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Herausforderung für die Pflege im Seniorenheim mit Bewohnern anderer Glaubensgemeinschaften mit besonderer Berücksichtigung islamischer Bewohner

Title: Herausforderung für die Pflege im Seniorenheim mit Bewohnern anderer Glaubensgemeinschaften mit besonderer Berücksichtigung islamischer Bewohner

Term Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Brigitte Blechinger (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Mit dieser Arbeit möchte die Autorin auf eine neue, noch ungewohnte und nicht alltägliche Pflegesituation im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund im Seniorenwohnhaus eingehen.

Derzeit sind Bewohner mit Migrationshintergrund noch sehr selten im Seniorenwohnhaus. In den nächsten Jahren wird es immer öfter zu Heimaufnahmen kommen, bei denen die Bewohner nicht immer den großen Glaubensgemeinschaften, katholisch oder evangelisch, angehören. Aufgrund der „Gastarbeiterpolitik“ der 1960iger Jahre kam es zwischen 1969 und 1973 zu einer hohen Einwanderungsrate aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien (78,5%) und der Türkei (11,8%). Nach derzeitigen Schätzungen des Österreichischen Intergrationsfonds (ÖIF) gehören 2017 rund 700.000 Menschen in Österreich dem islamischen Glauben an. Genaue Zahlen sind nicht möglich, da die Religionszugehörigkeit seit 2001 nicht mehr erhoben wird.

Die Zahl der jetzt 20 bis 40-jährigen ist bei weitem höher und wird in ca. 20 Jahren einen noch deutlicheren Unterschied erkennen lassen.
Anhand dieses Rechenbeispiels lässt es sich gut erkennen, dass sich in den nächsten Jahren ein Bedarf an Pflegebetten im Seniorenwohnhaus ergeben wird, dem man Aufmerksamkeit schenken muss, um den Bedürfnissen dieser Menschen gerecht zu werden.

In der Medizin und Pflege kommt es zunehmend mehr zu Berührungspunkten mit anderen Kulturen und Religionen die nicht immer konfliktfrei verlaufen. Kommunikationsprobleme durch verschiedene Sprachen oder Gesten sorgen für falsches oder nicht Verstehen. Das nicht kennen sowie auch nicht beachten von Riten und Bräuchen erschweren das Miteinander in der Pflege. Es fällt uns nicht leicht einen anderen Glauben zu verstehen oder eine andere Kultur zu akzeptieren, welche nicht unseren entsprechen.

Ein Zitat: „Fremde Länder, Menschen, Gerüche, Tänze, Brauchtum und Religiosität werden in der Regel als faszinierend erfahren, solange die Distanz zur Fremdheit kontrollierbar bleibt“ (Bixa, 2005: 8).
Somit stellt sich die Frage welche strukturellen Änderungen aus Sicht des Managements möglich und notwendig sind um den pflegerischen Alltag mit Bewohnern anderer Glaubensgemeinschaften, mit besonderer Berücksichtigung islamischer Bewohner und derer glaubensbedingter Einstellung zur Pflege, gerecht zu werden.

Diese Arbeit soll das Verständnis und die Akzeptanz von anderem Verhalten im Bereich der Pflege und des Managements fördern und ermutigen sich mit verschiedenen Kulturen auseinander zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Glaube Islam und Christentum

1.2 Der Islam

2.1.1 Die Religion

2.1.2 Krankheitsverständnis

2.1.3 Pflegerelevante Besonderheiten

2.1.4 Sterben

2.2 Das Christentum

2.2.1 Die Religion

2.2.2 Krankheitsverständnis

2.2.3 Pflegerelevante Besonderheiten

2.2.4 Das Sterben

2.3 Gegenüberstellung Islam und christlichem Glauben

3. Tabu

3.1 Definition Tabu

3.2 Tabus im islamischen Glauben

3.3 Interview mit einer Muslima

4. Was bedeutet Pflege

4.1 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt zu Pflege

4.2 Der Alltag im Seniorenwohnhaus

4.3 Probleme aus Sicht des Pflegepersonals

4.4 Probleme aus Sicht des islamischen Heimbewohners

4.5 Möglichkeiten aus der Sicht des Managements

5. Modell eines interkulturellen Seniorenhauses in Deutschland

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen in der stationären Altenpflege im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere muslimischen Bewohnern. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für kulturelle sowie religiöse Bedürfnisse zu entwickeln, um eine würdevolle Pflege im letzten Lebensabschnitt sicherzustellen und strukturelle Anpassungsmöglichkeiten für das Management aufzuzeigen.

  • Religiöse Grundlagen und Unterschiede zwischen Islam und Christentum
  • Der Tabubegriff und seine Bedeutung im pflegerischen Kontext
  • Herausforderungen im Pflegealltag aus Sicht von Personal und Bewohnern
  • Lösungsansätze und organisatorische Möglichkeiten für Einrichtungen
  • Beispielmodell eines erfolgreichen interkulturellen Seniorenwohnhauses

Auszug aus dem Buch

3.3 Interview mit einer Muslima

Eine Unterhaltung mit einer befreundeten Muslima gab der Autorin einen Einblick und Überblick über die großen Tabuthemen des Islam. Das Gespräch musste mit äußerstem Feingefühl geführt werden, da es sich um ein sehr heikles Thema handelt und sie den Wunsch äußert, die Aussagen mit Respekt und Würde zu behandeln.

