Um Abstände zu messen, kann man die entsprechenden Distanzen zunächst mit einem Lineal ausmessen. Für kleinere Abstände, die sich damit nicht erfassen lassen oder für kleinere Strukturen verwendet man die Methoden der Optik, beispielsweise Instrumente wie das Fabry‐Perot‐Etalon und optische Phänomene wie beispielweise Interferenz. Jedoch ist auch diese Methode auf die Größenordnung der Wellenlänge des verwendeten Lichts beschränkt. Für noch feinere Strukturen kann man die Nutzung von kleinen Strömen oder Kräften im Rastertunnelmikroskop oder Rasterkraftmikroskop. In unserem Versuch werden wir uns mit den physikalischen Eigenschaften des Rasterkraftmikroskops befassen.
Das Rasterkraftmikroskop verwendet eine feine Siliziumfeder (Cantilever), um die Kräfte zwischen der Probe und dem Gerät zu messen. Dies geschieht durch die Auslenkung der Feder durch die auftretenden Kräfte. Die Federkonstante muss dementsprechend gering sein. Um die Auslenkung der Feder zu messen, wird ein Laserstrahl auf den Cantilever projiziert. Durch die Verbiegung der Feder ändert sich die spiegelnde Fläche und damit die Position des reflektierten Strahls. Durch Umrechnung kann damit die Federauslenkung und somit die Kraft bestimmt werden. Über die wirkende Kraft kann mithilfe des Lennard‐Jones‐Potentials der Abstand zwischen Probe und Spitze des AFM berechnet werden. Damit ist es möglich, die Oberfläche der Probe zu rekonstruieren. Das Lennard‐Jones‐Potential hilft hierbei, alle verschiedenen Wechselwirkungen zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Fragen zur Vorbereitung
4 Versuchsaufbau und Messtechniken
5 Versuchsprotokoll
5.1 Messung des Eichgitters
5.2 CD-Presswerkzeug
5.3 Nanotubes
5.4 Glasperlen
5.5 PS/PMMA
5.6 Holografieplatte
6 Auswertung
6.1 Analyse des Eichgitters
6.2 CD-Masterpresswerkzeug
6.3 Nanotubes
6.4 Glasperlen
6.5 PS/PMMA
6.6 Holografisches Gitter
7 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den physikalischen Grundlagen und der praktischen Anwendung des Rasterkraftmikroskops (AFM). Das primäre Ziel besteht darin, verschiedene Probenoberflächen mittels unterschiedlicher Betriebsmodi (Contact- und Non-Contact-Mode) zu vermessen und die erfassten Topographien quantitativ auszuwerten.
- Physikalische Funktionsweise von Rasterkraftmikroskopen
- Untersuchung und Vergleich verschiedener Messmodi
- Bestimmung von Strukturen im Nanometerbereich (Eichgitter, Nanotubes, Polymere)
- Analyse von Oberflächeneigenschaften und geometrischen Parametern
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Um Abstände zu messen, kann man die entsprechenden Distanzen zunächst mit einem Lineal ausmessen. Für kleinere Abstände, die sich damit nicht erfassen lassen oder für kleinere Strukturen verwendet man die Methoden der Optik, beispielsweise Instrumente wie das Fabry-Perot-Etalon und optische Phänomene wie beispielweise Interferenz. Jedoch ist auch diese Methode auf die Größenordnung der Wellenlänge des verwendeten Lichts beschränkt. Für noch feinere Strukturen kann man die Nutzung von kleinen Strömen oder Kräften im Rastertunnelmikroskop oder Rasterkraftmikroskop.
In unserem Versuch werden wir uns mit den physikalischen Eigenschaften des Rasterkraftmikroskops befassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Längenmessung und Hinführung zur Notwendigkeit hochauflösender Mikroskopietechniken wie dem Rasterkraftmikroskop.
2 Methodik: Erläuterung der physikalischen Funktionsweise des AFM, basierend auf der Auslenkung eines Cantilevers und der Nutzung des Lennard-Jones-Potentials zur Oberflächenrekonstruktion.
3 Fragen zur Vorbereitung: Theoretische Auseinandersetzung mit Auflösungsvermögen, Regler-Technik (PID), Betriebsmodi und mathematischen Grundlagen der Faltung.
4 Versuchsaufbau und Messtechniken: Beschreibung der verwendeten Hardware und der geplanten Messreihen an sechs unterschiedlichen Probenkörpern.
5 Versuchsprotokoll: Dokumentation des experimentellen Ablaufs für die spezifischen Proben inklusive Eichgitter, Nanotubes und Polymeren.
6 Auswertung: Detaillierte Analyse der Messdaten, inklusive Fehlerrechnung und Vergleich mit theoretischen Erwartungswerten für die verschiedenen Oberflächen.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Messgenauigkeit und Reflexion über die Leistungsfähigkeit der verwendeten Hard- und Software.
Schlüsselwörter
Rasterkraftmikroskop, AFM, Cantilever, Nanotubes, Eichgitter, Oberflächenanalyse, Contact-Mode, Non-Contact-Mode, Lennard-Jones-Potential, Auflösungsvermögen, Polymergemisch, Phasendifferenz, Fehlerrechnung, Nanosurf, Topographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein physikalisches Praktikum, in dem ein Rasterkraftmikroskop eingesetzt wird, um diverse Proben auf mikroskopischer Ebene zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Funktionsweise von AFM-Geräten, die korrekte Kalibrierung durch Eichgitter sowie die Anwendung verschiedener Messmodi zur Charakterisierung von Materialien wie Carbon-Nanoröhrchen und Polymeren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die präzise Vermessung von Oberflächenstrukturen, die Bestimmung von geometrischen Parametern wie Krümmungsradien und Bumps-Längen sowie der Vergleich dieser Daten mit theoretischen Werten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Messungen in verschiedenen Modi (Constant Height, Contact, Non-Contact) durchgeführt und mittels einer speziellen Software sowie mathematischer Fehlerfortpflanzung ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorbereitung, den Versuchsaufbau mit der Nanosurf-Apparatur und die spezifische Auswertung der Messungen an Eichgittern, CD-Presswerkzeugen, Nanotubes, Glasperlen und Polymergemischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Rasterkraftmikroskop, Cantilever, Auflösungsvermögen, Nanometrie und Oberflächenrekonstruktion charakterisiert.
Wie wurde die Spitze des AFM experimentell charakterisiert?
Die Spitzenform wurde durch die Analyse der Eindringtiefe in vordefinierte Vertiefungen in der Probe sowie durch die Messung an Glasperlen und Nanotubes bestimmt, um Rückschlüsse auf den Krümmungsradius zu ziehen.
Warum spielt die Fehlerrechnung eine so große Rolle?
Aufgrund der sehr kleinen Strukturen im Nanometerbereich müssen Ableseungenauigkeiten, Digitalisierungsfehler und systematische Abweichungen der Apparatur genau quantifiziert werden, um die Gültigkeit der Ergebnisse zu bewerten.
- Arbeit zitieren
- Moritz Lehmann (Autor:in), Niklas Stenger (Autor:in), 2017, Physikalische Eigenschaften und Anwendung des Rasterkraftmikroskops, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383227