende Rolle als politischer Machtfaktor, da sie ideal sind als Bindeglied und Vermittler zwischen „politischen Akteuren (Staat) und Betroffenen (Volk)“. Die Macht der Medien entsteht dadurch, dass sie berichten und informieren, bewerten und beurteilen, vermitteln und eine Monopolgewalt haben (sofern dem Leser/Hörer keine Alternativen als Vermittler zur Verfügung stehen). „Medien sind durch ihre permanente Präsenz in Schrift, Bild und Ton Bewusstseinsbildner und Bewusstseinsveränderer“.[5]

3. Arten der Medienwirkung

3.1 Allgemein

Die Wirkung der Massenmedien kann in 3 Bereiche unterteilt werden:

„Verhaltensänderung“: Dies ist die stärkste Auswirkung von Medien und bedeutet hier eine Änderung des Wahlverhaltens.

„Einstellungsänderung“: Diese ist von der Verhaltensänderung zu unterscheiden. Da Menschen nicht immer so handeln wie sie denken, darf Verhalten und Einstellung nicht gleichgesetzt werden.

„Wissensänderung“: Dies ist die schwächste, jedoch auch häufigste Form des Einflusses von Medien. Auch im politischen Bereich führt die Mediennutzung zu einer Wissenszunahme, die im weiteren Verlauf natürlich auch in eine Verhaltens- oder Einstellungsänderung münden kann.[6]

3.2 Das Stimulus-Response-Modell und das O-S-O-R-Modell

Das Stimulus-Response-Modell (S-R-Modell) betrachtet spezifische Reaktionen des Publikums auf die Reize der Massenmedien. Man geht von einem „allgemein gültigen, einseitigen und linearen Zusammenhang“ zwischen dem Inhalt der Medien und der Wirkung (Wissen, Einstellung und Verhalten des Nutzers) aus.[7] Dieses Modell hat zwei konkrete Aussagen:

1. Bestimmte gezielt eingesetzte Stimuli erreichen jeden Benutzer des Mediums auf gleiche Weise, jeder wird sie gleich wahrnehmen und die Stimuli werden identische Reaktionen hervorrufen.[8]

[...]


[1] Strohmeier, Gerd: Politik und Massenmedien, Eine Einführung, Baden-Baden 2004, S. 25-27

[2] Pelinka, Anton: Grundzüge der Politikwissenschaft, Wien / Köln / Weimar 2004, S. 90

[3] Wittkämper, Gerhard W.: Medien und Politik, Darmstadt, 1992, S. 28

[4] Lippmann, Walter: The Free Press, Part 1, Introduction: The World Outside and the Pictures in our Heads, New York 1965, zitiert in: Noelle-Neumann, Elisabeth: Medieneinfluß bei der Wahl, in: Ellwein, Thomas (Hrsg.): Politikfeld-Analysen 1979, Wissenschaftlicher Kogreß der DVPW 1.-5. Oktober 1979 in der Universität Augsburt, Tagungsbericht, Opladen 1980, S. 30-44, hier: S. 33f.

[5] ebd. S.29

[6] Strohmeier: Politik und Massenmedien, S. 179

[7] Strohmeier: Politik und Massenmedien, S. 184

[8] Schenk, Michael: Publikums- und Wirkungsforschung, Tübingen 1978, S. 22, zitiert in: Strohmeier: Politik und Massenmedienn, S. 184

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss der Medien auf das Wahlverhalten
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in das politikwissenschaftliche Arbeiten
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V38167
ISBN (eBook)
9783638373210
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Einfluss, Medien, Wahlverhalten, Einführung, Arbeiten
Arbeit zitieren
Stefan Hinterholzer (Autor), 2004, Der Einfluss der Medien auf das Wahlverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38167

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