Hispanische Kulturen in den USA


Zusammenfassung, 2010

26 Seiten

Anonym


Leseprobe

Table of Contents

A: Begrifflichkeiten und Definitionen

B: Texte
I. Luís Rafael Sánchez – The flying bus
IIa. Teil von Sánchez zu Virgen de Guadelupe
IIb. Gastvortrag – La Virgen de Guadelupe (Silvia Spitta)
IIIa. Guillermo Gómez-Peña (1955-) – Danger Zone: Cultural Relations between Chicanos and Mexicans at the End of the Century
IIIb. Juan Villorio – Literature and the Border
IIIc. Was haben Villorio und Peña gemeinsam
IV. Margarethe Herzog – Theoretische Überlegungen
V. Nestor García Canclini – Hybrid Cultures
VI. A. Stepick, G. Grenier (Soziologe at Florida Int. University), Max Castro (Senior research associate in North-South Centre) – Capital of Latin America
VII. Huntington – The Hispanic Challenge
VIII. Mario Vargas Llosa – Die Lügenmauer
IX. Spiegel-Online – United States of Latinoamerica
X. Luis Ricardo Fraga – Latino Lives in America. Making it a home
XI. Roberto Quesada – Never through Miami
XII. Molotov – „Frijolero“
XIII. Carlos Fuentes – Die gläserne Grenze
XIV. Julia Alvarez – Yo!
XV. Junot Díaz – Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao
XVI. Ana Menéndez – In Cuba I was a German Shepherd
XVII. Nilo Cruz – Anna in the Tropics
XVIII. Roberto G. Fernández – Tatiana
XIX. Roberto G. Fernández – The August Flower (Kon tiki)
XX. Roberto G. Fernández – La gira
XXI. Salvador Plascencia – Menschen aus Papier

