Einfluss einer gezielten Proteinzufuhr im Anschluss an ein Krafttraining auf die Kraftentwicklung bei Männern ab 50 Jahren


Bachelorarbeit, 2014

46 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

2 Zielsetzung

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Aufbau und Funktion von Proteinen
3.2 Einfluss verschiedener Proteinmengen auf die Muskelproteinsynthese
3.3 Krafttraining und Proteinbedarf bei Älteren

4 Methodik
4.1 Auswahl der Probanden
4.2 Pre-Tests
4.2.1 BIA-Messung
4.2.3 3-Tage-Ernährungsprotokoll
4.3 Trainingsphase
4.4 Re-Tests

5 Ergebnisse
5.1 BIA-Messung
5.2 Veränderung Muskelmasseanteil
5.2.1 Interventionsgruppe (A)
5.2.2 Kontrollgruppe (B)
5.3 Veränderung Körperfettanteil
5.3.1 Interventionsgruppe (A)
5.3.2 Kontrollgruppe (B)
5.4 Krafttests
5.4.1 Beinpresse
5.4.2 Brustpresse
5.4.3 Latissimuszug
5.5 Vergleich von Muskel- und Körperfettmasse
5.6 Vergleich der Kraftwerte an den einzelnen Geräten

6 Diskussion

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

9.1 Tabellenverzeichnis
9.2 Abbildungsverzeichnis

Anhang 1: Interventionsgruppe (A) mit 30 g Molkeprotein

Anhang 2: Kontrollgruppe (B) mit Banane und 300 ml Wasser

Anhang 3: 3-Tage-Ernährungsprotokoll

1 Einleitung und Problemstellung

Spätestens seit Rocky in dem gleichnamigen Film von 1976 vor seinem Training einige rohe Eier zu sich nahm, ist die Verbindung zwischen Eiweiß und Kraftsport auch für die Allgemeinheit unverkennbar. Diese Hoffnungen die in Proteine gesetzt werden, werden von Wissenschaftlern allerdings kontrovers diskutiert. Es herrscht nur bedingt Konsens darüber, wie viel Protein ein Kraftsportler benötigt. Während es zum einen an validen Untersuchungen mangelt, sind sich auf der anderen Seite „Praktiker“, wie beispielsweise Trainer und Sportler sicher, dass die Zufuhr von Proteinen einen positiven Einfluss auf die Kraftentwicklung haben muss. Im Alter ergibt sich zunehmend ein Zusammenhang zwischen dem Anteil der Muskelmasse bzw. dem Fitnesszustand und der Lebenserwartung. Zudem korreliert der Muskelanteil mit der Knochendichte und dem somit verbundenen Osteoporoserisiko, als auch dem Risiko einer Demenzerkrankung. Daher ist es aus Sicht der Krankheitsprävention sinnvoll, dem altersbedingten Muskelverlust (Sarkopenie) frühzeitig vorzubeugen. Geeignete Maßnahmen sind u.a. regelmäßiges Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung.

Eine unzureichende Nahrungsaufnahme kann dazu beitragen, den altersbedingten Muskelmasseverlust zu verstärken. Umgekehrt gelten eine adäquate Energie- und Proteinzufuhr als wichtige Faktoren zur Erhaltung der Muskelmasse und zur Prävention vor altersbedingtem Muskelverlust, auch Sarkopenie genannt (Bauer & Sieber, 2008, S. 674 ff.).

Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zur Proteinzufuhr älterer Menschen liegt, unabhängig vom Geschlecht, bei 0,8 g eines qualitativ hochwertigen Proteins pro kg Körpergewicht und Tag und ist somit identisch mit der Zufuhrempfehlung für junge Erwachsene. Es ist jedoch nachgewiesen, dass es nach Zufuhr einer eiweißreichen Mahlzeit bei älteren Menschen zu einem weniger starken Anstieg der Proteinsynthese gegenüber jungen Menschen kommt. Daher lauten neuere Empfehlungen, durch eine höhere Proteinzufuhr, die mit 1,0-1,3 g/kg Körpergewicht (KG) täglich ca. 25-60% über dem von der DGE empfohlenen Referenzwert liegt, einer im Alter beschleunigten Sarkopenie entgegenzuwirken (Campbell et al., 2001; Morais et al., 2006; Paddon-Jones et al., 2008). Daraus ergibt sich die Fragestellung, ob insbesondere die gezielte Proteinzufuhr im Anschluss an das Training, zur Regeneration der Muskulatur und zur günstigen Entwicklung der Muskelkraft und -masse bei Älteren beitragen kann? Aus diesen Gründen wird in der folgenden Studie untersucht wie sich eine regelmäßige Proteinzufuhr, im Anschluss an ein Krafttraining, auf die Entwicklung der Muskelkraft bzw. den Muskelanteil bei Männern ab 50 Jahren auswirkt.

