Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Media Pedagogy

Folgen der Vereinigung von Mensch und Maschine bei Gibson und Haraway

Title: Folgen der Vereinigung von Mensch und Maschine bei Gibson und Haraway

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 18 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Franz Wegener (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Auswirkungen von Maschinen auf das Leben der Menschen wurden immer schon kontrovers diskutiert. Mit dem Einzug von Maschinenteilen in den menschlichen Körper, zum Beispiel durch Prothesen, wird dieses Thema greifbarer als je zuvor. Menschen werden maschinenähnlicher und Maschinen werden immer menschenähnlicher, wie man zum Beispiel an den immer natürlicher werdenden Dialogen mit automatisierten Telefonhotlines feststellen kann. In dieser Arbeit werden zwei verschiedene Positionen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Vereinigung von Mensch & Maschine verglichen und auf ihre Plausibilität hin überprüft. Zum einen wird die Position von William Gibson beschrieben, dem Vater des Cyberpunk und dem Erfinder des Cyberspace, der bereits in den achtziger Jahren auf mögliche Probleme derartiger Technologien hinwies. Dem wird die Position von Donna Haraway gegenübergestellt, die in der Erschaffung von Cyborgs, also der Vermischung von Mensch und Maschine, eine Chance für den Feminismus und die Position der Frauen in der Gesellschaft sieht. Auch Haraway entwickelt Szenarien, die negative Auswirkungen dieser Vermischung nahelegen. Beide Positionen werden getrennt voneinander auf logische Richtigkeit und inhaltliche Glaubwürdigkeit hin überprüft und anschließend miteinander verglichen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Positionen werden herausgestellt und die Überzeugungskraft ihrer jeweiligen Schlussfolgerungen kritisch hinterfragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Begriffsbestimmung Borging

2 Borging und seine gesellschaftlichen Auswirkungen bei Donna Haraway

3 William Gibsons Neuromancer

3.1 Möglichkeiten des Borging in William Gibsons Neuromancer

3.2 Gesellschaftliche Auswirkungen des Borgings in Neuromancer

3.3 Die Gesellschaftsstruktur in Neuromancer

3.4 Das Körperbild in Neuromancer

3.5 Das Kontinuum von Mensch und Maschine in Neuromancer

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen der Vereinigung von Mensch und Maschine, kurz „Borging“ genannt, durch einen vergleichenden Blick auf den Roman „Neuromancer“ von William Gibson und die theoretischen Ansätze von Donna Haraway.

  • Definition und begriffliche Abgrenzung von Borging-Prozessen.
  • Analyse von Haraways Vision einer Cyborg-Gesellschaft und der Überwindung binärer Dichotomien.
  • Systematisierung der technologischen Borging-Ebenen in Gibsons „Neuromancer“.
  • Untersuchung der Machtstrukturen und des Körperbildes in einer dystopischen Cyberpunk-Welt.
  • Gegenüberstellung der gegensätzlichen Szenarien von Emanzipation versus totaler Kontrolle.

Auszug aus dem Buch

3.1 Möglichkeiten des Borging in William Gibsons Neuromancer

Die Borgingmöglichkeiten in Neuromancer lassen sich abhängig von der schwere des Eingriffs in fünf Ebenen einteilen. Der Geschlossenheit halber ist es sinnvoll eine weitere Ebene Null einzuführen, die keine Veränderung des Menschen enthält.

0. Ebene Naturzustand keine Veränderung des Körpers

1. Ebene Drogen nicht permanente Veränderung von Körper, Psyche oder Geist

2. Ebene Chirurgie permanente Veränderung von Körper, Psyche oder Geist

3. Ebene Simstim nicht permanenter Austausch des gesamten Körpers

4. Ebene Cyberspace nicht permanente Freiheit vom Körper

5. Ebene Dix / KI permanente Freiheit vom Körper

0. Ebene: Diese Ebene ist in Neuromancer fast nicht mehr existent. (Gibson, 1984, 9) So wie der Protagonist, Case, benötigen viele Menschen Implantate für ihre Arbeit. Ein Barkeeper, der zwar Implantate besitzt, fällt Case deshalb auf, weil er nicht kosmetisch operiert ist: „The antique arm whined as he reached for another mug. It was a Russian military prosthesis, a seven-function force-feedback manipulator, cased in grubby pink plastic. His ugliness was the stuff of legend. In an age of affordable beauty, there was something heraldic about his lack of it.“ (Gibson, 1984, 9)

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Verschmelzung von Mensch und Maschine ein und legt die methodische Herangehensweise für den Vergleich zwischen Haraways Theorie und Gibsons Roman fest.

