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Die Evangelische Kirche im Sozialismus - Ausgewählte Ereignisse und Persönlichkeiten

Titre: Die Evangelische Kirche im Sozialismus - Ausgewählte Ereignisse und Persönlichkeiten

Dossier / Travail , 2005 , 28 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Marcel Jobst (Auteur)

Sociologie - Religion
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Die folgende Arbeit ist im Rahmen des Seminars über Religionssoziologie, im vierten Trimester des Pädagogikstudiums entstanden. Die Thematik ist die Kirche im Sozialismus. Es soll anhand von ausgewählten Ereignissen und Personen das Verhältnis von Kirche und Staat dargelegt und zu einem Gesamtüberblick zusammengefasst werden. Um den Sachverhalt differenziert zu erläutern, wird zunächst einen kurzen Überblick über die Beziehung der Kirche zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands gegeben. Für diese einleitenden Worte dienen im Schwerpunkt die Werke von Kremser (1993) und von Pollack (1994). Diese Literatur stellt die gesamte Entwicklung der Kirche in der Deutschen Demokratischen Republik dar, sodass ein kurzer, jedoch zugleich prägnanter Eindruck gewonnen werden kann. Die Wahl dieses Themas begründet sich in der abwechslungsreichen und spannenden Entwicklung des evangelischen Glaubens in der DDR. Das Spannungsfeld der Auseinandersetzung zwischen Kirchenvertretern und der SED-Führung bietet ein breites Diskussionsspektrum. Mit den ausgewählten Ereignissen soll nicht die komplette Zeitspanne von der Entstehung der DDR bis zur Wiedervereinigung abgedeckt werden. Vielmehr werden bewusst solche Höhepunkte erläutert, deren Auswirkungen in besonderem Maße im gesamten Entwicklungsprozess zur Geltung kommen. Die Gespräche mehrerer Kirchenvertreter mit dem 1958 amtierenden Ministerpräsidenten Otto Grotewohl waren die ersten, in denen der Schwerpunkt nicht im Streit um die Jugendweihe und den Religionsunterricht lag. Davon unberührt konzentrierte man sich auf eine wesentlich globalere Annäherung und einigte sich beispielsweise auf das Anerkennen des Sozialismus in der Gesellschaft seitens der Kirche. Ein einziges Mal traf der Vorstand der Konferenz der Kirchenleitungen der DDR mit Erich Honecker, dem Vorsitzenden des Staatsrats der DDR, zusammen. Die Ergebnisse des Spitzengespräches zwischen der evangelischen Kirche und Honecker im Jahr 1978, brachten auf einigen Feldern kirchlicher Arbeit gewisse Erleichterungen. Doch es gab bereits zu dieser Zeit zahlreiche kritische Stimmen, die eine zu starke Annäherung an die sozialistische Staatsmacht befürchteten. Die damals zugesicherte Gleichbehandlung und Gleichachtung aller Bürger - nach der DDR-Verfassung eine Selbstverständlichkeit - wurde weiterhin ständig verletzt. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbetrachtung

2. Marxistisches und leninistisches Religionsverständnis

3. Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR – ein Überblick

3.1 Bekämpfung der Kirchen

3.2 Zurückdrängen der rechtlichen Verankerung in der DDR-Verfassung

3.3 Kirchenpolitik nach der Gründung des Kirchenbundes

4. „Kommuniqué“ vom 21.07.1958 als Ergebnis der Gespräche zwischen Kirche und Staat

4.1 Grotewohl und Mitzenheim als Hauptakteure

4.2 Inhalt der Gespräche

5. Spitzengespräch zwischen Staat und Kirche vom 06.03.1978

5.1 Manfred Stolpe und Albrecht Schönherr

5.2 Einfluss des Gespräches auf die Entwicklung der Kirchen

6. Berliner Appell und die Losung: „Frieden schaffen ohne Waffen“

6.1 Rainer Eppelmann als Initiator des Berliner Appells

6.2 Berliner Appell

6.3 Reaktionen im Staat

7. 20 Thesen Schorlemmers als Forderung der Kirche an den Staat

7.1 Friedrich Schorlemmer als Wortführer der Opposition in der DDR

7.2 Inhalt der 20 Thesen

7.2.1 Was wurde gefordert?

7.2.2 Reaktionen des Staates?

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen der evangelischen Kirche und dem sozialistischen Staat in der DDR anhand ausgewählter historischer Ereignisse und prägender Persönlichkeiten, um die Spannungsfelder zwischen staatlicher Unterdrückung und kirchlichem Widerstand bzw. Anpassung aufzuzeigen.

  • Das marxistisch-leninistische Religionsverständnis als ideologische Grundlage
  • Die staatliche Kirchenpolitik und deren rechtliche Ausgestaltung in der DDR
  • Das „Kommuniqué“ von 1958 und das Spitzengespräch von 1978 als Etappen der Annäherung
  • Friedensinitiativen wie der Berliner Appell und die 20 Thesen Friedrich Schorlemmers
  • Die Rolle kirchlicher Führungspersönlichkeiten im Spannungsfeld der DDR-Diktatur

Auszug aus dem Buch

3.1 Bekämpfung der Kirchen

Anlass für den Beginn des Kurses gegen die Kirchen war das Tragen des Kugelkreuzes als Bekenntniszeichen zur Jungen Gemeinde. Die Regierung sagte der Organisation einen vereinsartigen Charakter nach und betrachtete sie als nicht registriert. Eine Tatsache, die rechtlich nicht begründet war, da das Bekenntniszeichen allein nicht reicht, um einen Verein darzustellen.