2 Zielsetzung

In dieser Arbeit soll nun untersucht werden, ob sich die Zufuhr von 30g Molkeprotein im Anschluss an ein Krafttraining signifikant auf die Muskelkraft bzw. -masse bei über 50-jährigen Männern, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (ohne zusätzliche Eiweißzufuhr bei gleichem Training) auswirkt. Für die Durchführung dieser Studien werden die biometrischen und anthropometrischen Daten erfasst und ein 3-Tage-Ernährungsprotokoll geführt um zu belegen, dass keine speziellen Ernährungsformen oder Diäten verfolgt werden. Die Probanden bestimmen ihre Nahrungsform und die Höhe ihrer Energiezufuhr jedoch selbst, das heißt sie bekommen keinen speziellen Ernährungsplan verordnet. Desweiteren wird ein Krafttest zur Bestimmung der Muskelkraft (Vorher-Nachher) durchgeführt. Nach einem 6-wöchigen Trainingsprogramm soll analysiert werden, ob und wie effektiv die zusätzliche Eiweißgabe das Muskelwachstum bei älteren Männern beeinflusst. Folgende Thesen sollen mit dieser Arbeit beantwortet werden:

Erhöht eine zusätzliche Eiweißzufuhr die Muskelmasse und -kraft bei über 50 jährigen Männern?

Ist diese Verbesserung der Muskelmasse und -kraft signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe?

Können die Aussagen bzw. Ergebnisse bisheriger Studien wiederlegt bzw. bestätigt werden?

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

Für das körperliche Wachstum und die Aufrechterhaltung und Regulation von verschiedenen Körperfunktionen werden Stoffe benötigt, die aus der Nahrung gewonnen werden. Neben den Makronährstoffen Kohlenhydrate und Fette, spielt Protein als dritter Makronährstoff eine wichtige Rolle. Vor allem beim Aufbau und Erhalt von Körpergewebe ist Protein als Baustein unentbehrlich.

3.1 Aufbau und Funktion von Proteinen

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind die einzigen stickstoffliefernden Verbindungen, die der menschliche Körper aus der Nahrung gewinnen kann und sind somit essenziell. Man findet sie dort hauptsächlich in Milchprodukten, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchten. Proteine dienen dem Körper im Gegensatz zu Kohlenhydraten und Fetten nicht hauptsächlich als Energielieferant, sondern fungieren als Baustoff zum Aufbau und Erhalt von Körpersubstanz und somit auch von Muskelmasse. Allerdings besitzt Eiweiß mit einem physiologichen Brennwert von 4,1 kcal auch ein Energiepotential, das vom Körper in bestimmten Situationen genutzt wird. Beispielsweise bei langen Ausdauerbelastungen von über 60 Minuten. Hierbei werden insbesondere die im Eiweiß enthaltenen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leuzin und Isoleuzin (BCAAs; Branched Chain Amino Acids) zur Energiegewinnung herangezogen. Eiweiße erfüllen in unserem Organismus auch viele weitere überlebenswichtige Aufgaben wie zum Beispiel:

- Bildung von Antikörpern
- Baustoff für Enzyme und Hormone
- Bestandteile von Zellen und kollagenen Strukturen (z.B. Bindegewebe)
- Wichtiger Blutgerinnungsfaktor

Nahrungsproteine sind aus verschiedenen einzelnen Aminosäuren aufgebaut, die kettenartig miteinander verknüpft sind. Man bezeichnet diese aneinandergereihten Aminosäuren als Peptide, die anhand ihrer Länge unterschieden werden in:

- Dipeptide (2 Aminosäuren)
- Tripeptide (3 Aminosäuren)
- Oligopeptide (< 10 Aminosäuren)
- Polypeptide (10 – 100 Aminosäuren)
- Proteine (> 100 Aminosäuren)

Als Grundbausteine für diese Peptide und Eiweißmoleküle unterscheidet man 20 verschiedene Aminosäuren in essenzielle, die der Körper nicht selbst produzieren kann und somit durch Nahrung zugeführt werden müssen, sowie nicht essenzielle, die der Körper selbst synthetisieren kann:

- Essenzielle Aminosäuren: Valin, Leuzin, Isoleuzin, Lysin, Histidin, Methionin, Tryptophan, Threonin, Phenylalanin
- Nicht essenzielle Aminosäuren:

Alanin, Asparagin, Arginin, Cystein, Glutamin, Glycin, Prolin, Serin, Tyrosin

(vgl. Luppa et al., 2011, S. 94f. )

Um die Effizienz zu beschreiben, mit der Nahrungseiweiß in körpereigene Eiweißstrukturen umgewandelt werden kann, wurde die Biologische Wertigkeit (BW) als allgemeiner Qualitätsmaßstab entwickelt. Der Referenzwert wurde dem Vollei zugewiesen mit einer Biologischen Wertigkeit von 100. Den höchsten Wert als einzelne Proteinquelle besitzt jedoch das Molkenprotein mit einer BW von 104 (vgl. Pellett & Young, 1980).

