Chancen und Risiken der Betriebsaufspaltung


Hausarbeit, 2017

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Definition und Problemstellung

2. Rechtsgrundlagen und Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung
2.1. Echte Betriebsaufspaltung
2.2. Unechte Betriebsaufspaltung
2.3. personelle Verflechtung
2.4. sachliche Verflechtung

3. Laufende Besteuerung des Besitz- und Betriebsunternehmens
3.1. Umqualifizierung der Einkünfte des Besitzunternehmens
3.2. steuerrechtliche Behandlung des Besitzunternehmens
3.3. steuerrechtliche und bilanzielle Behandlung des Betriebsunternehmens

4. Beendigung der Betriebsaufspaltung
4.1. Umstrukturierungen ohne Beendigung der Betriebsaufspaltung
4.2. Steuerliche Konsequenzen der Beendigung
4.3. Gestaltungsmöglichkeit ohne Aufdeckung der stillen Reserven
4.4. Resümee - Vorteile und Nachteile der Betriebsaufspaltung

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Rechtsprechungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Definition und Problemstellung

Die Betriebsaufspaltung ist und bleibt für die Beratungspraxis ein interessantes und gefährliches Gestaltungsmittel. Das seit 1938 von der Finanzrechtsprechung geprägte Rechtsinstitut, dessen Rechtsgrundlagen bis heute in der Literatur diskutiert werden[1], findet allmählich Einzug in verschiedenen Rechtsnormen, etwa

§ 13a Abs. 3 S. 13 oder § 13b Abs. S. 2 Nr. 1 ErbStG. Ein gesetzlich geregeltes Instrument „Betriebsaufspaltung“ gibt es bis heute jedoch nicht und zwar weder als definierte Bezeichnung eines bestimmten Zustandes noch als Begriff, der einen Vorgang beschreibt.[2] In der Verwaltungsvorschrift H. 15.7 Abs. 4 EStH wurden jedoch die „Tatbestandsmerkmale“ definiert. So besagt die Vorschrift, dass eine Betriebsaufspaltung vorliegt, wenn ein Unternehmen eine wesentliche Betriebsgrundlage an eine gewerblich tätige Personen- oder Kapitalgesellschaft zur Nutzung überlässt und eine Person oder mehrere Personen zusammen sowohl das Besitzunternehmen als auch das Betriebsunternehmen in dem Sinne beherrschen, dass sie in der Lage sind, in beiden Unternehmen einen einheitlichen geschäftlichen Betätigungswillen durchzusetzen.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Betriebsaufspaltung. Es wird ein kurzer Einblick in die Rechtsgrundlagen, deren Besteuerung sowie die Beendigung und den damit zusammenhängenden Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. Chancen und Risiken der Betriebsaufspaltung sollen im Verlauf dieser Arbeit deutlich gemacht werden.

2. Rechtsgrundlagen und Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung

Bei zivilrechtlicher Betrachtung ist die Grundstruktur der Betriebsaufspaltung denkbar einfach gestaltet: Ein Rechtsträger überlässt einem anderen Rechtsträger eines oder mehrere Wirtschaftsgüter zur Nutzung.[3] Problematisch wird diese Grundstruktur, wenn hinter den jeweiligen Rechtsträgern die Personen identisch oder eines der überlassenen Wirtschaftsgüter wesentliche Betriebsgrundlage für das Betriebsunternehmen ist.[4] Denn in ertragsteuerlicher Hinsicht ändert das Hinzukommen der o.g. Merkmale entscheidendes und zwar, dass bei einem einfachen Grundtatbestand z.B. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung i.S.d. § 21 EStG, diese Einkünfte zu gewerblichen Einkünften i.S.d. § 15 EStG umqualifiziert werden. Diese Umqualifizierung stellt das Hauptrisiko der Betriebsaufspaltung dar, weil eine gesetzliche Grundlage für die Tatbestandsvoraussetzung fehlt.[5] Kommen jedoch die in der Verwaltungsvorschrift H. 15.7. Abs. 4 EStH definierten Tatbestandsvoraussetzungen, insbesondere die personelle und sachliche Verflechtung des Besitzunternehmens mit dem Betriebsunternehmen zum Zuge, entsteht durch das Vermieten und Verpachten ein weiterer Gewerbebetrieb.[6] Dies wird damit begründet, dass das Besitzunternehmen Gewerbebetrieb sei, weil der einheitliche Betätigungswille der hinter beiden Unternehmen stehenden Personen über das Betriebsunternehmen,[7] auf die Ausübung eines Gewerbebetriebes gerichtet sei (personelle Verflechtung) und dieser Wille dadurch verwirklicht sei, dass eine wesentliche Betriebsgrundlage verpachtet wird (sachliche Verflechtung).[8] Die Begründung einer Betriebsaufspaltung kann in verschiedenen Formen erfolgen, jedoch beschäftigt sich diese Arbeit insbesondere mit der echten und unechten Betriebsaufspaltung.

