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Das Phänomen des Suizids in der lateinischen Literatur. Literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften Senecas und Ciceros

Título: Das Phänomen des Suizids in der lateinischen Literatur. Literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften Senecas und Ciceros

Tesis de Máster , 2014 , 89 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anna Kuhlmann (Autor)

Filolofía latina - Literatura
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In seiner philosophischen Schrift De providentia (dial. I) lässt Seneca Gott in einem fiktivem Dialog erörtern, dass für die Menschen kein Grund bestehe, sich über das Dasein auf Erden zu beschweren, da sie die Freiheit hätten, jederzeit und auf jede nur erdenkliche Art und Weise ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen.

Non in alto latet spiritus nec utique ferro eruendus est; non sunt vulnere penitus inpresso scrutanda praecordia: in proximo mors est. Non certum ad hos ictus destinavi locum: quacumque vis pervium est. Ipsum illud quod vocatur mori, quo anima discedit a corpore, brevius est quam ut sentiri tanta velocitas possit: sive fauces nodus elisit, sive spiramentum aqua praeclusit, siue in caput lapsos subiacentis soli duritia comminuit, sive haustus ignis cursum animae remeantis interscidit, quidquid est, properat. (Dial. I, 6, 9)

Doch attestiert die Detailverliebtheit dieser Schilderung in Bezug auf die Wege in den Tod Seneca eine morbide Faszination oder fordert er die Menschen mit solchen Worten gar dazu auf, sich das Leben zu nehmen?

Im Rahmen dieser Masterarbeit soll untersucht werden, welche Auffassung von Suizid in der Antike generell vertreten und worauf mögliche Unterschiede zurückzuführen sind. Nach einer Definition des Wortes Suizid und der Betrachtung der etymologischen Herkunft soll dazu zunächst die philosophische, gesellschaftliche und juristische Akzeptanz der Selbsttötung in der Antike erarbeitet werden. Ausgehend von Kategorien verschiedener Todesarten und Motive für einen Suizid werden in einem nächsten Schritt die Positionen Senecas und Ciceros zur Selbsttötung herangezogen und anhand des Beispiels von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren analysiert, welche Intention sie mit der literarischen Inszenierung seines Sterbens verfolgen und welcher Darstellungstechniken sie sich dazu bedienen. Ziel dieser Arbeit kann es jedoch nicht sein, den Grad der Historizität der Schilderungen zu überprüfen oder aber einen vollständigen Überblick über diese Thematik zu geben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorüberlegungen

2.1 Definition eines Suizids

2.2 Etymologie des lateinischen suicidum

3 Philosophische, gesellschaftliche und juristische Akzeptanz des Suizids im antiken Griechenland und Rom

3.1 Die Bewertung des Suizids in der griechischen Philosophie

3.2 Gesellschaftlicher und juristischer Umgang mit dem Suizid in Rom

4 Todesarten und Motivationen für einen Suizid

5 Der Suizid von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren

6 Analyse der literarischen Darstellung des Suizids

6.1 Senecas philosophische Betrachtungen zum Suizid

6.1.1 Via ad libertatem

6.1.2 Legitime Gründe für einen Suizid

6.1.3 Bene mori aut male ad rem pertinet

6.1.4 Die literarische Darstellung des Suizid Catos

6.1.4.1 Historische Hintergründe und literarische Relevanz

6.1.4.2 Cato ille, virtutum viva imago

6.1.4.3 Catos Suizid als exempla sapientis viri nobis

6.1.5 Senecas Suizid als imago vitae

6.1.6 Zwischenfazit

6.2 Ciceros philosophische Betrachtungen zum Suizid

6.2.1 Animi medicina

6.2.2 Das Leben als munus humanus

6.2.3 Die literarische Darstellung des Suizid Catos

6.2.3.1 Historische Hintergründe und literarische Relevanz

6.2.3.2 Vir sapiens laetus ex his tenebris in lucem illam excesserit

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auffassung und literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften von Seneca und Cicero, wobei die Figur des Marcus Porcius Cato des Jüngeren als zentrales Analysebeispiel dient, um die Intentionen und Darstellungstechniken der Autoren zu ergründen.

