In dieser Arbeit wird zunächst kurz erklärt, was man sich unter Skulpturverfahren vorstellen kann, und das Familienbrett nach Ludewig wird innerhalb der gebräuchlichen Verfahren eingeordnet. Danach wird der theoretischen Hintergrund, der Aufbau und die Anwendung beschrieben sowie Gütekriterien, Grenzen des Verfahrens und Kritik.
Zum Abschluß wird an zwei Beispielen die Anwendung in der Praxis veranschaulicht. Dafür wurden zwei Bereiche ausgewählt, die die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Familienbretts verdeutlichen: den klinischen Bereich mit einem Fallbeispiel aus der Entgiftungsberatung und der Bereich Organisationsberatung und Supervision.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
EINORDNUNG DES FAMILIENBRETTS IN DIE SKULPTURVERFAHREN
THEORETISCHER HINTERGRUND
DAS VERFAHREN
Durchführung
Interventionen
Außensetzung
Dynamisches Spielen
Zusatzfiguren
Vergleichende Konfrontation
Zirkuläres Stellen
Interpretation
Dokumentation
Gütekriterien
BEISPIELE AUS DER PRAXIS
Das Familienbrett in der Entgiftungsbehandlung
Fallbeispiel
Das Familienbrett in Organisationsberatung und Supervision
GRENZEN UND KRITIK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Familienbretts als Skulpturverfahren in der Forschung und Praxis. Ziel ist es, das Verfahren theoretisch einzuordnen, die praktische Durchführung sowie diagnostische Möglichkeiten aufzuzeigen und den Einsatzbereich über die Familientherapie hinaus in die Organisationsberatung zu erweitern, wobei kritische Aspekte beleuchtet werden.
- Theoretische Fundierung des Familienbretts im systemischen Kontext
- Methodik der Durchführung und therapeutische Interventionsmöglichkeiten
- Anwendungsbeispiele aus der Suchttherapie und der Organisationsberatung
- Kritische Reflexion der Validität und des diagnostischen Nutzens
Auszug aus dem Buch
DAS VERFAHREN
Das Familienbrett besteht aus einem 50 x 50 cm großen Kasten mit einem 5 cm breiten Rand auf der oberen Fläche sowie Holzfiguren mit angedeutetem Gesicht in zwei Größen (7 und 10 cm) und zwei Formen (rund und eckig). Für besondere Zwecke gibt es drei farbige sechseckige Figuren. Die Figuren sind absichtlich im Aussehen äußerst sparsam gehalten, um möglichst viel Spielraum für Eigengestaltung bzw. Projektionen oder Evokationen der Probanden zu ermöglichen.
Mehrere variable Merkmale und deren Kombinationen ermöglichen die Abbildung verschiedener Relationen zwischen den Figuren: Distanz, Blickrichtung, Plazierung auf dem Brett (Isolierung, Subgruppen), Reihenfolge der Aufstellung und die Gesamtgestalt der Anordnung.
Da das Material nur gering vorstrukturiert ist, eignet es sich für viele verschiedene Fragestellungen. In Therapie und Beratung läßt sich das Familienbrett beispielsweise gut dafür verwenden, mit Alternativlösungen zu aktuellen Problemen zu experimentieren, vergangene Ereignisse zu (re)konstruieren oder Zukunftsphantasien zu konkretisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Autorin führt in die Thematik der Skulpturverfahren ein und umreißt den Aufbau der Arbeit von der Theorie bis hin zur praktischen Anwendung in verschiedenen Bereichen.
EINORDNUNG DES FAMILIENBRETTS IN DIE SKULPTURVERFAHREN: Dieses Kapitel verortet das Familienbrett innerhalb der Familie der Skulpturverfahren und grenzt es von anderen Methoden ab.
THEORETISCHER HINTERGRUND: Hier wird die systemtheoretische Basis des Verfahrens und dessen Entwicklung durch die Arbeitsgruppe um Kurt Ludewig dargelegt.
DAS VERFAHREN: Die physische Beschaffenheit des Materials sowie die standardisierte Durchführung und die verschiedenen Interventionsmöglichkeiten werden beschrieben.
BEISPIELE AUS DER PRAXIS: Dieser Teil illustriert anhand konkreter Fallbeispiele die Anwendung des Familienbretts sowohl in der Suchtbehandlung als auch in der Organisationsberatung.
GRENZEN UND KRITIK: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Auseinandersetzung über die methodischen Grenzen und die Validität des Instruments.
Schlüsselwörter
Familienbrett, Skulpturverfahren, Systemische Therapie, Familienaufstellung, Diagnostik, Organisationsberatung, Supervision, Suchtbehandlung, Kommunikationstheorie, Projektives Verfahren, Beziehungsdynamik, Interventionsformen, Systemisches Denken, Psychotherapeutische Diagnostik, Prozessberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Familienbrett nach Ludewig als ein therapeutisches und diagnostisches Instrument, das es ermöglicht, soziale Systeme und deren Beziehungsdynamiken symbolisch im Raum abzubilden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Herleitung aus systemischen Ansätzen, die methodische Anwendung in der Praxis sowie eine kritische Evaluation der wissenschaftlichen Aussagekraft des Verfahrens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Familienbrett als vielseitiges Mittel für Forschung und Beratung zu beschreiben, dessen Anwendungsmöglichkeiten von der klinischen Arbeit bis zur Organisationsentwicklung reichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturarbeit, die durch die Darstellung von praktischen Anwendungsbeispielen und Fallstudien ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Durchführung, die Vorstellung spezifischer Interventionstechniken wie "Außensetzung" oder "Zirkuläres Stellen" und deren praktische Anwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Familienbrett, systemische Therapie, Skulpturverfahren, Beziehungsdynamik, Diagnostik und Interventionsmöglichkeiten.
Wie kann das Familienbrett in der Organisationsberatung eingesetzt werden?
Simmerl nutzt das Verfahren hierbei zur Reduktion von Komplexität, zur Förderung des Perspektivenwechsels und zur Sichtbarmachung von verdeckten Spielregeln in Teams oder Organisationen.
Warum gibt es Kritik am Familienbrett?
Kritiker wie Baumgärtel bemängeln die mangelnde Standardisierung im Sinne der klassischen Testtheorie und sehen eine Gefahr im Eklektizismus, da normative Erwartungen weitgehend abgelehnt werden.
- Quote paper
- Dipl.-Kommunikationpsychologin Petra Bühler (Author), 2004, Das Familienbrett nach Ludewig: Ein Skulpturverfahren für Forschung und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38352