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Die Ethnografie ist tot – lang lebe die Ethnografie! Analysemethoden für Dokumente anhand des Sammelbandes "Documents" von Annelise Riles

Título: Die Ethnografie ist tot – lang lebe die Ethnografie! Analysemethoden für Dokumente anhand des Sammelbandes "Documents" von Annelise Riles

Trabajo , 2016 , 19 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anja Zeutschel (Autor)

Ciencias Culturales - Ciencias culturales empíricas
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Grundidee der Hausarbeit ist die Betrachtung von Dokumenten aus europäisch-ethnologischer Perspektive hinsichtlich ihrer Analysemethoden anhand des Sammelbandes „Documents. Artifacts of Modern Knowledge“, herausgegeben von Annelise Riles. Bisherige Zugänge und Methoden für Dokumente in der Europäischen Ethnologie werden mit den Vorschlägen der Autor_innen in den Beiträgen des Sammelbandes verglichen. Zudem wird der von Riles in ihrer Einleitung zum Sammelband beschriebene größere perspektivische Ansatz für eine zeitgemäße Ethnografie erläutert, den sie als „ethnographic response“ bezeichnet. Anschließend werden noch einige vergleichende Gedanken formuliert zwischen früheren Ansätzen und den Aspekten der Sammelbandautor_innen sowie weiteren (neueren) Methodenbänden wie Hess', Mosers und Schwertls „Europäisch-ethnologisches Foschen“. Zum Schluss folgen dann noch ein paar eigene Überlegungen.

Obwohl es bei der Betrachtung im Rahmen dieser Hausarbeit ursprünglich um das ethnografische Artefakt des Dokuments ging, kristallisiert sich letztlich eher ein anderer Schwerpunkt heraus: Wissen und Wissenspraxen, die anhand von Dokumenten erforschbar werden, sowie die Flexibilisierung der Ethnografie und der Kultur- und Sozialwissenschaften im Allgemeinen. In Bezug auf die Literatur wird die fundamentale Pluralisierung der Lebenswelt und damit verbunden auch der Ethnografie thematisiert. Dabei stellt sich heraus, dass den analysierten Autor_innen wohl vor allem eins wichtig ist: Eine Antwort darauf zu geben, was Ethnografie heute sein kann, wofür sie gut ist bzw. gebraucht wird, und wie sie gestaltet werden sollte. Diese Fragen scheinen die Europäische Ethnologie in den letzten Jahren zu prägen und über die Maßen zu beschäftigen und werden hier andiskutiert. So stellt die Hausarbeit u. a. das Verschwimmen des „methodischen Profils“ der Europäischen Ethnologie heraus sowie die „Ähnlichkeit der Wissenspraktiken von Forschenden und Beforschten“ und die Probleme, die damit einhergehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1 Kurzvorstellung der betrachteten Texte

2.2 Was sind Dokumente?

2.3 Methoden und Herangehensweisen für Dokumente

3. Vorschläge aus Riles' Publikation „Documents“

3.1 Dokumente als Texte

3.2 Klassifikation und Kategorien

3.3 Nähe und Distanz

3.4 Follow the Career

3.5 Borrow a Method

3.6 Visualität & Accountability

4. Ethnographic Response

5. Vergleichende Gedanken

6. Fazit/Eigene Einschätzung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Dokumente aus einer europäisch-ethnologischen Perspektive, um zu analysieren, wie moderne Wissenspraxen durch das Artefakt „Dokument“ erforscht werden können. Ziel ist es, bisherige Methoden der Disziplin mit den neueren Ansätzen aus dem Sammelband „Documents. Artifacts of Modern Knowledge“ zu vergleichen und die Rolle der Ethnografie in einer zunehmend pluralistischen Welt zu hinterfragen.

  • Analyse von Dokumenten als zentrales Element moderner Wissenspraxen
  • Vergleich traditioneller ethnografischer Methoden mit aktuellen Ansätzen
  • Diskussion der methodologischen Herausforderungen von Nähe und Distanz im Feld
  • Untersuchung der „ethnographic response“ als Reaktion auf die Krise der Ethnografie

Auszug aus dem Buch

3.2 Klassifikation und Kategorien

Auch wenn Brenneis – wie andere Autor_innen vor ihm – konstatiert, dass die Nutzung von Klassifikationssystemen „central to social life“ ist, bezeichnet er die wissenschaftliche Betrachtung der Klassifikation als zentrale Praxis des modernen Lebens als „provocatively renascent“ (Brenneis 2006, 46). Er stellt zudem klar, dass sich die von ihm betrachteten Formulare von den oftmals stark klassifikatorischen Formularen in bisherigen ethnografischen Untersuchungen in wesentlichen Aspekten unterscheiden. Die in den Funding-Formularen verwendeten Kategorien seien relativ, nicht absolut – die Wahl einer bestimmten Kategorie beziehe sich also auf Überlegungen und Verhandlungen – und die provozierte Wortart seien statt der üblichen Substantive vor allem Adjektive (Vgl. Brenneis 2006, 46). Auch Riles beschäftigt die Klassifikation in gewisser Art und Weise, insbesondere ihre auch bei Brenneis angedeutete Überschneidung mit der Anthropologie. Die Begriffe „Politics“ und „Meaning“ seien Kategorien in bürokratischen Feldern, aber eben auch Kategorien, mit denen Anthropolog_innen arbeiten, um Zusammenhänge in ihren Feldern zu beschreiben. Dabei meinen „Politics“ und „Meaning“ in den Kontexten Bürokratie und Anthropologie unterschiedliche Dinge; sie sind nicht kongruent. Es sei eine schwere Aufgabe für Anthropolog_innen diese Unterschiede zu erkennen. (Vgl. Riles 2006b, 71f.)

