Mit diesem Forschungsprojekt soll der Frage "wie finden die Schülerinnen und Schüler das Angebot, das Bearbeiten mathematischer Aufgaben in ihrer Erstsprache (Türkisch), im schulischen Kontext nutzen zu dürfen?" nachgegangen werden.
Hierzu werden verschiedene mathematische Aufgaben dem bereits behandelten Themen auf Türkisch formuliert und nachhinein das Empfinden der Schülerinnen und Schüler anhand eines Fragebogens abgefragt.
Eine kleine empirische Studie, welche das Interesse der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ein Unterrichtsangebot darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der theoretische Rahmen
3. Das methodische Vorgehen
4. Ergebnisse / Analysen
5. Zusammenfassung / Diskussion / Ausblick
Zielsetzung & Themen der Forschungsarbeit
Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung und das Empfinden von Schülerinnen und Schülern mit türkischem Migrationshintergrund bei der Bearbeitung mathematischer Aufgaben in ihrer Erstsprache (Türkisch) im Vergleich zum deutschsprachigen Mathematikunterricht, um Potenziale für eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung zu identifizieren.
- Mehrsprachigkeit und Spracherwerb im schulischen Kontext
- Die Rolle der Erst- und Bildungssprache beim Mathematiklernen
- Methodik des zweisprachigen Unterrichts und empirische Datenerhebung
- Evaluation von Motivation und Lerninteresse durch den Einsatz der Herkunftssprache
Auszug aus dem Buch
2. Der theoretische Rahmen
Das Nutzen der Erstsprache Türkisch beim Mathematiklernen die Grundidee bei diesem Forschungsprojekt. Nun muss genau definiert werden, was mit der Erstsprache Türkisch genau gemeint ist. Die Bezeichnung Erstsprache ersetzt geläufige umgangssprachliche Bezeichnung Muttersprache in der Wissenschaft. Auch weitere Bezeichnungen wie Herkunftssprache, Primärsprache oder der Terminus Familiensprache ist in verschiedenen Literaturen zu finden. Der Erstspracherwerb erfolgt in der Primärsozialisation, sodass diese mit der Geburt, wenn dies nicht der Fall ist schon in der pränatalen Phase, beginnt. Er ist ein Teil der Entwicklung des Kindes und wird mühelos und automatisch erlerntert. Der Erwerb der Erstsprache ist ein Grundstein für die Entwicklung weiterer Sprachen, denn eine stabile Erstsprache fordert und erleichtert damit den Erwerb der anderen Sprachen und wirkt positiv auf die verbalen und nonverbalen Intelligenzleistungen. Sie trägt zu der Entwicklung eines positiven Selbstbildes bei und hat einen positiven Einfluss auf die Leistungen im Mathematikunterricht.
Der Zweitspracherwerb hingegen (hier im Falle Deutsch) erfolgt durch natürliche ungesteuerter Art, das heißt durch den Kontakt mit einer zweiten Umgebungssprache. Er wird durch ein bewusstes Prozess erfahren, aber nicht durch ein formales Lernverfahren gesteuert, welche somit zu den schulischen Fremdsprachenlernprozessen in Gegensatz steht. Der Zweitspracherwerb erfolgt gelegentlich zeitversetzt. Zu Beginn ist die Erstsprache sehr dominant, welche nachhinein häufig nicht gefördert wird, sodass meist in den Kommunikationen eine Code-Switching zwischen der Erstsprache (L1) und der Zweitsprache (L2) stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Sprachenvielfalt in deutschen Schulen und Darlegung der Problematik des überwiegend einsprachigen Mathematikunterrichts.
2. Der theoretische Rahmen: Definition zentraler Begriffe wie Erst- und Zweitspracherwerb sowie Erörterung der Bedeutung von Bildungssprache für den schulischen Erfolg.
3. Das methodische Vorgehen: Beschreibung des Forschungsdesigns unter Verwendung von Fragebögen und mathematischen Aufgaben in einem zweisprachigen Setting an einer Realschule.
4. Ergebnisse / Analysen: Auswertung der erhobenen Daten zu Präferenzen, Motivation und Akzeptanz der Nutzung der türkischen Sprache im Mathematikunterricht.
5. Zusammenfassung / Diskussion / Ausblick: Synthese der Ergebnisse mit einem positiven Fazit zur Integration von Erstsprachen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Zweitspracherwerb, Mathematikunterricht, Bildungssprache, Migration, Türkisch, Motivation, Sprachförderung, Bilingualität, Schulsprache, empirische Studie, Fachsprache, Code-Switching, Unterrichtsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Schülerinnen und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund das Angebot empfinden, mathematische Aufgaben in ihrer Erstsprache zu bearbeiten, anstatt ausschließlich auf Deutsch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer, den Unterschied zwischen Alltags- und Bildungssprache, die Bedeutung der Erstsprache für den Spracherwerb sowie didaktische Ansätze für einen sprachsensiblen Mathematikunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob die Einbeziehung der türkischen Sprache die Motivation der Lernenden erhöht und ob das Konzept von den Schülern als bereichernd oder als Schwierigkeit wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische Untersuchung an einer Realschule durchgeführt, bei der die Probanden mathematische Aufgaben in beiden Sprachen bearbeiteten und anschließend einen standardisierten Fragebogen zu ihrem Empfinden und ihrer Motivation ausfüllten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Sprachentwicklung und eine detaillierte methodische Beschreibung des Settings, gefolgt von der quantitativen und qualitativen Auswertung der Fragebogendaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Bildungssprache, Mathematikunterricht und Motivation.
Wie bewerteten die Schüler die zweisprachigen Aufgaben?
Die Mehrheit bewertete das Konzept positiv als eine willkommene Abwechslung, wobei die Schwierigkeit der Aufgaben insgesamt als moderat bis hoch empfunden wurde.
Beeinflusst der Gebrauch des Türkischen die Motivation?
Die Ergebnisse zeigen eine Steigerung der Motivation bei vielen Schülern, wobei die Nutzung der Erstsprache als wertschätzend wahrgenommen wird, auch wenn einige Schüler bei fachsprachlichen Begriffen auf Türkisch Schwierigkeiten hatten.
Gibt es einen klaren Favoriten der Unterrichtssprache bei den Probanden?
Die Schüler präferierten bei der freien Wahl tendenziell die türkische Sprache, zeigten jedoch Unsicherheiten bei der Anwendung der spezifischen mathematischen Fachterminologie in dieser Sprache.
Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich zukünftiger Unterrichtskonzepte?
Der Autor empfiehlt eine stärkere Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit, um die Unterrichtsatmosphäre zu verbessern und die Entwicklung der Bildungssprache sowohl im Deutschen als auch in der Erstsprache nachhaltig zu fördern.
- Citar trabajo
- Nabi Kavak (Autor), 2017, Wie finden Lernende das Angebot, das Bearbeiten mathematischer Aufgaben in ihrer Erstsprache (Türkisch) im schulischen Kontext nutzen zu dürfen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385134