Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Economic Policy

Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung zur Berücksichtigung der Kinderzahl in Beiträgen und Leistungen umlagefinanzierter Alterssicherungssysteme

Title: Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung zur Berücksichtigung der Kinderzahl in Beiträgen und Leistungen umlagefinanzierter Alterssicherungssysteme

Diploma Thesis , 2004 , 104 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Matthias Heim (Author)

Business economics - Economic Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...]Zum derzeitigen Stand haben sich im gesetzlichen Umlagesystem Rentenansprüche in Höhe von etwa sechs Billionen Euro aufgebaut, denen jedoch nur rund 3,5 Billionen Euro an Beitragszahlungen gegenüber stehen. Um diesen Saldo ausgeglichener zu gestalten, stehen dem Gesetzgeber zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Zum einen kann er auf der Leistungsseite Kürzungen vornehmen, zum anderen auf der Einnahmenseite ansetzen, um das Beitragsaufkommen zu erhöhen. Letzteres lässt sich durch eine Vielzahl verschiedener Instrumente erreichen, die in der politischen Diskussion zumeist auch schon Beachtung gefunden haben. Dazu gehört neben einer forcierten Einwanderung, der Ausweitung des Pflichtversichertenkreises oder der Ausdehnung der Bemessungsgrundlage auf alle Einkunftsarten auch die Steigerung der Fertilität. Obwohl die Höhe der Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung von mehreren Faktoren abhängt, sehen viele Autoren die Ursache des Problems in der zu niedrigen Kopfzahl der nächsten Generation. Mit dem Argument, ein Umlagesystem könne nur bei ausreichender Nachkommenschaft existieren, und vor dem Hintergrund des ihrer Ansicht nach falsch konstruierten Generationenvertrages fordern sie bevölkerungspolitische Maßnahmen innerhalb des Rentensystems mit dem Ziel der Steigerung der Geburtenzahlen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Fertilität und Alterssicherung gibt (Kapitel 4) und widmet sich anschließend möglichen Reformvorschlägen, die das Geburtenverhalten positiv zu beeinflussen versuchen (Kapitel 5). Zuvor werden die beiden Teilbereiche Fertilität (Kapitel 2) und Alterssicherung (Kapitel 3) getrennt voneinander betrachtet. Nach einer Überprüfung der Wirksamkeit bevölkerungspolitischer Maßnahmen (Kapitel 6) wagt die Arbeit einen Blick über die Grenzen (Kapitel 7), bevor sie in Kapitel 8 mit einem Fazit schließt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fertilität

