In dieser Arbeit wird das Intro der jeweils dritten Staffel von "The Cosby Show", "Roseanne" und "Malcolm In The Middle" als Bezugsgröße analysiert. Häufig unterscheidet sich die Titelsequenz einer Serie in ihrer Anfangsstaffel noch von deren späterem Verlauf, findet dann aber zu seinem Prinzip; diese grundlegende Routine kann in der dritten Staffel also als etabliert und daher als exemplarisch für den Vorspann der Serien betrachtet werden.
Zur Untersuchung wurde folgendes Vorgehen gewählt: Zunächst erfolgt eine bewusst kurz gehaltene Zusammenfassung der Serien, bei der ihre wichtigsten Merkmale wiedergegeben werden. Anschließend folgt eine Analyse der jeweiligen Titelsequenz, bei der auch die Implementierung der zuvor genannten Charakteristika berücksichtigt wird. Auf dieser Basis folgt ein abschließender Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der drei Sitcoms.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse der Vorspanne
2.1 The Cosby Show (1984 – 1992)
2.1.1 Worum geht es?
2.1.2 Was zeigt der Vorspann?
2.2 Roseanne (1988 – 1994)
2.2.1 Worum geht es?
2.2.2 Was zeigt der Vorspann?
2.3 Malcolm In The Middle (2000 – 2006)
2.3.1 Worum geht es?
3.3.2 Was zeigt der Vorspann?
3 Synopsis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Vorspänne als bedeutungstragende Elemente von Fernsehserien fungieren und welche Rückschlüsse sie auf die erzählten Familiendynamiken zulassen. Anhand einer vergleichenden Analyse der Titelsequenzen von The Cosby Show, Roseanne und Malcolm In The Middle wird aufgezeigt, wie diese kurzen Intros genretypische Merkmale, Charakterzüge und soziale Hintergründe der jeweiligen Serien bereits vor Beginn der eigentlichen Handlung etablieren.
- Analyse der narrativen und funktionalen Bedeutung von Serienvorspännen
- Vergleich dreier unterschiedlicher Ansätze innerhalb der family sitcom
- Untersuchung der Darstellung von Familienhierarchien und Dynamiken
- Identifikation der Rolle von Musik und visueller Inszenierung als Wiedererkennungsmerkmal
- Herausarbeitung der sozialen Verortung der Serien durch die Titelsequenz
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Was zeigt der Vorspann?
Diese Tendenz macht sich auch im Vorspann bemerkbar: Einerseits dreht sich (zum Teil buchstäblich) alles um Bill Cosby, andererseits erinnert das Intro eher an eine Revue und passt zumindest auf den ersten Blick nicht zu einer Sitcom mit stark von Familiendynamiken geprägtem Inhalt. Bereits am Beginn wird deutlich, dass Cosby Mittelpunkt seiner Show ist, indem sein Gesicht zu sehen ist, das sich mehr oder minder rhythmisch zur Musik bewegt.
Dabei schaut er entsprechend seiner Profession nicht neutral in die Kamera, sondern an dieser vorbei und scheint ganz in seinem Element zu sein, wenn er die Musik mitsingt und den Kopf eher unbeholfen als tatsächlich gekonnt zu dieser schwingt. Am Ausschnitt seines Halses wird ebenfalls der altbackene Pullover angedeutet – die ersten Sekunden des Vorspanns machen bereits deutlich, dass sich die Sitcom vollständig um ihn dreht, Spaß und eher seichte Unterhaltung zu erwarten ist und Cosby selbst trotz der zentrierten Aufmerksamkeit bescheiden bleibt.
Spätestens nach diesen Anfangssekunden wird deutlich, welche Stellung Cosby in der Serie hat: Nachdem er zunächst allein und großformatig zu sehen ist, verlässt er eigenständig das Bild und sein Name erscheint stattdessen auf dem vollen Bildschirm; sogleich folgt hierauf der Übergang zum Titel der Serie The Cosby Show. Er ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Namensgeber der Sendung. Schließlich ist es auch weiterhin Cosby, der das Geschehen bestimmt, indem er die weiteren Darsteller auf die Bühne holt und zum Tanz animiert. Dabei bekommt jedes Familienmitglied seine eigene Szene zur Vorstellung, Cosby bleibt jedoch immer an seiner Seite, legt seinen komödiantischen Habitus nie ab, sondern teilt die Aufmerksamkeit des Zuschauers zwischen sich und dem vorgestellten Protagonisten auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Genre der family sitcom und Darlegung der zentralen These, dass der Vorspann bereits grundlegende Aspekte der Serie und ihrer Charaktere vermittelt.
2 Analyse der Vorspanne: Detaillierte Untersuchung der Titelsequenzen von The Cosby Show, Roseanne und Malcolm In The Middle unter Berücksichtigung von Handlungsinhalt und visueller Umsetzung.
3 Synopsis: Zusammenfassender Vergleich der drei analysierten Serien hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten in der Darstellung sowie der Unterschiede in der Vermittlung von familiärer Dynamik und sozialer Schichtung.
Schlüsselwörter
Vorspann, Titelsequenz, Family Sitcom, The Cosby Show, Roseanne, Malcolm In The Middle, Familiendynamik, Medienanalyse, Fernsehserien, Identifikation, Wiedererkennungswert, Musik, Charakterisierung, Popkultur, Sub-Genre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Vorspännen (Titelsequenzen) bei drei ausgewählten family sitcoms und analysiert, wie diese kurze Sequenzen dazu dienen, Informationen über die Serie und ihre Charaktere zu vermitteln.
Welche Serien werden als Fallbeispiele herangezogen?
Analysiert werden die drei Serien The Cosby Show, Roseanne und Malcolm In The Middle, um unterschiedliche Ausprägungen des Genres über einen Zeitraum von 1984 bis 2006 zu betrachten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass die Elemente einer Serie – wie Familiendynamik, soziale Zugehörigkeit und der Charakter der Protagonisten – bereits in zugespitzter Form im Vorspann erkennbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Medienanalyse, bei der zunächst der inhaltliche Kern der jeweiligen Serie zusammengefasst und anschließend die Titelsequenz im Hinblick auf deren Funktion und visuelle Sprache analysiert wird.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, in denen jede Serie einzeln hinsichtlich ihrer Handlung (Worum geht es?) und der spezifischen visuellen Ausgestaltung ihres Vorspanns (Was zeigt der Vorspann?) untersucht wird.
Welche Aspekte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von medienwissenschaftlicher Theorie (Bedeutungsträger Vorspann) mit praktischen Analysen von Inszenierungsformen, Kameraeinstellungen und musikalischer Begleitung aus.
Warum wird gerade der Vorspann von The Cosby Show als exemplarisch betrachtet?
Die Arbeit argumentiert, dass ab der dritten Staffel die grundlegende Routine einer Serie etabliert ist, weshalb das Intro dieses Zeitraums als besonders repräsentativ für das Prinzip der jeweiligen Serie steht.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Malcolm In The Middle von den anderen Serien?
Im Gegensatz zu den anderen Serien wird hier eine subjektive "Innensicht" des minderjährigen Hauptcharakters durch schnelle, vermeintlich chaotische Schnitte und Popkultur-Referenzen gewählt, was die Absurdität und das "normale Chaos" der Familie unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Was verrät der Vorspann über seine Serie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385543