Die in oder durch Dokumente vorgenommene Klassifikation oder die in den Dokumenten selbst oder während ihrer Produktion und Nutzung auftauchenden Kategorien sind daher laut den Autor_innen auch ein weiterer Ansatzpunkt für die Analyse von Dokumenten – allerding wie schon bei Punkt 3.1 nicht erschöpfend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Dokumenten für die europäische Ethnologie und Formulierung der methodologischen Fragestellung.

2. Grundlagen: Vorstellung der betrachteten Texte und Definition der Dokumentenanalyse im Kontext bestehender hermeneutischer und ethnomethodologischer Ansätze.

3. Vorschläge aus Riles' Publikation „Documents“: Detaillierte Darstellung moderner Analysemethoden für Dokumente, wie etwa die Untersuchung ihrer Karriere, ihrer Visualität und der Klassifikationspraxen.

4. Ethnographic Response: Analyse des umfassenden theoretischen Konzepts einer zeitgemäßen Ethnografie als Antwort auf die Auflösung traditioneller Forschungsvoraussetzungen.

5. Vergleichende Gedanken: Reflexion über die Kontinuitäten und Brüche zwischen früheren sozialwissenschaftlichen Ansätzen und den im Sammelband diskutierten Methoden.

6. Fazit/Eigene Einschätzung: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Ansätze sowie kritische Einordnung der Flexibilisierung ethnografischer Forschung.

Schlüsselwörter

Europäische Ethnologie, Dokumentenanalyse, Wissenskulturen, Ethnographic Response, Moderne, Ethnomethodologie, Klassifikation, Feldarbeit, Artefakte, Dokumente, Wissenspraxen, Flexibilisierung, Hermeneutik, Interaktion, Kollaboration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Dokumenten aus der Perspektive der Europäischen Ethnologie und untersucht, wie diese als Artefakte genutzt werden können, um moderne gesellschaftliche Wissenspraxen besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die methodische Herangehensweise an Dokumente, die Problematisierung von Nähe und Distanz im Forschungsprozess sowie die Suche nach einer zukunftsorientierten Ethnografie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Analysemethoden des Sammelbandes „Documents“ von Annelise Riles kritisch zu beleuchten und mit klassischen ethnografischen Ansätzen zu vergleichen, um aktuelle Herausforderungen der Ethnografie zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der aktuelle theoretische Ansätze zur Dokumentenanalyse mit traditionellen Methoden der Ethnologie und Sozialwissenschaften kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Vorstellung der Methoden aus Riles' Sammelband, darunter Themen wie „Follow the Career“ und „Borrow a Method“, sowie der theoretischen Einbettung in das Konzept der „ethnographic response“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Dokumentenanalyse, Ethnographic Response, Wissenspraxen, Europäische Ethnologie und die Diskussion um methodische Flexibilisierung.

Wie unterscheidet sich die im Sammelband vorgeschlagene „Klassifikation“ von traditionellen Ansätzen?

Der Sammelband betont, dass Kategorien in modernen Dokumenten wie Formularen relativ und verhandelbar sind, wobei sie oft eher Adjektive als Substantive provozieren, was sie von starreren Klassifikationssystemen unterscheidet.

Was bedeutet der Begriff „ethnographic response“ im Kontext der Arbeit?

Er beschreibt die Notwendigkeit einer Neuformulierung der Ethnografie, die auf das Verschwinden klassischer Forschungsvoraussetzungen wie klarer Distanz zum Feld reagiert, indem sie Kollaboration und eine situative Perspektive in den Vordergrund rückt.

Warum wird die „Analytische Distanz“ in der Arbeit als problematisch eingestuft?

Die Autorin stellt fest, dass in modernen Kontexten die Grenze zwischen Forschenden und Beforschten verschwimmt, was die traditionelle Forderung nach analytischer Distanz in der Ethnografie herausfordert.

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Detalles

Título
Die Ethnografie ist tot – lang lebe die Ethnografie! Analysemethoden für Dokumente anhand des Sammelbandes "Documents" von Annelise Riles
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Europäische Ethnologie)
Curso
Hauptseminar: Differenz und Differenzieren in Anthropologie, Recht und Ökonomie (Prof. Dr. Jörg Niewöhner)
Calificación
1,3
Autor
Anja Zeutschel (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
19
No. de catálogo
V385010
ISBN (Ebook)
9783668598102
ISBN (Libro)
9783668598119
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ethnografie Dokument Analyse Methoden Europäische Ethnologie Ethnographic Response Pluralisierung Verschwimmen Ethnomethodologie Zukunft Flexibilisierung Follow the career Borrow a method Nähe Distanz ethnographische Offenheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anja Zeutschel (Autor), 2016, Die Ethnografie ist tot – lang lebe die Ethnografie! Analysemethoden für Dokumente anhand des Sammelbandes "Documents" von Annelise Riles, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385010
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