2.1. Echte Betriebsaufspaltung

Eine echte Betriebsaufspaltung liegt vor, wenn ein ursprüngliches einheitliches Unternehmen in zwei selbständige Rechtsträger, das Betriebs- und Besitzunternehmen, aufgespaltet wird. Dabei ist es entscheidend, dass die wesentlichen Betriebsgrundlagen beim bisherigen Unternehmen bleiben und z.B. der Kapitalgesellschaft zur Nutzung übertragen werden.[9] Dabei nimmt das bisherige Unternehmen die Stellung des Besitzunternehmens ein, die Kapitalgesellschaft wird Betriebsunternehmen. Wichtig ist, dass mindestens eine wesentliche Betriebsgrundlage bei dem zurückbehaltenen Anlagevermögen des Besitzunternehmens vorhanden ist, da ansonsten eine Betriebsaufgabe oder Betriebsveräußerung vorliegt.[10] Es spielt keine Rolle, welchen Charakter die jeweiligen Tätigkeiten der bisherigen Unternehmen besitzen. Die Grundsätze der Betriebsaufspaltung sind auch bei freiberuflichen Tätigkeiten anzuwenden.[11] Diese Aussage bleibt jedoch weiter zweifelhaft, da ein freiberufliches Betriebsunternehmen in der Rechtsform einer GbR, keine Umqualifizierung des Besitzunternehmens in einen Gewerbebetrieb bewirken kann.[12] Die echte Betriebsaufspaltung wird häufig auch als typische Betriebsaufspaltung bezeichnet.[13]

2.2. Unechte Betriebsaufspaltung

Die unechte Betriebsaufspaltung unterscheidet sich von der echten Betriebsaufspaltung dahingehend, dass kein weiteres Unternehmen gegründet wird, sondern vielmehr von Anfang an zwei rechtlich selbständige Unternehmen errichtet worden sind. Auch in dieser Form sind Anlagevermögen und Umlaufvermögen in zwei verschiedene Unternehmen aufgeteilt.[14] So kann z.B. ein beherrschender Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft einzelne Wirtschaftsgüter aus seinem Privatvermögen der Kapitalgesellschaft zur Nutzung überlassen, die für die Kapitalgesellschaft wesentliche Betriebsgrundlagen sind.[15]

2.3. personelle Verflechtung

Voraussetzung für das Vorliegen einer Betriebsaufspaltung ist eine personelle Verflechtung des Besitz- und des Betriebsunternehmens.[16] Diese liegt vor, wenn die hinter beiden Unternehmen stehenden Personen-/Personengruppen einen einheitlichen Betätigungswillen haben,[17] also einen Willen den sie in beiden Unternehmen durchsetzen können. Dieser Wille ist anzunehmen, wenn die Person oder die Personengruppe das Besitzunternehmen beherrschen und entsprechend im Betriebsunternehmen ihren Willen durchsetzen können.[18] Nach ständiger Rechtsprechung ist der einheitliche Betätigungswille am deutlichsten vorhanden, wenn dieselben Personen im gleichen Verhältnis an beiden Unternehmen beteiligt sind,[19] die sogenannte Beteiligungsidentität. Bestehen jedoch nachgewiesene Interessengegensätze, ist eine personelle Verflechtung ausgeschlossen.[20] Wichtig ist, dass die Interessengegensätze nicht nur möglich sind, sondern auch im Einzelfall nachgewiesen werden.[21] Betrachtet man z.B. ein Besitzunternehmen mit den Personen A und B, die jeweils zu 10% und 90% beteiligt sind und ein Betriebsunternehmen mit der Kapitalgesellschaft AB-GmbH und deren Gesellschafter A zu 90% und B zu 10%, stellt man fest, dass es sich um die gleiche Personengruppe handelt, die in beiden Unternehmen ihren geschäftlichen Willen durchsetzen können.[22] Aufgrund des Beteiligungsverhältnisses besteht jedoch gleichzeitig ein gegenläufiges Interesse. Deutlich wird dies beispielsweise bei der Vermietung. Hier hofft der A, seitens der GmbH geringe Mietzahlungen zu leisten, da er an das Ausschüttungspotential der GmbH denkt. Der B hingegen hofft auf hohe Erträge, die ihm mit einer 90% Beteiligung an der GbR zugutekommen würde. Der BFH hat jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es auf den Nachweis der Interessengegensätze ankommt und vertragliche Gestaltungen nicht als Tatbestandsmerkmal fungieren.[23] Dementsprechend ist festzuhalten, dass es in der Praxis schwer nachweisbar ist, dass ein Interessengegensatz vorliegt.

Nach Auffassung der Rechtsprechung, liegt ein einheitlicher Betätigungswille nicht nur in Fällen der Beteiligungsidentität vor, sondern auch dann, wenn die Person oder Personengruppe, die das Besitzunternehmen beherrschen, auch in der Lage sind ihren Willen im Betriebsunternehmen durchzusetzen,[24] die sogenannte Beherrschungsidentität. Die Beherrschungsidentität beruht auf der sogenannten Personengruppentheorie.[25] Diese Theorie sagt, dass es ausreichend ist, wenn an beiden Unternehmen Personen beteiligt sind, die aufgrund ihrer Doppelstellung beide Unternehmen beherrschen. Der BFH[26] geht bei dieser Theorie von einem vermuteten Interessengleichklang aus, der durch Zusammenrechnung von Gesellschaftsanteilen bestimmt wird, und ermöglicht so eine korrekte Zuordnung der Betriebsaufspaltung. Im Allgemeinen kommt es nach ständiger Rechtsprechung des BFH[27] auf die den Gesellschaftern zustehenden Stimmrechten an. So ergeben sich bei Kapitalgesellschaften die Stimmrechte grundsätzlich aus der Kapitalbeteiligung i.S.d. §§ 47 Abs. 2 GmbHG, die sich nach der Stammeinlage richten gem. § 14 GmbHG. Abweichende Gestaltungen z.B. Mehrstimmrechte bei einer GmbH sind gesellschaftsvertraglich möglich.[28] Bei Personengesellschaften ergeben sich die Stimmrechte, ohne Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag, nach dem BGB und HGB. Abstimmungen erfolgen hier grdsl. nach Köpfen §§ 709 BGB, 119 Abs. 2 HGB. Darüber hinaus gilt zusätzlich das sogenannte Einstimmigkeitsprinzip §§ 709 Abs. 1 BGB, 119 Abs. 2 HGB. In der Praxis orientieren sich die Stimmrechte meistens an der Kapitalbeteiligung der Gesellschafter. So liegt z.B. eine Beherrschungsidentität, bei einer Regelung mit einfacher Mehrheit vor, wenn die Gesellschafter A, B und C am Besitzunternehmen mit jeweils 20%, 60% und 10% und am Betriebsunternehmen nur die A und B mit jeweils 50% und 50% beteiligt sind. Würde im Besitzunternehmen keine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung existieren, so würde das Einstimmigkeitsprinzip greifen und die Beherrschungsidentität wäre nicht vorliegend.[29]

