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Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland?

Bildungsarmut. Eine Folge sozialer Ungleichheit

Title: Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland?

Term Paper , 2015 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Miriam Schönlau (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In diesem Beitrag wird zunächst ein Blick auf die historische Entwicklung von Bildung geworfen. Warum spielt Bildung in der heutigen Zeit eine immer wichtiger werdende Rolle? Im Zuge dessen soll der zentrale Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland herausgefiltert werden. Sodann wird definiert, was soziale Herkunft ausmacht und warum die so eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Bildungschancen hat. Am Ende wird ein Blick auf die PISA Studie 2000, mit Vergleich auf die PISA Studie 2012 geworfen um mögliche Entwicklungstendenzen der sozialen Ungleichheit mit Bezug auf die Bildungschance herauszufiltern und Fortschritte sowie neue Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem zu erkennen. Im Fazit soll eine Verbindung zur sozialen Arbeit hergestellt werden. Welche Möglichkeiten hat soziale Arbeit im Bereich der Bildungsdebatte mitzuwirken?

Spätestens seit Veröffentlichung der PISA (Programme for International Student Assessment)-Studie 2000, steht das deutsche Bildungssystem in der Kritik. Eins der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass in fast keinem, der 32 anderen Teilnehmerländer der Unterschied zwischen guten und schlechten Leistungen so groß wie in Deutschland ist. Hieraus entstand erstmals die Debatte in Deutschland, ob das Schulsystem Leistungsdifferenzen zwischen Schülern nicht verringert, sondern hingegen verstärkt. Zusätzlich wurde festgestellt, dass die soziale Herkunft eine entscheidende Rolle in Bezug auf das gemessene Kompetenzniveau spielt.

Der ganze Sinn der Schulformdifferenzierung wurde in Frage gestellt, da die Selektion nicht primär auf den Leistungsunterschieden und Begabungen beruht, sondern viel mehr auf der sozialen Herkunft. Laut PISA -Studie hat rund ein Viertel der deutschen Kinder in der mathematischen, wie auch in der sprachlichen Grundbildung die Kompetenzstufe I nicht oder nur knapp erreicht. Hieraus folgt die Erkenntnis, dass ein Großteil der Kinder nicht einmal die grundlegenden Kompetenzen besitzt. Die Kompetenzen sollten jedoch vorhanden sein, um überhaupt den Willen zur Unterrichtsteilnahme und Gestaltung zeigen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildungsarmut eine Folge sozialer Ungleichheit

2.1 Historische Entwicklung des Bildungsbegriffes in Deutschland bis hin zum Recht auf Bildung

2.2 Intergenerative Weitergabe von Habitus und sozialem Status innerhalb der Familie

2.3 Empirische Messungen und Beweise anhand der PISA- Studien

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und Jugendlichen und der Entstehung von Bildungsarmut in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheiten die Bildungschancen beeinflussen und welche Rolle dabei Faktoren wie das kulturelle, soziale und ökonomische Kapital der Eltern spielen.

  • Historische Entwicklung des Bildungsbegriffs
  • Sozialisation und intergenerative Weitergabe von Habitus
  • Bedeutung des kulturellen, sozialen und ökonomischen Kapitals
  • Analyse der PISA-Studien zur Bildungsarmut
  • Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Intergenerative Weitergabe von Habitus und sozialem Status innerhalb der Familie

Die grundlegende Frage ist, wie soziale Ungleichheit der Kinder in den Familien entsteht und warum dabei die soziale Herkunft eine so wichtige Rolle spielt. Soziale Ugleichheiten werden in diesem Beitrag in Anlehnung an Hradil als Kondition definiert, in der Menschen von knappen Gütern und Ressourcen einer Gesellschaft konstant weniger oder mehr als andere erhalten (vgl. Hardil 2005, S. 30). In der Weiterführung der Klassentheorie von Karl Marx, der die kapitalistische Gesellschaft kritisch in zwei Schichten (Bourgeoise und Proletariat) aufteilte, hat Pierre Bourdieu seiner Zeit laut Kuhlmann, in seinem Werk die „feinen Unterschiede“ (1979) davon gesprochen, dass Personen einen bestimmten Platz im sozialen Raum einnehmen.

„Diese Position lässt sich einer bestimmten Klasse zuordnen, sie wird aber nicht nur durch materiellen Besitz bestimmt, sondern vor allem auch durch den „Besitz“ von Kultur und Bildung“ (Kuhlmann 2008 b, S. 305).