Hinsichtlich verschiedener Eiweißarten konnten Katsanos et al. (2005, S. 1065 ff.) zeigen, dass schnell verdauliche Proteine wie Molkeeiweiß für den Muskelzuwachs bei älteren Menschen vorteilhafter sind als sogenannte langsame Proteine wie Casein. Molkeprotein, häufig auch unter dem englischen Begriff Whey-Protein bekannt, besitzt eine Biologische Wertigkeit von 104 und enthält ca. 23-25 % BCAAs. Die Biologische Wertigkeit von Casein liegt bei 77 und damit deutlich unter dem Wert des Molkeproteins. Allerdings besitzt es den Vorteil, dass es langsamer verdaut wird und dem Körper somit über einen Zeitraum von bis zu 6 Stunden als Aminosäurequelle zur Verfügung steht.

3.2 Einfluss verschiedener Proteinmengen auf die Muskelproteinsynthese

Die metabolische Antwort auf die Zufuhr von Eiweiß und Aminosäuren wurde in den letzten Jahren in zahlreichen Studien untersucht. Ebenso wie bei jüngeren Erwachsenen lässt sich die Muskelproteinsynthese auch bei gesunden älteren Menschen durch eine orale Aufnahme von Aminosäuren stimulieren (Gaillard et al., 2008, S. 1045 ff.).

Allerdings wurde festgestellt, dass geringe Mengen essenzieller Aminosäuren (7,5 g) bei älteren Menschen nicht ausreichen, um die Muskelproteinsynthese anzuregen, während größere Mengen (10-15 g) ähnliche anabole Effekte haben wie bei jungen Menschen (Beasley et al., 2010, S. 1063 ff.).

Was die größtmögliche Aufnahmemenge einer einzelnen Proteinportion betrifft, fanden Paddon-Jones & Rasmussen (2009, S. 86 ff.) heraus, dass eine große Einzelportion mageres Rindfleisch (340 g, davon 90 g Protein) keinen größeren anabolen Effekt auslöst als ein Drittel dieser Ration. Daraus schliessen sie, dass die Aufnahme von mehr als 30 g Protein bei einer einzelnen Mahlzeit im Hinblick auf die Muskelproteinsynthese ineffizient ist.

Deshalb sollte sich die für die aktuelle Studie vorgesehene Menge von 30 g Molkeprotein pro Portion, in Hinsicht auf die Proteinsynthese, als optimal darstellen. Neben der Proteinzufuhr und Insulinaktivität, wird die anabole Reaktion der Skelettmuskulatur vor allem durch körperliche Aktivität bestimmt.

3.3 Krafttraining und Proteinbedarf bei Älteren

Der genaue Proteinbedarf für einen optimalen Trainingseffekt hinsichtlich Muskelzuwachs und Sarkopenieprävention ist noch nicht bekannt. Unter anderem hat eine Studie von Campbell (2007, S. 416 ff.) gezeigt, dass Widerstandstraining die Muskelkraft bei einer Proteinzufuhr von mindestens 0,8 g/kg KG täglich erhöht und dass ein solches Ansprechen durch höhere Proteinzufuhr nicht verbessert wird.

Jedoch wird aufgrund abnehmender Magermasse bei Personen mit Krafttraining und einer Proteinzufuhr in angesprochener Höhe im Gegensatz zu einer höheren Proteinzufuhr (1,0-1,3 g/kg KG), wie in der Einleitung erwähnt, ein etwas höherer Proteinbedarf zum Erhalt der Muskelmasse vermutet.

Diese Vermutung überpüften bereits Andrews et al. (2006, S. 362 ff.) mit Männern und Frauen im Alter zwischen 60 und 69 Jahren, die ein 3x wöchentliches Krafttraining über 12 Wochen absolvierten und anschließend einen Proteindrink (0,4 g/kg Protein) zu sich nahmen. Zusätzlich wurden die Testpersonen in zwei Gruppen eingeteilt mit einer täglichen Proteinzufuhr von 1,35 g/kg KG und 0,72 g/kg KG. Es stellte sich heraus, dass beide Gruppen den selben Muskelzuwachs aufweisen und die tägliche Proteinzufuhr in Verbindung mit einem Proteindrink nach dem Training somit keinen Unterschied ausmacht.

Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich auch in einer späteren Studie von Iglay et al. (2009, S. 108 ff.) mit gleicher Trainingshäufigkeit und gleichem Umfang, bei der die Testgruppen 0,9 +/- 0,1 g/kg KG oder 1,2 g/kg KG Protein täglich konsumierten. Auch hier ergab sich ein Muskelzuwachs bei allen Probanden, aber kein größerer Muskelzuwachs bei der Gruppe mit erhöhter täglicher Eiweißzufuhr im Vergleich zur anderen Gruppe.

Campbell (2007, S. 416 ff.) hat mit seiner zu Beginn erwähnten Studie auch gezeigt, dass ältere Menschen, die üblicherweise ausreichende Mengen an Protein (etwas mehr als 0,8 g/kg) zu sich nehmen, nicht von Proteinsupplementen profitieren – weder direkt nach dem Taining noch unabhängig davon. Die trainingsinduzierten Verbesserungen der Muskelmasse und -kraft ließen sich dadurch nicht weiter verbessern.

