Gruppenarbeit. Modeerscheinung oder zukunftsweisendes Organisationskonzept?


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition Gruppe, Arbeitsgruppe und Team
2.2 Historische Entwicklung von Gruppenarbeit
2.3 Formen von Gruppenarbeit

3. Gruppenarbeit als Organisationskonzept
3.1 Organisationskonzept Gruppenarbeit
3.2 Vor- und Nachteile von Gruppenarbeit
3.3 Organisationskonzept der Zukunft

4. Zusammenfassung & Ausblick

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Im Zuge des gestiegenen internationalen Wettbewerbsdrucks sind Unternehmen und Organisationen immer stärker gefordert, die Innovationszyklen zu verkürzen und die Kostenstruktur durch interne Optimierungen zu verbessern.

Durch die disziplinenübergreifende Bearbeitung von Themenstellungen in oft internationalen Teams ist vor allem die Organisationsstruktur gefordert, die dafür nötigen Randbedingungen zu schaffen.

Ziel dieses Assignments ist es, die Grundlagen der Gruppenarbeit vorzustellen. Dabei wird auf die üblichen Begrifflichkeiten, die historische Entwicklung sowie die arbeitspsychologischen Vor- und Nachteile genauer eingegangen, um abschließend eine Empfehlung für die Zukunftsfähigkeit des Organisationskonzepts Gruppenarbeit herauszuarbeiten.

Das Ergebnis dieser Arbeit soll einen groben Überblick über die zahlreichen Einflussparameter auf eine erfolgreiche Gruppenarbeit in Unternehmen und Organisationen geben. Aufgrund der Komplexität von Organisationen sowie den zahlreichen Mischformen der reinen Gruppenarbeit in der Praxis können keine konkreten Bereiche identifiziert werden, in denen die Gruppenarbeit auch zukünftig einen Mehrwert leisten kann. Es wurde daher schlussendlich versucht, eine allgemeine Empfehlung bzw. Einschätzung zu treffen und die erkennbaren Trends in der Organisationsentwicklung kurz vorzustellen.

2. Grundlagen

In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten erläutert und klar definiert bzw. abgegrenzt.

2.1 Begriffsdefinition Gruppe, Arbeitsgruppe und Team

In der Literatur wird nicht immer eindeutig zwischen Gruppe, Arbeitsgruppe und Team differenziert. Daher möchte ich einsteigen mit dem in der Wissenschaft etablierten Minimalkonsens der Gruppendefinition.

Eine Gruppe besteht aus:

(A) zwei oder mehr Mitgliedern, die
(B) gemeinsame Ziele verfolgen und dazu
(C) kooperieren und soziale Interaktion zeigen1

Diese Definition wird auch in zahlreichen Gesetzestexten in ähnlicher Form aufgegriffen wie beispielsweise im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG):

„ Eine Gruppe von Arbeitnehmern muss als solche im Rahmen des betrieblichen Arbeitsablaufs zusammenarbeiten, ihr muss eine Gesamtaufgabe ü bertragen worden sein, und sie muss die Gesamtaufgabe im Wesentlichen eigenverantwortlich erledigen “

[§ 87 Abs. 1 Nr. 13 BetrVG]

Charakteristisch ist neben dem gemeinsamen Ziel, an dem mindestens zwei Menschen arbeiten müssen, also auch die kontinuierliche Kommunikation und Interaktion der Gruppenmitglieder untereinander.

Präzisiert wird der Begriff Gruppe oft als Arbeitsgruppe, wenn zusätzlich zu den oben genannten Eigenschaften auch eine gemeinsame Aufgabenstellung verfolgt wird2.

Der Begriff Team bzw. Teamarbeit ist hingegen gleichbedeutend mit der Gruppe bzw. Gruppenarbeit. Er soll lediglich eine höhere Intensität der Gruppenprozesse beschreiben. Da es hierfür aber keine klare Abgrenzung gibt, werden die Begriffe auch in der folgenden Arbeit synonym verwendet.

