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Junge Menschen und die Revolution des Arabischen Frühlings

Die Youth Bulge-Theorie am Beispiel von Tunesien und Algerien

Titre: Junge Menschen und die Revolution des Arabischen Frühlings

Thèse de Master , 2017 , 102 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Cem Dursun (Auteur)

Politique - Sujet: Paix et Conflits, Sécurité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mit der Selbstverbrennung eines Bürgers nahm der Arabische Frühling 2010 seinen Anfang in Tunesien, um sich innerhalb weniger Monate über große Teile der arabischen Welt auszubreiten. Die daraus folgenden sozialen Unruhen, Proteste und Revolten führten vielfach zu tiefgreifenden politischen Veränderungen. Mit dem Youth Bulge-Ansatz wurde erklärt, weshalb es 2010/2011 in Tunesien zur Revolution gekommen ist und in Algerien nicht. Doch wie geeignet ist diese Theorie, wenn doch in beiden Ländern sehr ähnliche Bedingungen herrschten? Warum verlassen sich Experten darauf? Welche Rolle spielten die Jugendlichen für den Revolutionsausbruch und welche Motive waren entscheidend?

Der Autor Cem Dursun schafft es in seinem Buch, die Historik, verschiedene Konzepte sowie Weiterentwicklungen und Kritikpunkte der Theorie des Youth Bulge zu vermitteln. Anhand eines Paarvergleichs zwischen Tunesien und Algerien untersucht er ökonomische und demografische Daten des Zeitraums 2010-2011 und stellt die Gründe für das Ausbrechen der Revolution gegenüber. Dabei wird besonders auf die Frage eingegangen, wie genau Youth Bulges zur Konfliktneigung von Gesellschaften beitragen und in welcher Weise die wirtschaftliche Entwicklung bzw. das Wohlstandsniveau in Kombination mit einem Jugendüberhang einen Einfluss auf die Konfliktanfälligkeit von Staaten hat.

Aus dem Inhalt:
- Arabischer Frühling;
- Youth Bulge;
- Tunesien;
- Algerien;
- Nordafrika;
- Naher Osten;
- Konflikttheorie;
- Revolution.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Zur Relevanz des Themas und der Forschungsfrage

1.2 Methodik und Aufbau

1.3 Grenzen der Untersuchung

2 Politische Unruhen und Jugendanteile

2.1 Zur historischen Genese der Youth Bulge-Theorie

2.2 Definitionen bzwBerechnungen von Youth Bulges

2.3 Die Dynamik eines Youth Bulges im Kontext

2.4 Youth Bulges und der Arabische Frühling

2.5 Kritik an der Youth Bulge-Theorie

3 Methodisches Vorgehen

3.1 Die Fallauswahl und das Forschungsdesign

3.2 Variablenauswahl und Datenquellen

3.3 Interviewauswertungen

4 Betrachtung der demographischen und ökonomischen Variablen in Tunesien und Algerien

4.1 Demografische Kennzahlen Tunesiens –

4.2 Demografische Kennzahlen Algeriens

4.3 Zwischenfazit zu den demografischen Kennzahlen Algeriens und Tunesiens

4.4 Okonomische Kennzahlen Tunesiens –

4.5 Okonomische Kennzahlen Algeriens –

4.6 Zwischenfazit zu den okonomischen Kennzahlen Algeriens und Tunesiens

4.7 Soziale Sicherung in Tunesien –/

4.8 Soziale Sicherung in Algerien –/

4.9 Zwischenfazit zur sozialen Sicherung in Algerien und Tunesien

5 Interviews zum Arabischen Frühling – Meinungen, Standpunkte und Partizipationsraten in Algerien und Tunesien

5.1 Die Tunesier und der Arabische Frühling

5.2 Die Algerier und der Arabische Frühling

5.3 Zwischenfazit zu den Interviewergebnissen der Algerier und Tunesier

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Youth-Bulge-Theorie das unterschiedliche Auftreten von Revolutionen im Zuge des Arabischen Frühlings 2010/2011 in Tunesien und Algerien erklären kann, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Jugendanteilen, sozioökonomischen Rahmenbedingungen und Systemen der sozialen Sicherung liegt.

  • Anwendung der Youth-Bulge-Theorie auf den Arabischen Frühling
  • Vergleichende Analyse demografischer und ökonomischer Daten
  • Untersuchung der Rolle der sozialen Sicherungssysteme
  • Auswertung von Arab Barometer Umfragedaten

Auszug aus dem Buch

2.1 Zur historischen Genese der Youth Bulge-Theorie

Das Postulieren eines Zusammenhangs zwischen bestimmten Bevölkerungskennziffern und politischen Konflikten ist keine Erfindung der Neuzeit. Verschiedenartige Zusammenhangsaussagen finden sich bereits bei Denkern der Antike, wobei bis in die Moderne hinein eher die Bevölkerungsgröße und das Bevölkerungswachstum als wesentliche Quellen wirtschaftlicher, militärischer und politischer Macht von Ländern im Mittelpunkt standen (Angenendt & Popp 2013: 7, Hervorh. vom Verfasser). Nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere im Zuge von Vorstudien US-amerikanischer Nachrichtendienste in den 1970er Jahren wurden zunehmend Bevölkerungsstrukturen bestimmter Länder in die Analysen einbezogen, um etwaige Gefahren für die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Verbündeten besser antizipieren zu können (Ebd.). Hierbei galt die besondere Aufmerksamkeit der Jugend, die in einer Vielzahl von Entwicklungs- und Schwellenländern große Anteile der Bevölkerung ausmachte.

