In dieser Arbeit wird die Inszenierung zweier ganz unterschiedlicher Repräsentanten der Medien, nämlich der Journalisten, Presse- und der Öffentlichkeitsarbeitern analysiert. Als Filmbeispiel wird der Filmstreifen des Regisseurs David Fincher "Gone Girl" (2014) genommen. Das Ziel der Arbeit ist insoweit, folgende Frage zu beantworten: Wie werden die Medien in dem Film von David Fincher "Gone Girl" (2014) inszeniert und welche Rolle spielen sie?
Die Kammerlichtspiele zählen eine mehr als hundertjährige Geschichte auf. Ab dem Tag des Erscheinens hat das Medium Film einen großen Anteil an Popularität unter den Menschen gewonnen. Darüber hinaus stellt es heutzutage einen signifikanten und unabdingbaren Teil der Weltkultur dar und ist zum Gegenstand der Filmwissenschaft und der Filmtheorie sowie zu einem der wichtigsten Mittel für die Informationsdarstellung und auch Unterhaltung geworden.
Im Laufe seiner Entwicklung haben nicht nur die Veränderungen der Aufnahmeapparatur, des Filmgenres und der Aufnahmetechnik stattgefunden. Es war gleichfalls ein großer Wandel der Erzählungsgegenstände des Films zu beobachten. Der Film kann eine Geschichte abbilden, die nie passiert ist, oder ein Wesen, das nie existiert hat. Es können mit der Hilfe innovativer Aufnahmeapparaturen, des Spiels der Akteure und der Arbeit der gesamten Drehgruppe alle denkbaren Vorgänge inszeniert werden.
Neben allen dramatischen Szenarien der Abenteuer-, Horror- oder Fantasyfilme, die uns eine zuweilen irreale Welt zeigen und aus diesem Grund sehr beliebt sind, finden auch dramatische Geschichten unseres Lebens, wie beispielweise Filmstreifen, die über die unterschiedliche Berufe erzählen oder biografische Filme eine große Verbreitung. Sie sind hauptsächlich aufgrund ihrer Nähe zu den Menschen besonders wichtig und allgemeinverständlich. Zu einem der Themen, die solche Filme abbilden, sind auch die Medien geworden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Medienreflexion im Film
2.1 Journalisten und Fernsehen im Leben und Film
3. David Fincher. Inszenierung und Bedeutung der Medien in dem Film «Gone Girl»
3.1 Gone Girl. Mediale Wahrheit.
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung und Rolle der Medien im Spielfilm «Gone Girl» von David Fincher. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Medien als Akteure dargestellt werden, welchen Einfluss sie auf den Handlungsverlauf haben und inwieweit sie zur Konstruktion einer „medialen Wahrheit“ beitragen, die oft fernab der tatsächlichen Ereignisse liegt.
- Phänomen der Medienreflexion im modernen Film
- Darstellung von Journalisten und Medienvertretern als Stereotypen
- Einfluss der Berichterstattung auf die öffentliche Meinung und Wahrnehmung
- Die Rolle der Inszenierung von Wahrheit und Lüge im Film «Gone Girl»
- Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und medialer Inszenierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Gone Girl. Mediale Wahrheit.
Zuerst soll bemerkt werden, dass die Komposition des Filmes ungewöhnlich aussieht. Die Geschichte wird im ersten Teil aus der Perspektive des Ehemannes erzählt. Aus diesem Grund können die Zuschauer noch nicht genau sagen, was mit Amy passiert ist und wer sie vermutlich getötet hat. Nick wird im Laufe der Sachaufklärung näher vorgestellt: Er ist unsicher, sehr nervös, hat keine seriöse Arbeit und obwohl er alles Mögliche unternommen hat, um seine Frau zu finden, scheint es, dass er sehr wenig über sie kennt oder nicht dafür interessiert. Seine Unechtheit zusammen mit dem großen Druck der Medien und ihrem Einfluss auf den Geschäftsverlauf stellt ihn am Ende unter Verdacht.
Das zweite Teil des Filmes setzt uns in Verwunderung: Nachdem wir schon der Meinung sind, dass Nick schuldig ist, wird Amy dargestellt. Sie ist lebendig, zufrieden, aber sehr verärgert. Um ihrem Mann wegen seiner Untreue Rache zu üben, hat sie ihren Mord inszeniert und ist geflohen. Ein solcher Aufbau der Geschichte ist ein fasziniertes Verwirrspiel der Gefühle: Ärger und Verständnislosigkeit, Hoffnung und Trostlosigkeit, Hass und Sympathie. Aber was hat diesen Hass hervorgerufen?
Ein verfälschtes Bild der Frau, die wir dank ihrem unechten Tagebuch kennen lernen, der Einfluss der Detektive, die ihre Arbeit ausführen und in einem großen Maß die oben schon erwähnten einflussreichen Medien. Im Kontext der Analyse sollen die drei wichtigsten Fragen beantwortet werden. Was sind die Medien, die im Film dargestellt werden? Wie beeinflussen sie den Ablauf der Ereignisse? Und was wollte der Regisseur mit dieser Inszenierung sagen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Films als Kulturgut ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Inszenierung von Medienvertretern in David Finchers «Gone Girl».
2. Medienreflexion im Film: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Medienreflexion und beleuchtet das traditionelle sowie sich wandelnde Image von Journalisten im Genre des Medienfilms.
2.1 Journalisten und Fernsehen im Leben und Film: Der Unterpunkt analysiert spezifisch die Funktionen von Journalisten und die stereotypische Darstellung dieser Berufsgruppe im Wandel der Zeit.
3. David Fincher. Inszenierung und Bedeutung der Medien in dem Film «Gone Girl»: Hier wird der Regisseur und sein Werk vorgestellt sowie die analytische Grundlage für die Untersuchung der Medieneffekte im Film geschaffen.
3.1 Gone Girl. Mediale Wahrheit.: Dieser Abschnitt widmet sich der konkreten Filmanalyse, insbesondere wie mediale Berichterstattung die Wahrnehmung der Protagonisten und der Zuschauer manipuliert.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Forschungsergebnisse und stellt fest, dass Medien primär gesellschaftliche Unterhaltungsinteressen bedienen, statt objektive Wahrheit zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Medienreflexion, Gone Girl, David Fincher, Journalismus, Medienethik, Filmtheorie, Mediale Wahrheit, Inszenierung, Stereotypisierung, Bild der Frau, Öffentlichkeit, Sensationspresse, Medienwirkung, Gesellschaftskritik, Fernsehshow.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie das Medium Film das Phänomen der Medienberichterstattung selbst thematisiert und inszeniert.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Zentrum stehen die Medienreflexion, das Klischeebild des Journalisten sowie die Macht der Medien, öffentliche Wahrnehmung und Wahrheit zu konstruieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Medien im Film «Gone Girl» inszeniert werden und welche Rolle sie bei der Beeinflussung der Ereignisse und der Wahrnehmung der Figuren spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Ansatz mit einer anschließenden Filmanalyse kombiniert, um die mediale Darstellung und ihre Wirkung kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs der Medienreflexion und eine empirische Filmanalyse, in der die Rolle der Medien in «Gone Girl» detailreich ausgewertet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienreflexion, mediale Wahrheit, Inszenierung, Journalismus und gesellschaftliche Medienwirkung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die mediale Inszenierung in «Gone Girl» von anderen Medienfilmen?
Der Film von David Fincher nutzt die Medien nicht nur als Hintergrund, sondern als aktive, manipulierende Kraft, die das Schicksal der Protagonisten maßgeblich mitbestimmt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der „medialen Wahrheit“?
Der Autor schließt, dass in der modernen Medienwelt die Wahrheit an Bedeutung verliert und durch sensationelle, publikumswirksame Inszenierungen ersetzt wird.
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- Anonym (Author), 2016, Mediale Wahrheiten. Inszenierung und Rolle der Medien im Film "Gone Girl" von David Fincher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383373