Die in der Unabhängigkeitserklärung angenommene Untrennbarkeit von Liberalismus und Demokratie wird in den USA derzeit durch die Art der Amtsführung von Donald Trump, dem demokratisch gewählten 46. Präsidenten der USA augenscheinlich in Frage gestellt. Präsident Trump überrascht immer wieder durch sein geringes Wissen über Grundzüge politischen Handelns im Rechtssystem der USA, er präsentiert sich allmächtig und narzistisch und umgibt sich mit einem ständig wechselnden Beraterstab unterschiedlicher politischer Färbung.
Engster Vertrauter des Präsidenten war, bis zu seiner Entlassung im August 2017, Stephen Bannon, ein bekennender Anhänger der neurechten Alt-Right Bewegung. Mit Bannons Präsenz im Weißen Haus haben zweifelsohne antiliberale Strömungen in den USA an Macht gewonnen. Denn es gilt, was schon Carl Schmitt in seinen Gesprächen über die Macht gesagt hat: "Wer dem Machthaber einen Vortrag hält, oder ihn informiert, hat bereits Anteile an der Macht."
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Carl Schmitt, seine politische Theorie und Kritik am Liberalismus:
3. Carl Schmitt und die Neue Rechte
3.a) Was ist die Neue Rechte?
3.b) Gemeinsamkeiten zwischen Carl Schmitt und der Neuen Rechten
3.c) Unterschiede zwischen Carl Schmitt und der Neuen Rechten
4. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ideologischen Berührungspunkte und Unterschiede zwischen der politischen Theorie von Carl Schmitt und den Ansichten der zeitgenössischen Neuen Rechten. Dabei wird analysiert, inwieweit Schmitts antiliberales Denken und sein Konzept des Politischen als theoretisches Fundament für moderne rechtspopulistische und rechtsextreme Strömungen dienen.
- Analyse der Staats- und Identitätsbegriffe bei Carl Schmitt und der Neuen Rechten
- Untersuchung der gemeinsamen Kritik am Liberalismus und Parlamentarismus
- Bedeutung des Ethnopluralismus für die moderne rechtsextreme Ideologie
- Gegenüberstellung von Schmitts Dezisionismus und den aktuellen Forderungen der Neuen Rechten
- Reflexion über die Gefahr einer illiberalen Demokratie im historischen und gegenwärtigen Kontext
Auszug aus dem Buch
3. Carl Schmitt und die Neue Rechte
Die Neue Rechte gewinnt in Politik und Medien an Präsenz. Damit werden Standpunkte und Programme öffentlich, die mitunter provozierend und radikal vorgetragen werden. So stoßen die Akteure öffentliche Diskussionen an, aus denen zumindest die Alleinstellungsmerkmale an Sympathisanten kommuniziert werden. Ich gehe hier davon aus, dass mit der politischen Rede Wirkung erzielt werden soll, die im Sinne der Normen, Haltungen und Absichten der Akteure und des Parteiprogramms ist. Aussagen in den öffentlichen Auftritten der Neuen Rechten lassen demnach gleichermaßen Folgerungen auf die Normen, Haltungen und Absichten zu. Veröffentlichungen neurechter Thinktanks und Zeitungen und das Wahlprogramm der Alternative für Deutschland, die gewissermaßen als der demokratische Arm der Neuen Rechten gesehen werden kann, sind zweifelsohne direkter Ausdruck politischer und gesellschaftlicher Auffassungen und Ziele.
Allerdings lässt sich die Person Carl Schmitt und dessen klar ausformulierte politische Theorie mit dem Gedankengut einer ganzen Bewegung nicht eins zu eins vergleichen, weil das voraussetzen würde, dass die Bewegung homogen zusammengesetzt ist. Die Neue Rechte und die AfD sind allerdings nicht homogen zusammengesetzt, sondern Sammelbecken verschiedenster politischer Anschauungen. Sie vereinen Rechtsradikale und Rechtsextreme mit unterschiedlichen Idealen und Zielen; inhaltlich ist die Neue Rechte daher schwer zu fassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Rückschritt liberaler Demokratien und führt die zentrale Fragestellung nach Gemeinsamkeiten zwischen Carl Schmitt und der Neuen Rechten ein.
2. Carl Schmitt, seine politische Theorie und Kritik am Liberalismus:: Dieses Kapitel analysiert Schmitts zentrales Werk, insbesondere die Definition des Politischen als Freund-Feind-Unterscheidung und seine fundamentale Ablehnung liberaler Prinzipien.
3. Carl Schmitt und die Neue Rechte: Hier erfolgt ein Vergleich der Ideologien, wobei Gemeinsamkeiten wie der Ethnopluralismus und Unterschiede in der Zielsetzung und den Adressaten herausgearbeitet werden.
4. Fazit:: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz historischer Unterschiede eine nahezu identische autoritäre Zielsetzung und ein gleiches Verständnis des Staates als Kollektiv vorliegen.
Schlüsselwörter
Carl Schmitt, Neue Rechte, Liberalismuskritik, Ethnopluralismus, Freund-Feind-Unterscheidung, Illiberale Demokratie, Identitätspolitik, Dezisionismus, Rechtsstaat, Totalitarismus, Antisemitismus, Politischer Extremismus, Parlamentarismus, Nationalismus, Souveränität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ideologischen Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen dem Staatsrechtler Carl Schmitt und der heutigen Neuen Rechten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Schwerpunkte sind die Kritik am Liberalismus, das Konzept des Ethnopluralismus, das Verständnis des politischen Feindes und die Ablehnung parlamentarischer Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schmitts Denken als ideologisches Fundament für moderne antiliberale Strömungen genutzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende politikwissenschaftliche Analyse von Primärtexten Schmitts und Publikationen neurechter Akteure.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zu Schmitt, eine Definition der Neuen Rechten und eine detaillierte Gegenüberstellung beider Positionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schmitt, Neue Rechte, Ethnopluralismus, Freund-Feind-Unterscheidung und illiberale Demokratie.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Ethnopluralismus?
Der Autor sieht im Ethnopluralismus einen Deckmantel, der dazu dient, Rassismus zu rechtfertigen und Homogenität als Staatsziel zu propagieren.
Warum wird der Begriff "Thymos" im Kontext der Neuen Rechten verwendet?
Der Begriff dient der Identitätsstiftung neurechter Gruppen und beschreibt den notwendigen Zorn, der gegen das liberale System gerichtet werden soll.
- Arbeit zitieren
- Felix Fach (Autor:in), 2017, Carl Schmitt und die Neue Rechte. Gemeinsamkeiten zwischen Antiliberalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383719