Diese Hausarbeit wird sich mit dem Thema „War die Erfindung des Buchdrucks wirklich eine Medienrevolution?“ beschäftigen. Ohne Zweifel kann man sagen, dass durch Johannes Gutenbergs Errungenschaft der Druckerpresse zum ersten Mal eine Form von Öffentlichkeit geschaffen wurde.
Das zweite Kapitel stellt daher kurz das Leben Johannes Gutenbergs dar, wo er lebte und was er alles in die Erfindung der Druckerpresse investierte. Das darauffolgende dritte Kapitel wird sich mit der „Erfindung des Buchdrucks“ beschäftigen, wobei ich nicht auf den Aufbau und die Funktionsweise der Druckerpresse eingehen werde. Vielmehr soll hier erläutert werden, dass es schon Jahrtausende vor Gutenberg erste Druckerfahrungen und Drucktechniken gab, welche zum Teil sogar noch bis in die heutige Zeit verwendet werden. Des Weiteren wird hervorgehoben, was die besondere Leistung Gutenbergs war, um die Druckerpresse zu entwickeln und was er dabei alles berücksichtigen musste. Außerdem wird am Schluss des Kapitels gezeigt, wer den Buchdruck als erstes für seine Absichten einsetzte und wie der „Absatzmarkt“ beschaffen war.
Im vierten Kapitel wird die Frage behandelt, ob der Buchdruck wirklich eine Medienrevolution war. Ein Urteil wird allerdings erst in der Zusammenfassung gefällt, weil in diesem Kapitel zunächst die Fakten gesammelt werden. Das Kapitel beginnt damit, dass das Wort „Medienrevolution“ definiert wird. In dem nachfolgenden Abschnitt werden die Veränderungen vor und in der Zeit Gutenbergs, auch unter wirtschaftlichen Aspekten, erörtert. So wird unter anderem erwähnt, dass zunehmend das Geld als Macht und Wirtschaftsfaktor große Bedeutung erlangt. Danach soll aufgezeigt werden, dass der Buchdruck eine weitere „Technisierung des Informationsaustausches“ gewesen sein kann. Hinzu kommt, dass die Kirche die Errungenschaft Gutenbergs bereits vor dem Druck der Gutenberg-Bibel (der B42) für sich nutzte und förderte. Am Schluss des Kapitels soll noch untersucht werden, warum die Reformation überhaupt im Reich erfolgreich war.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Person Gutenbergs
III. Erfindung des Buchdrucks
III.1. Frühe Druckerfahrungen
III.2. Gutenbergs Leistung
III.3 Wie wurde der Buchdruck bis zur Reformation eingesetzt und wie breitete er sich aus?
IV. War der Buchdruck wirklich eine Medienrevolution?
IV.1. Definition
IV.2. Veränderungen vor und in der Zeit Gutenbergs
IV.3 Der Buchdruck als weiterer Schritt zur Technisierung des Informationsaustausches und die Kirche als Förderer
IV.4. Warum die Reformation erfolgreich war
V. Zusammenfassung
VI. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht kritisch die Hypothese, ob die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg als eine tatsächliche Medienrevolution zu bezeichnen ist oder ob sie als Teil eines längerfristigen Prozesses innerhalb der gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen der Frühen Neuzeit zu verstehen ist.
- Lebensweg und Investitionen von Johannes Gutenberg
- Historische Vorläufer der Drucktechnik und Gutenbergs technische Innovationen
- Die Rolle der Kirche und der Universitäten als frühe Absatzmärkte
- Wechselwirkungen zwischen Buchdruck und dem Erfolg der Reformation
- Analyse des Begriffs der Medienrevolution im historischen Kontext
Auszug aus dem Buch
III.2. Gutenbergs Leistung
Doch was war nun das Besondere an Gutenbergs Erfindung? Wie heute bekannt ist, wurde „auch in der Kunst des Schneidens von Münz- und Siegelstempeln [..] in Mainz Großes geleistet“. Woraus gefolgert wird, dass Gutenberg die technischen Errungenschaften seiner Zeit zu einer Neuen verbunden hat. Und trotz der Tatsache, dass die Metallverarbeitung zu Gutenbergs Zeit ein hohes Niveau erreicht hatte, war die Erfindung der Druckerpresse kein glücklicher Fund, sondern ein langer und teurer Prozess des Experimentierens. Gutenberg musste mit verschiedenen Metallen experimentieren, weil die Patrize härter als die Matrize sein musste, die Lettern dagegen mussten hart sein, aber einen niedrigeren Schmelzpunkt als die Matrize haben.
Die Tinte von den Schreibstuben konnte man auch nicht einfach verwenden, weil sie für Metall und Papier geeignet sein musste, um ein gutes Druckbild zu bekommen und damit das Papier nicht von der Tinte angegriffen wurde (dem sogenannten Tintenfraß). Gutenberg wusste außerdem, dass sein Unternehmen nur Erfolg haben konnte, wenn er die Schönheit der schönsten Handschriften mit seinem Druck erreichen konnte. Die damalige Zeit kannte keine Verbilligung nur Vollkommenheit.