2.1 Bestandsaufnahme

2.2 Streuung der Fertilität

2.3 Ursachen des Geburtenrückgangs

2.3.1 Emanzipation der Frau

2.3.2 Zunehmende Unfruchtbarkeit

2.3.3 Finanzielle Belastung

2.3.4 Weniger Ehen, mehr Scheidungen

2.3.5 Modernisierung der Gesellschaft

2.3.6 Sonstiges

2.3.7 Empirische Beobachtungen

3 Alterssicherung

3.1 Bestandsaufnahme

3.2 Grundprinzipien der GRV

3.3 Finanzielle Probleme der GRV

3.4 Anerkennung der Erziehungsleistung im heutigen System

4 Fertilität und Alterssicherung

4.1 Die mikroökonomische Fertilitätstheorie der Chicago school

4.1.1 Das Qualitäts-Quantitäts-Modell

4.1.2 Theorie der Zeitallokation

4.1.3 Erklärung des Geburtenverhaltens im Zeitablauf

4.2 Das Pennsylvania-Modell

4.2.1 Das „natürliche Fertilitätsverhalten“

4.2.2 Die Easterlin-Hypothese

4.3 Spieltheoretische Analysen der Fruchtbarkeit

4.4 Empirische Befunde

4.5 Rückwirkungen der Sozialversicherung auf die Fertilität

4.6 Implikationen für die Ausgestaltung einer politischen Maßnahme

5 Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung

5.1 Externe Effekte von Kindern

5.2 Steuer- versus Rentensystem

5.3 Der vollständige Generationenvertrag

5.3.1 Kinderleistungsausgleich

5.3.2 Kindergeld- und Ausbildungskreditsystem

5.3.3 Rekonstruktion des Generationenvertrages

5.4 Leistungsseitige Reformideen

5.4.1 Rente in Abhängigkeit von der Kinderzahl

5.4.1.1 Vorschläge

5.4.1.2 Pro-Argumente

5.4.1.3 Contra-Argumente

5.4.1.4 Fazit zur Rentendifferenzierung

5.4.2 Elternrenten-Modelle

5.5 Einnahmenseitige Reformideen

5.5.1 Beiträge in Abhängigkeit von der Kinderzahl

5.5.1.1 Vorschläge

5.5.1.2 Pro-Argumente

5.5.1.3 Contra-Argumente

5.5.1.4 Fazit zur Beitragsdifferenzierung

5.5.2 Kinderjahre

5.6 Sonstige Vorschläge

5.6.1 Voll eigenständiges System

5.6.2 Flexibles System eigenständiger und leistungsbezogener Alterssicherung

5.6.3 Erziehungsgehalt

5.6.4 Ausweitung der Erziehungszeiten

5.7 Zur Berücksichtigung der Qualität

6 Zur Wirksamkeit bevölkerungspolitischer Maßnahmen

7 Blick über die Grenzen

7.1 Beispiel Frankreich

7.2 Beispiel Ex-DDR

7.3 Beispiel Norwegen

7.4 Beispiel USA

8 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Fertilität und dem umlagefinanzierten System der Alterssicherung in Deutschland, um Reformvorschläge zu bewerten, die das Geburtenverhalten durch eine Berücksichtigung der Kinderzahl in Beiträgen und Leistungen positiv beeinflussen könnten.

  • Analyse des demographischen Wandels und Geburtenrückgangs in Deutschland.
  • Untersuchung mikroökonomischer Fertilitätstheorien (Chicago School vs. Pennsylvania-Modell).
  • Bewertung von Reformideen zur Koppelung von Rentenansprüchen oder Beiträgen an die Kinderzahl.
  • Diskussion über die Wirksamkeit bevölkerungspolitischer Maßnahmen im internationalen Vergleich.
  • Kritische Würdigung der Generationengerechtigkeit im bestehenden Umlagesystem.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Emanzipation der Frau

Die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft hat sich im Verlauf der letzten Jahrhunderte grundlegend verändert. Während die Versorgung des Gemahls und die Kindererziehung früher die wichtigsten Lebensaufgaben der Ehefrau waren, möchte die emanzipierte Frau von heute nicht mehr nur Hausfrau und Mutter sein, sondern gleichzeitig gut qualifiziert, berufstätig und gesellschaftlich oder politisch aktiv. Gerade die langen Ausbildungszeiten haben jedoch zur Folge, dass die Geburt des ersten Kindes anders als früher in die späteren fruchtbaren Jahre verschoben wird, wodurch sich der Zeitraum, in dem die Frau dann biologisch gesehen noch Kinder bekommen kann, erheblich verkürzt. In den letzten beiden Jahrzehnten ist das Durchschnittsalter der Mütter bei Geburt ihrer lebendgeborenen Kinder von 25,2 (1980) auf 29,1 Jahre (2001) angestiegen. Viele Frauen sehen sich ganz vor der Entscheidung zwischen Beruf und Familie und treffen diese dann zu Ungunsten der Kindererziehung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beschreibt die Krise des deutschen Rentensystems durch den Geburtenrückgang und die steigende Lebenserwartung und begründet den Bedarf an fertilitätsorientierten Reformen.

2 Fertilität: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme des deutschen Geburtenverhaltens und analysiert soziologische und ökonomische Ursachen für den Rückgang der Kinderzahlen.

3 Alterssicherung: Es werden die Grundprinzipien und aktuellen finanziellen Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die heutige Anerkennung von Erziehungsleistungen dargestellt.

4 Fertilität und Alterssicherung: Dieses Kapitel erörtert mikroökonomische Theorien zum Geburtenverhalten und den Einfluss von Sozialversicherungssystemen auf die Fertilitätsentscheidungen.