C: Filme

A: Begrifflichkeiten und Definitionen

- Latino/Latina: schliesst Chicano/a + Puerto Ricaner + alle Bürger lateinamerikanischen Ursprungs mit ein. Wenn im panethnischen Kontext oder von Nationen gesprochen wird; und dabei auf Gemeinschaft Bezug genommen wird. In Medien wird „Hispanic“ bevorzugt → pauschalisierendes Konstrukt, keine Berücksichtigung von Herkunft/Klasse/Beruf - Hispanic: Stammt von Latin Hispania, war Bezeichnung für eine röm. Provinz auf iberischen Halbinsel. Ein Hispano = Spanier, Spanischsprechender oder (im US - Kontext) jemand mit lateinamerikanischer bzw. span. Herkunft. Die hispanische Dekade → 80er Jahre in den USA (Link Einwanderung) → zunehmende Sichtbarkeit der Latinos! Aus Sicht der Latinos ist Begriff „Hispanisch“ negativ konnotiert: Stigmatisierung/Reduzierung auf Mexikaner und Puerto Riqueños sowie Heraushebung der spanisch-europäischen Erbschaft →→ negiert aber die versch. Historischen Erfahrungen der Latinos!!! Von Nixon-Staat eingeführter Begriff
- Hispano: Diese Bezeichnung wird gebraucht von mexikanisch-stämmigen Einwohnern von New-Mexico und Südcolorado. Wird am meisten beansprucht von jenen Leuten, deren Vorfahren spanische Kolonialisten von Neuspanien waren. „Hispano“ hat demnach ähnliche Richtung wie spanisch-amerikanisch/hispanisch-amerikanisch →→ europäischer Aspekt soll vorgehoben werden.
- Bilingualism: Fähigkeit einer Person, sich in zwei Sprachen heimisch zu fühlen, zu sprechen. Bilinguale Einflüsse sorgen für Ängste in den USA, weil heute bereits in Schulen doppel-sprachig unterrichtet wird und die bilinguale Fähigkeit auch in Regierungsaufgaben immer wichtiger wird, sodass sich Anglosaxon verdrängt fühlen (Link)
- Code switching: Fähigkeit einer Person, zwischen zwei oder mehr Sprachengemeinschaften zu wechseln. Typisch für: Kinder der Einwanderer (1. Gen.). Code switching abhängig von: Klasse, Geschlecht, Ort, Alter, Tiefe der Beziehung. Code switching hält soziokulturelle Barrieren aufrecht oder mobilisiert sie.
- Chicano/a: Ursprünglich abschätzige Bezeichnung für mexikanisch-stämmige Amerikaner der Arbeiterklasse. Wurde dann aber in 1960er als kollektiver Identitätsstifter verwendet von der Chicano-Bewegung → 2 Bedeutungen: 1. Soll Bruch zw. Jüngeren und älteren Generation mexikanisch-stämmiger Amerikaner darstellen und 2. Mexikanisch-stämmige Amis von anderen Latinos abheben!!! Ursprung des Wortes unklar; eine Erklärung → „Chico“ wurde im 19. Jhd. von WASPs verwendet, wenn sie abschätzig die mexican-american meinten.
- Diaspora: aus dem griechischen und meint das migrations-/kolonialisierungsbedingte Verteilen von Leuten. Bezogen auf Juden → jüdische Identität ist über lange Zeit entstanden aus Leuten, die zum Exil gezwungen wurden, verbunden mit dem Willen zurückzukehren. Seit 1980ern wurde der Begriff verwendet für jedweden Umzug von Gemeinschaften oder für grosse Bevölkerung, die woanders sich niederlässt. Stets vorhanden bleibt mit dem Begriff aber der Sinn für gemeinschaftlichen Bezug zum Heimatland →→ und somit verbunden mit Aspekt des Transnationalismus (Mexikaner, Puerto Ricaner, welche Verbindung nach Hause aufrechterhalten)
- Melting pot: im 20. Jhd. vorwiegend gebraucht, um die Transformation der USA zu beschreiben als Ort, der mehr + mehr Immigranten aufnimmt, einverleibt. Begriff geht zurück auf Volksspiel „The Melting Pot“, das 1908 das erste Mal aufgeführt wurde. In Praxis wurde der Begriff verwendet als Euphemismus für Assimilation, wonach die Annahme gilt, die Immigranten werden ihre kulturellen Wurzeln verlieren, wenn sie zum Ami werden ↔ steht der Hybridisierung entgegen (Link)
- Exil: Geographische Dislokation + gleichzeitig physische Trennung von zuhause →→ das entweder vom Land erzwungen wurde oder als Reaktion auf ein Regime erfolgt (z.B. Kubaner). Sinn davon: Intellektuelle sollen von Regime-change abgehalten werden. Begriffe, die überlappen oder darüber sogar hinausgehen (Diaspora). Politisches Exil führt zur Weiterentwicklung unzähliger Latino-Gemeinschaften (z.B. kubanische in Miami: Link). Achtung: Im Kontext der Kubaner ist Exil-Bezeichnung schwer aufrechtzuerhalten, weil die Kubaner sich zu einer Immigrantengemeinschaft (unter vielen) weiterentwickelt haben.