Jede soziale Schicht hat einen eigenen Habitus, d.h. eigene Vorlieben und Abneigungen, Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Handeln. Dabei hat die obere Schicht, ständig das Ziel ihren Status zu erhalten oder gar zu verbessern und sich von der Mittelschicht abzugrenzen. Die Mittelschicht versucht dagegen, sich der Oberschicht anzupassen. Somit entsteht ein ständiges Wechselspiel zwischen den Schichten. Die untere Schicht hat primär die Strategie des Statuserhalts. Sie beschäftigt sich viel mehr mit dem Kampf um die eigene Existenz (vgl. ebd., S.305). Mit den herkunftsspezifischen Unterschieden im Bildungssystem hat sich auch Boudon beschäftigt. Er entwarf laut Baumert unter anderem eine Theorie mit der sich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsungleichheiten erklären lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der PISA-Studie für die Kritik am deutschen Schulsystem und führt in die Fragestellung zur Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg ein.

2 Bildungsarmut eine Folge sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel analysiert theoretisch und empirisch die Hintergründe der Bildungsungleichheit, von der historischen Entwicklung über die Bourdieu'sche Habitus-Theorie bis hin zu PISA-Daten.

2.1 Historische Entwicklung des Bildungsbegriffes in Deutschland bis hin zum Recht auf Bildung: Es wird die Transformation des Bildungsbegriffs von einem elitären Gut hin zum Menschenrecht und die damit verbundene Aufhebung von Exklusionsmechanismen beschrieben.

2.2 Intergenerative Weitergabe von Habitus und sozialem Status innerhalb der Familie: Das Kapitel untersucht Mechanismen wie Sozialisation und verschiedene Kapitalformen (kulturell, sozial, ökonomisch), die den Schulerfolg maßgeblich determinieren.

2.3 Empirische Messungen und Beweise anhand der PISA- Studien: Anhand statistischer Daten wird die Korrelation zwischen sozialer Herkunft und dem Erreichen von Kompetenzstufen belegt und die Entwicklung seit dem Jahr 2000 kritisch betrachtet.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus konkrete Handlungsbedarfe für das Schulsystem sowie für die Soziale Arbeit ab.

Schlüsselwörter

Bildungsarmut, Soziale Ungleichheit, Soziale Herkunft, PISA-Studie, Habitus, Kulturelles Kapital, Sozialisation, Bildungschancen, Bildungsreform, Soziale Arbeit, Kompetenzniveau, Bildungsungleichheit, Sekundarstufe, Kapitaltheorie, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert, inwiefern Bildungsarmut in Deutschland eine direkte Konsequenz sozialer Ungleichheit darstellt und wie die soziale Herkunft den Bildungserfolg beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Schwerpunkte sind die historische Genese des Bildungsbegriffs, die Bedeutung sozioökonomischer Faktoren auf die kindliche Entwicklung und die empirische Überprüfung mittels PISA-Ergebnissen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche Mechanismen dazu führen, dass die soziale Herkunft über die Bildungschancen bestimmt und wie die Soziale Arbeit in diesen Prozess intervenieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer Theorien (insb. Bourdieu) sowie auf die Auswertung und Interpretation empirischer Daten aus verschiedenen PISA-Studien.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine theoretische Einbettung durch Habitus- und Kapitalbegriffe sowie eine empirische Auswertung der Bildungsarmut anhand von Schichtzugehörigkeit.

Welche Keywords prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungsarmut, soziale Herkunft, Habitus, PISA-Studien, kulturelles Kapital und Bildungschancen.

Welche Rolle spielen Elternhäuser nach Bourdieu?

Elternhäuser vermitteln ihren Kindern kulturelles, soziales und ökonomisches Kapital, welches den Habitus prägt und somit die Bildungsentscheidungen und -erfolge maßgeblich mitbestimmt.

Was genau versteht man unter "Bildungsarmut" im Kontext der PISA-Studien?

Bildungsarmut wird hier primär als das Nichterreichen der grundlegenden Kompetenzstufe I definiert, was die Betroffenen als Risikogruppe ausweist.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die Soziale Arbeit?

Soziale Arbeit soll als Vermittler zwischen Elternhaus und Schule fungieren, frühkindliche Förderung stärken und beratend bei schulischen Übergängen unterstützen, um soziale Disparitäten abzumildern.

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Details

Title
Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland?
Subtitle
Bildungsarmut. Eine Folge sozialer Ungleichheit
College
University of Applied Sciences Münster
Grade
1,0
Author
Miriam Schönlau (Author)
Publication Year
2015
Pages
11
Catalog Number
V383564
ISBN (eBook)
9783668590830
ISBN (Book)
9783668590847
Language
German
Tags
Soziale Ungleichheit Bildungsarmut
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Schönlau (Author), 2015, Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsarmut in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383564
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