Zu diesem Schluss kamen auch Verdijk et al. (2009, S. 608 ff.), die eine Gabe von 20 g Protein vor und nach einer Trainigseinheit bei älteren Männern von 70-74 Jahren (n=26) im Vergleich zu einer Placebogruppe testeten. Die Testphase ging ebenfalls über 12 Wochen mit 3 Krafttrainingseinheiten wöchentlich. Auch hier konnte kein signifikanter Unterschied beider Gruppen im Bezug auf Kraft- und Muskelentwicklung nachgewiesen werden.

Dadurch entsteht natürlich eine gewisse Brisanz in Bezug auf die vorgesehene Studie als Teil der Thesis, in der diese Aussage möglicherweise widerlegt oder gar bestätigt wird.

4 Methodik

Um zu gewährleisten, dass die Ergebnisse der Studie nachvollziehbar und reproduzierbar sind, ist eine strukturierte Vorgehensweise notwendig. Deren einzelne Schritte werden im folgenden erläutert.

4.1 Auswahl der Probanden

Vor Beginn der Studie wurden 30 freiwillige Teilnehmer gesucht, die folgende Voraussetzungen erfüllen: Gesunde männliche Personen im Alter von 50 bis 65 Jahren mit mindestens 6 Monate Trainingserfahrung, die herkömmliche Mischkost konsumieren und keine speziellen Ernährungsstrategien oder Diäten befolgen. Aus diversen Gründen wie Krankheit, Arbeitsplatzwechsel und Urlaub, konnten 6 der 30 Freiwilligen schon zu Beginn der Studie nicht mehr daran teilnehmen. Deshalb wurden die übrigen 24 Probanden in eine Interventionsgruppe (A) (n=12) und eine Kontrollgruppe (B) (n=12) unterteilt.

Um eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu erreichen, sind die beiden Gruppen so eingeteilt, dass das Durchschnittsalter möglichst nahe beieinander liegt.

Tab. 1.: Altersvergleich der zwei Testgruppen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Pre-Tests

Um die Ausgangsdaten wie biometrische Daten, Kraft, Körperzusammensetzung und Ernährungsverhalten zu erfassen, werden verschiedene Pre-Tests durchgeführt.

4.2.1 BIA-Messung

Die Erfassung der biometrischen Daten (Körpergewicht, Körpergröße und Körperzusammensetzung) erfolgt mit Hilfe eines BIA-Messgeräts vom Typ Omron BF511 und werden manuell zusammengefasst. Jeder Proband wird zu Beginn vermessen, um die exakte Körpergröße festzustellen. Die Ergebnisse der Wiegung zeigen, neben dem Körpergewicht, den prozentualen Anteil an Muskel- und Körperfettmasse. Um die konkreten Werte in Kilogramm zu ermitteln, wird das Körpergewicht mit den erhaltenen Prozentzahlen für Muskel- und Fettmasse multipliziert und durch 100 geteilt.

4.2.2 Erfassung der Muskelkraft durch 10-Wiederholungstest

Die körperliche Leistungsfähigkeit (maximale Gewichtslast) wird durch einen Mehrwiederholungstest mit 10 Wiederholungen (10-RM-Test) an Latissimuszug, Brustpresse und Beinpresse ermittelt.

Vor dem 10-RM-Test wird ein allgemeines Aufwärmen mit einer Dauer von 5 Minuten auf dem Fahrradergometer absolviert. Danach folgt ein spezieller Aufwärmsatz mit 10 Wiederholungen und einem Widerstand von ca. 50% des für den ersten Testsatz abgeschätzten Gewichtes.

Für den eigentlichen Krafttest sind maximal 3 Testsätze pro Übung vorgesehen, in denen sich an das maximale Gewicht herangetastet wird. Das Einstiegsgewicht sowie die Gewichtsanpassung nach den ersten beiden Sätzen, sollte das aufgelegte Gewicht zu leicht oder zu schwer sein, werden vom Versuchsleiter abgeschätzt. Pro Testsatz werden maximal 10 Wiederholungen durchgeführt, selbst wenn mehr Wiederholungen möglich wären. Die Pausendauer zwischen dem speziellen Aufwärmsatz und dem 1. Testsatz sowie zwischen den Testsätzen beträgt exakt 3 Minuten.

4.2.3 3-Tage-Ernährungsprotokoll

Um das Ernährungsverhalten zu überprüfen erstellt jeder Proband, bis maximal einen Tag vor Beginn des Krafttests, ein 3-Tage-Ernährungsprotokoll. In dem Protokoll werden, mit Uhrzeit und exakten Mengen versehen, alle Mahlzeiten und Getränke dargestellt, die der Proband innerhalb dieser 3 Tage verzehrt. Anhand der Protokolle kann bei extremen Abweichungen, in Bezug auf Muskel- oder Körperfettzuwachs eines einzelnen Probanden, auch eine mögliche Ursache hierfür festgestellt werden.

4.3 Trainingsphase

Nach Abschluss aller Pre-Tests, beginnt die Trainingsphase über einen Gesamtzeitraum von 6 Wochen mit einer Trainingshäufigkeit und einem Umfang von 3x wöchentlich 45 Minuten Krafttraining nach einem vorgegebenen Trainingsplan (siehe Anhang 4).