2.4. sachliche Verflechtung

Das Vorliegen der personellen Verflechtung ist noch nicht ausreichend für eine Annahme der Betriebsaufspaltung. Es bedarf noch zusätzlich einer sachlichen Verflechtung zwischen den beiden Unternehmen. Diese liegt vor, wenn das Besitzunternehmen dem Betriebsunternehmen mindestens eine wesentliche Betriebsgrundlage überlässt.[30] Dabei ist es entscheidend, dass die Wirtschaftsgüter nach ihrer Funktion eine wesentliche Betriebsgrundlage für das Betriebsunternehmen darstellen.[31] Die sachliche Verflechtung hat sich über jahrelange Rechtsprechungen stark entwickelt und ist immer weiter ausgedehnt worden. Weiterhin fehlt eine klare Linie über die Auslegung der sachlichen Verflechtung.[32] Der BFH stellte jedoch fest, dass als Tatbestandsmerkmal eine wesentliche Betriebsgrundlage in Betracht kommt, die beim Betriebsunternehmen so wichtig ist, dass dieses Unternehmen ohne Überlassung der wesentlichen Betriebsgrundlage seinen Betrieb in der Form nicht weiterführen kann.[33] Es wird deutlich, dass die Überlassung der wesentlichen Betriebsgrundlage einen beherrschenden Einfluss auf das Betriebsunternehmen ausübt. Entscheidend ist, dass es sich bei der Überlassung der wesentlichen Betriebsgrundlage um ein Wirtschaftsgut handelt.[34] Als wesentliche Betriebsgrundlage kommen sowohl unbewegliche als auch bewegliche, materielle oder auch immaterielle Wirtschaftsgüter in Betracht.[35] In der Praxis trifft man häufig auf Grundstücke oder Gebäude. Demnach sind Gebäude, die von der Besitzgesellschaft an die Betriebsgesellschaft zur Nutzung überlassen werden, regelmäßig wesentliche Betriebsgrundlage.[36] Das Grundstück hingegen stellt eine wesentliche Betriebsgrundlage dar, wenn vom Betriebsunternehmen die entsprechenden Bedürfnisse genutzt werden z.B. als Lagerplatz.[37] Es ist völlig unerheblich, ob die Nutzungsüberlassung entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt.[38] Ein typischer Fall der Nutzungsüberlassung ist die Vermietung oder Verpachtung. Hier überlässt das Besitzunternehmen ein in seinem Eigentum stehendes Wirtschaftsgut an das Betriebsunternehmen. Auf die Entgeltlichkeit der Nutzung kommt es nicht an, denn dies ist keine Tatbestandsvoraussetzung der sachlichen Verflechtung.[39] Auch die fehlende Gewinnerzielungsabsicht kann dem Besitzunternehmen nicht entgegengehalten werden. Denn bei einer Betriebsaufspaltung sind die Beteiligungen der beherrschenden Personen am Betriebsunternehmen, im Betriebsvermögen des Besitzunternehmens und führen so bei einer unentgeltlichen Nutzungsüberlassung zu höheren ausschüttbaren Beträgen im Betriebsunternehmen, die wiederrum den gewerblichen Einkünften zuzurechnen sind.[40] Die Überlassung muss auf längere Dauer angelegt sein, denn eine vorübergehende Vermietung oder Verpachtung genügt nicht zur Begründung einer Nutzungsüberlassung i.S.d. Betriebsaufspaltung.[41] In der Praxis bieten sich in der Regel Nutzungsüberlassungsvereinbarungen an. Besonders gefährlich wird es, wenn sich die Beteiligten überhaupt nicht bewusst sind, dass wesentliche Betriebsgrundlagen im Rahmen der Betriebsaufspaltung überlassen worden sind.[42] Mündliche Vereinbarungen begründen die Annahme der Betriebsaufspaltung ebenfalls. Sollte eine Vereinbarung vorhanden sein, so ist es zwingend erforderlich die überlassene Betriebsgrundlage hinreichend klar und konkret zu bezeichnen.[43]

