Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Behandlung von Anorexia nervosa durch die psychoanalytische Theorie der Intersubjektivitä in der Psychoanalyse.
Der Verdacht auf eine Essstörung liegt gemäß der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei jedem fünften Jugendlichen vor. Die Essstörung Anorexia nervosa ist nach Bulemia nervosa, die zweit häufigste Essstörung in Deutschland. Beide Störungen fallen in dem Klassifizierungssystem des ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) unter psychische und Verhaltensstörungen und beschreiben ein extremes und anormales Essverhalten. Anorexia nervosa ist dadurch gekennzeichnet, dass die betroffenen grundlegend zu wenig Nahrung aufnehmen. Menschen mit Bulimia nervosa dagegen nehmen bei Essattacken eine sehr großen Menge Nahrung zu sich und versuchen, durch ihr Verhalten der Gewichtszunahme entgegenzusteuern, und bedienen sich dabei an Mitteln wie z.B. herbeigeführtes Erbrechen. Zwar sind die Krankheitsbilder teilweise sehr verschieden, werden aber dennoch oftmals gleich oder ähnlich durch Therapie behandelt, aus diesem Grund beschränken wir uns der einfachheitshalber in dieser Arbeit auf Anorexia nervosa, wobei auch an einigen Stellen die Überschneidungen zu Bumilia nervosa deutlich werden. Zudem können Essstörungen ineinander übergehen, so wie es in 20 Prozent der Fälle aus Magersucht, beziehungsweise Anorexia nervosa Bumilie wird.
Wir haben uns für die psychoanalytische Theorie entschieden, da sie uns am sinnvollsten für die Verbindung mit Anorexia nervosa erscheint. Im Folgenden stellen wir diese Theorie in Bezug auf die Essstörung Anorexia nervosa dar. Desweiteren werden wir mit der Einrichtung sMUTje exemplarisch darstellen, wie der erste Kontakt mit Personen, die an Essstörungen leiden aussieht. Im Anschluss zeigen wir mit dem Fallbeispiel von Charlotte K., wie eine teils stationäre sowie ambulante Therapie Betroffenen helfen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Anorexia nervosa
3. Die psychoanalytische Theorie
3.1 Aussagen zur psychoanalytischen Theorie
3.2 Empfehlungen für die psychodynamische Therapie von Magersucht
4. sMUTje – Starthilfe für MUTige Jugendliche mit Essstörungen
4.1 Allgemeine Grundlagen für die Beratung und Therapie von Essstörungen
4.2 Ablauf eines Beratungsgesprächs bei sMUTje
4.3 Der Fall von Charlotte K.- ein Mädchen mit Essstörung
4.4 Die Behandlung und Therapie von Charlotte K.
4.5 Analyse und Bewertung des Falls
5. Der aktuelle Forschungsstand bei der Therapie von Anorexia nervosa
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Hintergründe sowie therapeutische Behandlungsansätze für die Essstörung Anorexia nervosa. Ziel ist es, auf Basis der psychoanalytischen Theorie sowie einer praxisorientierten Fallstudie aufzuzeigen, wie Betroffene durch gezielte Beratung und Therapie unterstützt werden können und welche Rolle dabei unterschiedliche Behandlungskonzepte spielen.
- Psychoanalytische Erklärungsmodelle für Anorexia nervosa
- Praktische Unterstützungsmöglichkeiten durch die Einrichtung sMUTje
- Detaillierte Analyse eines Fallbeispiels unter dem Aspekt der Intersubjektivität
- Vergleich und Bewertung unterschiedlicher therapeutischer Ansätze
- Analyse der Wirksamkeit der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT)
Auszug aus dem Buch
Körperliche Schädigungen
Fasten, Erbrechen und der Gebrauch von harntreibenden Medikamenten (Diuretika) oder Abführmitteln (Laxantien) können zu einem Mangel an lebensnotwendigen Elektrolyten wie z.B. Kochsalz, Magnesium oder Kalium führen.
Gleichzeitg kommt es oft zu Verschiebungen des Säuregehaltes im Blut. Die Möglichkeiten der gesunden Niere und anderer Organe, die Elektrolytkonzentration und den Säure-Basen-Haushalt des Blutes stabil zu regulieren und auftretende Schwankungen auszugleichen werden häufig stark überfordert. Oft entsteht dann eine Kombination aus Kaliummangel und Säuremangel, die zu schweren Herzrhythmusstörungen und anderen EKG-Veränderungen führen kann. Weiterhin kommt es zu Verkrampfungen und einer schnellen Ermüdbarkeit der Muskulatur.
Eine andere wichtige Funktion der Niere ist die Ausscheidung von Abbauprodukten über den Urin, die beispielsweise im Stoffwechsel bei der Verdauung von eiweißreicher Nahrung entstehen.
Langandauernde Elektrolytstörungen schädigen das Nierengewebe. Mit der Zeit kommt es dann zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Wassereinlagerungen im Gewebe sind meist die Folge einer Reaktion der Niere, mit der ein weitergehender Elektrolytmangel kompensiert werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Essstörungen ein, grenzt die Anorexia nervosa von der Bulimia nervosa ab und benennt die psychoanalytische Theorie als Schwerpunkt der Untersuchung.
