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Korporatismus in Deutschland. Konzertierte Aktion und Bündnis für Arbeit

Title: Korporatismus in Deutschland. Konzertierte Aktion und Bündnis für Arbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Frank Keilhack (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Nach der ersten Rezession der bundesdeutschen Geschichte Mitte der 1960er wurde zu deren Überwindung unter anderem die Konzertierte Aktion eingerichtet, ein überwiegend wirtschaftspolitisches Bündnis zwischen Regierung und Verbänden, hier vor allem der Tarifparteien. Eine ähnliche Arena wurde – allerdings unter ganz anderen Umständen als in den 1960ern – auch 1998 mit dem Bündnis für Arbeit eingerichtet. Beide Runden sind Ausdruck von dreiseitigem Korporatismus beziehungsweise dreiseitiger Konzertierung auf der so genannten Makroebene. In dieser Arbeit sollen die beiden tripartistischen Makrokonzertierungen als Beispiele des deutschen Korporatismus beleuchtet werden. Dabei wird es um die Gründe ihres Entstehens, die Teilnehmer und deren Beteiligungshintergrund, die Organisation der Bündnisse, deren Verlauf und Bewertung gehen. Das geschieht vor dem Hintergrund der Entwicklung des Korporatismus in Deutschland und den sich verändernden Rahmenbedingungen – beide Themen werden in der Vorbetrachtung beleuchtet. Ziel ist es, die Konzertierte Aktion und das Bündnis für Arbeit am Ende zusammenfassend gegenüberzustellen und eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, die zeigen soll, wie es um den Korporatismus – speziell den auf der Makroebene – in Deutschland im Moment und in Zukunft bestellt ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbetrachtungen

2.1 Korporatismus in Deutschland

2.2 Das Modell Deutschland und dessen Wandel

3. Die Konzertierte Aktion 1967-1977

3.1 Das „Kind der Krise“

3.2 Akteure, Aufbau, Themen und Ziele

3.3 Verlauf der Konzertierten Aktion

3.4 Das Ende der Konzertierten Aktion / Bewertung

4. Das Bündnis für Arbeit 1998-2003

4.1 Der Weg von der Konzertierten Aktion zum Bündnis für Arbeit

4.2 Akteure, Aufbau, Themen und Ziele

4.3. Verlauf des Bündnisses für Arbeit

4.4 Das Ende des Bündnisses für Arbeit / Bewertung

5. Vergleich / Zusammenfassung / Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den deutschen Korporatismus am Beispiel der Konzertierten Aktion (1967–1977) und des Bündnisses für Arbeit (1998–2003), um die Gründe ihres Entstehens, deren Organisation und Scheitern vor dem Hintergrund sich wandelnder politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu beleuchten.

  • Analyse der Funktionsweise tripartistischer Makrokonzertierung in der Bundesrepublik.
  • Gegenüberstellung der ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beider Bündnisse.
  • Untersuchung der Akteurskonstellationen sowie der internen Organisationsstrukturen.
  • Bewertung der Gründe für den Bedeutungsverlust und das letztliche Scheitern der Bündnisse.
  • Einschätzung der Zukunft des Korporatismus auf der Makroebene in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das „Kind der Krise“

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium mahnte 1956 an, dass die Konjunkturpolitik der Bundesregierung mit den Sozialpartnern koordiniert werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt sahen jedoch weder die Gewerkschaften, noch die Arbeitgeberverbände, auch nicht die Adenauer-Regierung, eine Relevanz in einer Verhaltensabstimmung untereinander. Erst 1963/64 gab es die ersten Gespräche zwischen Bundeswirtschaftsministerium und Verbänden darüber, wie diese besser in die Konjunkturpolitik einzubeziehen wären. Letztendlich scheiterte das Vorhaben am Veto von Ludwig Erhard (zuerst in der Rolle des Wirtschaftsministers, später als Bundeskanzler).

Mitte der 1960er kam es in der Bundesrepublik zur ersten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Wirtschaft stagnierte, die Inflation stieg an, ebenso die Arbeitslosenzahlen und die öffentlichen Haushalte wiesen Milliardendefizite auf. Die fünf Wirtschaftsweisen forderten 1965/66 daher eine „Konzertierte Stabilisierungsaktion“, Erhard war jedoch nach wie vor noch gegen solch ein Bündnis. Damit kam zu der wirtschaftlichen Krise auch noch eine politische: Die CDU erlitt bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Sommer 1966 eine herbe Wahlniederlage. Darüber hinaus traten vier FDP-Minister aus der CDU-FDP-Koalitionsregierung aus, was Erhard dazu bewog, das Amt des Bundeskanzlers zur Verfügung zu stellen. Aus dieser Krise heraus entstand die Große Koalition zwischen Union und SPD, die erstmals Regierungsverantwortung auf Bundesebene bekam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema des deutschen Korporatismus und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Vorbetrachtungen: Definition des Korporatismus-Begriffs und Analyse der für die Bündnisse relevanten politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland.

3. Die Konzertierte Aktion 1967-1977: Betrachtung der Entstehungsgeschichte, Organisation und des Verlaufs sowie eine abschließende Bewertung dieser ersten großen Konzertierung.

4. Das Bündnis für Arbeit 1998-2003: Detaillierte Analyse des Weges zum Bündnis für Arbeit, dessen Struktur und der Gründe für das Scheitern unter der Regierung Schröder.

5. Vergleich / Zusammenfassung / Fazit: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung beider Bündnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage nach der Zukunft des Korporatismus.

Schlüsselwörter

Korporatismus, Konzertierte Aktion, Bündnis für Arbeit, Bundesrepublik, Sozialpartnerschaft, Makroebene, Wirtschaftspolitik, Tarifparteien, Regierung, Tripartismus, Strukturwandel, Reformpolitik, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Mitbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert zwei bedeutende Versuche einer tripartistischen Zusammenarbeit zwischen Staat, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf der Makroebene in Deutschland.

Welche Bündnisse werden thematisiert?

Es werden die Konzertierte Aktion (1967–1977) sowie das Bündnis für Arbeit (1998–2003) detailliert untersucht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das Entstehen und Scheitern dieser Bündnisse zu verstehen und eine Bestandsaufnahme zum Zustand des Korporatismus in Deutschland vorzunehmen.

Welche Methode wird angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Analyse der historischen Entwicklung, der Akteurskonstellationen und der institutionellen Rahmenbedingungen beider Bündnisarenen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung beider Arenen nach dem Schema Entstehung, Akteure/Aufbau, Verlauf und Bewertung sowie einem abschließenden Vergleich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Korporatismus, Tripartismus, Tarifautonomie, Sozialpartner, ökonomische Krise und Reformpolitik.

Warum wird die Konzertierte Aktion als „Kind der Krise“ bezeichnet?

Sie entstand aus der wirtschaftlichen und politischen Notlage Mitte der 1960er Jahre, um nach der ersten Rezession der Bundesrepublik die Konjunkturpolitik aktiv zu steuern.

Warum konnte das Bündnis für Arbeit trotz Reformansätzen nicht dauerhaft bestehen?

Der Autor führt dies auf mangelnde Kompromissbereitschaft der Akteure, das Fehlen einer starken Regierungsführung und die Komplexität der damaligen Krisenursachen zurück.

Welche Rolle spielte die Tarifautonomie bei den Bündnissen?

Die Tarifautonomie stellte ein Spannungsfeld dar, da der Staat einerseits Einfluss auf die Tarifparteien nehmen wollte, andererseits aber ein Eingriff in diese Autonomie stets kontrovers diskutiert wurde.

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Details

Title
Korporatismus in Deutschland. Konzertierte Aktion und Bündnis für Arbeit
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Sozialpartnerschaft und sozialer Dialog in Europa
Grade
1,7
Author
Frank Keilhack (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V38416
ISBN (eBook)
9783638374842
Language
German
Tags
Korporatismus Deutschland Konzertierte Aktion Bündnis Arbeit Sozialpartnerschaft Dialog Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Keilhack (Author), 2004, Korporatismus in Deutschland. Konzertierte Aktion und Bündnis für Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38416
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