- Hyphen: Pérez Firmat (1994) behauptete, dass Exilkubaner hybridisierte Identität haben → zw. Kubanischer + amerikanischer Kultur. Die exilierte Cubanidad hat Bezug zu beiden!!! Ist weder nur das eine noch das andere und kann doch nicht ohne beide → deshalb auch Bezeichnung „cuban american“ ↔ bei anderen Einwanderern ist die Bezeichnung „puero rican american“ kein usus. Deshalb ist Begriffsanwendbarkeit eingeschränkt. Es gibt Kritiker, die dieses Konzept ablehnen, weil sie zur Fragmentierung der amerikanischen Kultur beiträgt (italian american, irish american etc.)…
- One-and-a-Halfer, 1.5 Generation: entwickelte Bezeichnung von R. Rumbaut (1991), um die in USA geborenen Kinder indochinesischer Flüchtlingsfamilien zu erfassen. Heute meint es allg. die Tatsache, dass (als Resultat von Delokalisierung) sich die 2. Generation weder voll zur ursprünglichen noch voll zur host-Kultur zugehörig fühlt (Link Hybridisierung). Kubanische 1.5 bewegen sich zwischen kubanischer UND amerikanischer Kultur, was sich u. A. an Bilingualismus festmacht. 1.5 sind zwischen kubanischen Exilierten und ABC-Generation (American-Born Cubans).
- Panamerikanismus: DQS: Südamerika als föderaler Staat. Ideal einer kontinentalen Einheit → besteht seit 1800. Die Architekten dieses Ideals sind bereits in Unabhängigkeitsbewegungen um 1800 aktiv → 1. Simón Bolivar (Befreier vieler lateinamerikanischer Staaten →→ heute knüpft Hugo Chávez daran: Einheit gegen USA) und 2. José Martí (kubanischer Nationalist → Lateinamerikaner sollen aufhören Europäer nachzuahmen und stattdessen eigenen Weg gehen →→ 1891 in Essay festgehalten). Pan-Amerikanisches Konzept besonders im Hoch während Kubanischer Revolution und auch in Chicano-Bewegung!!!
- Guagua aérea: = flying bus → pueroricanische Bezeichnung für das Flugzeug, das San Juan mit den Städten Nordost-Amerikas verbindet (vor allem NY). Flugzeug fungiert als Mittel, das Puero-Ricanische Identität bestätigt, übersetzt, zersetzt… Puerto-Ricanisch-US-amerikanische Grenze ist also up-in-the-air!!! ↔ Mexiko-USA. Der Text „La guagua aérea“ von Rafael Sánchez steht für die Schwierigkeit des Erhalts einer unitären, nationen-basierten Identität (Link Transnationalismus) →→ denn im Flug interagieren ja Puerto-Riqueños mit US-Amerikanern und mit Puerto-Riqueños die nur einmal jemanden besuchen.
- Transnationalität/Translokalismus: Erster Begriff wird verwendet in Politikwissenschaft, Anthropologie, Geographie usw.; Transnationalität = internationale Bewegung von Leuten über Grenzen hinweg, was sich über Zeit an neuen sozialen Netzwerken oder/und an Bilingualismus festmacht. Häufig wird für Transnationalität auch Translokalität verwendet, wenn versch. einzelne, (eben lokale) Gemeinschaften entstehen, die enge Verbindung zu Herkunftsland haben. Symptomatisch für →→ Globalisierung (wird aber auch oft einfach als Synonym verwendet); auch NGO sind Phänomene von Transnationalismus!!! Beginn des Transnationalismus im lateinamerikanischen Kontext: mexikanisch transnationale Identitäten erstmals nach Eroberung New Mexicos im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846-48). Mexikanisch-amerikanische Kultur wurde ab diesem Moment geprägt durch Interaktion zw. beiden Seiten. Weiteres Bsp.: Austausch von kulturellen Gütern u. Gepflogenheiten wie bspw. das Salsa in westl. Ländern, das Abänderungen erfährt!!!!!
- Spanglish: Einige Experten verstehen darunter den Dialekt von Latinos, die englische Wörter ins Spanische transferieren. Andere sehen das „Code switching“ als das, was Spanglish wirklich ist → der Unterschied zwischen Ingleñol und Spanglish hängt also damit zusamamen, welche Basis im „Code switching“ genommen wird →→ im Ersten: vorwiegend englische Grammatik und umgekehrt!!! Entscheidend bzgl. Variationen: sozioökonomische Umstände! ↔ es gibt „Puristen“, die sagen: Das Spanische soll vom Englischen rein gehalten werden → z.B. Yale Professor G. Echevaría.
- English-only-Movement: Wollen Englisch auf Gemeinde, Staats- und Bundeseben als die einzige u. offizielle Sprache festhalten. Bewegung begann in 1980er (Dade County, nicht-kubanischer Block) und wendet sich allg. gegen den Bilingualismus und damals vor allem gegen 1) die lokal erlassenen „bilingual policies“, 2) das Erziehungssystem und 3) die Medien. Ängste vor spanisch-sprachigen Einflüssen ist omnipräsent; bis 2005 haben 24 Staaten das Gesetz „English first“ verabschiedet → wobei der Supreme Court (!!!) zwei Entschlüsse rückgängig gemacht hat. ↔ Gegenbewegung: „English Plus“, die in New Mexico und in Washington breite Unterstützung geniesst