Mit der Bitte ihren Namen nicht in dieser Arbeit zu verwenden, haben wir uns auf den Namen Anna geeinigt.

Anna ist eine gläubige Muslima, 45 Jahre alt, aus der Türkei stammend und hat in ihrem Heimatland das Diplom für Gesundheits- und Krankenpflege abgelegt und viele Jahre in der Türkei im Krankenhaus gearbeitet. Als Zeichen ihres Glaubens trägt sie ein Kopftuch und hat die Arme und Beine stehts mit Kleidung bedeckt. Anna kam vor 15 Jahren nach Österreich und hat sich sehr gut integriert.

Sie ist selber in der Pflege, nach österreichischem Recht nicht nostrifiziert, als Pflegehelferin tätig und war sehr oft und sehr lange bei der Arbeitssuche mit den Ausgrenzungen wegen des Kopftuches konfrontiert. Sie erzählte mir, dass ihr Mann sie aufgefordert hätte, das Kopftuch nicht zu tragen um leichter eine Arbeit zu bekommen. Daraufhin äußerte sie ihm gegenüber: „Ich trage mein Kopftuch aus Überzeugung und ich werde meinen Glauben nicht verleugnen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin thematisiert die zunehmende Relevanz einer neuen Pflegesituation durch Bewohner mit Migrationshintergrund und erläutert anhand statistischer Daten den steigenden Bedarf an Pflegekapazitäten.

2. Der Glaube Islam und Christentum: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung beider Weltreligionen hinsichtlich ihrer Riten, Krankheitsverständnisse und pflegerelevanten Besonderheiten.

3. Tabu: Dieses Kapitel definiert den Begriff Tabu wissenschaftlich und beleuchtet spezifische Tabubereiche im Islam, ergänzt durch die persönlichen Einblicke einer muslimischen Pflegekraft.

4. Was bedeutet Pflege: Nach einer allgemeinen Definition von Pflege werden die Herausforderungen im Pflegealltag für das Personal, die Bewohner und das Management differenziert betrachtet.

5. Modell eines interkulturellen Seniorenhauses in Deutschland: Das Kapitel präsentiert das „DRK Multikulturelles Seniorenzentrum“ als praktisches Best-Practice-Beispiel für eine gelungene interkulturelle Pflege.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse rekapituliert und notwendige Zukunftsperspektiven für eine kultursensible Altenpflege formuliert.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Islam, Christentum, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pflege, Tabu, Krankheitsverständnis, Pflegemanagement, Ritual, Integration, Religion, Selbstbestimmung, Würde, Kultursensibilität, Patientenversorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, muslimische Bewohner unter Berücksichtigung ihrer kulturellen und religiösen Besonderheiten in einem Seniorenwohnhaus würdevoll zu pflegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen islamischem und christlichem Glauben, die Rolle von religiösen Tabus in der Pflege sowie die organisatorischen Anforderungen an ein interkulturelles Pflegemanagement.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Verständnis und Akzeptanz für unterschiedliches Verhalten im Pflegekontext zu fördern und dem Management praktische Ansätze zur strukturellen Anpassung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturrecherche zu den Grundlagen der Religionen und Tabus sowie eine qualitative Fallbetrachtung durch ein Experteninterview mit einer muslimischen Pflegekraft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bedürfnisse muslimischer Patienten, identifiziert auftretende Probleme bei der Pflege und entwickelt basierend darauf Lösungsstrategien für den Heimalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie interkulturelle Pflege, religiöse Bedürfnisse, Migration im Alter, Tabus im Islam und Pflegemanagement definieren.

Wie unterscheidet sich das Krankheitsverständnis zwischen Islam und westlicher Medizin?

Im Islam wird Krankheit oft als ganzheitlicher Zustand gesehen, der auch die Familie einbindet, während die westliche Medizin eher den Fokus auf das einzelne Organ oder die rein medizinische Behandlung legt.

Warum ist das Beispiel "Haus am Sandberg" relevant?

Es dient als erfolgreiches Praxisbeispiel, das zeigt, dass durch strukturelle Änderungen, wie die Einrichtung von Gebetsräumen und multikulturelle Teams, eine Integration unterschiedlicher Kulturen in der Altenhilfe gelingen kann.

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Details

Title
Herausforderung für die Pflege im Seniorenheim mit Bewohnern anderer Glaubensgemeinschaften mit besonderer Berücksichtigung islamischer Bewohner
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
3,0
Author
Brigitte Blechinger (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V382573
ISBN (eBook)
9783668585003
ISBN (Book)
9783668585010
Language
German
Tags
Migration Muslime Pflege Seniorenheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Brigitte Blechinger (Author), 2017, Herausforderung für die Pflege im Seniorenheim mit Bewohnern anderer Glaubensgemeinschaften mit besonderer Berücksichtigung islamischer Bewohner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382573
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