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Beschränkte Geschäftsfähigkeit Minderjähriger. Gratis Computerspiele mit entgeltlichen Zusatzleistungen

Titel: Beschränkte Geschäftsfähigkeit Minderjähriger. Gratis Computerspiele mit entgeltlichen Zusatzleistungen

Seminararbeit , 2016 , 16 Seiten , Note: 14 Punkte

Autor:in: Furkan Yilmaz (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / BGB AT / Schuldrecht / Sachenrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem aktuellen zivilrechtlichen Problem, das entsteht, wenn Minderjährige im Rahmen eines kostenlos zu erwerbenden Spieles entgeltliche Zusatzleistungen (Coins usw.) erwerben. Im Rahmen der Arbeit werden mögliche Rückerstattungsansprüche der Eltern und Schutzmöglichkeiten der Spieleentwickler erörtert.

Jedoch können sich die Spieleanbieter bei Vertragsschluss hinsichtlich der Geschäftsfähigkeit ihrer Vertragspartner nicht absolut sicher sein und vertrauen lediglich auf deren Angaben in ihren Benutzerkonten. Hierdurch können vertragsrechtliche Probleme entstehen, wenn geschäftsunfähige oder beschränkt geschäftsfähige Nutzer Käufe abschließen. Insbesondere gestaltet sich die Einordnung der Käufe, die ohne die Einwilligung der gesetzlichen Vertreter erfolgen problematisch.

Im Folgenden wird erörtert, wie diese vertragsrechtlichen Probleme im Hinblick auf den Minderjährigenschutz zu würdigen sind und welche Rückforderungsansprüche den Minderjährigen zustehen. Außerdem werden verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der Spieleentwickler dargelegt, die es ermöglichen können derartigen Rückforderungsansprüchen bestmöglich auszuweichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Wirksamkeit des Rechtsgeschäftes

1. Lediglich rechtlich vorteilhaftes Geschäft

2. Einwilligung des gesetzlichen Vertreters

a) Konkludente Einwilligung

3. Bewirkung mit eigenen Mitteln (§ 110 BGB)

4. Rückforderungsansprüche der Erziehungsberechtigten

a) Bereicherungsanspruch

b) Widerrufsrecht

c) Zwischenergebnis

II. Gestaltungsmöglichkeiten der Spieleanbieter

1. Allgemeine Geschäftsbedingungen

a) Bestätigung der Volljährigkeit

b) Bestätigung des Vorliegens einer Einwilligung

2. Bestätigung zur Kenntnisnahme der Widerrufsbelehrung

3. Vertragsabwicklung via Kreditkarte

a) Anscheinsvollmacht

b) Haftung wegen Identitätstäuschung

4. Zwischenergebnis

C. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zivilrechtliche Wirksamkeit von Verträgen über kostenpflichtige Zusatzleistungen in sogenannten "free-to-play"-Computerspielen, wenn diese von minderjährigen Nutzern ohne elterliche Einwilligung abgeschlossen werden, und analysiert Möglichkeiten für Spieleanbieter, sich vor daraus resultierenden Rückforderungsansprüchen zu schützen.

  • Wirksamkeit von Rechtsgeschäften Minderjähriger im Kontext digitaler Güter
  • Anwendbarkeit des § 110 BGB (Taschengeldparagraph) auf In-App-Käufe
  • Rückabwicklungsansprüche der Erziehungsberechtigten via Bereicherungsrecht und Widerruf
  • Rechtliche Bewertung von AGB-Klauseln zur Absicherung von Spieleanbietern
  • Beweislastfragen bei der Nutzung fremder Zahlungsmittel (z.B. Kreditkarten)

Auszug aus dem Buch

I. Wirksamkeit des Rechtsgeschäftes

Sofern der Minderjährige jünger als sieben Jahre ist, ist das Rechtsgeschäft gemäß § 104 Nr. 1 i.V.m. 105 I BGB unwirksam. Ein Rückerstattungsanspruch der Erziehungsberechtigten würde aufgrund der verletzten Aufsichtspflicht nicht bestehen.

Ein Rechtsgeschäft, das mit einem beschränkt geschäftsfähigen Minderjährigen geschlossen wird ist gemäß § 108 I BGB grundsätzlich schwebend unwirksam und ist lediglich nach der Erteilung einer Genehmigung der gesetzlichen Vertreter als von Anfang an wirksam anzusehen. Allerdings ist das Geschäft gemäß § 107 BGB auch wirksam, wenn es für den Minderjährigen lediglich rechtlich vorteilhaft ist (Umkehrschluss aus § 107 BGB) oder eine vorhergehende Einwilligung der gesetzlichen Vertreter vorliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Wirksamkeit des Rechtsgeschäftes: Das Kapitel prüft die Wirksamkeit von Verträgen mit Minderjährigen unter Berücksichtigung von § 107, § 108 und § 110 BGB sowie die daraus resultierenden Rückforderungsansprüche.

II. Gestaltungsmöglichkeiten der Spieleanbieter: Hier werden vertragliche Mechanismen wie AGB-Klauseln, Widerrufsbelehrungen und die Beschränkung auf Kreditkartenzahlungen auf ihre rechtliche Zulässigkeit und Wirksamkeit im Hinblick auf den Minderjährigenschutz untersucht.

C. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass eine wirksame Absicherung der Anbieter schwierig bleibt, da gesetzliche Klauselverbote und Beweislastregeln Minderjährige effektiv vor den finanziellen Folgen unautorisierter Käufe schützen.

Schlüsselwörter

Minderjährigenschutz, free-to-play, Computerspiele, In-App-Käufe, beschränkte Geschäftsfähigkeit, § 110 BGB, Rechtsgeschäft, Rückabwicklungsanspruch, Bereicherungsanspruch, Widerrufsrecht, AGB, Anscheinsvollmacht, Kreditkartenzahlung, elterliche Einwilligung, Vertragsabwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den zivilrechtlichen Herausforderungen, die entstehen, wenn Minderjährige in "free-to-play"-Spielen entgeltliche Käufe tätigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Minderjährigenschutz, die Wirksamkeit von Verträgen bei beschränkter Geschäftsfähigkeit und die Absicherungsmöglichkeiten für Spieleanbieter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, unter welchen Bedingungen Rückforderungsansprüche der Erziehungsberechtigten bestehen und wie Spieleanbieter diese Risiken rechtssicher minimieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die einschlägige BGB-Normen, Kommentierungen und aktuelle Rechtsprechung auswertet.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die Wirksamkeit der Verträge selbst und untersucht anschließend die Wirksamkeit und Zulässigkeit verschiedener Gestaltungsoptionen in AGB und Zahlungsabwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Minderjährigenschutz, In-App-Käufe, elterliche Einwilligung, Bereicherungsanspruch und Anscheinsvollmacht.

Warum ist die "freie Mittelüberlassung" nach § 110 BGB bei Online-Käufen problematisch?

Die Anwendung ist umstritten, da bei virtuellen Käufen oft keine klare Zweckbestimmung vorliegt und der Anbieter meist nicht beweisen kann, dass die Mittel tatsächlich zur freien Verfügung standen.

Warum können sich Spieleanbieter meist nicht auf AGB-Klauseln zur Absicherung berufen?

Viele Klauseln, die den Minderjährigen zur Bestätigung seiner Volljährigkeit oder Einwilligung verpflichten, verstoßen gegen § 309 Nr. 12 lit. b BGB und sind somit unwirksam.

Inwiefern hilft die Zahlung per Kreditkarte den Anbietern?

Die Kreditkartenzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein wirksamer Vertrag zustande kommt, da sie eine höhere Sicherheit über die Geschäftsfähigkeit des Vertragspartners vermittelt.

Warum ist die Anscheinsvollmacht für Anbieter in der Praxis schwer zu nutzen?

Der Anbieter trägt die Beweislast dafür, dass der Minderjährige wiederholt als Vertreter aufgetreten ist, was aufgrund der Anonymität des Internets kaum zu führen ist.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beschränkte Geschäftsfähigkeit Minderjähriger. Gratis Computerspiele mit entgeltlichen Zusatzleistungen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
14 Punkte
Autor
Furkan Yilmaz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V382969
ISBN (eBook)
9783668607781
ISBN (Buch)
9783668607798
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beschränkte geschäftsfähigkeit minderjähriger gratis computerspiele zusatzleistungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Furkan Yilmaz (Autor:in), 2016, Beschränkte Geschäftsfähigkeit Minderjähriger. Gratis Computerspiele mit entgeltlichen Zusatzleistungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382969
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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