1 Begriffsbestimmung Borging: In diesem Kapitel wird eine präzise Arbeitsdefinition für „Borging“ erarbeitet, um operative Eingriffe in Körper und Geist als Grundlage für die weitere Analyse zu objektivieren.

2 Borging und seine gesellschaftlichen Auswirkungen bei Donna Haraway: Hier wird Haraways Cyborg-Konzept untersucht, welches die Überwindung binärer Machtstrukturen als kulturelle Chance für die Gesellschaft begreift.

3 William Gibsons Neuromancer: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich der detaillierten Klassifizierung von Borging-Technologien im Roman und deren sozioökonomischen Auswirkungen auf die dystopische Gesellschaft.

4 Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung fasst die Divergenz zwischen den Ansätzen von Gibson und Haraway zusammen und stellt fest, dass die Fragmentarisierung der Identitäten im Roman nicht zur erhofften Auflösung von Machtstrukturen führt.

Schlüsselwörter

Borging, Mensch-Maschine-Kombination, Cyborg, Donna Haraway, William Gibson, Neuromancer, Cyberpunk, Identität, Machtstrukturen, Dichotomien, technologische Implantate, Kybernetik, Gesellschaftskritik, Transhumanismus, Körperbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen und technologischen Folgen der Verschmelzung von Mensch und Maschine (Borging) anhand eines Vergleichs zwischen dem theoretischen Werk von Donna Haraway und der literarischen Dystopie „Neuromancer“ von William Gibson.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Definition von Körpermodifikationen, die Auswirkungen auf das menschliche Selbstbild, die Veränderung gesellschaftlicher Machtstrukturen sowie die Frage nach der Auflösung traditioneller Geschlechter- und Statusrollen ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die technologische Vereinigung von Mensch und Maschine nach Haraway zu einer emanzipatorischen Auflösung gesellschaftlicher Unterdrückung führt oder ob, wie bei Gibson, eine dystopische Welt der Kontrolle und Entmenschlichung entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literatur- und Theorieanalyse, bei der eine selbst erarbeitete Systematik von „Borging-Ebenen“ dazu dient, die technologischen Phänomene des Romans zu strukturieren und mit Haraways soziologischen Thesen abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Haraways Thesen zur Überwindung von Dichotomien und eine mehrstufige Analyse der verschiedenen Technologien und Machtverhältnisse in Gibsons „Neuromancer“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem zentralen „Borging“ und „Cyborg“ insbesondere „Dichotomien“, „Cyberpunk“, „Machtstruktur“, „Körperbild“ und „Technologie“.

Warum spielt die Figur „Dix“ im Vergleich eine so wichtige Rolle?

Dix dient als zentrales Fallbeispiel für die fünfte Ebene des Borgings, da er als körperloses Bewusstsein in einem Computerspeicher existiert und somit die Grenze zwischen Mensch und Maschine sowie die Frage nach einem statischen Zustand der Existenz verdeutlicht.

Wie unterscheidet sich Gibsons Sicht auf den Cyborg von der Haraways?

Während Haraway den Cyborg als Symbol für die Auflösung schädlicher binärer Machtstrukturen sieht, porträtiert Gibson eine dystopische Welt, in der die Technologie die Empathie mindert und soziale Disparitäten eher verschärft als aufhebt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Folgen der Vereinigung von Mensch und Maschine bei Gibson und Haraway
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Audiovisuelle Kommunikation (WS04/05)
Grade
sehr gut
Author
Franz Wegener (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V38425
ISBN (eBook)
9783638374927
ISBN (Book)
9783638886437
Language
German
Tags
Folgen Vereinigung Mensch Maschine Gibson Haraway Audiovisuelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franz Wegener (Author), 2005, Folgen der Vereinigung von Mensch und Maschine bei Gibson und Haraway, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38425
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint