Kommunikation und Konfliktlösung nach dem Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick


Hausarbeit, 2017
11 Seiten, Note: 2,3
Merr Y (Autor)

Leseprobe

Inhalt

(1) Reflektion der bedeutenden Inhalten des Blockseminars

(2)Auswahl eines der besprochenen Kommunikations- oder Konfliktlösungsmodelle und Darstellung eines Modells durch ein geeignetes Beispiel.

Selbstkonstruiertes Beispiel:

(3)Übertragung der Inhalte auf den Schulalltag, insbesondere auf den LER Unterricht. Umsetzbare und wesentliche Aspekte für den Unterricht.

Literaturverzeichnis

(1) Reflektion der bedeutenden Inhalten des Blockseminars

Für mich persönlich war die Definition der Kommunikation, welches die Grundlage des Seminars bildete sehr interessant und bedeutend. Denn ständig tauschen wir mit unseren Mitmenschen Informationen aus. Sei es in Form eines Briefes, in einem Gespräch, mit einer SMS, durch ein Telefonat, einen Blick oder eine bestimmte Körperhaltung. Kommunikation ist das wichtigste Bindemittel zwischen Menschen.[1]

Ob aktive oder passive, verbale oder nonverbale,- Kommunikation ist eine Interaktion die zwischen mindestens zwei Teilnehmern stattfindet. Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawik stellte fest: „Wir können nicht nicht kommunizieren.“ Selbst wenn wir es nicht beabsichtigen, senden wir Botschaften aus, die von anderen aufgenommen und gedeutet werden. Ein einfaches Beispiel: Sitzen wir schweigend in einem Raum und starren die Wand oder den Boden an, so kommunizieren wir: „Ich möchte nicht gestört werden.“

Die Kommunikation ist also auf Wechselseitigkeit angelegt und stellt somit ein sehr komplexen Vorgang dar.

Kommunikation hängt auch davon ab, mit wem wir kommunizieren. Mit Erwachsenen kommunizieren wir anders als mit Kindern. In der Schule oder im Berufsleben ist der Inhalt und die Art der Kommunikation anders als mit Freunden. Sogar mit Familienmitglieder werden andere Themen besprochen als mit Kolleginnen.

Kommunikation bezeichnet also den Austausch von Nachrichten/ Informationen zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern.

Der sogenannte Sender muss für das was er mitteilen will, eine Ausdrucksform finden, d. h. er codiert (verschlüsselt) die Nachricht beispielsweise in Worte oder aber auch in Mimik/ Gestik. Der Empfänger, der die Mitteilung verstehen und angemessen darauf reagieren will, muss in der Lage sein, die Nachricht zu decodieren (entschlüsseln). Reagiert der Empfänger darauf, so wird er zum Sender einer neuen Nachricht, die er wiederum codiert usw. so entsteht ein Regelkreis.

Dieser Kommunikationsvorgang passiert immer und überall und verläuft normalerweise selbstständig, sodass er nicht weiter problematisch erscheint. Es wäre auch viel zu aufwendig, die eigene Kommunikation ständig zu hinterfragen. Erst bei Missverständnissen rückt der Kommunikationsprozess in das Blickfeld.

Missverständnisse treten dann hervor, wenn bei der Kodierung und bei der Dekodierung von Nachrichten Störungen auftreten. Ursachen dafür können sein: Übersetzungsfehler, Mehrdeutigkeit, unterschiedliche Sprache, kulturelle Unterschiede, eingegrenzte Wahrnehmung, mangelnde Aufmerksamkeit, Selektion begrenzter Merkmale, etc.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich es sehr interessant fand zu erfahren, wie der Blickkontakt in den verschiedenen Kulturen gewertet beziehungsweise gedeutet wird. In Europa blickt der Zuhörer den Sprecher an, um seine Aufmerksamkeit zu signalisieren. Auch in Amerika wird der Blickkontakt als wertvoll angesehen. Bei einem Menschen, der mit seinen Blicken ausweicht, wird sogar angenommen, dass er lügt.[2] Doch in anderen Teilen der Welt, wird der Blickkontakt als respektlos angesehen, insbesondere in Kontakt mit Vorgesetzten. In Asien beispielsweise darf man den Älteren oder den Lehrern scheinbar aus Respekt nicht in die Augen schauen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sender- Mitteilung- Empfänger

Wissenschaftler haben sich daraufhin die Frage gestellt, wie Kommunikation erklärt werden kann, unter welchen Bedingungen sie abläuft, was Kriterien für eine gelingende Kommunikation sind, und haben daraus verschieden Erklärungsmodelle entwickelt.

(2)Auswahl eines der besprochenen Kommunikations- oder Konfliktlösungsmodelle und Darstellung eines Modells durch ein geeignetes Beispiel.

Um Kommunikation zu beschreiben hat der Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeut Paul Watzlawik (1969) ein Kommunikationsmodelle erstellt, welches provisorischen Formulierungen obliegt und aus sich selbst heraus verständlich ist.

Kommunikation heißt demnach nicht nur Informationen übermitteln und austauschen, sondern auch miteinander in Verbindung treten, sich verständigen und verstehen.

