Die Zeitung gehört für uns heute zu jenen zahlreichen alltäglichen Dingen, denen wir über ihren eigentlichen Nutzen hinaus kaum einen Gedanken widmen. Es ist Alltag. Vom Langzeitabonnenten, für den das Lesen der Zeitung gemeinsam mit dem Frühstück zum Start in den Tag gehört, hin zum sporadischen Konsumenten von Presseerzeugnissen in der Freizeit oder am Wochenende, ein Großteil unserer Gesellschaft gibt sich zumindest ab und an dem vergnüglich-interessanten bis lehrreich-informativen Vergnügen des Studierens von Zeitungen und verwandten Mediengattungen hin.
Ähnlich wie bei Radio oder Fernseher, stellen wir uns aber auch beim Medium Zeitung nicht die Frage nach ihrem Ursprung oder ihren Entstehungsbedingungen. Wir nehmen dieses nützliche Informationsmittel allzu selbstverständlich und die Vorstellung, nicht permanent über alles Mögliche informiert zu sein, scheint unserer modernen und überall mit Internet ausgestatteten Gesellschaft schon fast absurd.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Entstehung der Zeitung
3. Die Geschichte der französischen Presse
3.1. Entstehung der Zeitung im Absolutismus – Die Gazette
3.2. Die Französische Revolution – Ausbau der Presse
3.3. Die Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon I.
3.4. Die Rolle der französische Presse in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts – Entwicklung zum meinungsbildenden Instrument
4. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des französischen Zeitungswesens von den absolutistischen Anfängen bis hin zur Etablierung als meinungsbildendes Massenmedium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- Die etymologische und historische Herkunft des Zeitungsbegriffs.
- Die Rolle der Gazette als absolutistisches Kontrollinstrument.
- Die Auswirkungen der Französischen Revolution auf Pressefreiheit und Medienvielfalt.
- Die Zensurpolitik unter Napoleon I. und deren langfristige Folgen.
- Der Wandel der Presse zum politisch meinungsbildenden Instrument im 19. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
3.1. Entstehung der Zeitung im Absolutismus – Die Gazette
Die erste französische Zeitung erschien in Paris im Mai 1631 unter dem Namen Gazette, später Gazette de France. Ihr Herausgeber, Théophraste Renaudot, war Arzt und stellte zunächst zur Unterhaltung für seine Patienten eine Sammlung meist politischer Nachrichten zusammen. Nachdem sich zur selben Zeit Kardinal Richelieu innerpolitisch durchsetzen konnte und erster Minister unter König Ludwig XII. wurde, erkannte Richelieu, dass er solch eine Form der Presse auch gut für seine Zwecke und die des Königs nutzen könnte. Im Jahre 1630 unterstützte Frankreich den schwedischen Einmarsch ins Reich mit Subsidien und positionierte sich damit im Dreißigjährigen Krieg. In Folge wurde die Gazette damit zur „fille de la guerre“, also zur Tochter des Krieges. Richelieu arbeitete künftig an der Gazette mit und erteilte Renaudot Privilegien.
Als Frankreich 1635 Spanien den Krieg erklärte und damit nun offen an den gewaltsamen europäischen Auseinandersetzungen beteiligt war, war die Gazette, vier Jahre nach ihrer Gründung, das einschlägigste französische Nachrichtenmedium. Unter Richelieus Einfluss erschienen neben Nachrichten vom Hofe, Gesetzen und Edikten auch Ordonnanzen und Berichte des Königs, die auf die öffentliche Meinung der nachrichtenhungrigen Militärs, Hofkleriker, Gelehrten und Beamten einwirkten. Hauptsächlich jedoch entsprach die Gazette dem wachsenden und durch den Dreißigjährigen Krieg weiter beförderten Bedürfnis, ständig über das militärisch-politische Geschehen zu informieren. Durch die regelmäßige Berichterstattung des dreißigjährigen Krieges kam es dazu, dass die Gazette bis 1638 bereits 1.200mal verkauft wurde und von ursprünglich vier auf zwölf Seiten anwuchs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Zeitungsmediums ein und erläutert die thematische Fokussierung auf die historische Entwicklung der Presse in Frankreich.
2. Allgemeine Entstehung der Zeitung: Dieses Kapitel behandelt die begriffliche Herkunft sowie die Anfänge des Zeitungswesens in der frühen Neuzeit, inklusive der ersten gedruckten Nachrichtenblätter.
3. Die Geschichte der französischen Presse: Dieses Hauptkapitel analysiert die Evolution der französischen Presselandschaft durch verschiedene politische Epochen von der Ära des Absolutismus bis ins 19. Jahrhundert.
3.1. Entstehung der Zeitung im Absolutismus – Die Gazette: Dieses Unterkapitel beschreibt die Gründung der Gazette de France unter Théophraste Renaudot und deren Instrumentalisierung durch Kardinal Richelieu.
3.2. Die Französische Revolution – Ausbau der Presse: Dieses Unterkapitel analysiert den massiven Zuwachs an Medienvielfalt und die politische Emanzipation der Presse im Zuge der Revolution.
3.3. Die Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon I.: Dieses Unterkapitel beleuchtet die repressive Pressepolitik Napoleons, die durch Zensur und staatliche Kontrolle gekennzeichnet war.
3.4. Die Rolle der französische Presse in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts – Entwicklung zum meinungsbildenden Instrument: Dieses Unterkapitel beschreibt den Aufstieg der Presse zu einem demokratiefördernden und politisch einflussreichen Faktor.
4. Abschluss: Der Abschluss reflektiert die Rolle der Zeitung als unerlässliches Medium für Information und gesellschaftlichen Diskurs von der Frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert.
Schlüsselwörter
Zeitungswesen, Frankreich, Pressegeschichte, Gazette, Absolutismus, Französische Revolution, Napoleon I., Zensur, Pressefreiheit, Massenmedium, Journalismus, Nachricht, Öffentlichkeit, Demokratie, Medienentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Zeitungswesens in Frankreich, angefangen bei den ersten Publikationen im 17. Jahrhundert bis hin zur Etablierung der Presse als politisches Massenmedium im 19. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Gazette, der Bedeutung der Französischen Revolution für die Pressefreiheit, der Zensur unter Napoleon sowie dem Wandel zur Meinungsbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel der Arbeit ist es, den historischen Prozess nachzuzeichnen, durch den sich die Presse von einem kontrollierten Instrument der Obrigkeit zu einem emanzipierten, meinungsbildenden Medium entwickelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist als Proseminararbeit strukturiert und stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse historischer Quellen und medienwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Phasen: den Absolutismus, die Französische Revolution, die Ära Napoleons sowie die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Pressegeschichte, Absolutismus, Zensur, Pressefreiheit, Gazette, Journalismus und Medienentwicklung.
Welche Rolle spielte die Gazette de France im Absolutismus?
Sie diente als wichtigstes Nachrichtenorgan, war jedoch strengen Zensurvorgaben des Hofes unterworfen und wurde gezielt zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung eingesetzt.
Wie veränderte Napoleon I. die Presselandschaft in Frankreich?
Napoleon unterdrückte die Pressefreiheit massiv, führte eine strikte Zensur ein und reduzierte die Anzahl der Zeitungen auf wenige staatlich kontrollierte oder regimetreue Titel.
- Citation du texte
- Gregor Wolfsberger (Auteur), 2017, Das Zeitungswesen in Frankreich. Von der Entstehung bis zum Massenmedium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383238