Damit Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen können, verlangt es eine Beherrschung der eigenen Kostensituation. Bedingt durch die Globalisierung sind Unternehmen verpflichtet sich einen harten Kostenwettbewerb zu stellen. Am effektivsten sind Methoden die während der Produktentwicklung getroffen werden.
In dieser Phase sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Kosten am Größten. Zur methodischen Unterstützung des Prozesses wurde ein Instrument entwickelt, welches unter der Bezeichnung Target Costing bekannt ist. Angefangen in Japan hat dort der Binnenkonkurrenzdruck dafür gesorgt, dass höhere Qualitäts- und Kostenstandards entstanden sind. In den achtziger Jahren verschärfte sich der Wettbewerb in den USA und Europa. Japanische Produkte wurden auf den bereits gesättigten westlichen Märkten eingeführt. Dies führte zu einem Verdrängungswettbewerb, der heutzutage für die Konsumgütermärkte der westlichen Industrieländer beispielhaft ist. Eine Neuorientierung des Kostenmanagements ist unabdingbar. Die Kunden verlangen eine gewünschte Qualität zum akzeptablen Preis.
Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird sich den Problemen der traditionellen Vorgehensweisen des Kostenmanagements gewidmet. Folgend wird das Target Costing erläutert und die Vor- und Nachteile aufgezeigt. Ist das Target Costing eine sinnvolle Möglichkeit, das Unternehmen im Kostenmanagement zu unterstützen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Probleme der traditionellen Kostenplanung
2.1 Mängel beim Strategiebezug
2.2 Fehlende Marktorientierung
2.3 Zeitlicher Verzug durch fehlende Schnittstellenkoordination
2.4 Mangelhafte Dynamik
3. Der Target Costing Prozess
3.1 Zielkostenplanung
3.2 Zielkostenspaltung
3.3 Zielkostenerreichung
4. Ziele des Target Costing
5. Anwendungsgebiete des Target Costing
6. Methoden zur Zielkostenerrechnung
7. Implementierung des Target Costing
8. Beispiel für das Target Costing
9. Vorteile und Nachteile des Target Costing
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des Target Costing als Instrument eines marktorientierten Kostenmanagements, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch frühzeitige Kostenbeeinflussung in der Produktentwicklung zu sichern.
- Defizite traditioneller Kostenplanungsansätze
- Prozessschritte des Target Costing (Planung, Spaltung, Erreichung)
- Methoden zur Ermittlung von Zielkosten
- Praxisnahe Implementierung und Anwendungsbeispiele
- Strategische Vor- und Nachteile des Konzepts
Auszug aus dem Buch
3.3 Zielkostenerreichung
Im letzten Schritt ist es Aufgabe der Entwicklung, ein Produktionskonzept zu entwerfen, das unter Einhaltung der Zielkosten die komplexen Kundenanforderungen befriedigt. Zunächst wird geprüft ob Kostensenkungspotenziale in der Entwicklungsphase bestehen. Sind diese ausgeschöpft, wird die Produktionsplanungs- und Produktionsphase durchleuchtet. Die Verbesserungsbemühungen werden durch spezielle Kostenmanagement- und Kostensenkungsteams unterstützt. Übergreifende Konzepte wie beispielsweise Just in Time und Total Quality Management werden in die isolierten Verbesserungsbemühungen integriert. Des Weiteren ist es sinnvoll auch das klassische Konzept der Erfahrungskurve in der Produktionsphase zu berücksichtigen.
Beim Prinzip der Erfahrungskurve werden die fallenden realen Stückkosten im Zusammenhang mit der gesamten Produktionsmenge eines vorher festgelegten Zeitraums betrachtet. Jede Verdopplung der kumulierten Produktionsmenge verursacht einen Rückgang der Stückkosten um einen bestimmten Prozentsatz. In der Regel liegt dieser bei 20-30%. Dies hat zur Folge, dass die funktionale Abhängigkeit der Stückkosten von der schon erzielten Produktionserfahrung wiedergegeben wird. Ziel der Erfahrungskurve ist es, den Degressionseffekt bei der Planung von Produktionsprozessen so zu nutzen, dass eine Stückkostenentwicklung geplant werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den harten internationalen Kostenwettbewerb und die Notwendigkeit, bereits in der Produktentwicklung marktorientierte Kostenstrukturen zu schaffen.