3. Laufende Besteuerung des Besitz- und Betriebsunternehmens

Liegen die beiden beschriebenen Tatbestandsmerkmale der personellen und sachlichen Verflechtung vor, so beginnt von diesem Zeitpunkt aus die Betriebsaufspaltung. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Besteuerung des Besitz- und Betriebsunternehmens. Dabei werden nicht nur wichtige Kernaspekte erörtert werden, sondern auch Chancen und Risiken aufgezeigt, die die Besteuerung aufgrund der Betriebsaufspaltung mit sich bringt.

3.1. Umqualifizierung der Einkünfte des Besitzunternehmens

Hauptmerkmal der Betriebsaufspaltung ist, dass private außerbetriebliche Tätigkeiten zu gewerblichen Betätigungen umqualifiziert werden,[44] sodass folglich das Besitzunternehmen gewerbliches Unternehmen im Sinne von § 15 Abs. 1 Nr. 1 EstG bzw. Gewerbebetrieb i.S.d. § 2 GewStG ist.[45] So werden beispielsweise die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, einer Person oder Personengruppe des Besitzunternehmens, zu gewerblichen Einkünfte umqualifiziert, wenn diese dem Betriebsunternehmen eine wesentliche Betriebsgrundlage vermieten. Folgerichtig betrifft diese Umqualifizierung nur das Besitzunternehmen, da das Betriebsunternehmen regelmäßig gewerbliche Einkünfte erzielt, entweder aufgrund der Tätigkeit oder kraft Gesetzes, z.B. bei einer Kapitalgesellschaft.[46]

3.2. steuerrechtliche Behandlung des Besitzunternehmens

In erster Linie ist durch die Umqualifizierung das von der Betriebsgesellschaft entrichtete Nutzungsentgelt betroffen.[47] Auch sonstige Einnahmen, die von der Betriebsgesellschaft empfangen werden, gehören zum Gewerbeertrag des Besitzunternehmens, vor allem verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Darlehenszinsen.[48] Gefährlich wird es bei der Höhe des Nutzungsentgeltes, vor allem wenn das Betriebsunternehmen eine Kapitalgesellschaft ist. Denn die Angemessenheit des Nutzungsentgeltes kann nicht nach allgemeingültigen Formeln bestimmt werden.[49] Maßgeblich für die Ermittlung ist vor allem der Ausgleich der Interessen zwischen Betriebsgesellschaft und Besitzunternehmen sowie eine Berücksichtigung der Kapitalverzinsung.[50] In Bezug auf die Angemessenheit der Kapitalverzinsung, beispielsweise bei einer reinen Grundstücksüberlassung, sollte lt. Literatur[51] die Kapitalverzinsung zwischen 5% und 8% des Verkehrswerts des überlassenen Grundstücks unproblematisch sein. Wenn demnach das zu zahlende Nutzungsentgelt der Betriebsgesellschaft nach dieser Maßgabe das angemessene Nutzungsentgelt übersteigt, so liegt in Höhe dieser Differenz eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.[52] Besondere Sorgfalt ist auch bei einer Änderung des Nutzungsentgeltes geboten. Denn grdsl. kann eine Erhöhung nur durch eine Vertragsänderung herbeigeführt werden, die erstens einen Fremdvergleich abwehren muss und zweitens eine im Voraus getroffene, vertragliche Vereinbarung zur Anpassung des Nutzungsentgeltes enthalten muss.[53]