5 Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung: Der Hauptteil der Arbeit präsentiert und diskutiert verschiedene Reformvorschläge zur Einbeziehung der Kinderzahl in die Renten- oder Beitragsstruktur.

6 Zur Wirksamkeit bevölkerungspolitischer Maßnahmen: Hier wird kritisch hinterfragt, ob staatliche Eingriffe tatsächlich das Geburtenverhalten in der gewünschten Weise beeinflussen können.

7 Blick über die Grenzen: Anhand internationaler Fallbeispiele (Frankreich, Ex-DDR, Norwegen, USA) wird untersucht, wie andere Länder auf das Problem niedriger Geburtenraten reagiert haben.

8 Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Reformen zwar notwendig sind, aber die demographische Krise langfristig nur durch konstante Geburtenraten bewältigt werden kann.

Schlüsselwörter

Fertilität, Alterssicherung, Gesetzliche Rentenversicherung, Geburtenrückgang, Generationenvertrag, Kindererziehung, Mikroökonomie, Demographischer Wandel, Familienpolitik, Umlageverfahren, Kinderzahl, Erziehungsleistung, Rentenreform, Humankapital, Opportunitätskosten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik des deutschen umlagefinanzierten Rentensystems in Zeiten sinkender Geburtenraten und prüft, ob und wie eine stärkere Berücksichtigung der Kindererziehung die Rentenfinanzierung stabilisieren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die demographische Entwicklung, die mikroökonomische Theorie der Geburtenentscheidungen sowie konkrete familienpolitische Reformmodelle für die gesetzliche Rentenversicherung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Fertilität und der Alterssicherung gibt und ob Reformen, die das Geburtenverhalten monetär belohnen, ökonomisch sinnvoll und wirksam sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis existierender mikroökonomischer Fertilitätsmodelle (Chicago School, Pennsylvania-Modell) und stützt sich auf eine Literaturübersicht sowie den Vergleich internationaler bevölkerungspolitischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Reformideen auf der Leistungs- und Einnahmenseite der Rentenversicherung (z.B. Rentenabschläge für Kinderlose, Kinderjahre, Elternrenten-Modelle) im Detail vorgestellt und kritisch auf ihre Gerechtigkeit und ökonomische Wirkung hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Fertilität, Rentenversicherung, Umlageverfahren, Generationenvertrag, Kindererziehung, Humankapital und die ökonomischen Determinanten des Geburtenverhaltens.

Wie bewertet die Arbeit die Rentendifferenzierung nach Kinderzahl?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die gewünschte Wirkung solcher Modelle (z.B. nach Hans-Werner Sinn) zweifelhaft ist, da sie das Problem der niedrigen Fertilität kurzfristig nicht löst und ethische sowie praktische Umsetzungsprobleme mit sich bringt.

Warum ist laut der Arbeit eine Reform der Rentenformel schwierig?

Die Schwierigkeit liegt darin, dass Kinder auch als Konsumgüter betrachtet werden und staatliche Eingriffe, die den investiven Aspekt der Kindererziehung erzwingen wollen, oft unzureichende Anreize setzen oder soziale Härten für einkommensschwache Familien bedeuten.

Excerpt out of 104 pages  - scroll top

Details

Title
Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung zur Berücksichtigung der Kinderzahl in Beiträgen und Leistungen umlagefinanzierter Alterssicherungssysteme
College
University of Mannheim
Grade
1,7
Author
Matthias Heim (Author)
Publication Year
2004
Pages
104
Catalog Number
V38466
ISBN (eBook)
9783638375238
Language
German
Tags
Fertilitätsorientierte Reform Rentenversicherung Berücksichtigung Kinderzahl Beiträgen Leistungen Alterssicherungssysteme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Heim (Author), 2004, Fertilitätsorientierte Reform der gesetzlichen Rentenversicherung zur Berücksichtigung der Kinderzahl in Beiträgen und Leistungen umlagefinanzierter Alterssicherungssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38466
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  104  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint