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Theoretische Zeitkonzepte von Migranten im Alltag

Titre: Theoretische Zeitkonzepte von Migranten im Alltag

Dossier / Travail , 2004 , 47 Pages , Note: gut

Autor:in: Dipl.-Kommunikationpsychologin Petra Bühler (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Verschiedene Kulturen unterscheiden sich in ihren Vorstellungen über die Zeit und in ihrem Umgang damit. So weit, so gut. Aber was bedeutet das für Menschen, die ihren gewohnten Kontext verlassen, um in einem fremden Land, einer fremden Kultur zu leben? Wie erleben und gestalten Migranten ihren Alltag in Deutschland, und welche Zeitkonzepte liegen ihrer Alltagsorganisation zugrunde? Welche Zeitkonzepte lassen sich überhaupt unterscheiden? Wie entwickeln sich unterschiedliche Konzepte, und gibt es welche, die für Migranten typisch sind? Dies sind die Fragen, denen ich in dieser Arbeit nachgehen möchte.

Um darzustellen, was die Alltagswelt beinhaltet und aus welchen Elementen sie sich im Hinblick auf die Zeit aufbaut, beziehe ich mich in Kapitel 1 auf ein Konzept der Alltagswelt von Schütz und Luckmann. Den Autoren geht es darum, Kriterien zu beschreiben, die für alle Menschen - egal zu welchem historischen Zeitpunkt und in welchem kulturellen Kontext sie leben - Gültigkeit haben. Also es geht um eine allgemeingültige Struktur der Alltagswelt. Wie diese Struktur im einzelnen ausgefüllt wird, kann von Gesellschaft zu Gesellschaft und nicht zuletzt von Mensch zu Mensch variieren. Mit den verschiedenen Möglichkeiten der Ausgestaltung dieser Struktur setze ich mich in den folgenden Kapiteln auseinander. In Kapitel 2 geht es um die Entwicklung von Zeitbegriffen überhaupt und von soziokulturellen Zeitbegriffen im speziellen. Dabei wird deutlich, warum es zu Spannungen kommen kann, wenn unterschiedliche Konzepte aufeinandertreffen. Auf welchen Dimensionen man kulturelle Zeitkonzepte einordnen kann, schildere ich in Kapitel 3. Hier versuche ich auch, mit Hilfe der beschriebenen Merkmale dieser Dimensionen, das „deutsche Zeitkonzept“ zu konstruieren. Die Konstruktion soll als Grundlage dienen, um die Bedingungen zu beschreiben, die Migranten in Deutschland antreffen und mit denen sie sich in irgendeiner Weise arrangieren müssen.

In Kapitel 4 komme ich noch einmal zurück auf das Konzept der alltäglichen Lebenswelt von Schütz und Luckmann, und zwar im Hinblick darauf, was das Verlassen des gewohnten Umfeldes und der gewohnten Kultur für den Menschen in Bezug zur alltäglichen Lebenswelt bedeutet. Ich stelle hier auch kurz dar, welche Formen der Konfliktlösung es gibt. Wie Migranten ihren Alltag in Deutschland (er)leben und welche Zeitkonzepte sich daraus ableiten lassen, beschreibe ich in Kapitel 5 anhand von ausgewählten Beispielen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 DIE ALLTÄGLICHE LEBENSWELT

1.1 Die zeitliche Struktur der alltäglichen Lebenswelt

1.1.1 Die Weltzeit

1.1.2 Die Zeitstruktur der Reichweite

1.1.3 Die subjektive Zeit

2 DIE BILDUNG VON ZEITBEGRIFFEN

2.1 Entwicklung soziokultureller Zeitkonzepte

3 DIMENSIONEN KULTURELLER ZEITKONZEPTE

3.1 Orientierung an Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft

3.2 Soziales Tempo und Abfolge sozialer Prozesse

3.3 Monochronie und Polychronie

3.4 Konkrete und abstrakte Zeitvorstellungen

3.5 Zyklische und lineare Zeitvorstellungen

3.6 Das Zeitkonzept der Deutschen

4 AUSWIRKUNGEN DER MIGRATION AUF DIE ALLTÄGLICHE LEBENSWELT

5 ZEITKONZEPTE VON MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND

5.1 Das biographische Muster des Produktivitätstypus

5.1.1 Lebenszeit und Alltagszeit des Produtivitätstypus am Beispiel von Herrn Krizan

5.2 Zeiterleben von Aussiedlern und türkischen Migranten im Alltag

5.2.1 Zeiterleben der Aussiedlerinnen

5.2.2 Zeiterleben der Aussiedler

5.2.3 Zeiterleben der Türkinnen

5.2.4 Zeiterleben der türkischen Männer

5.2.5 Zusammenfassung und Schlußfolgerungen

6 SCHLUßBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Migranten in Deutschland ihren Alltag zeitlich strukturieren, welche kulturell geprägten Zeitkonzepte ihrem Handeln zugrunde liegen und wie sie mit den Anforderungen des deutschen Zeitarrangements (monochron, linear) umgehen.

  • Strukturen der alltäglichen Lebenswelt nach Schütz und Luckmann
  • Dimensionen kultureller Zeitkonzepte (monochron/polychron, zyklisch/linear)
  • Das spezifisch „deutsche Zeitkonzept“ im Vergleich
  • Konfliktlösungsstrategien bei Migration (Assimilation, Abschottung, partielle Anpassung)
  • Empirische Analyse des Zeiterlebens bei Aussiedlern und türkischen Migranten

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Die Weltzeit

Die Weltzeit wird erlebt in den zeitlichen Grundmomenten: Fortdauer der Welt/Endlichkeit, Zwangsläufigkeit/first things first und Geschichtlichkeit der Situation:

1.1.1.1 Fortdauer der Welt und Endlichkeit des eigenen Lebens

Indem wir uns der Welt zu- bzw. uns von ihr abwenden, erleben wir deren Fortdauer. Wir gehen z.B. davon aus, daß die Welt weiterbesteht und sich verändert, wenn wir schlafen. Während unsere Bewußtseinsaktivitäten nach dem Aufwachen wieder dort beginnen, wo sie vor dem Einschlafen aufgehört haben, erfahren wir die Welt jedoch als älter geworden. Dieses Erleben der Transzendenz der Weltzeit ist ohne Bezugnahme auf andere möglich. Eine weitere Erfahrung dieser Transzendenz beruht dagegen vor allem auf der Reflexion der intersubjektiven Welt: das Wissen um die Endlichkeit unseres Lebens und die Fortdauer der Welt nach dem Tod. Aus diesem Wissen leitet sich das Relevanzsystem der natürlichen Einstellung ab, das den Menschen veranlaßt, seine Lebenswelt zu meistern. Die Erfahrung der Weltzeit als Transzendenz der eigenen Endlichkeit ist das Grundmotiv für die Lebensplanung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DIE ALLTÄGLICHE LEBENSWELT: Definiert die Alltagswelt als jenen Wirklichkeitsbereich, den der Mensch in der natürlichen Einstellung als selbstverständlich und fraglos gegeben erfährt.

2 DIE BILDUNG VON ZEITBEGRIFFEN: Erläutert, dass Zeitkonzepte nicht angeboren sind, sondern in einem soziokulturellen Prozess erworben werden und tief in affektiv-kognitiven Strukturen verankert sind.

3 DIMENSIONEN KULTURELLER ZEITKONZEPTE: Beschreibt verschiedene Kategorien wie Pünktlichkeit, Tempo und lineare oder zyklische Zeitvorstellungen, um kulturelle Unterschiede systematisierbar zu machen.

4 AUSWIRKUNGEN DER MIGRATION AUF DIE ALLTÄGLICHE LEBENSWELT: Analysiert den durch Migration verursachten Abbruch der vertrauten Zeitstruktur und die Notwendigkeit, neue Relevanz- und Handlungsmuster zu entwickeln.

5 ZEITKONZEPTE VON MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND: Untersucht anhand von Fallbeispielen das Zeiterleben von Aussiedlern und türkischen Migranten in der deutschen Gesellschaft.

6 SCHLUßBEMERKUNGEN: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Ausgangsfragen hinsichtlich der Diversität und Subjektivität von Zeitkonzepten bei Migranten.

Schlüsselwörter

Zeitkonzepte, Alltagsorganisation, Migration, Lebenswelt, soziokulturelle Prägung, Zeitmanagement, Pünktlichkeit, Assimilation, Abschottung, kulturelle Dimensionen, Zeiterleben, zyklische Zeit, lineare Zeit, Integration, Migrationsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen von Migranten in Deutschland in Bezug auf ihre Zeitvorstellungen und deren Organisation im Alltag.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem soziologischen Alltagskonzept, kulturellen Zeitdimensionen und den spezifischen Herausforderungen, denen Migranten durch die Konfrontation mit einem fremden, meist monochronen Zeitverständnis gegenüberstehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, welche Zeitkonzepte Migranten in ihre neue Umgebung mitbringen und wie sie ihre Alltagsorganisation unter dem Druck des deutschen Zeitarrangements (Pünktlichkeit, Taktung) gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen Modellen (Schütz, Luckmann, Hall) basiert und diese mit empirischen Ergebnissen aus verschiedenen Studien zu Migrationsbiographien verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Zeitbegriffe, die Dimensionierung kultureller Unterschiede und die detaillierte Analyse der Bewältigungsstrategien von Aussiedlern und türkischen Migranten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Zeitkonzepte, Lebenswelt, Migration, kulturelle Dimensionen, Integration und Zeiterleben.

Wie unterscheiden sich die Lösungsstrategien der untersuchten Migrantengruppen?

Aussiedler neigen eher zur Assimilation, um sich als Deutsche zu integrieren, während türkische Migranten häufiger Abschottungs- oder partielle Anpassungsstrategien zeigen, bedingt durch den starken Einfluss ihrer Gemeinschaft und den Wunsch der Rückkehr.

Was bedeutet das "Produktivitätstypus"-Muster nach Brose et al.?

Es ist ein Muster, bei dem das Handeln an der Umwelt orientiert ist, sich stark auf die Familie und die Zukunft der Kinder fokussiert, wobei die Vorsorge als selbstverständlicher Bestandteil des Alltags gilt.

Welche Rolle spielt die Zeit in binationalen oder Migrationskontexten?

Unterschiedliche Vorstellungen von Tempo, Pünktlichkeit und der Trennung von Privatem und Öffentlichem führen oft zu Missverständnissen, die fälschlicherweise als Charakterfehler interpretiert werden können.

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Résumé des informations

Titre
Theoretische Zeitkonzepte von Migranten im Alltag
Université
Neisse University Görlitz
Cours
Interkulturelle Kommunikation
Note
gut
Auteur
Dipl.-Kommunikationpsychologin Petra Bühler (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
47
N° de catalogue
V38351
ISBN (ebook)
9783638374415
ISBN (Livre)
9783638799355
Langue
allemand
mots-clé
Theoretische Zeitkonzepte Migranten Alltag Interkulturelle Kommunikation
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl.-Kommunikationpsychologin Petra Bühler (Auteur), 2004, Theoretische Zeitkonzepte von Migranten im Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38351
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Extrait de  47  pages
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