B: Texte

I. Luís Rafael Sánchez – The flying bus

- Flying bus bezieht sich darauf, wie Mobilität die puerto-ricanische Identität verändert. Der konstante Strom an Leuten, die hin und herfliegen löst konventionelles Konzept der Identität völlig auf (Link Peña u.A.). Die Verbindung San Juan – NY wird zum eigentlichen Bestanteil der Kultur Puerto Ricos →→ z.B. im Txt auf S. 638: Der Erzähler fliegt als Puerto-Ricaner im Flugzeug und sagt er komme aus Humacao. Sie komme auch aus Puerto Rico…aber woher genau (fragt er nach). Sie: aus NY!!!
- Spanglish-Ausdrücke kommen vor → semantische Felder von „zu Hause“ oder „Essen“ (Asopao)
- Im Text wird metaphorisch gearbeitet: 1. Klasse und Cockpit inkl. Crew als Oberschicht (od. zumindest die, die das Sagen in den USA haben) als Metapher für Identitätszerfaserung od. der sozialen Mobilität → hin zum Cockpit/Crew. Diese sind hier Gringos, die Passagiere die Puerto-Ricaner.
- „But tonight, their notable splendor and the surprising use of the flying bus as an improvised frontier, as a means of access, are the subject of imaginative commentaries…“
- To be nationalist in Puerto Rico carries with it a certain prestige but to be a nationalist in NY is received with public hostility

IIa. Teil von Sánchez zu Virgen de Guadelupe

- Synkretismus: Vermischung von Religionen zwecks Überleben der jüngeren → Jüngere nimmt Elemente der Älteren an → religiöse Überlebensstrategie. Genau so ergeht es:
- Virgen de Guadelupe: Symbol der mobilen Identität; deshalb wird sie auch Nomadin genannt (omnipräsent)
- Wurde von Spaniern nach Mexiko gebracht im Rahmen der Reconquista
- Dann wiederum instrumentalisiert von mexikanischer Unabhängigkeitsbewegung (1810)
- Kitschkult-Figur, sehr sichtbar in Chicano-Kultur
- Lebt aber auch weiterhin in Spanien → Cáceres
- Symbol der Migration, des Grenzüberschreitens. Schutzheilige der Migranten. Anpassungsfähige Virgen!!!
- Repräsentiert Freiheit

IIb. Gastvortrag – La Virgen de Guadelupe (Silvia Spitta)

- Worum es geht: Wie verändert sich ein Objekt, wenn es Grenzen überschreitet? Sicht: kulturell, nicht religiös
- Wenn Virgen de Guadelupe in ein anderes Land geht, dann wird das Land heilig
- „Black virgin“ → wieso? Bei Eroberung Spanien durch Islam haben Leute die Virgen versteckt → dadurch schwarz geworden; die Ursache bis heute aber unklar
- Dann nach Lateinamerika → Aussehen ist anders (gleicht nun dem Bildnis von Heiliger Maria)! In Mexiko hat sich nochmals verändert → in Mexico City: Heilige Stätte → jedes Jahr pilgern Mexikaner dorthin, um die Jungfrau zu sehen (Aspekt der Sichtbarkeit)
- 1754: Papst Benedikt sagt Jungfrau mach aus Mexiko eine gesegnete Nation → Wandel!
- Katholiken identifizieren sich nicht mit der Virgen, weil: ist Virgen der Dunkelheit
- Mobilität/Schutz!!! von ärmeren Leuten → symbolisiert durch Virgen de Guadelupe → Bsp. von Latinos in US-amerikanischen Gefängnissen.
- Virgen als Symbol auf dem Auto → in den USA ist Autofahren Zeichen der Mobilität
- Virgen de Guadelupe → als passiv, beschützend (mütterliche Rolle) → deshalb war Frauenbewegung/Chicanas dagegen und für sexuelle Befreiung
- Viele Latinos adaptieren Jungfrau als Symbol der „Latinidad“ →→ unabhängig davon, ob Latinos an Virgen glauben: sie wird zum Symbol in den USA. Folge: das Bild wird komplexer
- Unterscheidung: 1. Virgen → Migrant (Mexicanos, freiwillig, zirkulär). 2. Freiheitsstatue eher für → Exil-Leute (Cubanos, gezwungen, eine Richtung)

IIIa. Guillermo Gómez-Peña (1955-) – Danger Zone: Cultural Relations between Chicanos and Mexicans at the End of the Century

- Was ist das Thema/Problem ? Worum geht es? Obwohl die Globalisierung Mexiko und die USA näher zusammenbringt, entfremden sich die beiden Gruppen mexikanischer Staatsangehöriger. Statt diese Unterschiede zu akzeptieren und eine übergeordnete Identität zu etablieren halten sie an den jeweiligen Eckpunkten des Bermudadreiecks fest. Die mexikanische Kultur ist entnationalisiert, fragmentiert also auf zwei gegensätzlichen Grenzkulturen reduziert worden → p.1/2. Spalte unten. Diese Grenzkulturen sind nicht aufeinander abgestimmt/synchronisiert → es existiert ein Verständigungsproblem, sie entfernen sich, obwohl beide Länder aufgrund der Immigration näher zusammenrücken → p.1/2. Spalte oben. Tatsache, dass Mexikaner in unterschiedlichen Räumen leben, führt dazu, dass andere Aspekte der mexikanischen Kultur überwiegen →→ p. 2/2. Spalte oben; 1. Spalte Mitte
- Welche Akteure gibt es? Chicanos, d.h. die mexican-american citizens; Mexikaner in Mexiko, US-Amerikaner
- In welchem Rahmen bewegen sich die Akteure? Globalisierung, ökonomische Unsicherheit, Informationszeitalter, Massenkultur, neue Technologien → Internet; aber auch Fernsehen → p. 1/2. Spalte unten
- Welche Worte benutzt Peña, um das Problem zu beschreiben? Fällt euch hinsichtlich der Intensität der Worte etwas auf? Wieso? Bedeutungsstarke Worte: Bermuda-Dreieck → starker Symbolgehalt → Ort des Verschwindens, Verblassung; Versöhnung; Angst; Unfähigkeit; Vorurteile; verfeindet; diese Wortwahl hebt die Gegensätze hervor; Gegensätze werden betoniert statt akzeptiert, das Problem wird bekämpft, statt es als Ansatz einer Lösung zu verwenden
- Welchen Lösungsvorschlag führt Peña ins Feld? Welche Partei nimmt er dabei explizit in die Pflicht? Was hält ihr davon? Seht ihr das auch so? Wieso? Wieso nicht? Die Träger beider mexikanischer Identitäten müssen sich die Fähigkeit aneignen, ihre Unterschiede zu artikulieren, zu verstehen und zu akzeptieren. Auf diese Weise können beide Identitäten vereint und die soziale Fragmentierung somit überwunden werden → p. 2/1. Spalte Mitte. Denn die umrahmende mexikanische Identität kann nicht mehr alleine erklärt werden, ohne beide Seiten miteinzubeziehen. Konkret: es gibt nicht EINE mexikanische Identität, sondern mehrere, wobei sich beide gegenseitig befruchten → s. Part V oben. Peña spricht im letzten Satz die transnationalen mexikanischen Künstler an und spannt gleich den Bogen zu dem, was er fordert, nämlich eine nicht an die jetzigen Grenzen festgemachte, einseitige mexikanische Identität, sondern eine, die sich aus derjenigen der Chicanos UND der Mexikaner konstituiert!!! → „möge die Leistung beginnen“ → spricht auch im Text von Performancekünstlern → aus seiner Sicht: Literatur hat auch eine Rolle/Pflicht
- Auf welche Seite/Position schlägt sich Peña? Klagt er einen Akteur/Vorgang explizit an? Wenn ja/nein an welcher Stelle wird das im Text deutlich? Oder anders: Wieso? Er kritisiert das Phänomen neuer Technologien oder der Medienwelt und will nicht nur die Mexikaner in Mexiko ansprechen, sondern auch die Chicanos, die sich in den USA rein über ihre mexikanischen Telenovelas und das Fernsehen identifizieren → p. 2/1. Spalte oben. Er hebt auch die Unfähigkeit der Mexikaner hervor, die Chicano-Kultur zu verstehen → p. 2/2. Spalte
- Über den Tellerrand hinaus: Kennt ihr, um im spanischsprachigen Kontext zu bleiben, ähnliche Konstellationen (Länder), auf die dieses Modell übertragen werden kann? Chile – Bolivien: Bolivianische Bergbauleute, die in Kupferminen in Chile arbeiten → als Zeichen der Globalisierung. Zusätzliche Komponente des jahrhundertewährenden Gegensatzes Chile – Bolivien. Oder aber brasilianische Kindermädchen, die im Haushalt paraguayischer Grossgrundbesitzer arbeiten.

IIIb. Juan Villorio – Literature and the Border

- Was ist das Thema/Problem ? Grenzen und mexikanische Identitäten. Einfluss neuer Kultur an der Nordgrenze Mexikos + Konstruktion einer neuen Identität. Anfangs: Quetzalcóatl schaut in Carlos Fuentes‘ Time in Mexico in den Spiegel und ist geschockt ob seinem Bildnis als gefiederte Schlange („plumed serpent“). Er entscheidet, sein Volk zu verlassen. Für Fuentes ist das der Ausgangspunkt, wenn es um die Herausforderung geht → Vielfalt der mexikanischen Identitäten zu akzeptieren. In heutiger mexikanischer Literatur herrscht also das Bild einer gemischten, mexikanischen Identität. Es gibt nicht EINE mexikanische Identität (!!!), sondern mehrere → heterogen. Es gibt kein mexikanisches Ideal das in sich selbst als charakteristisch bezeichnet werden kann. ↔ innermexikanische Vielfalt. Die einflussreichste ausländische Kultur ist die der USA → das Zusammentreffen dieser beiden Kulturen → an der GRENZE. Problem heute: Mexikaner können ihre Vielfalt nicht akzeptieren → Spiegelmetapher von Quetzacóatl im Text.
- Welche Akteure gibt es? Mexikaner generell.
- In welchem Rahmen bewegen sich die Akteure? Globalisierung. Hohe Dynamik → Grenzen können sich über die Zeit sogar verschieben („Christopher Unborn“ von Carlos Fuentes hat Mexamérica zum Inhalt → Land das aus südlichem Amerika und nördlichem Mexiko entstehen soll. →
- Was hält ihr davon? Ist ein Staat Mexamerica realistisch??
- Was verlangt Villorio? Die „Festungsmentalität“ (p. 5) überwinden, und zwar diejenigen, die die Barbaren fürchten → nimmt Bezug auf die Mauer. Solange dieses Denken nicht überwunden ist, wird es schwierig sein, die verschiedenen Kulturen zu vereinen; der Versuch wird sich auf die Gattung der Literatur beschränken. →→ verlangt also das, was Peña will, s. unten
- Villorio betont die amerikanische Vorstellung Mexikos als Land der Freiheit und Gesetzlosigkeit. Mexiko sei eine Zone für Gesetzeslose und sonstige Flüchtlinge. Inwiefern denkt ihr, dass dieses Bild der Gesetzlosigkeit zutrifft? Kann es zur Diskriminierung und zu Vorurteilen führen? Mexiko als Land der Freiheit wird in Filmen gezeigt und beeinflusst die Meinung der Amerikaner. Fiktive Welten haben also einen grossen Einfluss auf die Diskriminierung, da Chicanos für Amerikaner per se kriminell sind.
Geografische Grenzgebiete verflüssigen sich und Werte verschiedener Kulturen prallen aufeinander.
- Welche Werte und Normen lösen Spannungen zwischen den zwei Kulturen aus??? Z.B. religiöse Werte, Freizeitgestaltung, Stellenwert der Familien, etc.