In direktem Anschluss an das Krafttraining, innerhalb von maximal 10 Minuten nach Beendigung des letzten Trainingssatzes, werden die Probanden der Interventionsgruppe (A) mit 36 g eines 83,3 % Whey-Protein-Pulvers (entspricht 30 g reinem Whey-Protein) gelöst in 300 ml Wasser versorgt. Die Kontrollgruppe (B) bekommt nach jedem Training 300 ml Wasser und eine Banane als Vergleichsintervention. Alle Probanden der beiden Gruppen dürfen frühestens 60 Minuten später ihre übliche Mahlzeit zu sich nehmen.

4.4 Re-Tests

Nach Ablauf der 6 Wochen werden alle Testverfahren ein zweites mal durchgeführt, dieses mal als Re-Tests. Dazu gehört die erneute Messung der biometrischen Daten Körpergewicht, Muskelmasseanteil und Körperfettanteil durch eine Body Impedanz Analyse. Ebenso wird der 10-RM-Test zur Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit wiederholt.

5 Ergebnisse

In den folgenden Abschnitten werden die aus den Pre- und Re-Tests gewonnenen Daten ausgewertet und nacheinander, zuerst einzeln und zum Schluss zusammengefasst dargestellt und verglichen. Die daraus entstandenen Ergebnisse zeigen, ob die zu Beginn aufgestellten Thesen bestätigt oder widerlegt werden können.

5.1 BIA-Messung

Die Auswertung der BIA-Messung zu Beginn der Studie ergab für jeden Probanden die spezifischen biometrischen Daten (s. Anhang 1 und 2). Um die Ausgangsdaten der Interventionsgruppe (A) und der Kontrollgruppe (B) besser vergleichen zu können, wurden für beide die jeweiligen Mittelwerte von Körpergröße, Körpergewicht (KG), Muskelmasseanteil (MA) und Körperfettanteil (KFA) berechnet (s. Tab. 2). Diese Werte zeigen eine Differenz von:

- Größe: +/- 1,4 cm
- KG: +/- 1,9 kg
- MA: +/- 1,1 kg
- KFA: +/- 0,7 kg

Tab. 2: Vergleich durchschnittliche Ausgangswerte Gruppe A und B

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.2 Veränderung Muskelmasseanteil

Mit den Vergleichswerten der Muskelmasse, vom Beginn und nach Beendigung der Studie, soll die formulierte These:

„Erhöht eine zusätzliche Eiweißzufuhr die Muskelmasse bei über 50 jährigen Männern?“ beantwortet werden. Die jeweiligen Veränderungen der beiden Testgruppen werden in den folgenden zwei Kapiteln dargestellt und ausgewertet.

5.2.1 Interventionsgruppe (A)

Die in Abbildung 1 dargestellten Säulen und Werte zeigen die konkrete Muskelmasse der einzelnen Probanden von Gruppe A vor (blau) und nach (orange) der Trainingsphase.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Veränderung der Muskelmasse bei Interventionsgruppe (A)

Die Differenz der Ausgangs- und Endwerte wird in Tabelle 3 noch einmal genauer, sowohl in Kilogramm als auch prozentual, dargestellt.

Tab. 3: Veränderung der Muskelmasse bei Interventionsgruppe (A)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durchschnittlich erhöhte sich der Muskelmasseanteil aller Probanden der Interventionsgruppe (A) um 0,166 (+0,054 / -0,126) kg. Dies entspricht einem Zuwachs an Muskelmasse gegenüber den Ausgangswerten von 0,62 (+0,60 / -0,44) %.

5.2.2 Kontrollgruppe (B)

Die Messergebnisse von Gruppe B zeigen, wie in Abbildung 2 zu sehen ist, ebenfalls einen Anstieg der Muskelmasse (orange) im Vergleich zu den Ausgangswerten (blau) bei sämtlichen Probanden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Veränderung der Muskelmasse bei Kontrollgruppe (B)

In Tabelle 4 sind die entsprechenden Veränderungen der Muskelmasse für jeden Probanden noch einmal im einzelnen dargestellt.

Tab. 4: Veränderung der Muskelmasse bei Kontrollgruppe (B)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Zunahme an Muskelmasse beträgt bei Gruppe B 0,076 (+0,054 / -0,066) kg. Dieser Wert entspricht einer Erhöhung des Muskelmasseanteils um 0,29 (+0,16 / -0,25) %.

5.3 Veränderung Körperfettanteil

Die Zu- bzw. Abnahme des Körperfettanteils der Probanden beider Testgruppen wird im folgenden veranschaulicht. Die Veränderung des Körperfettanteils ist ein Nebeneffekt des durchgeführten Krafttrainings, wird jedoch hauptsächlich von der Energiezufuhr über die Nahrung bestimmt. Eine Reduktion der Körperfettwerte war kein konkretes Ziel der Studie, daher sind hier die unterschiedlichsten Messergebnisse festzustellen.

