Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "ist der EU-Beitritt der Türkei mit AKP Regierung möglich?" In der vorliegenden Arbeit wird die oft diskutierte Frage, ob die Türkei in die EU beitreten wird, analysiert. Die Frage ist, ob die Türkei mit einem instrumentalisierten Islamismus, der parteipolitisch von der AKP getragen wird, von einem EU-Beitritt ausgeschlossen?
Denn es muss von einem demokratischem Islam und einem Islamismus unterschieden werden. Zunächst werden die Kriterien die jeder Staat erfüllen muss um EU-Mitglied zu werden, in diesem Fall die Kopienhagener Kriterien, zugrunde gelegt. Dazu gehören die wirtschaftlichen, politischen und das Kriterium der Übernahme des gemeinschaftlichen Besitzstandes. Auf der Grundlage von Prof. Dr. Bassam Tibis Werk (2007) "Mit dem Kopftuch nach Europa", wird analysiert welche Argumente gegen ein Beitritt der Türkei sprechen. Ebenfalls wird aus dem Werk (2005) "Politische Religion und Religionspolitik" von Gerhard Besier und Hermann Lübbe, die Argumentation von Prof. Dr. Bassam Tibi mit einbezogen. Stützende Argumente von Claus Leggewie, aus seinem Werke (2004) "Die Türkei und Europa“"werden auch Teil dieser Arbeit. Darauf aufbauend werden Überlegungen und Feststellungen von diversen Studien, die sich um den Beitritt der Türkei befassen, mit hineinbezogen.
Die Arbeit gliedert sich in vier Hauptpunkten und dazu jeweiligen Unterpunkte. Als ersten Teil werden die Kopenhagener Kriterien in ihren einzelnen Punkten betrachtet. Darauf hin wird die Türkei anhand der Kriterien untersucht. Als nächstes werden die Thesen und Argumente von Prof. Dr. Bassam Tibi analysiert. Zum Schluss werden die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei anhand der Argumente gewertet. Welche Grunde für einen Beitritt sprechen und welche Argumente dagegen. Und zum Abschluss dieser Arbeit wird eine Fazit formuliert, der die Fragen dieser Arbeit beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fragestellung
3. Kopenhagener Kriterien
4. Die Türkei im Vergleich zu den Kopenhagener Kriterien
4.1 Die AKP
4.2 Das politische Kriterium - Die Türkei
5. Der Islam und die EU
5.1 Der unterschied zwischen Islam und Islamismus
5.2 Der Euro-Islam - Prof. Dr. Bassam Tibi
6. Beitrittsverhandlung der Türkei
6.1 Pro Argumente
6.2 Kontra Argumente
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert, ob ein EU-Beitritt der Türkei unter der aktuellen AKP-Regierung aufgrund einer instrumentalisierten islamistischen Politik prinzipiell ausgeschlossen ist oder ob eine Chance auf Vollmitgliedschaft besteht.
- Analyse der Kopenhagener Kriterien im Kontext der Türkei.
- Untersuchung der politischen Rolle und Ausrichtung der AKP-Partei.
- Differenzierung zwischen dem Konzept des Islam und des Islamismus.
- Evaluierung der Thesen von Prof. Dr. Bassam Tibi zum Euro-Islam.
- Abwägung der Pro- und Kontra-Argumente für einen EU-Beitritt.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die AKP
In diesem Punkt der Arbeit wird auf die Hauptfigur eingegangen, die AKP. Hier wird dargestellt wie die Wurzel der AKP aufgebaut ist und welche Ziele sie beinhaltet.