Mit Begründung der Betriebsaufspaltung beginnt ebenfalls die Gewerbesteuerpflicht des Besitzunternehmens zu diesem Zeitpunkt.[54] Da es sich beim Besitz- und Betriebsunternehmen um zwei selbständige Unternehmen handelt, wird die Gewerbesteuer auch bei beiden Unternehmen gesondert berechnet. Hier entsteht die Chance, dass Nutzungsentgelt z.B. bei einer Mietzahlung zu verringern, um so einer hohen Hinzurechnung i.S.d. § 8 GewStG aus dem Wege zu gehen. Der Gewerbesteuerfreibetrag i.S.d. § 11 GewStG ist je nach Rechtsform sowohl beim Besitzunternehmen als auch beim Betriebsunternehmen anzuwenden. Des Weiteren gilt bei der Einkommensteuer die Anrechnung der Gewerbesteuer i.S.d. § 35 EStG.

[...]


[1] Vgl. Ebber, Betriebsaufspaltung 2013, NWB infoCenter 2013, Tz. I.

[2] Vgl. Carlé, Die Betriebsaufspaltung 2014, Rn.3, S.2.

[3] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn.1, S.1.

[4] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn.3, S.2.

[5] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn.7, S.2.

[6] Vgl. BFH-Urteil v. 19.01.1990, III R 115/84, BStBl. II 1993, S. 136.

[7] Vgl. BFH-Urteil v. 10.04.1997, IV R 73/94, BStBl. II 1997, S. 569.

S. 569; BFH-Urteil v. 13.11.1997, IV R 87/96, BStBl. II 1998, S. 254.

[8] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 23, S.7.

[9] Vgl. Bode in Blümich, EStG § 15 135. Auflage 2017, Beck-Online, Rn. 594.

[10] Vgl. BFH-Urteil v. 24.08.1989, IV R 135/96, BStBl. II 1989, S. 1041.

[11] Vgl. BFH-Urteil v. 18.06.1980, I R 77/77, BStBl. II 1981, S. 39.

[12] Vgl. Söffing/Micker, Die Betriebsaufspaltung 2013, Rn.47, S. 13.

[13] Vgl. Kaligin, Die Betriebsaufspaltung 2013, I, S.21.

[14] Vgl. Bode in Blümich, EStG § 15 2017, Beck-Online, Rn. 595.

[15] Vgl. BFH-Urteil v. 24.02.2000, IV R 62/98, BStBl. II 2000, S. 417.

[16] Vgl. BFH-Urteil v. 08.11.1971, GrS 2/17, BStBl. II 1972, S. 63 und S. 65.

[17] Vgl. Nagel in Lange, Personengesellschaften im Steuerrecht 2008, Rn.3361.

[18] Vgl. Bode in Blümich, EStG § 15 2017, Beck-Online, Rn. 600.

[19] Vgl. BFH-Urteil v. 08.11.1971, GrS 2/71, BStBl. II 1972, S. 63 und S. 65; BFH-Urteil v. 02.04.1997, X R 21/93, BStBl. II 1997, S. 565.; BFH-Urteil v. 29.08.2001, VIII R 34/00, BFH/NV 2002, S. 1561;

[20] Vgl. BFH-Urteil v. 05.09.1991, IV R 113/90, BStBl. II 1992, S. 349.; BFH-Urteil v, 07.01.2008, IV B 24/07, BFH/NV 2007, S. 784.

[21] Vgl. BFH-Urteil v. 15.05.1975, IV R 89/73, BStBl. II 1975, S. 781.

[22] Eigenes Beispiel in Anlehnung an Braun in IWW Online Gestaltende Steuerberatung, Ausgabe 12/97, S.22.

[23] Vgl. BFH-Urteil v. 28.01.1993, IV R 39/92, BFH/NV 1993, S.528

[24] Vgl. BFH-Urteil v. 08.11.1971, GrS 2/71, BStBl. II 1972, S. 63 und S. 65.; BFH-Urteil v. 28.05.1991, IV B 28/90, BStBl. II 1991, S. 801.; BFH-Urteil v. 21.01.1999, IV R 96/96, BStBl. II 2002, S. 771.