  • Philosophische Begründung und Akzeptanz des Suizids in Antike und Rom
  • Differenzierte Untersuchung von Todesmotiven und Darstellungstechniken
  • Analyse des Suizidverständnisses bei Seneca und Cicero
  • Literarische Inszenierung des Todes von Cato dem Jüngeren
  • Diskussion des Suizids als moralische Pflicht oder philosophische Freiheit

Auszug aus dem Buch

Die literarische Darstellung des Suizid Catos

Charakteristisch für die Darstellung Catos ist bei Seneca stets die Divergenz zwischen dem tugendhaften Charakter Catos und den widrigen politischen und gesellschaftlichen Umständen seiner Zeit. So findet sich etwa in seiner Schrift De constantia sapientis (Dial. II) folgende Stelle:

cum ambitu congressus, multiformi malo, et cum potentiae immensa cupiditate, quam totus orbis in tres divisus satiare non poterat, adversus vitia civitatis degenerantis et pessum sua mole sidentis stetit solus et cadentem rem publicam, quantum modo una retrahi manu poterat, tenuit, donec abstractus comitem se diu sustentatae ruinae dedit simulque extincta sunt quae nefas erat dividi; neque enim Cato post libertatem vixit nec libertas post Catonem. (Dial. II, 2, 3)

Ausgangspunkt für diese Charakterisierung ist die Bezugnahme auf ein früheres Gespräch Senecas mit seinem Freund Annaeus Serenus über die mangelnde gesellschaftliche Würdigung Catos Engagement. Seneca zufolge sei Serenus empört (indigne ferebas, sicut es iniquitatis impatiens (Dial. II, 2, 1)), dass Cato seiner Zeit nicht nur gegen Caesar und Pompeius zu kämpfen gehabt habe, sondern auch gegen das Unverständnis der Gesellschaft für sein politisches Engagement. Die diesen Absatz einleitenden Worte geben also nicht nur das nun folgende Gesprächsthema zu erkennen, sondern versuchen durch ihre wertenden Nuancen zugleich, den Leser im Sinne Senecas zu beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik und Zielsetzung der Untersuchung der literarischen Darstellung des Suizids.

2 Vorüberlegungen: Definition des Suizidbegriffs und etymologische Herleitung des Wortes suicidum.

3 Philosophische, gesellschaftliche und juristische Akzeptanz des Suizids im antiken Griechenland und Rom: Untersuchung der historischen und philosophischen Bewertung der Selbsttötung in der Antike.

4 Todesarten und Motivationen für einen Suizid: Analyse der von Anton van Hooff erhobenen Daten zu Todesarten und Motiven in der antiken Literatur.

5 Der Suizid von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren: Historische Darstellung von Catos Leben und seinem Entschluss zur Selbsttötung in Utica.

6 Analyse der literarischen Darstellung des Suizids: Detaillierte Untersuchung der Positionen von Seneca und Cicero anhand von Textbeispielen und Fallstudien.

7 Fazit: Zusammenfassender Vergleich der Ansätze von Seneca und Cicero zur literarischen Darstellung des Suizids.

Schlüsselwörter

Suizid, Antike, Seneca, Cicero, Cato der Jüngere, Selbsttötung, Philosophie, Stoa, Freiheit, Moral, Tod, Literaturanalyse, Sterben, Ethik, römische Republik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Phänomen des Suizids in den philosophischen Schriften von Seneca und Cicero literarisch dargestellt und bewertet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem antiken Suizidverständnis, philosophischen Rechtfertigungen der Selbsttötung sowie der gezielten Inszenierung des Todes als Ausdruck sittlicher Vollkommenheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Intentionen und Darstellungstechniken der Autoren zu untersuchen, mit denen sie den Suizid – insbesondere am Beispiel von Cato – inszenieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Quellenanalyse und literaturwissenschaftliche Interpretation der philosophischen Schriften von Seneca und Cicero.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die philosophischen Ansätze beider Autoren, unterscheidet zwischen legitimen und verpönten Suizidmotiven und analysiert exemplarisch Catos Sterben als Ausdruck stoischer Ideale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Suizid, Stoa, Cato der Jüngere, Freiheit, Tod, Philosophie und die literarische Darstellung von Werten in der römischen Antike.

Welche besondere Bedeutung hat Cato der Jüngere für die Arbeit?

Cato dient als "Modell des Weisen" und tragische Figur, an der sowohl Seneca als auch Cicero ihre jeweiligen Konzepte von Freiheit, politischem Engagement und dem richtigen Umgang mit dem eigenen Ende exemplifizieren.

Wie unterscheidet sich die Bewertung des Suizids zwischen Seneca und Cicero?

Während Seneca den Suizid als ein für jeden zugängliches Instrument der Freiheit betrachtet, zeigt sich Cicero konservativer und fordert zwingend ein göttliches Zeichen als Voraussetzung für eine legitime Selbsttötung.

Final del extracto de 89 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Phänomen des Suizids in der lateinischen Literatur. Literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften Senecas und Ciceros
Universidad
University of Osnabrück
Calificación
1,7
Autor
Anna Kuhlmann (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
89
No. de catálogo
V383631
ISBN (Ebook)
9783668587571
ISBN (Libro)
9783668587588
Idioma
Alemán
Etiqueta
Suizid Lateinische Literatur Seneca Cicero Philosophie Literarische Darstellung Selbsttötung Suizid in der Antike Marcus Porcius Cato bene mori Cato
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Kuhlmann (Autor), 2014, Das Phänomen des Suizids in der lateinischen Literatur. Literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften Senecas und Ciceros, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383631
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