5.3.1 Interventionsgruppe (A)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Veränderung des Körperfettanteils bei Interventionsgruppe (A)

Die Pre- und Re-Messwerte für Gruppe A sind in Abbildung 3 dargestellt. Beim Vergleich der Ausgangswerte (blau) mit den Endwerten (orange) sind je nach Proband Abnahmen als auch Zunahmen der Körperfettmasse festzustellen. Bei den Probanden 2, 5 ,6, 7, 11 und 12 ist der Körperfettanteil jeweils gesunken, wohingegen bei den Probanden 1, 3, 4, 8, 9, 10 eine Zunahme zu verzeichnen ist. Die Anzahl an Testpersonen mit Zu- und Abnahme ist also ausgeglichen (6:6).

Im Mittelwert beträgt die Veränderung des Körperfettanteils bei Gruppe A jedoch 0,05 (+0,18 / -0,44) kg und stellt somit eine leichte Erhöhung dar.

5.3.2 Kontrollgruppe (B)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Veränderung des Körperfettanteils bei Kontrollgruppe (B)

Die Messergebnisse der Kontrollgruppe (B) fallen ähnlich unterschiedlich aus wie die der Interventionsgruppe (A). Wie Abbildung 4 zeigt, sind auch hier Zunahmen (Proband 1, 4, 7, 11) und Abnahmen (Proband 2, 3, 5, 6, 8, 9, 10, 12) der Körperfettmasse festzustellen. Wobei die Anzahl der Probanden, deren Körperfettanteil gesunken ist, zwei drittel aller Tespersonen von Gruppe B darstellt. Der Mittelwert zeigt eine Abnahme von -0,17 (+0,35 / -1,05) kg. Die große Abweichung ist vor allem auf die überdurchschnittlich hohe Körperfettabnahme von Proband 10 zurück zu führen, der innerhalb der Testphase 1,22 kg an Körperfett verloren hat. Dadurch wird der Mittelwert sehr nach unten gezogen und „verfälscht“ das Gesamtergebnis.

5.4 Krafttests

Die durchgeführten Krafttests an Beinpresse, Brustpresse und Latissimuszug geben Aufschluss über die zu Beginn aufgestellte These: „Erhöht eine zusätzliche Eiweißzufuhr die Muskelkraft bei über 50 jährigen Männern?“.

Hierfür werden in den folgenden drei Kapiteln die Werte, aus Pre- und Re-Tests der beiden Testgruppen, für die jeweiligen Übungen dargestellt.

5.4.1 Beinpresse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Kraftwerte Beinpresse Interventionsgruppe (A)

Die Ergebnisse der Re-Tests an der Beinpresse zeigen bei Gruppe A eine durchgängige Steigerung des Gewichts, das mit 10 Wiederholungen bewältigt werden kann. Dies ist auch in Abbildung 5 deutlich zu sehen. Die größte Kraftsteigerung zeigt Proband 1 mit einer Erhöhung um 50kg (+25%).

Durchschnittlich konnte eine Gewichtserhöhung um 21,5 (+ 28,5 / -13,5) kg erzielt werden, was einer Kraftsteigerung um 15,7 (+9,3 / -5,5) % entspricht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Kraftwerte Beinpresse Kontrollgruppe (B)

Wie Abbildung 6 zeigt, weist Kontrollgruppe (B) ebenfalls bei allen Testpersonen eine Gewichtserhöhung auf. Allerdings beträgt die maximale Zunahme mit 18 kg (Proband 5) nur ungefähr ein drittel der Steigerung die Proband 1 in Gruppe A erreichen konnte.

Der Kraftzuwachs beträgt im Mittel 13,5 (+4,5 / -7,5) kg. Dies entspricht einer Kraftsteigerung von 11,9 (+6,7 / -4,8) %.

5.4.2 Brustpresse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Kraftwerte Burstpresse Interventionsgruppe (A)

Bei der Brustpresse ist der Kraftzuwachs ebenfalls, wie bei der Beinpresse, deutlich erkennbar (s. Abb. 7). Alle Probanden können eine Steigerung verzeichnen, wobei Proband 2 mit +16 kg (+29,6 %) den größten Zuwachs verzeichnen kann. Der Mittelwert liegt bei 8,92 (+7,08 / -2,92) kg. Die Kraftsteigerung beträgt somit 15,6 (+14,0 / -8,5) %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Kraftwerte Brustpresse Kontrollgruppe (B)

Auch die Kontrollgruppe (B) zeigt laut Abbildung 8 durchweg einen Kraftzuwachs. Den höchsten Anstieg verzeichnet Proband 1 mit +7 kg (+13,5 %), alle anderen liegen zwischen +3 und +6 kg. Der durchschnittliche Kraftgewinn beträgt 4,58 (+2,42 / -1,58) kg, was einer Steigerung von 8,7 (+5,8 / -1,9) % entspricht.

5.4.3 Latissimuszug

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Kraftwerte Latissimuszug Interventionsgruppe (A)

Die dritte und letzte Übung die getestet wurde, war der Latissimuszug. Wie bei den zwei anderen Übungen zuvor ergibt sich auch hier, wie in Abbildung 9 zu sehen ist, ein Kraftzuwachs bei allen Probanden der Gruppe A. Angeführt wird die Statistik von Proband 2 mit einer Steigerung um +14 kg (+26,9 %). Den geringsten Zuwachs sieht man bei den Probanden 7, 9 und 11 mit jeweils +4 kg.

Insgesamt beträgt die Kraftsteigerung im Mittel 8,17 (+5,83 / -4,17) kg. Die Zuwachsrate beträgt durchschnittlich 14,3 (+12,6 / -7,8) %.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Kraftwerte Latissimuszug Kontrollgruppe (B)

Das letzte Diagramm der Krafttests (Abbildung 10), zeigt die Auswertung der Gruppe B am Latissimuszug. Wie bei allen anderen Übungen der jeweiligen Gruppen zuvor, zeigt sich auch hier eine Kraftsteigerung aller Probanden. Testperson 10 erreicht mit +8 kg (+16,7 %) den größten Kraftzuwachs und liegt damit um 1 kg (3,2 %) höher als der Höchstwert der Kontrollgruppe (B) an der Brustpresse.

Durchschnittlich ergibt sich eine Gesamtzuwachs aller Probanden von 5,08 (+2,92 /-3,08) kg. Dies entspricht einer Kraftsteigerung von 10,2 (+6,5 / -6,2) %.

5.5 Vergleich von Muskel- und Körperfettmasse

Im folgenden Abschnitt werden die gewonnenen Daten bezüglich Muskel- und Körperfettmasse von Interventionsgruppe (A) und Kontrollgruppe (B) direkt miteinander verglichen, um somit einen konkreten Unterschied festzustellen. Damit soll auch die These beantwortet werden: „Ist die Verbesserung der Muskelmasse signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Mittelwert: Veränderung von Muskel- und Körperfettmasse

Hierzu wurden in Abbildung 11 die Mittelwerte beider Testgruppen in Gramm dargestellt. Die durchschnittliche Zunahme an Muskelmasse beträgt bei Gruppe A 166 g und bei Gruppe B 76 g. Dadurch ergibt sich eine Differenz von der Interventionsgruppe mit 30 g Molkeprotein, zur Kontrollgruppe mit Banane und 300 ml Wasser von 90 g.

Das heißt der Muskelzuwachs ist mit +118,4 % mehr als doppelt so hoch.

Dieser Unterschied ist durchaus als „signifikant“ zu bezeichnen.

Was die Körperfettmasse betrifft, wurde der Mittelwert der Gruppe B durch die starke Fettreduktion eines einzelnen Probanden stark nach unten revidiert auf -170 g, weshalb ein direkter Vergleich nur schwer möglich ist. Bei Gruppe A wurde eine Körperfettzunahme von durchschnittlich 53 g gemessen. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen beträgt somit 223 g.

5.6 Vergleich der Kraftwerte an den einzelnen Geräten

Die drei folgenden Diagramme zeigen noch einmal die Mittelwerte des Kraftzuwachses beider Testgruppen bei den einzelnen Übungen, um einen konkreten Unterschied erkennen zu können und die These zu beantworten: „Ist diese Verbesserung der Muskelkraft signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Kraftzuwachs Beinpresse

Ein Vergleich der Beinpresse (Abb. 12) zeigt einen durchschnittlichen Kraftzuwachs bei Gruppe A von +21,5 kg und bei Gruppe B von +13,5 kg. Daraus ergibt sich ein um 8 kg höherer Wert bei der Interventionsgruppe (A). Der Kraftzuwachs an der Beinpresse ist damit um 59,26 % größer als bei Gruppe B.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Kraftzuwachs Brustpresse

Ein ähnliches Muster zeigt sich auch in Abbildung 13, wo die beiden Werte für den Kraftzuwachs an der Brustpresse dargestellt sind. Gruppe A erreichte eine Steigerung von +8,92 kg gegenüber dem Ausgangswert. Bei Gruppe B beträgt der Zuwachs +4,58 kg. Das ergibt eine Differenz von 4,34 kg und damit ein Plus an Kraft der Interventionsgruppe (A) von 94,76 % gegenüber der Kontrollgruppe (B).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Kraftzuwachs Latissimuszug

Auch die Auswertung der Kraftzunahme beim Latissimuszug (Abb. 14) zeigt das gewohnte Bild der beiden vorherigen Diagramme. Der Kraftzuwachs beträgt 5,08 kg bei Gruppe B und 8,17 kg bei Gruppe A, was einer Differenz von 3,09 kg entspricht.

Damit hat Gruppe A mit +60,83 % auch bei der letzten getesteten Übung einen höheren Zuwachs an Muskelkraft zu verzeichnen.

Bei allen drei Übungen ist ein deutlicher Unterschied an Kraftzuwachs der Interventionsgruppe (A) gegenüber der Kontrollgruppe (B) erkennbar. Im Mittelwert der Übungen Beinpresse, Brustpresse und Latissimuszug, ist die Steigerung der gesamten Muskelkraft bei Gruppe A um 71,61 % höher als bei Gruppe B. Daraus kann man schliessen, dass die Zufuhr von 30g Molkeprotein nach dem Training sich positiv auf den Muskelkraftzuwachs auswirkt.