Die AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi - Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) wurde 2001 in Ankara gegründet. Sie definiert sich als eine konservative-demokratische Partei, die mit Islamisten nichts zutun haben. In dem Werk von Bassam Tibi (2007:55) „Mit dem Kopftuch nach Europa“ macht Tibi deutlich, dass die AKP allein eine Nachfolgerpartei der Selamet, ReFaaah und Fazilet Parteien ist. Diese sind als Isalmistische Parteien eingestuft und wurden in der Türkei verboten. Die AKP verfolgt die selben Grundprinzipien, aber versteckt sich hinter der Aussage, sie sei eine konservativ-islamische Partei. Das die AKP eine Erweiterung von den oben genannten Parteien ist macht sich daran bemerkbar, dass viele Abgeordnete, die in der AKP vertreten sind, ehemalige Abgeordnete der Selamet, Refaah und Fazilet Parteien waren (Seufert 2004:S. 24). Aus diesem Grund wird der AKP nachgesagt sie sei die Erweiterung von Erbakan, der der Vorsitzende der Islamistischen Parteien war (Tibi). Weiter erklärt Professor Dr. Bassam Tibi(2007:53-59), dass die AKP als eine Reformen-Partei gerühmt wird. Doch fraglich ist, was das für eine Reformpartei ist, denn außer das es auf dem Papier festgelegt worden ist, ist nichts von einer Reform zu erkennen (ÖIES 2007:S.239). Die AKP zeichnet sich laut Tibi in folgenden Punkten aus : Das Kopftuch wird als ein Symbol des Islams betrachtet, die Imam-Hatip-Schulen werden als Bildungspolitik befürwortet und anhand des Djihad-Terrorismus (Tibi 2007:S.61).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Türkei unter der AKP-Regierung EU-Mitglied werden kann, und stellt die methodische Herangehensweise dar.
2. Fragestellung: Das Kapitel präzisiert die Forschungsfrage nach den Beitrittschancen der Türkei unter Berücksichtigung des institutionalisierten Islamismus.
3. Kopenhagener Kriterien: Hier werden die formalen Bedingungen erläutert, die ein Staat erfüllen muss, um der EU beitreten zu können (politische, wirtschaftliche und rechtliche Kriterien).
4. Die Türkei im Vergleich zu den Kopenhagener Kriterien: Dieses Kapitel untersucht die innenpolitische Lage der Türkei und analysiert, inwieweit die AKP-Regierung die Anforderungen der EU erfüllt.
5. Der Islam und die EU: Das Kapitel erörtert das Spannungsfeld zwischen der islamischen Identität der Türkei und der säkularen EU sowie die konzeptionelle Abgrenzung zwischen Islam und Islamismus.
6. Beitrittsverhandlung der Türkei: Hier werden die Beitrittsverhandlungen zusammenfassend geschildert und die wichtigsten Pro- und Kontra-Argumente für eine Aufnahme der Türkei gegenübergestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein Beitritt unter der derzeitigen Ausrichtung der AKP aufgrund mangelnder Europäisierung und fehlender demokratischer Stabilität schwer realisierbar ist.
Schlüsselwörter
Türkei, EU-Beitritt, AKP, Islamismus, Kopenhagener Kriterien, Bassam Tibi, Euro-Islam, Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Säkularisierung, Reformpolitik, Beitrittsverhandlungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, inwiefern ein EU-Beitritt der Türkei unter der aktuellen AKP-Regierung aufgrund deren islamistischer Tendenzen möglich oder ausgeschlossen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören die Kopenhagener Kriterien, die politische Ausrichtung der AKP, das Verhältnis zwischen Islam und EU sowie die Debatte über den Euro-Islam.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Erfolgsaussichten eines EU-Beitritts der Türkei kritisch zu bewerten und die Auswirkungen der parteipolitischen Entwicklung unter der AKP zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei zentrale Werke, insbesondere von Prof. Dr. Bassam Tibi, sowie weitere Studien und Berichte zur politischen Lage der Türkei ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Kriterien für EU-Mitglieder, eine Analyse der AKP und der innenpolitischen Lage, die Differenzierung von Islam und Islamismus sowie eine Abwägung von Argumenten zur Beitrittsfrage.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind Türkei, EU-Beitritt, AKP, Islamismus, Kopenhagener Kriterien, Euro-Islam und Demokratie.
Welche Rolle spielen die "Imam-Hatip-Schulen" in der Argumentation der Autorin?
Sie werden als Indiz für die Islamisierungspolitik der AKP angeführt, da sie als Bildungsinstrument für eine nicht-säkulare Agenda betrachtet werden.
Warum wird im Text zwischen "Islam" und "Islamismus" unterschieden?
Diese Differenzierung ist entscheidend, da die Autorin argumentiert, dass nicht der Islam an sich das Hindernis darstellt, sondern der als fundamentalistisch eingestufte Islamismus, der die Grundwerte der EU nicht teilt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des türkischen Militärs?
Das Militär wird als einflussreicher Akteur betrachtet, dessen Machtposition in der Vergangenheit die demokratische Gewaltenteilung in der Türkei maßgeblich beeinflusst und teils beeinträchtigt hat.
- Quote paper
- Canê Harman (Author), 2016, Islam und EU-Erweiterung. Die Türkei zwischen Kemalismus und Islamismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383118