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Barack Obamas "historische" Rede. Berichterstattung über "A More Perfect Union" in deutschen Tageszeitungen

Eine diskursanalytische Untersuchung

Título: Barack Obamas "historische" Rede. Berichterstattung über "A More Perfect Union" in deutschen Tageszeitungen

Tesis (Bachelor) , 2016 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anna Koschinski (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Reden, die aus der heutigen Perspektive als historisch bedeutsam eingestuft werden, gibt es viele und sie stammen aus den verschiedensten Zeiten und Kontexten. Reihenweise Bücher beschäftigen sich - wissenschaftlich wie populärwissenschaftlich - mit dem Thema oder versammeln geschichtsträchtige Reden schlicht, ohne sie in einen historischen Kontext einzubetten. Dann haben diese Reden nur noch einen gemeinsamen Nenner: Aus der gegenwärtigen Perspektive werden sie als historisch bedeutsam wahrgenommen bzw. sind sie als solche im kollektiven Gedächtnis abgespeichert. Oftmals werden solche Reden auf ihre besondere Rhetorik hin untersucht, in einigen Fällen werden sie aber auch ‚nur‘ durch die besonderen geschichtlichen Umstände zu großen Reden oder dadurch, dass sie aus den Mündern großer Männer kamen.

Thema dieser Arbeit ist die Berichterstattung über die Rede ‚A More Perfect Union‘, die der Senator Barack Obama am 18. März 2008 im National Constitution Center in Philadelphia, Pennsylvania, hielt. Diese Rede ist gerade deshalb so interessant, weil sich viele unterschiedliche Medien einig in der Bewertung waren, sie also als 'historisch' bezeichneten.

Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf den Erklärungsmustern, die Journalisten verwendeten, um die Bedeutsamkeit von ‚A More Perfect Union‘ im öffentlichen Diskurs Deutschlands zu beschreiben. Was genau macht diese Rede historisch und außergewöhnlich bedeutsam? Anhand von Artikeln überregionaler Tageszeitungen wird untersucht, wie in Deutschland über das Ereignis berichtet wurde, welche Formulierungen genutzt und welche Quellen herangezogen wurden.

Dafür werden zunächst in Kapitel 2 der theoretische Hintergrund sowie die gewählte Methode skizziert. Die Umstände, in denen die Rede gehalten wurde, werden als eine der zentralen Erklärungen für die außerordentliche Bedeutsamkeit herangezogen. Daher folgt in Kapitel 3 eine Beschreibung des historisch-politischen Rahmens, wie es für diskursanalytische Untersuchungen typisch und unerlässlich ist. Kapitel 4 liefert einen kurzen Überblick über das verwendete Material, bevor die Analyse der Artikel und die Bündelung in die verschiedenen Erklärungsmuster folgen. In Kapitel 5 schließlich werden die Ergebnisse diskutiert und in den übergeordneten Diskurs einsortiert, sowie Ideen zu einer Vertiefung dieses Diskurs-Themenstrangs gegeben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodischer Rahmen

3. Historisch-politischer Rahmen

3.1 Der Vorwahlkampf der demokratischen Präsidentschaftskandidaten

3.2 Die Jeremiah Wright Kontroverse

3.3 Umstände und Inhalt der Rede

4. Das Medienecho: Konstruktion eines Konzepts „historische Rede“

4.1 Material

4.2 Erklärungsmuster

4.2.1 Die Situation ist brenzlig: Bedrohung durch die Wright-Kontroverse

4.2.2 Die Brisanz des Themas: Eine Grundsatzrede über die Probleme der USA

4.2.3 Entgegen den Erwartungen: Eine ungewöhnliche Rede

4.2.5 Das Historische im Kontext: Vergleiche mit Lincoln und Kennedy

4.2.6 Quellen und Verweise: Expertenstimmen und Rekursion auf den Diskurs

5. Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht diskursanalytisch, wie deutsche überregionale Tageszeitungen Barack Obamas Rede "A More Perfect Union" in ihren unmittelbaren Reaktionen als historisch bedeutsam konstruierten und welche Erklärungsmuster sie dabei verwendeten.

  • Diskurslinguistische Analyse der Medienberichterstattung
  • Konstruktion des Konzepts "historische Rede" durch Journalisten
  • Bedeutung von Kontextfaktoren wie der Jeremiah-Wright-Kontroverse
  • Rolle von Narrativen, Rhetorik und Expertenverweisen in der Bewertung
  • Vergleich der Berichterstattung verschiedener politischer Medienausrichtungen

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die Situation ist brenzlig: Bedrohung durch die Wright-Kontroverse

Viele Kommentatoren erklärten die Größe und Besonderheit der Rede dadurch, dass Obama sie nicht ‚freiwillig‘ gehalten habe, sondern durch die Umstände dazu ‚gezwungen‘ worden sei. Innerhalb des Korpus ist ein ganzes Themenfeld sichtbar geworden, das benutzt wird, um die vermeintliche Bedrohung und die kritische Situation Obamas darzustellen. Dies wird zum einen in den direkten Benennungen der Rede deutlich („heikelste [Rede] seines Wahlkampfs“ (DIE WELT 2008b), „Notwehrrede“ (Schmitt 2008)), zum anderen aber nur aus dem Kontext heraus. Auffällig ist bei diesem Muster die Wahl der Verben. Zu nennen sind einerseits schwächere Formulierungen wie reagieren, die nur andeuten, Obama habe die Rede nicht von sich aus gehalten. Vermehrt wurden jedoch Verben genutzt, die einen starken Druck von außen suggerieren: sah sich gezwungen, in die Defensive getrieben, nicht aus freien Stücken, er sprach in Notwehr, musste handeln.

Noch eindringlicher wird dieser Aspekt in den genutzten Bildern: „Amerikas Rassenproblem bricht wieder auf – Barack Obama kann ihm nicht entkommen“ (Wernicke 2008), „Nach dem Skandal um seinen Pfarrer steht Barack Obama mit dem Rücken zur Wand“ (Schmitt 2008). Schmitt führte das Themenfeld ‚Kampf‘ oder ‚Krieg‘ sogar noch weiter aus und fügte ein weiteres Feld hinzu; das der Religion: „Er sprach in Notwehr. Getroffen von dem Vorwurf, seinem schwarzen Hass und Vergeltung predigenden Pastor über Jahre stillschweigend Recht gegeben zu haben. Angeschlagen von dem Verdacht, für seine Kandidatur doppelzüngig die Aussöhnung zwischen den Rassen zu beschwören und in seiner Chicagoer Kirche das Ressentiment buchstäblich anzubeten“ (ebd.). Der Kontext ‚Kampf‘ ist in den Beispielen das vorherrschende Thema. Die Situation sei laut Schmitt eine Zwangslage für Barack Obama gewesen, die er nur meistern konnte, indem er sich damit auseinandersetzte. Durch den Einsatz der religiösen Begriffe entsteht noch eine andere Ebene: Die erwähnten Anschuldigungen, denen sich Obama habe stellen müssen, wirken dadurch stark übertrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Beschreibung des medialen Echos auf Barack Obamas Rede und Formulierung der Fragestellung zur diskursanalytischen Untersuchung.

2. Methodischer Rahmen: Erläuterung des linguistischen Ansatzes der Diskursanalyse zur Untersuchung der Medieninhalte und Begründung der methodischen Vorgehensweise.

3. Historisch-politischer Rahmen: Darstellung der Hintergründe des US-Vorwahlkampfes 2008, der Jeremiah-Wright-Kontroverse sowie der Umstände und Inhalte der Rede.

4. Das Medienecho: Konstruktion eines Konzepts „historische Rede“: Hauptteil der Analyse, der die verschiedenen Erklärungsmuster wie Zwangslagen, inhaltliche Brisanz, Ausnahmestellung des Politikers und historische Vergleiche untersucht.

5. Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick: Fazit der Untersuchung über die Komplexität der Konstruktion historischer Konzepte durch Medien sowie Anregungen für weiterführende Forschung.

Schlüsselwörter

Diskursanalyse, Medienberichterstattung, Barack Obama, A More Perfect Union, historische Rede, Erklärungsmuster, US-Wahlkampf 2008, Jeremiah Wright, Rassenfrage, politische Rhetorik, deutsche Tageszeitungen, Diskurslinguistik, Konstruktivismus, Medienethik, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie deutsche überregionale Tageszeitungen die Rede Barack Obamas "A More Perfect Union" vom März 2008 in ihrer Berichterstattung als historisch bedeutsam dargestellt und bewertet haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die mediale Berichterstattung, der historische Kontext des US-Wahlkampfs 2008, die Rolle des Pastors Jeremiah Wright und die diskursive Konstruktion von "historischer Bedeutung".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: Welche sprachlichen Mittel werden verwendet, um die Rede als Ereignis zu beschreiben, in einen Zusammenhang zu setzen, zu kategorisieren und ihre außergewöhnliche Bedeutung zu begründen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet die Methode der Diskursanalyse, angelehnt an Ansätze von Siegfried Jäger, Ruth Wodak sowie Hornscheidt/Göttel, um Inhalte, Argumentationsstrategien und Versprachlichungsformen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das konkrete Medienecho und identifiziert zentrale Erklärungsmuster, wie etwa die Darstellung einer Zwangslage (Notwehrrede), die besondere Brisanz der Rassenfrage sowie den Vergleich mit historischen Größen wie Lincoln und Kennedy.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Diskursanalyse, Medienberichterstattung, Barack Obama, A More Perfect Union, historische Rede, Erklärungsmuster und Rassenfrage.

Welche Rolle spielte die Jeremiah-Wright-Kontroverse für die Bewertung der Rede in den Medien?

Die Kontroverse diente in den analysierten Medien oft als Ausgangspunkt, um die Rede als notwendigen "Befreiungsschlag" oder "Notwehrrede" zu stilisieren, was maßgeblich zur Zuschreibung ihrer historischen Bedeutsamkeit beitrug.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen den analysierten Zeitungen?

Die Analyse zeigt, dass ungeachtet der politischen Ausrichtung (konservativ bis links) ein nahezu durchweg positiver Grundtenor vorherrschte und die Rede übereinstimmend als "groß" oder "historisch" bewertet wurde.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Barack Obamas "historische" Rede. Berichterstattung über "A More Perfect Union" in deutschen Tageszeitungen
Subtítulo
Eine diskursanalytische Untersuchung
Universidad
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Calificación
1,3
Autor
Anna Koschinski (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
22
No. de catálogo
V382795
ISBN (Ebook)
9783668581555
ISBN (Libro)
9783668581562
Idioma
Alemán
Etiqueta
Diskursanalyse Textanalyse Mediendiskurs politische Rede Narrativ Analyse von Zeitungsartikeln A more perfect union Barack Obama Konstruktion von Bedeutung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Koschinski (Autor), 2016, Barack Obamas "historische" Rede. Berichterstattung über "A More Perfect Union" in deutschen Tageszeitungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382795
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