6 Diskussion

Zu Beginn der Studie wurde die Anzahl der Teilnehmer mit 30 Männern zwischen 50 und 65 Jahren festgelegt. Leider konnten, wie in „4.1 Auswahl der Probanden“ erwähnt, 6 Personen die vorher abgesprochenen Termine aus verschiedenen Gründen nicht wahrnehmen. Dieser Umstand mindert natürlich die Aussagekraft der Studie, da anstatt 15 nur noch 12 Probanden pro Gruppe teilnahmen. Auch entstehen dadurch unwirkliche Mittelwerte durch große Abweichungen einzelner Probanden, wie in „5.5 Vergleich von Muskel- und Körperfettmasse“ beim Wert der Kröperfettmasse von Gruppe B zu sehen ist. Je höher die Anzahl der Probanden ist, desto geringer wirken sich solche extremen Einzelabweichungen auf das Gesamtergebnis aus. Deshalb wäre bei einer zukünftigen Studie eine größere Anzahl an Testpersonen sinnvoll.

Als einer der wichtigsten Faktoren ist in diesem Zusammenhang auch zu nennen, dass die Werte für die Körperzusammensatzung, die mit dem Messgerät vom Typ OMRON BF511 bestimmt wurden, nicht exakt sind. Um trotzdem möglichst genaue Daten zu erhalten, wurden alle Re-Messungen der Probanden zur selben Uhrzeit wie die Pre-Messungen durchgeführt. Daher ist durchaus eine gute Tendenz zu erkennen, inwiefern sich die Werte verändert haben. Allerdings wäre, was die Genauigkeit betrifft, ein Messvorgang mit einem präziseren Gerät vorteilhafter.

Trotzdem ist es durchaus möglich, dass die gesamten Körperfettwerte der Kontrollgruppe (B) niedriger ausfallen als die der Interventionsgruppe (A). Im Gespräch mit den Probanden, berichteten viele über ein geringeres Hungergefühl nach dem Training da sie durch den Verzehr der Banane (Kontrollintervention) „etwas im Magen hatten“, weshalb die Mahlzeit frühestens eine Stunde nach dem Training eher kleiner ausfiel als die der Gruppe A, die als Intervention einen Shake mit 30 g Molkeprotein verzehrte. Dies könnte sich auf die Gesamtenergiebilanz der Teilnehmer ausgewirkt haben. Dadurch war die Kalorienzufuhr bei Gruppe B möglicherweise geringer als bei Gruppe A, weshalb auch die Werte für den Körperfettanteil bei der Re-Messung niederiger ausfielen.

Hier wäre als Kontrollintervention ebenfalls ein Getränk als Placebo, z.B. Wasser mit Kakaopulver, eine Überlegung wert.

Desweiteren war es schwierig die Nahrungsaufnahme der Probanden zu kontrollieren. Das 3-Tage-Ernährungsprotokoll war hilfreich um zu sehen wie sich die Teilnehmer gewöhnlich ernähren. Hierbei konnte man erkennen, dass aufgrund der Arbeitszeiten oder der Gewohnheit meist einfache Produkte wie Brötchen mit Wurstbelag bevorzugt werden (s. Anhang 3). Dies ist aus ernährungsphysiologischer Sicht natürlich kontraproduktiv in Bezug auf die angedachten Ziele, wie die Zunahme von Magermasse bzw. Muskelmasse. Durch diese Ernährungsform erreichen auch viele der Teilnehmer nicht die neuere empfohlene Menge an Eiweiß von 1,0-1,3 g/kg KG.

Bei vielen der Teilnehmern fehlte das Wissen und das Verständnis für eine sinnvolle und zielgerichtete Ernährung. Deshalb wäre bei einer zukünftigen Studie ein Ernährungsplan für die komplette Testphase von Vorteil. Dadurch könnte man die tägliche Energiezufuhr und Zusammensetzung der Makronährstoffe bei der Interventions- und der Kontrollgruppe auf ein gleiches Niveau regulieren. Somit kann die Auswirkung einer zusätlichen Proteinzufuhr nach dem Training noch besser erkannt und mit der Kontrollgruppe verglichen werden.

Die nötige Menge an Eiweiß, die nach dem Training zugeführt werden sollte um einen anabolen Effekt zu erzielen, wird auch von Paddon-Jones & Rasmussen (2009, S. 86 ff.) mit 30 g beschrieben, da eine höhere Menge keinen größeren Effekt hervorruft.

Deshalb gibt es laut aktuellem Kenntnisstand keinen Grund, die zugeführte Menge nach dem Training zu erhöhen oder zu verringern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Einfluss einer gezielten Proteinzufuhr im Anschluss an ein Krafttraining auf die Kraftentwicklung bei Männern ab 50 Jahren
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
46
Katalognummer
V382066
ISBN (eBook)
9783668580831
ISBN (Buch)
9783668580848
Dateigröße
776 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, proteinzufuhr, anschluss, krafttraining, kraftentwicklung, männern, jahren
Arbeit zitieren
Matthias Bohn (Autor), 2014, Einfluss einer gezielten Proteinzufuhr im Anschluss an ein Krafttraining auf die Kraftentwicklung bei Männern ab 50 Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382066

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