2. Definition von Anorexia nervosa: Dieses Kapitel erläutert die klinische Definition der Anorexia nervosa unter Berücksichtigung des ICD-10 Klassifizierungssystems sowie relevanter Diagnosekriterien wie dem Gewichts- und Körperschemastörungskriterium.
3. Die psychoanalytische Theorie: Es wird die psychoanalytische Perspektive nach Freud als Erklärungsmodell für die Entstehung von Essstörungen sowie für deren therapeutische Behandlung eingeführt.
3.1 Aussagen zur psychoanalytischen Theorie: Hier werden die dynamischen Prozesse des menschlichen Seelenlebens und die psychosexuellen Entwicklungsphasen im Kontext von Essstörungen vertieft betrachtet.
3.2 Empfehlungen für die psychodynamische Therapie von Magersucht: Dieses Kapitel gibt konkrete Handlungsempfehlungen für den psychodynamischen Therapieverlauf, einschließlich der Einbeziehung des familiären Umfelds und der Phasen der Behandlung.
4. sMUTje – Starthilfe für MUTige Jugendliche mit Essstörungen: Hier wird die Beratungsstelle sMUTje als exemplarische Einrichtung für den Erstkontakt und die niedrigschwellige Hilfe für betroffene Jugendliche vorgestellt.
4.1 Allgemeine Grundlagen für die Beratung und Therapie von Essstörungen: Es werden die Angebote, Zielgruppen und der organisatorische Rahmen der Beratung bei sMUTje dargelegt.
4.2 Ablauf eines Beratungsgesprächs bei sMUTje: Dieser Abschnitt beschreibt den strukturierten Prozess eines Erstgesprächs und die Möglichkeiten einer anschließenden Weitervermittlung in therapeutische Angebote.
4.3 Der Fall von Charlotte K.- ein Mädchen mit Essstörung: Anhand einer Fallstudie werden die sozialen und biographischen Daten sowie der Verlauf der Essstörung einer jungen Patientin detailliert dargestellt.
4.4 Die Behandlung und Therapie von Charlotte K.: Die Behandlung von Charlotte K. wird hier unter Anwendung des Konzepts der Intersubjektivität psychoanalytisch interpretiert.
4.5 Analyse und Bewertung des Falls: Es erfolgt eine vertiefende Bewertung der psychischen Dynamiken und Denkstrukturen, die zur Entwicklung der Anorexie bei Charlotte K. führten.
5. Der aktuelle Forschungsstand bei der Therapie von Anorexia nervosa: Abschließend wird ein alternativer Ansatz, die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), vorgestellt und deren Wirksamkeit anhand einer Pilotstudie bewertet.
6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Rückblick auf die Komplexität des Störungsbildes und unterstreicht die Bedeutung einer ausgebauten Nachsorge.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Essstörung, Psychoanalyse, Psychodynamische Therapie, Intersubjektivität, sMUTje, Beratung, Fallbeispiel, Dialektisch-Behaviorale Therapie, Adoleszenz, Körperbild, Ernährungstherapie, Familiensystem, therapeutische Beziehung, Gesundheitsvorsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und den therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten der Anorexia nervosa aus psychoanalytischer Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychoanalytische Theoriebildung, die Beratungspraxis bei Essstörungen durch die Einrichtung sMUTje sowie die Analyse konkreter Fallverläufe und moderner Therapiekonzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie tiefenpsychologische Ansätze zum Verständnis der Entstehung beitragen und wie Betroffene durch professionelle Beratung und therapeutische Interventionen in ihrem Heilungsprozess begleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf eine Fallstudienanalyse unter Anwendung psychoanalytischer Konzepte (insbesondere der Intersubjektivitätstheorie).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Vorstellung der Beratungsstelle sMUTje, eine detaillierte klinische Fallanalyse sowie die Betrachtung der Dialektisch-Behavioralen Therapie als ergänzendes Behandlungskonzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Anorexia nervosa, Psychoanalyse, Psychodynamik, Beratungspraxis, Essstörungsbehandlung und Intersubjektivität charakterisieren.
Welche Rolle spielt das familiäre Umfeld bei der Therapie der Anorexia nervosa?
Dem familiären Umfeld kommt eine entscheidende Rolle zu; eine Einbeziehung in die Behandlung wird empfohlen, da schlechte Familienbeziehungen den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können.
Was unterscheidet die im Fallbeispiel verwendete "Intersubjektivitätstheorie" von klassischen Ansätzen?
Diese Theorie betrachtet psychologische Phänomene nicht als rein intrapsychische Produkte, sondern als Ergebnisse, die in einem Interaktionsprozess zwischen zwei Subjektivitäten entstehen.
Warum wird die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) als wertvolle Ergänzung diskutiert?
Die DBT zeichnet sich durch eine geringe Abbruchquote aus und bietet strukturierte, phasenorientierte Behandlungskonzepte, die besonders für Patienten mit instabilen Persönlichkeitsanteilen und schweren Symptomen geeignet sind.
Welche Bedeutung hat das Erstgespräch bei sMUTje für den weiteren Behandlungsverlauf?
Das Erstgespräch dient der Einschätzung der Lage, der Identifikation von Ressourcen und fungiert als Wegweiser, um bei Bedarf frühzeitig in weiterführende medizinische oder therapeutische Einrichtungen zu vermitteln.
- Citation du texte
- Alihaydar Akbas (Auteur), 2016, Anorexia nervosa. Theorie und Behandlungsansätze in der Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384189