2. Probleme der traditionellen Kostenplanung: Dieses Kapitel analysiert Schwächen wie fehlenden Strategiebezug, mangelnde Marktorientierung und bürokratische Verzögerungen bei klassischen Kostenrechnungssystemen.
3. Der Target Costing Prozess: Hier werden die Phasen der Zielkostenplanung, der Zielkostenspaltung auf Komponenten sowie die operative Zielkostenerreichung detailliert erläutert.
4. Ziele des Target Costing: Der Fokus liegt auf der unternehmensweiten Gewinnsicherung durch Kostensenkung sowie der aktiven Einbindung und Motivation der Mitarbeiter.
5. Anwendungsgebiete des Target Costing: Es wird dargestellt, warum sich dieses Instrument besonders in der Massenproduktion eignet und wie es bei bestehenden Produktpaletten zur Prozessoptimierung beitragen kann.
6. Methoden zur Zielkostenerrechnung: Das Kapitel vergleicht Ansätze wie „Market into Company“, „Out of Competitor“ und „Out of Company“ zur fundierten Bestimmung von Zielvorgaben.
7. Implementierung des Target Costing: Es wird ein systematischer Prozess zur Einführung vorgeschlagen, der von der Konzipierung über Pilotprojekte bis zur Standardisierung reicht.
8. Beispiel für das Target Costing: Ein theoretisches Praxisbeispiel veranschaulicht die Berechnung der Zielkosten für ein Notebook-Bauteil basierend auf Kundennutzen und Marktpreisen.
9. Vorteile und Nachteile des Target Costing: Dieser Abschnitt wägt die verbesserte Marktorientierung und Kostenkontrolle gegen die Herausforderungen der prozessualen Implementierung und Fehlinterpretationsrisiken ab.
10. Fazit: Das Fazit unterstreicht, dass Target Costing ein unverzichtbarer Faktor für das Überleben im Wettbewerb ist, sofern eine konsequente bereichsübergreifende Anwendung erfolgt.
Schlüsselwörter
Target Costing, Kostenmanagement, Marktorientierung, Zielkosten, Wettbewerbsvorteil, Produktentwicklung, Kostenrechnung, Prozessoptimierung, Kundennutzen, Zielpreis, Kostenkontrolle, Lean Management, Wettbewerbsfähigkeit, Marktanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept des Target Costing als managementorientiertes Instrument, um Produktkosten bereits während der Entwicklungsphase gezielt am Marktbedarf auszurichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung zur klassischen Kostenrechnung, der methodische Prozess des Target Costing, Anwendungsbereiche in der Industrie sowie die Implementierung und kritische Würdigung des Verfahrens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung der Funktionsweise des Target Costing und die Klärung der Frage, ob das Instrument eine sinnvolle Unterstützung für das Kostenmanagement in Unternehmen darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie die beispielhafte Anwendung der Rechenmethodik an einem Praxismodell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse traditioneller Ansätze, die detaillierte Prozessbeschreibung des Target Costing, verschiedene Kalkulationsmethoden sowie eine Diskussion der Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Target Costing, Zielkostenerreichung, Marktorientierung, Kostensenkungspotenziale und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie unterscheidet sich "Market into Company" von anderen Methoden?
Im Gegensatz zur rein internen Kostenrechnung leitet "Market into Company" die zulässigen Kosten direkt aus einem marktfähigen Zielpreis ab, nach Abzug der geplanten Gewinnspanne.
Welche Rolle spielt die "Functional Area Method"?
Diese Methode ermöglicht es, Zielkosten nicht nur grob festzulegen, sondern funktionsbezogen auf einzelne Produktkomponenten herunterzubrechen, um eine durchgehende Marktorientierung sicherzustellen.
Warum ist die Implementierung laut der Arbeit schwierig?
Die Implementierung erfordert eine umfassende, bereichsübergreifende Zusammenarbeit, die oft an mangelnder Kommunikation, unzureichender Qualifikation oder einer isolierten Anwendung in nur einzelnen Abteilungen scheitert.
Was bedeutet "Over-Engineering" im Kontext der Arbeit?
Over-Engineering beschreibt den Zustand, in dem ein Produkt Funktionen erhält, die der Kunde nicht benötigt oder für die er nicht bereit ist zu zahlen, was auf mangelnde Marktorientierung zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Rene Behrendsen (Autor:in), 2016, Target Costing als Konzept des marktorientierten Zielkostenmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383066