Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen, der Einführung eines bedinungslosen Grundeinkommens in Dortmund. Es werden vor allem die Folgen für Empfänger von Sozialgeld oder Arbeitslosengeld beleuchtet.
Ende Juni diesen Jahres vermeldeten verschiedene Medien, sowie der Vize-Ministerpräsident Robert Habeck Schleswig-Holsteins, dass die Landesregierung die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Höhe von 1000€ für Erwachsene und 500€ für Kinder plane. Ein bedingungsloses Grundeinkommen dient in erster der Linie dazu, soziale Ungleichheiten durch Umverteilung zu minimieren
Aktuell stellen arbeitslose Menschen die Bevölkerungsgruppe dar, die am stärksten von Armut bedroht ist Da im Land Nordrhein-Westfalen die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet am höchsten ist, wird sich diese Arbeit damit beschäftigen, inwieweit sich die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in der in Schleswig-Holstein zu Debatte stehenden Höhe, auf die Armutslage der derzeitigen Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger/innen in der größten Stadt des Ruhrgebiets, nämlich Dortmund, auswirken könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktuelle Armutslage der Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund
2.1 Relative Einkommensarmut der Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund
2.2 Ausgewählte Lebenslagen der Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund
3. Die vorrausichtliche Armutslage aktueller Dortmunder Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens
3.1 Zum Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens
3.2 Relative Einkommensarmut der aktuellen Dortmunder Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens
3.3 Ausgewählte Lebenslagen der aktuellen Dortmunder Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens
4. Mögliche Effekte eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Armutslage der aktuellen Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund
4.1 Mögliche Effekte auf die relative Einkommensarmut
4.2 Mögliche Effekte auf ausgewählte Lebenslagen
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Anhang
Anhang 1 – Relative Einkommensarmut derzeitiger Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund & erforderliches Bruttogehalt zur Überwindung relativer Einkommensarmut
Anhang 2 - Relative Einkommensarmut derzeitiger Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens
Anhang 3- Vergleich der aktuellen Nettoeinkommen und der Nettoeinkommen bei Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Armutslage von Leistungsempfängern des Arbeitslosengeldes II und Sozialgeldes in Dortmund, um zu untersuchen, ob dieses Modell die Armut dieser Personengruppe effektiv verringern kann.
- Analyse der aktuellen Einkommensarmut und Lebenslagen in Dortmund
- Definition und theoretische Einordnung des bedingungslosen Grundeinkommens
- Simulation und Bewertung der voraussichtlichen Armutssituation nach Einführung des Grundeinkommens
- Untersuchung der Effekte auf Einkommen, Vermögensbildung und Wohnraumsituation
- Vergleich der Haushaltskonstellationen vor und nach der Grundeinkommens-Einführung
Auszug aus dem Buch
3.1 Zum Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens
Der Gedanke hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen ist, dass heutzutage immer mehr Arbeit durch Maschinen übernommen wird, so Arbeitsplätze schwinden und gleichzeitig die Produktion steigt. Immer weniger Menschen profitieren also von immer höherer Wertschöpfung. Das bedingungslose Grundeinkommen soll dafür sorgen, dass die steigende Wertschöpfung gerechter verteilt würde (VOGT 2016: 168).
Es wird von der politischen Gemeinschaft an alle ihre Mitglieder gezahlt (VANDERBORGHT / VAN PARIJS 2005: 14). Wie der Name vermuten lässt, ist die Zahlung dabei an keine Bedingungen geknüpft. Das bedeutet zum einen, dass jede Person unabhängig ihres Einkommens oder Vermögens Anspruch auf das bedingungslose Grundeinkommen hat. Zum anderen ist der Erhalt des bedingungslosen Grundeinkommens an keine Gegenleistungen geknüpft. Das bedeutet, dass jeder Bürger frei entscheiden kann, ob er einer Arbeit nachgeht oder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht (BLASCHKE 2012: 11; KUNZ 2016: 83; VANDER-BORGHT / VAN PARIJS (2005): 14; VOGT 2016: 166-167). Ein weiteres Kriterium des bedingungslosen Grundeinkommens ist die individuelle Zahlung (BLASCHKE 2012: 13; EICHHORN / FRIEDRICH / PRESSE / WERNER 2012: 10). Dies bedeutet, dass sich die Höhe der Zahlung nicht an Kriterien wie beispielsweise der Haushaltsgröße misst, sondern jeder Person ein fester Betrag gezahlt wird (KUNZ 2016: 42). Dabei kann jedoch in Erwägung gezogen werden, Erwachsenen mehr zu zahlen als Kindern (VOGT 2016: 167). Neben der Existenzsicherung soll das bedingungslose Grundeinkommen die gesellschaftliche Teilhabe garantieren (BLASCHKE 2012: 13).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Armut von Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfängern ein und skizziert das Ziel, die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf deren Lebenssituation zu bewerten.
2. Aktuelle Armutslage der Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund: Dieses Kapitel untersucht die bestehende Armutssituation in Dortmund anhand der relativen Einkommensarmut und verschiedener Lebenslagenansätze.
3. Die vorrausichtliche Armutslage aktueller Dortmunder Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens: Hier wird zunächst der Begriff des Grundeinkommens definiert und anschließend eine Prognose zur Armutslage nach einer möglichen Einführung erstellt.
4. Mögliche Effekte eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Armutslage der aktuellen Arbeitslosengeld II- und Sozialgeldempfänger in Dortmund: Das Kapitel analysiert die potenziellen Veränderungen der Armutslage sowie spezifische Effekte auf Einkommen, Vermögen und Wohnraumsituation.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, Armut, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Dortmund, Relative Einkommensarmut, Lebenslagenansatz, Transferleistungen, Existenzsicherung, Haushaltskonstellationen, Umverteilung, Soziale Teilhabe, Armutsgefährdung, Arbeitsmarkt, Existenzgelder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Armutssituation von Empfängern von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld in Dortmund auswirken würde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der derzeitigen relativen Einkommensarmut, der Betrachtung ausgewählter Lebenslagen (Einkommen, Vermögen, Wohnraum) und der Prognose nach Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und inwieweit ein bedingungsloses Grundeinkommen die Armut der genannten Zielgruppe in Dortmund verringern oder überwinden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Analyse sowie eine auf Berechnungen basierende Untersuchung von 467 verschiedenen Haushaltskonstellationen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die derzeitige Armutssituation als auch die durch das bedingungslose Grundeinkommen induzierten Veränderungen für die verschiedenen Haushaltstypen detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind bedingungsloses Grundeinkommen, relative Einkommensarmut, Armut, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Dortmund, Lebenslagen und Existenzsicherung.
Wie verändert das Grundeinkommen die Anrechnung von Nebeneinkommen?
Im Gegensatz zum aktuellen System, in dem Hinzuverdienste zu einem großen Teil auf den Regelsatz angerechnet werden, würde ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht durch eigenes Einkommen gekürzt, was Anreize zur Erwerbstätigkeit erhöht.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Wohnraumsituation?
Die Untersuchung zeigt, dass nach Einführung eines Grundeinkommens nahezu alle Haushalte finanziell in der Lage wären, Wohnraum in einer durchschnittlichen äquivalenzgewichteten Größe zu beziehen, sofern die Mietpreise konstant blieben.
- Citation du texte
- Christina Hemling (Auteur), 2017, Bedingungsloses Grundeinkommen. Auswirkungen auf die Armutslage der Bevölkerung in Dortmund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383018