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Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht anhand der Fotografie

Titel: Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht anhand der Fotografie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 14 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Fabian Niemeier (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor zehn Jahren tagte der Historikertag in Konstanz zum Thema ,,Geschichtsbilder“ und beschäftigte sich dabei auch vor allem mit dem Bereich der Bildquellen. Dieses Zusammentreffen wurde notwendig, nachdem sich fortwährend die Meinung etablierte, dass die Bildquelle in der Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik eine immer wichtigere Rolle spiele als es ihr bisher zugeschrieben wurde. Dienten Bilder früher maximal als ergänzendes Mittel zu einer Textarbeit und zur Veranschaulichung, so ist die Bildquelle heutzutage eins der Hauptmedien, die im Schulunterricht, aber auch in der Forschung genutzt werden. Interessant ist hier der Wandel, der sich nicht nur in der Geschichtsdidaktik und anderen Fachbereichen der
Didaktik vollzieht. Es wird von einem visual Turn, bzw. von einem iconic turn gesprochen, also einem Wandel hin zum ikonographisch-ikonologischen Mittel.

Dominierte noch der geschriebene Text als Hegemonialmacht in der Geschichtsdidaktik, so vollzog sich in den letzten Jahrzehnten ein Wandel hin zur Visualität, wodurch das Geschriebene in keinster Weise trivial wird, aber die Bildquelle an Einfluss gewinnt. Auch im Alltag ist die Bedeutung und der Wert von Bildern bekannt, kennt doch jeder das Sprichwort: ,Ein Bild sagt mehr aus als 1000 Worte‘.

Im Folgenden wird thematisiert, wie die Bildquelle im Unterricht wirken kann und wie sie tatsächlich in Schulbüchern genutzt wird, indem die Fotografie als Stellvertreter gewählt wird, da sie in sich viele Informationen bündelt, die jedoch nur mit dem entsprechenden Fachwissen und Werkzeug decodiert werden können. Wichtig zu klären ist zudem, wie der Sinn überhaupt in das Bild gelangt. Sind wir es als Betrachter, die einem Bild einen Inhalt zusprechen, ein Feld einräumen, dass es thematisiert oder hat es von alleine seine eigene Thematik die kaum beeinflusst werden kann?

Diese Frage beschreibt sehr gut, welches Problem mit einer Bildquellenanalyse einhergeht. Die Frage impliziert, dass der semantische Inhalt nicht von vornherein in einem Bild besteht, er dem Bild also vom Betrachter zugesprochen werden muss. In der aktuellen Geschichtsdidaktik ist die Bildquelle viel mehr als nur ein nützliches Hilfsmittel, um Schüler zu motivieren mitzuarbeiten, zumal die Begriffe der Medienund Methodenkompetenz immer mehr Einzug erhalten. Die Bildquelle ist vielmehr
ein Hilfsmittel geworden, den Schülern zu zeigen, wie Geschichte an Hand von Bildern konstruiert, aber auch analysiert und interpretiert werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht

2.1 Vorteile und Chancen

2.2 Nachteile und Risiken

3. Betrachtung eines Beispiels

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Bildquellen im modernen Geschichtsunterricht, mit einem besonderen Fokus auf das Spannungsfeld zwischen deren pädagogischem Nutzen und den inhärenten analytischen Herausforderungen. Dabei wird insbesondere die Frage beleuchtet, wie Schüler dazu befähigt werden können, visuelle Quellen kritisch zu dekonstruieren, anstatt diese lediglich als rein illustratives Beiwerk zu betrachten.

  • Historische Entwicklung der Bildnutzung im Geschichtsunterricht (Visual Turn)
  • Didaktische Vorteile durch emotionale Aktivierung und Motivationssteigerung
  • Risiken der Manipulation, Inszenierung und subjektiven Interpretation
  • Methodische Ansätze für eine kritische Bildquellenanalyse in der Schule
  • Analyse eines konkreten Fallbeispiels aus einem Geschichtsschulbuch

Auszug aus dem Buch

2.1 Vorteile und Chancen

Wenn man eine Fotografie betrachtet, sieht man eine direkte Momentaufnahme eines vergangenen Augenblicks. Eine Fotografie bietet die Möglichkeit, eine Momentaufnahme ohne Manipulation abzubilden, wobei der Begriff der Manipulation im folgenden Kapitel 2.2 Nachteile vermehrt thematisiert wird. Jedoch muss dem Betrachter klar sein, dass eine Abbildung nie die direkte Realität abbildet, sondern die Wirklichkeit konstruiert und repräsentiert.

