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Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene

Title: Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene

Term Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: zwei

Autor:in: Daniela Franke (Author)

Politics - Region: South Asia
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Die Dominanz einflussreicher Familien in gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen hat in Sri Lanka beinahe Tradition. Auch Junius Richard Jayewardene entstammt einer wohlhabenden und politisch einflussreichen Familie. Im Laufe seiner immerhin 50 Jahre langen politischen Karriere entwickelte er sich zu einem der bekanntesten Politiker im südasiatischen Raum.
Die Regierungsperiode des Präsidenten Jayewardene, die Thema der vorliegenden Arbeit ist, fällt in die Zeit von 1977 bis 1988 und lässt sich in eine politische, eine ökonomische, eine militärische und eine religiöse Dimension einteilen. Dieser Einteilung entspricht auch die Gliederung der Arbeit.
Unter der Regierung Jayewardene wird die Staatstätigkeit auf alle gesellschaftlichen Bereiche, vor allem aber auch auf den Wirtschaftssektor ausgeweitet.
Seine und auch die Regierungszeit der UNP, die nach ihm noch bis 1994 an der Macht bleibt, ist ungewöhnlich lang. Von der Unabhängigkeit an hatten sich die SLFP und die UNP in kürzeren Abständen beinahe regelmäßig in der Regierung abgelöst. Dass es nun zu einer so langen Regierungszeit kommt, hat mehrere Ursachen. Zu ihnen gehört, dass die UNP unter der Führung von Jayewardene von Beginn an ihre Macht ausbaut, sodass man schließlich von einem Ein-Parteien-Regime sprechen kann. Kennzeichnend ist weiterhin der von der UNP erhobene ethnische Hegemonialanspruch. Aus ihm resultiert schließlich die Ausweitung des jahrhunderte alten Konfliktes zwischen Tamilen und Singhalesen zum Bürgerkrieg. Es soll in dem entsprechenden Kapitel der Arbeit gezeigt werden, auf welchem Wege sich die Art und Weise der Konfliktaustragung immer mehr vom politischen Verhandlungsbestreben zur militärischen Austragung verlagert.
Die Art und Weise der Machtausübung der Regierung unter Jayewardene in ihrer Gesamtheit betrachtet lässt die These zu, dass die übergeordnete Absicht dieser Regierung in der Erlangung der Kontrolle aller gesellschaftlichen Bereiche und Ebenen besteht. Dazu wird folgerichtig und konsequent die Macht von Beginn an konsolidiert und ausgeweitet.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politik

2.1 Der Weg zum Machtwechsel

2.2 Die Sicherung der Macht

2.3 Die Verschärfung des Tamilenkonfliktes

3 Die militärische Dimension

3.1 Die Militarisierung

3.2 Das Pogrom 1983

3.3 Die Radikalisierung nach dem Pogrom und die indische Intervention

4 Wirtschaft

4.1 Theorie und Ziele

4.2 Die drei großen Projekte

5 Die religiösen Hintergründe und Ziele

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Regierungsperiode des sri-lankischen Präsidenten Junius Richard Jayewardene zwischen 1977 und 1988. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, wie durch eine systematische Konsolidierung und Ausweitung der Macht in allen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Bereichen versucht wurde, eine dauerhafte Herrschaft der United National Party (UNP) zu etablieren, und welche gravierenden Folgen dies für den ethnischen Konflikt im Land hatte.

  • Analyse der politischen Machtkonsolidierung und Etablierung eines autoritären Regimes unter Jayewardene.
  • Untersuchung der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung hin zu einem marktwirtschaftlichen, exportorientierten Modell.
  • Darstellung der eskalierenden Militarisierung und Radikalisierung des Konflikts zwischen Tamilen und Singhalesen.
  • Erörterung der religiösen Dimension der Regierungspolitik und der damit verbundenen buddhistischen Utopie.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Sicherung der Macht

Der Wahlsieg, der Jayewardene 1977 an die Macht bringt, fällt deutlich aus: 50,9% der Stimmen und 83,3% der Mandate (vgl. Hillebrands 1993, S. 623) bedeuteten eine hegemoniale Position, die eine Verfassungsreform, die Einführung des Verhältniswahlrechts (statt bisher Mehrheitswahl) und die Umwandlung des parlamentarischen Regierungssystem in ein präsidentielles nach dem Vorbild des französischen ermöglichen.