IIIc. Was haben Villorio und Peña gemeinsam

- Grenze als Ort der Re-Definition von Identitäten (wird notwendig)!! → in beiden Texten verlieren Grenzen ihre geographische Bedeutung (Peña: Globalisierung. Villorio: Transit; Normen/ursprüngliche Identitäten verlieren an der Grenze in einer globalisierten Welt ihre ursprüngliche Kraft → das, was Peña mit „verblassen“ (eclipse) umschreibt →→ Bsp. mit Parfüm: ist ein Transitgut, das nach Tijuana kommt und in Mexiko billiger, gleichzeitig aber ursprünglich ist →→ Villorio vergleicht dann einen Umschlageplatz/Hafen mit der Grenze: Ein Hafen hat EIGENE LOGIK !! → ist stationär → Aus Sicht des Hafens sind Güter, die den Hafen durchqueren nicht authentisch; das produzierte Gut aber schon (nicht der Normenkultur des Hafens unterworfen) und somit doch Teil des Hafens. Das amerikanische Parfum als Gut gehört bereits zum Bild Tijuanas. Aber mit der Identität der Menschen verhält es sich noch nicht so→→ weil Übertragung: Mexiko als Hafen, wobei Mexikaner kommen und wieder gehen →→ implizit vorhandener Lösungsvorschlag: Identitäten sollen nicht an einem Hafen festgemacht werden, sondern am Mix der Güter →→ nicht „entweder-oder-Identität“, sondern „sowohl-als-auch“)
- Bei beiden: Mexikaner akzeptieren Vielfalt ihrer Identitäten nicht. → muss sich ändern
- Es gibt nicht EINE mexikanische Kultur → Villorio: S. 3 oben: in heutiger mexikanischer Literatur existiert ein Konzept mexikanischer Kultur, das → pulverised, hybrid, multiple, dispersed ist. Bei beiden: Je nach örtlichen Umständen sind bestimmte Elemente der Identität anders/ausgeprägter (…this depends on the circumstances Villorio, p. 3)
↔ Villorio hebt vor allem auch die innermexikanische Vielfalt hervor (i.v.m. mit der spanischen Eroberung Mexikos im 16. Jhd. → mexikanische Gruppen bekämpfen sich gegenseitig)
- Beeinflussendes Element der Technologie auf die Konstitution mexikanischer Identitäten → p. 3 unten: Elektronik, Werbung und Computer führen zu Pepsicóatl
- Literatur kann bestimmen, inwiefern die neuen mexikanischen Identitäten mobil sind hinsichtlich der Grenze (zeichnen den Lösungsvorschlag vor) → Bsp. Geschichte von „Marcela y el rey“: Mit dem Geist von Elvis Presley, der in Tijuana landet, von niemandem erkannt wird → ausser von Marcela, die Rock n Roll singt → Elvis kehrt zurück in die USA und wird dort verhaftet →→ Mythos wird zum Fremden; Extreme Freiheit des Erzählens ergibt sich in der Geschichte Daniel Sadas, in der er eine Wüste in eine moderne Realität transformiert, in der Spanglish gesprochen wird und ein Baseballspieler in Cowboystiefeln nach dem Spiel zu seinem mexikanischen Compadre geht.

IV. Margarethe Herzog – Theoretische Überlegungen

- Worum es geht: Identitätskonzepte und Identitätsprozesse. → Die Frage nach nationaler Identität muss im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen in der literarischen Bearbeitung wie auch in der politischen Praxis in andere Dimensionen führen (nicht ethnisch, sondern transnational).
- Vor allem für Migranten ist das Thema der Identität wichtig, weil verkehren zwischen verschiedenen Welten → Veränderung/Aufsplitterung von bisheriger Identität → machen ja auch Grenzerfahrungen
- →→ postkoloniale Perspektive wird hier wichtig, weg vom Machtverhältnis!!!!!!!

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Hispanische Kulturen in den USA
Hochschule
Universität St. Gallen  (Centro Latinoamericano-Suizo de la Universidad de San Gallen (CLS-HSG))
Jahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V382785
ISBN (eBook)
9783668586185
ISBN (Buch)
9783668586192
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleichende Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaften, Literaturwissenschaften, Spanien, Lateinamerika, Hispanisch, Hispanics, Transkulturalität, Intermedialität, Latinos in den USA
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Hispanische Kulturen in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382785

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