Weshalb gerade die Jugend für die US-amerikanische Risikoanalyse eine besondere Rolle spielte, wurde kurz und prägnant im Kissinger Report des Jahres 1974 dargelegt:

The young people, who are in much higher proportions [...] are likely to be more volatile, unstable, prone to extremes, alienation and violence than an older population. (Kissinger Report 1974: 58)

Dieser Zusammenhang von Jugend und höherer Gewaltneigung war und ist wissenschaftlich vielfach belegt (Cincotta et al. 2003: 42) und wurde entsprechend verstärkt in die Analysen miteinbezogen. Basierend auf der weiteren Annahme, dass die Kapazitäten von Regierungen und Verwaltungen in Entwicklungs- und Schwellenländern vielfach beschränkt seien, ging man zudem davon aus, dass der zukünftig zunehmende Bedarf an Bildung, Beschäftigung und Gesundheit nicht gedeckt werden könne, weshalb in Staaten mit einer großen Jugendbevölkerung eine potenziell explosive Mischung aus wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit, geringer gesellschaftlicher Teilhabe und schwacher Staatlichkeit zu erwarten sei (Apt 2011: 32). Mit dieser (gefühlten) Bedrohung stieg der Bedarf an wissenschaftlichen Studien, die der Frage nachgingen, ob ein großer Bevölkerungsanteil junger Menschen das Auftreten von gewaltsamen Konflikten und Kriegen tatsächlich begünstigen oder sogar bedingen würde (Popp 2012: 1).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Hinführung zur Thematik des Arabischen Frühlings, Darstellung der Forschungsfrage und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand eines Paarvergleichs.

2 Politische Unruhen und Jugendanteile: Theoretische Fundierung der Youth-Bulge-Theorie, inklusive ihrer Entstehung, Definitionen, Kritik und der Rolle wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

3 Methodisches Vorgehen: Begründung des Forschungsdesigns (Most Similar Cases Design) sowie Erläuterung der Variablenauswahl und der verwendeten Datenquellen.

4 Betrachtung der demographischen und ökonomischen Variablen in Tunesien und Algerien: Empirische Analyse der demografischen Kennzahlen sowie wirtschaftlicher Indikatoren und Sozialsysteme in beiden Ländern.

5 Interviews zum Arabischen Frühling – Meinungen, Standpunkte und Partizipationsraten in Algerien und Tunesien: Auswertung von Umfragedaten des Arab Barometers zur politischen Einstellung und Partizipation der Jugend.

6 Fazit: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung alternativer Erklärungsansätze.

Schlüsselwörter

Youth Bulge, Arabischer Frühling, Tunesien, Algerien, Jugendarbeitslosigkeit, Revolution, Soziale Sicherung, Demografie, Konfliktforschung, Most Similar Cases Design, Arab Barometer, Politische Stabilität, Wirtschaftliche Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der "Youth-Bulge-Theorie" auf die Geschehnisse des Arabischen Frühlings, konkret am Vergleich der Revolution in Tunesien und der relativen Stabilität in Algerien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Einfluss von großen Jugendanteilen in der Bevölkerung (Youth Bulges) auf das Konfliktpotenzial, gekoppelt mit ökonomischen Faktoren und der Wirksamkeit staatlicher sozialer Sicherungssysteme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Lässt sich mit der Youth-Bulge-Theorie erklären, weshalb es im Zuge des Arabischen Frühlings in Tunesien zur Revolution kam und in Algerien nicht?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparative Methode angewandt, konkret ein Paarvergleich, der sich am "Most Similar Cases Design" orientiert, um zwei ähnliche Länder hinsichtlich ihrer demografischen und ökonomischen Variablen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert demografische Kennzahlen, ökonomische Variablen wie Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft sowie die sozialen Sicherungssysteme beider Länder und wertet zudem Umfragedaten des Arab Barometers aus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Youth Bulge, Arabischer Frühling, Jugendarbeitslosigkeit, soziale Sicherung und politische Stabilität in Tunesien und Algerien.

Warum spielt die soziale Sicherung eine so zentrale Rolle in der Untersuchung?

Sie dient als Alternativhypothese. Die Autorin nimmt an, dass soziale Sicherungssysteme Frustration abfedern können und somit die Korrelation zwischen Jugendarbeitslosigkeit und politischer Gewalt beeinflussen.

Inwieweit konnte die Youth-Bulge-Theorie die Unterschiede erklären?

Die Theorie bietet nur eine begrenzte Erklärungskraft. Zwar lassen sich Korrelationen finden, jedoch zeigen die Ergebnisse, dass politische und institutionelle Faktoren sowie die individuelle Wahrnehmung der Lage oft eine bedeutendere Rolle spielten.

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Résumé des informations

Titre
Junge Menschen und die Revolution des Arabischen Frühlings
Sous-titre
Die Youth Bulge-Theorie am Beispiel von Tunesien und Algerien
Université
University of Leipzig  (Sozialwissenschaften und Philosophie)
Note
1,5
Auteur
Cem Dursun (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
102
N° de catalogue
V384236
ISBN (ebook)
9783668638723
ISBN (Livre)
9783960951988
Langue
allemand
mots-clé
Youth Bulge Arabischer Frühling Tunesien Algerien Konflikttheorie Heinsohn Urdal Fuller CIA Nordafrika Naher Osten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Cem Dursun (Auteur), 2017, Junge Menschen und die Revolution des Arabischen Frühlings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384236
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