Der Kern seiner Errungenschaft war daher die Überlegung, alle Worte in die kleinsten Einzelteile zu zerlegen: Die Lettern. Das Handgießinstrument, mit dem man beliebig viele und gleiche Lettern herstellen kann, war damit die Umsetzung seiner Überlegung. Desweiteren war für seine Errungenschaft die richtige Tinte (wie oben beschrieben), die Presse und die Schrift von großer Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Hier wird das Forschungsziel erläutert, die Frage nach der Medienrevolution des Buchdrucks zu klären und der methodische Aufbau der Untersuchung vorgestellt.
II. Person Gutenbergs: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Gutenbergs nach, von seiner Herkunft in Mainz über seine Zeit in Straßburg bis hin zu seinen finanziellen Herausforderungen und dem Scheitern bei der Bibelproduktion.
III. Erfindung des Buchdrucks: Der Fokus liegt auf der technischen Entwicklung, den historischen Vorläufern und der Notwendigkeit, verschiedene Innovationen wie Lettern und Tinte zu kombinieren.
III.1. Frühe Druckerfahrungen: Hier werden weltweite Vorläufer wie der Blockdruck in Asien oder Stempeldrucke thematisiert, die als technologische Basis für Gutenberg dienten.
III.2. Gutenbergs Leistung: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen technischen Hürden und die akribische Arbeit Gutenbergs bei der Entwicklung der Lettern und des Gussverfahrens.
III.3 Wie wurde der Buchdruck bis zur Reformation eingesetzt und wie breitete er sich aus?: Es wird untersucht, wie die Kirche und Universitäten als erste Auftraggeber fungierten und warum sich Druckereien vorrangig in Bischofsstädten ansiedelten.
IV. War der Buchdruck wirklich eine Medienrevolution?: Dieses Kapitel hinterfragt den Revolutionsbegriff und untersucht die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Buchdruck um 1500 begleiteten.
IV.1. Definition: Hier wird der Begriff der Medienrevolution theoretisch hergeleitet und diskutiert, warum dieser als schwammig angesehen werden kann.
IV.2. Veränderungen vor und in der Zeit Gutenbergs: Die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen wie die Geldwirtschaft und der Aufstieg von Kaufleuten werden als Kontext für die Erfindung dargestellt.
IV.3 Der Buchdruck als weiterer Schritt zur Technisierung des Informationsaustausches und die Kirche als Förderer: Es wird erörtert, warum der Buchdruck trotz anfänglicher kirchlicher Förderung eine Existenzkrise durchlief.
IV.4. Warum die Reformation erfolgreich war: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Martin Luther und die spezifische Situation in den Städten den Buchdruck aus der Krise führten.
V. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert und die abschließende Antwort gegeben, dass der Buchdruck eher als Erfindung im Rahmen bestehender Tendenzen denn als plötzliche Revolution zu verstehen ist.
VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten historischen und fachwissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Johannes Gutenberg, Buchdruck, Medienrevolution, Reformation, Informationsaustausch, Inkunabelzeit, Druckerpresse, Technikgeschichte, Sozialgeschichte, Kirche, Technisierung, Frühneuzeit, Lettern, Martin Luther, Schriftkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg und der Frage, ob diese als Medienrevolution zu klassifizieren ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Person Gutenbergs, die technischen Voraussetzungen und Vorläufer des Drucks, die ökonomischen Bedingungen des 15. Jahrhunderts sowie der Einfluss des Buchdrucks auf die Reformation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Buchdruck eine Medienrevolution ausgelöst hat oder ob er lediglich ein notwendiges Produkt der damaligen sozioökonomischen Entwicklung war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die auf der Analyse bedeutender fachwissenschaftlicher Literatur und Quellen zur Kommunikations- und Mediengeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die technischen Innovationen Gutenbergs, die ersten Absatzmärkte der Kirche und Universitäten, die Inkunabelzeit sowie die Rolle von Martin Luther bei der Rettung des Buchdrucks aus seiner Existenzkrise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienrevolution, Reformation, Buchdruck, Gutenberg, Technisierung und Schriftkultur geprägt.
Warum wird der Begriff "Medienrevolution" im Text kritisch hinterfragt?
Der Autor argumentiert, dass der Begriff historisch schwer greifbar ist, da es bereits vor Gutenberg technologische Ansätze zur Vervielfältigung von Informationen gab und der Wandel kein abruptes, sondern ein evolutionäres Ereignis war.
Welchen Einfluss hatte die Kirche auf die Verbreitung des Buchdrucks?
Die Kirche war zu Beginn der größte Auftraggeber und Förderer, da sie den Buchdruck nutzte, um Ablassbriefe effizienter und kostengünstiger herzustellen, was ihr zu höheren Einnahmen verhalf.
Warum kam der Buchdruck um das Jahr 1500 in eine Existenzkrise?
Der Markt für lateinische Texte war gesättigt, da der Anteil der Bevölkerung, der Latein lesen konnte, begrenzt war, was zu einer Phase wirtschaftlicher Stagnation für die frühen Druckereien führte.
Warum war die Reformation aus Sicht des Autors der entscheidende Wendepunkt für den Buchdruck?
Die Reformation aktivierte durch die Nutzung der Volkssprache und die charismatische Führung durch Luther neue, breite Käuferschichten, wodurch der Buchdruck die notwendige ökonomische Relevanz erhielt, um dauerhaft zu überleben.
- Arbeit zitieren
- Dominic Dehmel (Autor:in), 2010, War die Erfindung des Buchdrucks wirklich eine Medienrevolution?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383217