Während in Frankreich diese, den Präsidenten stärkende Konstitution eine stabile Regierung gewährleisten und einen Rückfall in Krisenzeiten verhindern sollte, muss man im Falle Sri Lankas bzw. Jayewardenes davon ausgehen, dass die neue Verfassung als ein machtstabilisierendes und -erhaltendes Element im Gesamtkonzept des Präsidenten eingeführt wird. Jakob Rösel stellt fest, Dass „... diese neue Verfassung für ihre Urheber, die UNP und Jayewardene, eine Reihe maßgeschneidert wirkender Klauseln enthält, die die Macht des Präsidenten über seine Partei, schließlich die Macht seiner Partei über die Oppositionsparteien stärken.“ (Rösel 1997a, S 117)

Die Einführung des Verhältniswahlrechts wirkt einer Parteienvielfalt (zumindest im Parlament) entgegen, denn da facto gibt es eine 12,5% Klausel. Alle Stimmen, die für kleinere Parteien abgegeben werden, die dann nicht ins Parlament kommen, weil sie nicht mehr als acht Prozent der Stimmen in ihrem Wahldistrikt erreichen konnten, verfallen. Diese indirekte Hürde wird später allerdings auf fünf Prozent gesenkt.

Von Beginn ihrer Regierungszeit an nutzt die UNP ihre 140 Sitze zur Konsolidierung ihrer Herrschaft. Schrittweise baut Jayewardene, der nach den Präsidentschaftswahlen 1982 erster Staatspräsident wird, ein autoritäres Regime auf. Zum einen ist die Macht des Präsidenten über seine Partei groß, zum anderen spielt angesichts der großen Sitzemehrheit die Opposition keine bedeutende Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die These auf, dass die Regierung Jayewardene die Kontrolle über alle gesellschaftlichen Bereiche anstrebte.

2 Politik: Dieses Kapitel behandelt den Machtwechsel 1977, die Sicherung der UNP-Herrschaft durch Verfassungsänderungen und die Verschärfung des Konflikts mit der tamilischen Minderheit.

3 Die militärische Dimension: Hier wird die Militarisierung des Staatswesens, das Pogrom von 1983 sowie die Radikalisierung der tamilischen Widerstandsgruppen und die folgende indische Intervention analysiert.

4 Wirtschaft: Das Kapitel beschreibt die radikale Umstellung der Wirtschaftspolitik auf ein marktwirtschaftliches Modell und kritisiert die ineffektiven Großprojekte der Regierung.

5 Die religiösen Hintergründe und Ziele: Hier wird die Verknüpfung von Personenkult und buddhistischer Utopie als Instrument zur Herrschaftssicherung und zur Exklusion der Tamilen untersucht.

6 Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Regierung zwar ihre Macht langfristig festigen konnte, dies aber den Bürgerkrieg zementierte und die Probleme des Landes verschärfte.

Schlüsselwörter

Sri Lanka, Jayewardene, UNP, Machtkonsolidierung, Autoritäres Regime, Bürgerkrieg, Tamilen, Singhalesen, LTTE, Wirtschaftspolitik, Buddhismus, Dharmagesellschaft, Infrastrukturprojekte, ethnische Konflikte, politische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungsperiode von Präsident Junius Richard Jayewardene in Sri Lanka von 1977 bis 1988 und untersucht die verschiedenen Dimensionen seiner Machtausübung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die politische Machtkonsolidierung, die wirtschaftspolitische Umgestaltung, die Militarisierung des Staates und die religiös motivierte Ideologie der Regierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass die übergeordnete Absicht der Regierung Jayewardene in der Erlangung der Kontrolle über alle gesellschaftlichen Bereiche bestand, was maßgeblich zur Eskalation des ethnischen Konflikts beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen und historischen Analyse, die durch die Auswertung einschlägiger Fachliteratur und Dokumente zur sri-lankischen Geschichte gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine politische, eine militärische, eine ökonomische und eine religiöse Dimension, in denen jeweils die Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die sri-lankische Gesellschaft dargelegt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtkonsolidierung, Bürgerkrieg, UNP, Tamilenkonflikt und politische Transformation geprägt.

Wie wirkte sich die Verfassungsreform von 1978 auf das politische System aus?

Die Reform wandelte das parlamentarische System in ein präsidiales System um, stärkte massiv die Stellung des Staatspräsidenten und schränkte die Kontrollfunktion des Parlaments sowie die Bedeutung der Opposition ein.

Welche Rolle spielten die sogenannten "Großprojekte" unter Jayewardene?

Die Großprojekte, wie das Mahaweli-Projekt oder das Stadtplanungsprogramm in Colombo, dienten vordergründig der Modernisierung, waren jedoch in der Praxis meist Prestigeprojekte zur Machtdemonstration und Patronage, die zu Haushaltsdefiziten führten.

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Details

Title
Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für fremdsprachliche Philologien)
Course
Sri Lanka: zwischen Kolonialismus und Globalisierung
Grade
zwei
Author
Daniela Franke (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V3827
ISBN (eBook)
9783638123655
Language
German
Tags
Lanka Regierung Jayewardene Lanka Kolonialismus Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Franke (Author), 2002, Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3827
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