2.2 Historische Entwicklung von Gruppenarbeit

Gruppenarbeit lässt sich bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückverfolgen. Damals wurde auf den Vorschlag des Psychologen Willy Hellpach (1877-1957) bei Daimler-Benz in den 1920er Jahren die „Gruppenfabrikation“ eingeführt. In ihr sah Hellpach eine Form der industriellen Arbeit, „die der Atomisierung und Sinnentleerung der Fabrikarbeit entgegenwirkt.3“ Das Ziel war die teilweise Aufhebung der damals strikten Arbeitsteilung, nach der sich die Arbeit auf sehr monotone Einzeltätigkeiten beschränkte.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter stieg und damit einhergehend auch die Produktivität. Dies war der Beginn der sogenannten Human-Relations Bewegung. Sie konzentrierte sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der arbeitenden Menschen in den Betrieben und zeigte anhand zahlreicher Untersuchungen, dass Einsatzwille, Motivation und die Arbeitszufriedenheit nicht nur von den objektiven Arbeitsbedingungen abhängen, sondern auch vom psychologischen Klima in den Betrieben.

Daran anknüpfend wurden in den 70er Jahren in Deutschland und Skandinavien teilautonome Arbeitsgruppen (siehe Kapitel 2.3) eingeführt, die als selbstverantwortliche flexible Arbeitsgruppen zahlreiche Fertigungsaufgaben übernahmen. Anklang fand diese neue Organisationsstruktur vor allem in der Serienfertigung4.

Mitte der 90er Jahre dann versuchten auch andere Bereiche zum Zweck der Rationalisierung und Beherrschung der immer zunehmenden Komplexität Gruppenarbeit mehr und mehr zu etablieren. Seitdem ist Gruppenarbeit ein verbreiteter Begriff in der modernen Arbeitsorganisation, dessen heutige Rolle und Bedeutung in der folgenden Arbeit herausgearbeitet wird.

2.3 Formen von Gruppenarbeit

Gruppenarbeit ist im Ursprung ein arbeitsorganisatorisches Konzept, bei dem ein abgegrenzter Aufgabenbereich durch das gleichzeitige Zusammenwirken von mehreren Menschen (Gruppenmitgliedern) bearbeitet wird5. In der Literatur gibt es verschiedene Ansätze die unterschiedlichen Gruppenarten zu klassifizieren und zu unterscheiden. In der Praxis gelingt dies aus meiner Sicht am einfachsten, wenn man zwischen Aufgaben- und Zeitaspekten unterscheidet (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Formen von Gruppenarbeit

Die x-Achse in Abbildung 1 differenziert dabei nach dem Grad der Strukturiertheit der zu bearbeitenden Aufgabe. Liegen für die jeweiligen Arbeitsaufgaben erprobte Prozeduren vor (entspricht einer hohen Strukturiertheit) oder müssen Methoden und Lösungsansätze erst im Laufe der Gruppenarbeit entwickelt werden (entspricht einer niedrigen Strukturiertheit). Die y-Achse stellt hingegen das Ausmaß der Befristung dar. So können in dieser zweidimensionalen Betrachtung vereinfacht vier Grundtypen von Gruppenarbeit unterschieden werden:

Entscheidungsgruppen und Führungsteams wie bspw. die Werksleitung oder der Betriebsrat. Sie werden unbefristet etabliert und haben gering strukturierte Entscheidungsaufgaben

[...]


1 Antoni, C. H. & Bungard, W. 2004: Arbeitsgruppen - Enzyklopädie der Psychologie. Organisationspsychologie II - Gruppe und Organisation (S. 129-191). Göttingen: Hogrefe

2 Guzzo, R. A., & Shea, G. P. 1992, Group performance and intergroup relations in organizations, erschienen im: M. D. Dunnette & L. M. Hough (Eds.), Handbook of industrial and organizational psychology, Palo Alto, CA Consulting Psychologists Press, 1992, S.269-313

3 Mikl-Horke, Gertraude 1995: Industrie- und Arbeitssoziologie. 3. Aufl., Oldenbourg Verlag, München/Wien, 1995, S.148

4 Picot, A. 1989: Die Grenzenlose Unternehmung - Information, Organisation und Management, 3. Aufl., Gabler Verlag, Wiesbaden 1998, S.228

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Details

Titel
Gruppenarbeit. Modeerscheinung oder zukunftsweisendes Organisationskonzept?
Note
2,1
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V383913
ISBN (eBook)
9783668596993
ISBN (Buch)
9783668597006
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gruppenarbeit, modeerscheinung, organisationskonzept
Arbeit zitieren
Daniel Henke (Autor), 2017, Gruppenarbeit. Modeerscheinung oder zukunftsweisendes Organisationskonzept?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383913

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