„Versteht man Bilder als Konstrukte, wird ihre historische Analyse dekonstruktivistisch und muss versuchen, ihre technischen, politischen, ökonomischen, ästhetischen, diskursiven und sozialen Konstruktionsbedingungen zu rekonstruieren.“

Durch die Zuschreibung der Notwendigkeit einer dekonstruktivistischen Analyse drückt Brocks aus, dass Bildquellen nicht für den ersten Eindruck sowie die Aktivierung emotionaler Impulse beim Betrachter nützlich sind, sondern auch aus verschiedensten Blickwinkeln (technisch, politisch...) betrachtet werden können und müssen. Diese Vielfalt an Analysemöglichkeiten bietet vor allem in der Geschichte die Möglichkeit, den Schülern vor Augen zu halten, dass sie kritisch mit einem Bild umgehen müssen und sich auch in ihrem Alltag mit der Bilderflut, die auf sie einstürzt auseinandersetzen haben. Vor allem in der Zeit der digitalen Revolution und der Zeit des Internets, durch welches unzählige Bilder innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen, wird es wichtiger für die Schüler sich kritisch mit der Bildfülle auseinandersetzen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel in der Geschichtsdidaktik hin zum „Visual Turn“ und stellt die Relevanz der Bildquelle als eigenständiges Medium für den Geschichtsunterricht heraus.

2. Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel erörtert die pädagogischen Vorzüge, wie die Motivationssteigerung, sowie die methodischen Herausforderungen durch Manipulation und subjektive Konstruktion bei der Arbeit mit Bildquellen.

3. Betrachtung eines Beispiels: Anhand einer Fotografie vom Bau der Berliner Mauer wird kritisch reflektiert, wie Schulbücher Bildquellen aktuell nutzen und welche Defizite in der fachlichen Analyse bestehen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine stärkere methodische Anleitung der Schüler notwendig ist, um das Potenzial von Bildern als Quellen historischer Erkenntnis voll auszuschöpfen.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Bildquellen, Visual Turn, Geschichtsdidaktik, Bildanalyse, Dekonstruktion, Medienkompetenz, Historisches Lernen, Quellenkritik, Fotografie, Manipulation, Bildkompetenz, Schulbücher, Historische Erkenntnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Einbindung und kritischen Reflexion von Bildquellen im Geschichtsunterricht vor dem Hintergrund aktueller didaktischer Entwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Chancen und Risiken der Bildnutzung, die Bedeutung von Medienkompetenz und die Notwendigkeit einer dekonstruktivistischen Analyse von Bildmedien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bilder im Unterricht nicht nur als reine Dekoration, sondern als ernstzunehmende historische Quellen zur Förderung der analytischen Fähigkeiten von Schülern eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Grundlagen der Bildinterpretation mit der praktischen Untersuchung von Schulbuchinhalten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erörterung der Vorteile und Gefahren (wie Manipulation) von Bildquellen sowie eine praktische Fallbeispielanalyse anhand eines Bildes vom Mauerbau.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie „Visual Turn“, „Bildkonstruktion“, „Geschichtsdidaktik“ und „Methodenkompetenz“ geprägt.

Warum ist laut der Arbeit eine „dekonstruktivistische Analyse“ erforderlich?

Weil Bilder keine objektiven Abbilder der Realität sind, sondern technische und soziale Konstrukte, die durch kritische Analyse auf ihre Entstehungsbedingungen hinterfragt werden müssen.

Wie bewertet der Autor die aktuelle Nutzung von Bildern in Schulbüchern?

Die aktuelle Nutzung wird teilweise kritisch gesehen, da Bilder oft nur als schmückendes Beiwerk dienen und eine tiefgehende, methodisch geleitete Auseinandersetzung häufig fehlt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht anhand der Fotografie
Hochschule
Universität Münster
Note
3,0
Autor
Fabian Niemeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V385101
ISBN (eBook)
9783668599604
ISBN (Buch)
9783668599611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik Bildquellen Geschichte Geschichtsunterricht Fotografie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Niemeier (Autor:in), 2016, Chancen und Risiken von Bildquellen im Geschichtsunterricht anhand der Fotografie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385101
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Leseprobe aus  14  Seiten
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