Christen wurden bestraft, weil sie in kircheneigenen Räumen Verkündigungsspiele durchführten. Die Propaganda gegen die Junge Gemeinde hatte zum Ziel, die Jugend vollständig im Sinne des Sozialismus zu erziehen und ausschließlich den offiziell zugelassenen Organisationen die Durchführung von Veranstaltungen anzuvertrauen.

Durch die Einführung der Jugendweihe 1954 erfolgte eine weitere negative Beeinträchtigung des Verhältnisses von Staat und Kirche. Die Jugendweihe entwickelte nach außen das Bild einer atheistischen Veranstaltung, von der sich die evangelischen Kirchen provoziert und herausgefordert fühlten. In der Phase der Bekämpfung der Kirchen wurde auch die in der Verfassung der DDR festgeschriebene Religionsfreiheit völlig vernachlässigt. Die Regierung verfolgte mit Ehrgeiz die Umsetzung des sozialistischen Weltbildes. Dies zeigte sich z.B. in dem Vorwurf der SED, die Kirchen verletzten das Prinzip der Freiheit von Lehre und Wissenschaft. Dies hätte man verfassungsrechtlich anfechten können, wenn es ein dementsprechendes Verfassungsgericht gegeben hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbetrachtung: Einleitung in die Thematik der Kirche im Sozialismus und Erläuterung der Auswahl von Fallbeispielen zur Darstellung des Staat-Kirche-Verhältnisses.

2. Marxistisches und leninistisches Religionsverständnis: Analyse der theoretischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus und deren Einfluss auf die kirchenfeindliche Haltung des sozialistischen Staates.

3. Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR – ein Überblick: Historischer Abriss über die Unterdrückung kirchlicher Aktivitäten und den rechtlichen Status der Religionsfreiheit in der DDR.

4. „Kommuniqué“ vom 21.07.1958 als Ergebnis der Gespräche zwischen Kirche und Staat: Untersuchung der ersten offiziellen Gesprächsversuche zwischen Kirchenvertretern und dem Ministerpräsidenten zur Klärung von Konfliktpunkten.

5. Spitzengespräch zwischen Staat und Kirche vom 06.03.1978: Betrachtung des Treffens zwischen Honecker und Vertretern der evangelischen Kirche als Zäsur in der beiderseitigen Verständigung.

6. Berliner Appell und die Losung: „Frieden schaffen ohne Waffen“: Darstellung der Rolle von Rainer Eppelmann bei der Artikulation friedenspolitischer Forderungen und die staatliche Repression dagegen.

7. 20 Thesen Schorlemmers als Forderung der Kirche an den Staat: Analyse der von Friedrich Schorlemmer initiierten Forderungen nach demokratischen Reformen und der staatlichen Reaktion darauf.

8. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einschätzung der kirchlichen Rolle im DDR-Staat und des Spannungsverhältnisses zwischen Anpassung und Widerstand.

Schlüsselwörter

DDR, Kirche, Sozialismus, SED, Religionsfreiheit, Friedensbewegung, Berliner Appell, Friedrich Schorlemmer, Kugelkreuz, Junge Gemeinde, Staat-Kirche-Verhältnis, Marxismus-Leninismus, Opposition, Wiedervereinigung, Jugendweihe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der evangelischen Kirche und dem sozialistischen Staat in der DDR von der Gründung bis kurz vor der Wiedervereinigung.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die ideologischen Grundlagen des Marxismus, die staatliche Unterdrückung kirchlicher Arbeit, offizielle Dialoge zwischen Kirche und Staatsführung sowie der kirchliche Beitrag zur Friedensbewegung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, anhand konkreter Ereignisse und Akteure die Dynamik und die Spannungsfelder zwischen staatlicher Machtdemonstration und kirchlichem Selbstbehauptungswillen differenziert aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine religionssoziologische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung historischer Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Fallstudien, beginnend bei den Grundlagen der SED-Kirchenpolitik über das Kommuniqué von 1958 und das Treffen 1978 bis hin zum Berliner Appell und den Wittenberger Thesen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Kirchenverfolgung, sozialistischer Alltag, Friedensethik, DDR-Verfassung und innerkirchliche Opposition.

Warum spielt das Kugelkreuz eine so wichtige Rolle für das Verständnis der frühen DDR-Jahre?

Das Kugelkreuz wurde zum Symbol der "Jungen Gemeinde" und diente dem Staat als Vorwand, kirchliche Jugendarbeit als ungesetzliche Vereinstätigkeit zu brandmarken und zu unterdrücken.

Welche Bedeutung hatten die 20 Thesen für das Ende der DDR?

Die Thesen stellten eine der profiliertesten Forderungen kirchlicher Basisgruppen nach Demokratisierung und gesellschaftlicher Veränderung dar und trugen zur artikulierten Opposition gegen das SED-Regime bei.

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Résumé des informations

Titre
Die Evangelische Kirche im Sozialismus - Ausgewählte Ereignisse und Persönlichkeiten
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Cours
Texte zur Religionssoziologie
Note
2,3
Auteur
Marcel Jobst (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
28
N° de catalogue
V38183
ISBN (ebook)
9783638373357
Langue
allemand
mots-clé
Evangelische Kirche Sozialismus Ausgewählte Ereignisse Persönlichkeiten Texte Religionssoziologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcel Jobst (Auteur), 2005, Die Evangelische Kirche im Sozialismus - Ausgewählte Ereignisse und Persönlichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38183
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Extrait de  28  pages
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