Der Brexit sorgt nicht nur in der Politik für Unruhe. Auch in der Finanzbranche hat der Austritt Großbritanniens aus der EU weitreichende Konsequenzen. So ist die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes London aktuell noch ungewiss. Einige große Banken haben sich deshalb bereits dazu entschieden, zahlreiche Arbeitsplätze aus London an andere Finanzzentren zu verlegen.
Alexander Keinath geht in dieser Publikation der Frage nach, welche Kriterien bei der Bewertung unterschiedlicher Finanzplätze eine Rolle spielen. Der Autor erstellt anhand der erarbeiteten Indikatoren in diesem Buch einen Vergleich zwischen den Finanzzentren London und Frankfurt am Main.
Aus dem Inhalt:
- Finanzplatz;
- Brexit;
- Banken;
- London;
- Frankfurt am Main
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
2 Finanzplatz: Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Entstehung
2.3 Akteure
2.4 Funktionen
3 Standorttheoretische Grundlagen zur Beurteilung von Finanzplätzen
3.1 Untersuchte Modelle
3.2 Das Diamanten-Modell
3.3 Transfer des Diamanten-Modells auf die Finanzbranche
3.4 Standorttheoretische Indikatoren
4 Vergleichende Betrachtung der Finanzplätze London und Frankfurt am Main
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Brexit auf die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes London und analysiert, welche Kriterien und Indikatoren zur komparativen Bewertung von Finanzzentren herangezogen werden können, um einen direkten Vergleich zwischen London und Frankfurt am Main zu ermöglichen.
- Grundlagen und Definition von Finanzplätzen und deren Akteuren
- Standorttheoretische Analyse mittels des Diamanten-Modells von Michael E. Porter
- Übertragbarkeit von Standortindikatoren auf die moderne Finanzbranche
- Vergleichende Untersuchung der Finanzzentren London und Frankfurt am Main
- Zukunftsperspektiven im Kontext von Digitalisierung und Brexit
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Diamanten-Modell
Zum Übertrag auf die Finanzbranche hat sich letztendlich das Diamanten-Modell von Michael E. Porter herauskristallisiert, das er in seinem Werk „The Competitive Advantage of Nations“ entwickelt hat. Dieses umfasst Aspekte aus allen anderen betrachteten Theorien und eignet sich daher als umfangreiches und vollständiges Modell zur Untersuchung.
Porter analysiert mit dem Diamanten-Modell die internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner, nationaler Branchen unter dem Einfluss verschiedener Determinanten. Die Kräfte, die dabei die Wettbewerbsvor- und -nachteile einer Branche maßgeblich beeinflussen, sind in Abbildung 1 visualisiert. Die vier Determinanten der Wettbewerbsfähigkeit sind dabei die „Faktorkonditionen“, die „Nachfragekonditionen“, die „verwandten und unterstützenden Branchen“ sowie „Unternehmensstrategien, Strukturen und Wettbewerb“. Zwei weitere Elemente, die das System zusätzlich beeinflussen, sind der „Zufall“ und die „Regierung“. Die Variablen des Modells stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander und können sich jeweils positiv wie negativ beeinflussen. Zusammen bilden sie das Umfeld von Unternehmen und Branchen einer Nation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Das Kapitel thematisiert die Folgen des Brexit für den Finanzplatz London und definiert das Ziel der Arbeit, Indikatoren zur komparativen Bewertung von Finanzzentren am Beispiel von London und Frankfurt zu erarbeiten.
2 Finanzplatz: Grundlagen: Es werden grundlegende Begrifflichkeiten, die Entstehung sowie die Rolle der verschiedenen Akteure und Funktionen innerhalb eines Finanzplatzes beleuchtet.
3 Standorttheoretische Grundlagen zur Beurteilung von Finanzplätzen: Dieses Kapitel prüft verschiedene standorttheoretische Ansätze und identifiziert das Diamanten-Modell als geeignetes Analyseinstrument, um daraus Indikatoren für den Finanzplatzvergleich abzuleiten.
4 Vergleichende Betrachtung der Finanzplätze London und Frankfurt am Main: Die entwickelten Indikatoren werden hier anhand zweier empirischer Studien auf die Finanzplätze London und Frankfurt am Main angewendet und ausgewertet.
5 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert zukünftige Einflussfaktoren wie Digitalisierung und Brexit auf die Wettbewerbsfähigkeit der Finanzzentren.
Schlüsselwörter
Finanzplatz, Finanzzentrum, Brexit, Standorttheorie, Diamanten-Modell, London, Frankfurt am Main, Wettbewerbsfähigkeit, Finanzinstitute, Banken, Humankapital, Infrastruktur, FinTech, Standortwahl, Marktliquidität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Wettbewerbsfähigkeit von Finanzplätzen bewertet werden kann, insbesondere vor dem Hintergrund des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der standorttheoretischen Fundierung, der Definition von Finanzplatzakteuren und dem konkreten Vergleich der Finanzmetropolen London und Frankfurt am Main.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung von relevanten Indikatoren zur vergleichenden Bewertung von Finanzzentren sowie deren praktische Anwendung im Vergleich zwischen London und Frankfurt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deduktive Analyse, bei der standorttheoretische Modelle, insbesondere das Diamanten-Modell nach Porter, auf die Finanzbranche übertragen und anschließend mit empirischen Studienergebnissen validiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2 und 3) und die empirische Anwendung (Kapitel 4), in der Indikatoren wie Humankapital, Infrastruktur und Regulierungen untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Finanzplatz, Standorttheorie, Brexit, Diamanten-Modell sowie Wettbewerbsfähigkeit und Finanzsektor.
Warum ist Frankfurt ein relevanter Vergleichsstandort zu London?
Frankfurt ist als Sitz der EZB und als bedeutendes deutsches Finanzzentrum der primäre Konkurrent innerhalb der EU, der aufgrund des Brexit an strategischer Bedeutung für die Verlagerung von Bankaktivitäten gewinnt.
Welche Rolle spielt das Diamanten-Modell in der Analyse?
Das Modell dient als theoretisches Gerüst, um durch die Identifikation von Determinanten wie Faktorkonditionen oder Nachfragestrukturen messbare Indikatoren für die Standortgüte von Finanzzentren abzuleiten.
- Citation du texte
- Alexander Keinath (Auteur), 2018, Wenn Banken umziehen. Kriterien zur Bewertung von Finanzplätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383659