[25] Vgl. Vgl. Schweyer/Keller, in Lüdicke/Sistermann, Unternehmenssteuerrecht 2008,

§ 4 Rn. 127; BFH-Urteil v. 28.5.1991, IV B 28/90, BStBl. II 1991, S. 801.

[26] Vgl. BFH-Urteil v. 21.08.1996, X R 25/93, BStBl. II 1997, S. 44 und S. 47.

[27] Vgl. BFH-Urteil v. 08.11.1971, GrS 2/71, BStBl. II 1972, S. 63.; BFH-Urteil v. 29.08.2001, VIII B 15/01, BFH /NV 2002, S. 185.; BFH-Urteil v. 15.10.1998, IV R 20/98, BStBl. II 1999, S. 445.

[28] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 44., S. 22.

[29] Vgl. Kratzsch/Wedeking, Betriebsaufspaltung 2011, NWB Datenbak, SteuerStud Nr. 1, 2011, S. 23.

[30] Vgl. BFH-Urteil v. 21.5.1974, VIII R 57/70, BStBl. II 1974, S. 613; BFH-Urteil v. 23.01.1991, X R 47/87, BStBl. II 1996, S. 405.

[31] Vgl. BFH-Urteil v. 18.06.1980, I R 77/77, BStBl. II 1981, S. 39.

[32] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 3, S. 73.

[33] Vgl. BFH-Urteil v. 04.11.1992, XI R 1/92, BStBl. II 1993, S. 245.

[34] Vgl. BFH-Urteil v. 08.11.1971, GrS 2/71, BStBl. II 1972, S.63.

[35] Vgl. Stobbe, Steuern kompakt 2017, S. 272.

[36] Vgl. Carlé, Die Betriebsaufspaltung 2014, Rn. 321, S. 96.

[37] Vgl. BFH-Urteil v. 24.08.1989, IV R 135/86, BStBl. II 1989, S. 1014.

[38] Vgl. BFH-Urteil v. 30.03.2006, IV R 31/03, BStBl. II 2006, S. 652.

[39] Vgl. Söffing in NWB-Datenbank, Grundlagen Betriebsaufspaltung, Rn. 148.

[40] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 58, S. 87-88.

[41] Vgl. Carlé, Die Betriebsaufspaltung 2014, Rn. 335., S. 104.

[42] Vgl. Dehmer, Die Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 75, S. 92.

[43] Vgl. BFH-Urteil v. 20.10.1997, IX R 38/97, BStBl. II 1998, S. 106.

[44] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 1, S. 107.

[45] Vgl. BFH-Urteil v. 16.06.1982, I R 118/80, BStBl. II 1982, S. 662.

[46] Vgl. Söffing in NWB-Datenbank, Grundlagen Betriebsaufspaltung, Rn. 71.

[47] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 9, S. 110.

[48] Vgl. Kaligin, Die Betriebsaufspaltung 2013, II, S. 166.

[49] Vgl. BFH-Urteil v. 14.01.1998, X R 57/93, BFH/NV 1998, S. 1160, S. 1164.

[50] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 16, S. 112.

[51] Vgl. Bauschatz in Carlé, Die Betriebsaufspaltung 2014, Rn. 427, S. 155.

[52] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 17, S. 112.

[53] Vgl. Dehmer, Betriebsaufspaltung 2015, Rn. 19, S. 114.

[54] Vgl. BFH-Urteil v. 15.01.1998, IV R 8/97, BStBl. II 1998, S. 478.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Chancen und Risiken der Betriebsaufspaltung
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Steuerplanung & Gestaltung
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V383752
ISBN (eBook)
9783668595774
ISBN (Buch)
9783668595781
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebsaufspaltung, Steuerrecht, Chancen und Risiken, Steuerplanung
Arbeit zitieren
Dominik Behrens (Autor), 2017, Chancen und Risiken der Betriebsaufspaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383752

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