Die vorliegende Projektarbeit liefert einen Überblick über die technisch und ökonomische Beurteilung von Lieferanten, um den leistungsfähigsten Lieferanten wählen zu können.
Lieferantenbewertung ist ein allgemein bekanntes Problem in Unternehmen. Wenn auch bisher im Einkauf versucht wurde, die günstigsten Bezugsquellen zu finden, so waren diese Lieferanten oft subjektiv und unsystematisch ausgewählt worden.
Die Information über die wirtschaftliche, ökologische und technische Leistungsfähigkeit eines Lieferanten sollte nicht unterschätzt werden. Die Beschaffungsmärkte sind heutzutage international verflochten, Innovationszyklen kurz, und Versorgungsengpässe sind keine Seltenheit. Der Einkauf ist in den Mittelpunkt des Unternehmens gerückt, und die Beschaffungspolitik bekommt eine strategische Ausrichtung. Partnerschaftliche Lieferantenpolitik gehört als nicht unwichtiger Teil zu dieser Strategie. Anforderungen und Leistungsfähigkeit von Lieferanten müssen genau erkannt werden.
Sie wird sonst zum Risiko für das Unternehmen. Es müssen Anforderungskriterien definiert werden, und Leistungsfähigkeit und Lieferleistung sollten einer objektiven Bewertung unterzogen werden. So werden interne Prozesse gesichert und die Kommunikation mit dem Partner verbessert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Grundlagen der Beschaffung
1.4 Beschaffungsprozess und Beschaffungscontrolling
1.5 Lieferantenbewertung als Teil des Lieferantenmanagementsystems
2 Unternehmensvorstellung
3 Ist-Situation und Problemstellung
4 Soll-Situation
5 Möglichkeiten einer Lieferantenbewertung
5.1 Arten und Verfahren der Lieferantenbewertung
5.2 Exemplarische Lieferantenbewertung von Hand
5.2.1 Quantitativer Lieferantenvergleich
5.2.2 Qualitativer Lieferantenvergleich
5.3 EDV-gestützte Lieferantenbewertung
5.3.1 Anforderungen an das Lieferantenbewertungssystem
5.3.2 Hardwarevoraussetzung
5.3.3 Betrieb der Lieferantenbewertungssoftware
5.3.3.1 Lokaler Betrieb
5.3.3.2 Netzwerkbetrieb
5.3.3.3 Onlinebetrieb
6 Vergleich der verschiedenen Softwarelösungen (technischer Vergleich)
6.1 Aufbau der Lieferantenbewertungssoftware
6.2 Vergleich der drei Systeme
7 Betriebswirtschaftliche Betrachtung
7.1 Ermittlung des Einsparpotentials
7.2 Verfahren zur Auswahl der geeigneten Alternative
7.2.1 Kostenvergleichsrechnung
7.2.2 Erweiterte Nutzwertanalyse
7.3 Kritische Menge
8 Entscheidungsvorschlag und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit erstellt eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung der Zacriti EDV & Bürotechnik GmbH zur Einführung einer softwaregestützten Lieferantenbewertung. Es wird analysiert, ob eine solche Implementierung wirtschaftliche Vorteile gegenüber der bisherigen manuellen Vorgehensweise bietet und wie diese strategisch in den Beschaffungsprozess integriert werden kann.
- Analyse des Beschaffungscontrollings und der Lieferantenbewertung
- Vergleich zwischen manuellen und EDV-gestützten Bewertungsmethoden
- Technischer und betriebswirtschaftlicher Vergleich von Softwarelösungen
- Ermittlung der kritischen Menge zur Amortisation der Systemkosten
- Strategische Optimierung der Lieferantenbeziehungen und Prozesse
Auszug aus dem Buch
Qualitativer Lieferantenvergleich
Der qualitative Lieferantenvergleich in Form eines Scoring-Modells soll neben klar messbaren Größen auch schwer quantifizierbare Merkmale wie Qualität, Zuverlässigkeit und Service berücksichtigen. Im Gegensatz zum reinen Angebotsvergleich, der den günstigsten Preis ermittelt, soll eine qualitative Lieferantenbewertung weitergehende Ziele verfolgen. Diese können sein:
- Fehlerreduktion in der Lieferkette
- Verbesserung der Kunden-Lieferanten-Beziehung
- Identifikation von Risiken und Verbesserungspotentialen
- regelmäßige Überprüfung der Lieferantenklasse
- höhere Transparenz
Auf Basis von definierten Kriterien erfolgt eine Klassifizierung als A-, B- oder C- Lieferant. Diese Einteilung dient der langfristigen Zusammenarbeit mit den Lieferanten und wird regelmäßig überprüft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation im Einkauf, definiert die Grundlagen des Beschaffungsprozesses und ordnet die Lieferantenbewertung in das Lieferantenmanagementsystem ein.
2 Unternehmensvorstellung: Stellt das mittelständische Unternehmen Zacriti EDV & Bürotechnik GmbH sowie dessen Dienstleistungsspektrum vor.
3 Ist-Situation und Problemstellung: Analysiert die aktuelle, oft unsystematische Bestellpraxis und die daraus resultierenden Probleme für das Unternehmen.
4 Soll-Situation: Definiert den angestrebten Prozess mit Fokus auf Qualität, Just-in-time-Verfügbarkeit und Datentransparenz.
5 Möglichkeiten einer Lieferantenbewertung: Erläutert manuelle Methoden sowie die technischen Anforderungen und Betriebsmöglichkeiten einer EDV-gestützten Lieferantenbewertung.
6 Vergleich der verschiedenen Softwarelösungen (technischer Vergleich): Vergleicht technisch die Angebote von drei Softwareanbietern für das Lieferantenmanagement.
7 Betriebswirtschaftliche Betrachtung: Führt eine Kostenvergleichsrechnung und Nutzwertanalyse durch und berechnet die kritische Menge für die Amortisation der Softwarekosten.
8 Entscheidungsvorschlag und Fazit: Bündelt die Ergebnisse in einer konkreten Handlungsempfehlung für die Geschäftsleitung.
Schlüsselwörter
Lieferantenbewertung, Beschaffungscontrolling, Zacriti EDV & Bürotechnik, Scoring-Modell, Kostenvergleichsrechnung, Nutzwertanalyse, kritische Menge, Lieferantenmanagement, Prozessoptimierung, Warenwirtschaft, Beschaffungsprozess, EDV-gestützte Bewertung, Amortisation, Wettbewerbsfähigkeit, Lieferantenbeziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die Zacriti EDV & Bürotechnik GmbH durch eine systematisierte Lieferantenbewertung ihre Beschaffungsprozesse effizienter gestalten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Beschaffungscontrolling, die Auswahl und Bewertung von Lieferanten sowie der technische und wirtschaftliche Vergleich von Softwarelösungen für diesen Zweck.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung, ob die Einführung einer Softwarelösung für die Lieferantenbewertung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommen qualitative Scoring-Modelle, eine Kostenvergleichsrechnung sowie eine erweiterte Nutzwertanalyse zur Anwendung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Ist-Analyse, die Vorstellung verschiedener Bewertungsmethoden, den technischen Systemvergleich von Softwareprodukten sowie die betriebswirtschaftliche Kalkulation der Investition.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lieferantenbewertung, Beschaffungscontrolling, Scoring-Modell und kritische Menge.
Warum wird für Zacriti eine Softwarelösung empfohlen?
Die Softwarelösung (EQMS) bietet im Vergleich zur manuellen Arbeitsweise bei einer jährlichen Anzahl von 800 Bestellungen erhebliche Zeitersparnisse und sorgt für mehr Transparenz.
Was ist das Ergebnis der Berechnung der kritischen Menge?
Es sind 449 Bestellungen pro Jahr notwendig, damit sich die Kosten für die Einführung der ausgewählten Lieferantenbewertungssoftware amortisieren.
Welcher Softwareanbieter schnitt bei der Analyse am besten ab?
Die onlinebasierte Lösung "EQMS" ging sowohl im technischen Vergleich als auch bei der Kosten- und Nutzwertanalyse als Sieger hervor.
Welche Rolle spielt die Strategie für die Lieferantenbewertung?
Neben rein monetären Vorteilen dient die Bewertung als strategisches Instrument, um Lieferantenbeziehungen zu optimieren, Risiken zu minimieren und die Wettbewerbsposition zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Hosni Zacriti (Autor:in), 2015, Entscheidungsvorlage an die Geschäftsführung zum Aufbau einer Lieferantenbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383589