Fracking – dieser Begriff hört sich nach einer modernen Technik an. Aber neu ist Fracking nicht, die ersten offiziellen Bohrungen wurden schon im Jahr 1947 durchgeführt. Es wurde in der Vergangenheit viel in der Politik über dieses Verfahren diskutiert. Es gibt viele Befürworter aber auch etliche Gegner, um meine eigene Meinung zu bilden, habe ich mich in dieser Arbeit über die Bohrung und Folgen bzw. Auswirkungen auf die Umwelt informiert.
Laut dem damaligen CDU Generalsekretär Hermann Gröhe komme das Fracking "bei den heutigen technischen Möglichkeiten nicht in Frage". Diese Debatte ist offensichtlich noch nicht abgeschlossen, wenn es um das umstrittene Verfahren Hydraulic Fracturing (Fracking) geht. Während die Gasförderunternehmen behaupten, das Verfahren sei vollkommen sicher und ungefährlich, warnen andere vor Erdbeben und vergiftetem Trinkwasser.
Die heutige Weltwirtschaft ist angewiesen auf fossile Brennstoffe wie Gas und Öl, die auch im übertragenen Sinn als Schmierstoff der Konjunktur bezeichnet werden können. Gerade die Öl- und Energiekrisen der Vergangenheit haben uns verdeutlicht wie abhängig unser Wohlstand von Energie ist. Auch der für viele vorbildliche Ausbau der erneuerbaren Energien in der Bundesrepublik Deutschland zeigt uns, dass wir noch viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte auf fossile Brennstoffe angewiesen sein werden. Die Öl- und Gasreserven sind allerdings endlich. Mit dem "Hydraulic Fracturing" können Gasressourcen gehoben werden, die mit der heutigen konventionellen Technik wie Bohrung und Grabung nicht erschließbar sind. Aber zu welchem Preis?
In dieser Facharbeit möchte ich die Voraussetzungen für das "Hydraulic Frackturing" und das technische Verfahren ausführlich erläutern. Anschließend beschreibe ich die wirtschaftlichen Vorteile und die mit dem Verfahren verbundene Umweltrisiken. Aus diesen Erkenntnissen und gefundenen Informationen ziehe ich mein persönliches Fazit, ob die Anwendung in Deutschland vertretbar und empfehlenswert ist. Da es zu dem Thema Fracking nicht allzu viele Bücher gibt, berufe ich mich auf viele unterschiedliche online Studien, Broschüren der Energieunternehmen und Statistiken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Voraussetzungen
2.1 Vorbereitungen
2.2 Boden
2.3 Stabilität
3. Technische Verfahren
3.1 Bohrung
3.2 Fracturing
3.3 Stabilisierung
3.4 Förderung
3.5 Entsorgung / Aufräumarbeiten
4. Neue Möglichkeiten
4.1 Neue Förderquellen
4.2 Vorzüge
4.3 Wirtschaftliche Effekte
5. Risiken
5.1 Kontamination des Grundwassers
5.2 Sand und Wasserverbrauch
5.3 Methan im Grundwasser
5.4 Klimabilanz
5.5 Entsorgung der Frack – Fluide
5.6 Instabilität des Bodens
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht das Verfahren des Hydraulic Fracturing (Fracking) im Hinblick auf seine technischen Grundlagen, wirtschaftlichen Potenziale sowie die damit verbundenen ökologischen Risiken, um zu bewerten, ob eine Anwendung in Deutschland vertretbar und empfehlenswert ist.
- Technische Grundlagen und Ablauf der Bohr- und Frack-Verfahren
- Analyse unkonventioneller Gasvorkommen wie Schiefer- und Tight-Gas
- Bewertung der ökonomischen Bedeutung von Fracking für die Energieversorgung
- Untersuchung der Umweltrisiken, insbesondere Kontamination des Grundwassers
- Diskussion der klimatischen Auswirkungen und seismischen Folgen
Auszug aus dem Buch
3.2 Fracturing
Beim Fracturing zeigt sich ein großer Unterschied zu einer Gasförderung aus herkömmlichen Quellen. Nachdem der Bohrschacht fertig ist, wird durch präzise Hochdruckbohrungen die Zementierung des horizontalen Schachts mit Durchstößen versehen. Durch die Stöße wird ein Druckaustausch zwischen Förderschacht und dem umgebenen Gestein gewährleistet. Der Bohrturm kann an der Oberfläche abgebaut werden und die wichtigste Anlage kann montiert und angeschlossen werden. Diese Anlage besteht aus einem Vermischer und einer Frackpumpe. Zuerst wird im Vermischer das Frack – Fluid in der gewünschten Konzentration hergestellt, dieses Fluid basiert auf Wasser mit einigen Chemikalien, auf die ich im späterem Verlauf noch eingehen werde. Das fertig gemischte Fluid wird der Frack – Pumpe zugeführt.