So formulierte Watzlawik 5 Grundregeln (=5 Axiome) die unsere Kommunikation bestimmen. Mit ihnen lassen sich bestimmte Gesichtspunkte beschreiben oder analysieren. Ebenso wird gezeigt wie eng die sprachliche Kommunikation mit Emotionen und Beziehungen verbunden ist.

Auf diesem Weg hat die Kommunikationstheorie von Watzlawik großes Interesse in mir geweckt. Im folgenden werde ich diese Theorie beschreiben und hoffentlich zu den Ebenen den Bezug zum selbst konstruierten Beispiel vorlegen. Beginnend mit einer selbst konstruierten Erzählung.

Selbstkonstruiertes Beispiel:

Es klingelt zur ersten Unterrichtsstunde nach den Sommerferien. Frau Morgenstern hat im Klassenraum alle Stühle und Tische umgestellt und bittet demnach alle Schüler und Schülerinnen am Morgenkreis teilzunehmen. Felix, der sich um paar Minütchen verspätet, setzt sich, ohne ein Kommentar von sich zu geben, an seinen Tisch.

Frau Morgenstern ist über das Verhalten von Felix sehr überrascht und deutet seine abwesende Art als provozierend. (1. Axiom)

Sie geht auf ihn zu, legt ihre Hände gestreckt auf seinen Tisch und guckt auf ihn herab. Felix war bis zu diesem Moment sehr vertieft in seinen Gedanken. „Sag mal, geht's dir gut?“ (2. Axiom) schaut ihn die Lehrerin mit einem fragenden Gesicht an. „Ich bin doch die Rest der Zeit vom Morgenkreis ausgeschlossen.“ und widmet Thomas einen schuldigen Blick zu und zeigt damit, dass er der Grund dafür sei, dass er nicht am Kreis teilnehmen darf.

(Zu Thomas' Person: der Beste Freund von Felix, drei Jahre älter als er und der Trainer deren Fußballmannschaft.)

Daraufhin fühlt sich Thomas angegriffen und fängt an Felix für seine Taten verantwortlich zu machen. Felix schreit zurück „Du Heuchler!“. Und die Diskussion ging los.

Die Lehrerin blickt nicht mehr durch, denn beide Schüler werten das, was der Gegenüber sagt, als nicht richtig ab. Es ist klar, dass die Reaktion des einen auf die Aktion des anderen zu schulden ist, jedoch ist nicht klar wer damit angefangen hat. (3.Axiom) Als Frau Morgenstern die Diskussion unterbricht, fängt Felix an zu weinen und schüttelt vor Trauer und Enttäuschung den Kopf, denn Thomas war eins sein Bester Freund. (4. Axiom) Dieser spürt wie verletzt sein Freund ist und reicht ihm mutig seine Hand: „ Hör mal Felix, wenn du möchtest können wir in Zukunft die Mannschaft gemeinsam anführen, dann setzen wir uns gemeinsam durch und kämpfen nicht gegeneinander. Ist das in Ordnung für dich?“ fragt Thomas und lächelt Felix an. (5. Axiom) „Du bist und bleibst doch mein Bester Freund.“

1. Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Der erste Grundsatz besagt, dass es unmöglich ist keine Signale beziehungsweise. Informationen von sich zu geben. Wie oben bereits erwähnt, vermittelt ein Mensch selbst mit dem Blick auf den Boden eine Botschaft- er kommuniziert. Er zeigt beziehungsweise. gibt zu verstehen, dass er kein Interesse daran hat, mit jemandem in Kontakt zu treten, wie es sich ebenfalls aus dem selbst konstruierten Beispiel entnehmen lässt. Felix setzt sich ohne jegliche Kommentare an sein Platz und lässt die Lehrerin spüren, dass er nicht mit ihr „sprechen“ möchte und kein Interesse an der gemeinsamen Interaktion hat. Das bedeutet: Sobald sich mindestens zwei Personen wahrnehmen und eine Situation teilen, kommunizieren sie miteinander, ob „gewollt oder ungewollt“. Das mag erst einmal merkwürdig klingen. Doch jedes Verhalten sendet eine Botschaft an die Umgebung und hat einen kommunikativen Charakter. Demzufolge findet Kommunikation nicht nur in Worten, sondern ebenso in paralinguistischen Phänomene wie Körpersprache (Mimik und Gestik) statt. Da Felix sich ohne ein Wort zu verlieren an sein Platz gesetzt hat, lässt er die Menschen in seiner Umgebung spüren, dass er sie ignoriert. Daraus lässt sich schließen, dass man nicht nicht kommunizieren kann.

2. Axiom: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.

[...]


[1] Geipel, Maria: Kommunikation und Sprache. Was ist Kommunikation?

[2] Aronson, Elliot; D. Wilson, Timothy, M. Akert, Robin: Sozialpsychologie, 2004 Pearson Studium. 4. aktualisierte Auflage

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Kommunikation und Konfliktlösung nach dem Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V383619
ISBN (eBook)
9783668599741
ISBN (Buch)
9783668599758
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunikation, konfliktlösung, kommunikationsmodell, paul, watzlawick
Arbeit zitieren
Merr Y (Autor), 2017, Kommunikation und Konfliktlösung nach dem Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383619

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