Will man dem durchschnittlichen deutschen Schüleraufsatz glauben, haben sich schon die alten Griechen mit gar vielem beschäftigt, was uns auch heute noch bewegt. Oft mag man dem attischen Volk mit dieser Unterstellung bitterlich Unrecht tun, aber in zumindest einem Fall stimmt es wohl tatsächlich: der Demokratie. Erstmals tauchte der Begriff Demokratie bei Herodot (ca. 450 v.Chr.) auf, und seitdem haben sich Heerscharen von Dichtern, Denkern und Doktoranden mit der Frage befaßt, was Demokratie eigentlich sei, wie man sie erklären könne, wie man sie definieren solle, welche Theorien maßgeblich seien und in welchem Verhältnis diese zueinander stünden. Die Zahl der Veröffentlichungen ist bereits Legion und füllt ganze Bibliotheken, und nun fügen sich in diesen Kanon zwei weitere Werke ein, die das Thema "Demokratietheorie" auf sehr unterschiedliche Weise ausleuchten und im Folgenden vorgestellt werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
- Vorläufer der modernen Theorie
- Aristoteles
- Montesquieu
- Rousseau
- Tocqueville
- Mill
- Karl Marx
- Moderne Ansätze
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der vorliegende Text analysiert und vergleicht verschiedene Demokratietheorien, sowohl aus der Antike als auch aus der Moderne. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Entwicklung des Demokratiebegriffs und der wichtigsten theoretischen Ansätze zu vermitteln.
- Entwicklung des Demokratiebegriffs von der Antike bis zur heutigen Massendemokratie
- Klassifikation unterschiedlicher Demokratieverständnisse (enger, gemäßigter, starker)
- Die Rolle der Volksherrschaft und die Frage der Repräsentation
- Die Grenzen der Demokratie und die Gefahr der Tyrannei der Mehrheit
- Die Bedeutung von Machtkontrolle und Gewaltenteilung für eine funktionierende Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Aristoteles' Lehre von der guten Staatsverfassung – der Demos als potentiell unbegrenzte Souveränität und die pervertierten Formen der Demokratie.
- Kapitel 2: Montesquieu und die „gemäßigte Demokratie“ – die Idee der Machtkontrolle und Gewaltenbalancierung als Grundlage einer stabilen Demokratie für Flächenstaaten.
- Kapitel 3: Rousseau und die radikale Volkssouveränitätslehre – Kritik an der Repräsentation und Betonung der direkten Beteiligung des Volkes an der politischen Entscheidungsfindung.
- Kapitel 4: Tocqueville und die „Demokratie in Amerika“ – Analyse der amerikanischen Demokratie als Beispiel für einen demokratisch verfassten Flächenstaat, Beschreibung der Chancen und Risiken der Massendemokratie.
Schlüsselwörter
Demokratietheorien, Demokratieverständnis, Volksherrschaft, Repräsentation, Machtkontrolle, Gewaltenteilung, Tyrannei der Mehrheit, Massendemokratie, Aristoteles, Montesquieu, Rousseau, Tocqueville, Karl Marx.
Häufig gestellte Fragen
Welche historischen Vorläufer der modernen Demokratietheorie werden behandelt?
Der Text analysiert die Ansätze von Aristoteles, Montesquieu, Rousseau, Tocqueville, Mill und Karl Marx.
Wann tauchte der Begriff "Demokratie" erstmals auf?
Der Begriff Demokratie tauchte erstmals bei Herodot um ca. 450 v. Chr. auf.
Was versteht Montesquieu unter einer „gemäßigten Demokratie“?
Montesquieu betont die Notwendigkeit von Machtkontrolle und Gewaltenbalancierung (Gewaltenteilung) als Grundlage für eine stabile Demokratie in Flächenstaaten.
Wie unterscheidet sich Rousseaus Demokratieverständnis von anderen?
Rousseau vertritt eine radikale Volkssouveränitätslehre, kritisiert die Repräsentation und fordert die direkte Beteiligung des Volkes an politischen Entscheidungen.
Was analysierte Tocqueville in seinem Werk „Demokratie in Amerika“?
Er untersuchte die amerikanische Demokratie als Beispiel für einen demokratischen Flächenstaat und beschrieb die Chancen sowie die Risiken der Massendemokratie, wie die „Tyrannei der Mehrheit“.
Welche Rolle spielt die Gewaltenteilung in diesen Theorien?
Sie gilt als zentraler Mechanismus zur Machtkontrolle, um die Freiheit des Einzelnen zu sichern und Missbrauch durch die Staatsgewalt zu verhindern.
- Citation du texte
- Simone Prühl (Auteur), 2004, Demokratietheorien im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38540