Der Druck der Bohrung wird nur langsam erhöht, er soll nur geringfügig die Spannung im Gestein der Lagerstätte übersteigen. Um den Energieaufwand zu verringern, helfen Chemikalien im Frack-Fluid, indem sie die Struktur der Minerale lösen. Durch den hohen Druck bilden sich kleine, verzweigte unkontrollierbare Risse, die zum Teil nur wenige Millimeter groß sind. Während das Gas in konventionellen Lagerstätten in Taschen im Gestein eingelagert ist, ist die Gesteinsschicht in den für Fracking in Frage kommenden Gebieten wesentlich dichter und die Zwischenräume, in denen sich das Gas befindet winzig und klein. Diese kleinen Vorkommen können nicht durch eine einzige Bohrung erreicht werden, sie werden daher unter Druck aufgebrochen, sodass sich die Risse und kleinen Kammern verbinden. Das enthaltene Gas kann austreten und gefördert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Frackings sowie Erläuterung der Motivation und Zielsetzung der Facharbeit.
2. Voraussetzungen: Beschreibung der notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen, geologischen Standortfaktoren und der Bodenstabilität für Bohrvorhaben.
3. Technische Verfahren: Detaillierte Darstellung des technischen Ablaufes, von der Bohrung über das eigentliche Fracturing und die Stabilisierung bis hin zur Förderung und Entsorgung.
4. Neue Möglichkeiten: Untersuchung der verschiedenen unkonventionellen Erdgasvorkommen sowie deren wirtschaftliche Bedeutung und Vorzüge.
5. Risiken: Analyse der ökologischen Gefahren, einschließlich Grundwasserkontamination, Ressourcenverbrauch, Klimabilanz und möglicher seismischer Instabilität.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des Frackings in Deutschland unter Berücksichtigung der aktuellen Wissenslage.
Schlüsselwörter
Hydraulic Fracturing, Fracking, Erdgas, Bohrtechnik, Schiefergas, Tight-Gas, Grundwasserkontamination, Chemikalien, Klimabilanz, Methan, Ressourcenverbrauch, Umweltrisiken, Energieversorgung, Seismik, Disposalbohrungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das umstrittene Verfahren des Hydraulic Fracturing zur Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf dem technischen Bohrprozess, den wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten sowie den ökologischen und sicherheitstechnischen Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der recherchierten Informationen eine fundierte Einschätzung zu treffen, ob der Einsatz von Fracking in Deutschland ethisch und ökologisch vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis von online verfügbaren Studien, Broschüren von Energieunternehmen und statistischen Daten erstellt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technischen Abläufe, die neuen Förderpotenziale sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den umweltbezogenen Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die wichtigsten Schlagworte sind Hydraulic Fracturing, Erdgasförderung, Grundwasserschutz und ökologische Nachhaltigkeit.
Welche Rolle spielen Chemikalien beim Fracking-Verfahren?
Chemikalien dienen als Hilfsmittel im Frack-Fluid, um Gesteinsstrukturen zu lösen und das Gas besser freizusetzen, bergen jedoch das Risiko einer Kontamination des Grundwassers.
Warum ist das Thema "Stabilität des Bodens" relevant für die Arbeit?
Da Fracking den Druck im Untergrund verändert, diskutiert die Arbeit, inwiefern dies zu seismischen Erschütterungen oder Instabilitäten im Boden führen kann.
- Citation du texte
- Timon Meinhardt (Auteur), 2016, Wirtschaftliche Vorteile und Umweltrisiken des "Hydraulic Fracturing", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384546