Bei diesem Skript handelt es sich um die Grundlagen der Rentenberechnung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Es ist lediglich eine Einführung in die Berechnung von gesetzlichen Renten und zeichnet den Regelfall eines Versicherten in den alten Bundesländern ohne das Beitrittsgebiet ab. Es soll helfen, die Rentenberechnung zu verstehen, ohne zu tiefgründig zu sein. Daraus folgt, dass das Übergangsrecht hier nur gelegentlich Erwähnung findet.
Am Ende des Skriptes befinden sich Beispielaufgaben mit Lösungen, damit Sie die Berechnungsgrundsätze nachvollziehen können.
Stand der Gesetze ist Oktober 2017. In der Zukunft geplante Gesetzesänderungen sind somit nicht berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Rentenformel
2. Ermittlung von persönlichen Entgeltpunkten
2 a) Ermittlung von Entgeltpunkten…
2 a i) …aus Beitragszeiten
2 a ii) …aus Kindererziehungszeiten
2 a iii) …aus Kinderberücksichtigungszeiten
2 a iv) …aus beitragsfreien Zeiten
2 a v) …aus Zuschlägen für beitragsgeminderte Zeiten
2 a vi) …aus Zu- oder Abschlägen bei einem durchgeführten Versorgungsausgleich
2 a vii) …aus Zuschlägen aus Zahlung von Beiträgen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters
2 a viii) …aus Zuschlägen von Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus geringfügiger Beschäftigung
2 b) Zugangsfaktor…
2 b i) …bei Altersrenten
2 b ii) …bei Erwerbsminderungs- und Erziehungsrenten
2 b iii) …bei Hinterbliebenenrenten
2 b iv) …bei Folgerenten
2 c) Zuschlag bei Witwen- und Witwer- sowie Waisenrenten
2 c i) Zuschlag bei Witwen- und Witwerrenten
2 c ii) Zuschlag bei Waisenrenten
2 d) Besitzschutz
3. Ermittlung des Rentenartfaktors
4. Der aktuelle Rentenwert
5. Übungsaufgaben mit Lösungen
5 a) Übung zur Ermittlung von Entgeltpunkten und Berechnung der Monatsrente
5 a) Lösung zum Sachverhalt Vanessa Cremers
5 b) Übung zur Bewertung von Kinderberücksichtigungszeiten
5 b) Lösung der Übung zur Bewertung von Kinderberücksichtigungszeiten
5 c) Übung zur Gesamtleistungsbewertung
5 c i) Übung zur Grundbewertung
5 c i) Lösung der Übung zur Grundbewertung
5 c ii) Übung zur Vergleichsbewertung
5 c ii) Lösung der Übung zur Vergleichsbewertung
5 c iii) Übung zur Bewertung beitragsfreier und beitragsgeminderter Zeiten
5 c iii) Lösung zum Sachverhalt Chantal Halma
5 d) Übung zum Zugangsfaktor
5 d) Lösung der Übung zum Zugangsfaktor
5 e) Übung zu Witwen- und Witwer- sowie Waisenrentenzuschlägen
5 e) Lösung zum Sachverhalt Roger Haberstroh
Zielsetzung & Themen
Dieses Skript bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Rentenberechnung innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung, fokussiert auf Versicherte in den alten Bundesländern. Ziel ist es, die systematische Berechnung von Rentenansprüchen anhand der gesetzlichen Rentenformel und ihrer Komponenten verständlich zu vermitteln.
- Methodik der Ermittlung persönlicher Entgeltpunkte
- Berechnung und Anwendung des Zugangsfaktors bei verschiedenen Rentenarten
- Zuschläge für Witwen-, Witwer- und Waisenrenten
- Bedeutung des aktuellen Rentenwertes und der Rentenartfaktoren
- Praktische Anwendung durch Beispielaufgaben und deren Lösungen
Auszug aus dem Buch
2 a i) …aus Beitragszeiten
In der gesetzlichen Rentenversicherung gilt das sogenannte Äquivalenzprinzip. Das bedeutet, dass die spätere Rentenhöhe maßgeblich von der Höhe der Einzahlungen abhängt. Um diesem Grundsatz Rechnung zu tragen ermitteln sich Entgeltpunkte aus Beitragszeiten, indem die Beitragsbemessungsgrundlage (in der Regel der Verdienst) durch das Durchschnittsentgelt (Anlage 1 zum SGB VI) für dasselbe Kalenderjahr geteilt wird. Für das Kalenderjahr des Rentenbeginns und das davorliegende Kalenderjahr ist als Divisor das vorläufige Durchschnittsentgelt zu verwenden.
Beispiel:
Ein Versicherter hat in 2010 30.589,- Euro verdient. Das Durchschnittsentgelt in 2010 betrug 31.144,- Euro.
Lösung: Der Versicherte hat 0,9822 Entgeltpunkte (30.589 : 31.144) in 2010 erworben.
Zu beachten ist die Beitragsbemessungsgrenze (Anlage 2b zum SGB VI). Überschreiten die Entgeltpunkte für ein Jahr diesen Wert, sind sie auf diesen zu begrenzen. Bei Beschäftigungen, die kein ganzes Jahr umfassen, ist die Beitragsbemessungsgrenze anteilig zu betrachten.
§ 70 Abs. 1 SGB VI gilt auch für geringfügige Beschäftigungen, für die Versicherungspflicht besteht. Bei geringfügigen Beschäftigungen mit Versicherungsfreiheit findet hingegen § 76b SGB VI Anwendung (siehe Abschnitt 2 a viii) des Skriptes).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Rentenformel: Erläutert die mathematische Grundlage der Monatsrentenberechnung durch die Multiplikation von persönlichen Entgeltpunkten, Rentenartfaktor und aktuellem Rentenwert.
2. Ermittlung von persönlichen Entgeltpunkten: Beschreibt detailliert die verschiedenen Faktoren wie Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten und Zuschläge, die die Summe der Entgeltpunkte eines Versicherten bestimmen.
3. Ermittlung des Rentenartfaktors: Stellt die unterschiedlichen Faktoren für verschiedene Rententypen vor, die den Auszahlungsgrad der Rente steuern.
4. Der aktuelle Rentenwert: Erklärt die Funktion des Rentenwertes als dynamische Komponente der Rentenformel und dessen jährliche Festlegung.
5. Übungsaufgaben mit Lösungen: Bietet praxisnahe Fallbeispiele zur Anwendung der Rentenberechnungsgrundsätze für unterschiedliche Szenarien und Versichertenbiografien.
Schlüsselwörter
Rentenberechnung, Rentenformel, Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor, Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten, Rentenversicherung, Altersrente, Hinterbliebenenrente, beitragsfreie Zeiten, SGB VI, Versorgungsausgleich, Besitzschutz, Rentenwert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument primär?
Das Dokument vermittelt die grundlegenden rechtlichen und mathematischen Prinzipien zur Berechnung von Renten in der gesetzlichen Rentenversicherung für den Regelfall in den alten Bundesländern.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Rentenformel, die Ermittlung von Entgeltpunkten, die Bedeutung des Zugangsfaktors, Rentenartfaktoren sowie spezifische Zuschläge für Hinterbliebene.
Was ist das primäre Ziel der Publikation?
Ziel ist es, den Lesern zu ermöglichen, die komplexe Rentenberechnung anhand der gesetzlichen Regelungen des SGB VI methodisch nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Publikation basiert auf einer systematischen Aufarbeitung der gesetzlichen Grundlagen, ergänzt durch praktische Rechenbeispiele und Fallstudien zur Anwendung der Formeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufschlüsselung der Rentenformel-Komponenten sowie eine umfangreiche Sektion mit Übungsaufgaben, die reale Rentenbiografien simulieren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind die Rentenformel, Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und verschiedene Rentenarten wie Alters- oder Hinterbliebenenrenten.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von beitragsfreien Zeiten?
Beitragsfreie Zeiten werden meist über einen Gesamtleistungswert bewertet, wobei zwischen verschiedenen Arten wie Anrechnungs- oder Zurechnungszeiten unterschieden wird.
Was besagt der Besitzschutz gemäß § 88 SGB VI?
Der Besitzschutz stellt sicher, dass die bereits erreichten persönlichen Entgeltpunkte eines Versicherten bei einem Rentenneubeginn innerhalb einer bestimmten Frist nicht reduziert werden dürfen.
- Arbeit zitieren
- LL.B. Simon Winzer (Autor:in), 2017, Skript zu Grundlagen der Rentenberechnung in der gesetzlichen Rentenversicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383548