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Macht und Wirkung der visuellen Darstellung von Leid. Die fotografische Repräsentation von Flüchtlingen in den Medien

Titel: Macht und Wirkung der visuellen Darstellung von Leid. Die fotografische Repräsentation von Flüchtlingen in den Medien

Hausarbeit , 2017 , 24 Seiten , Note: 2

Autor:in: BA Katharina Hofmann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit möchte die Macht und Wirkung von Bildern anhand von fotografischen Darstellungen der Flüchtlingskrise in den Medien seit dem Frühjahr 2015 genauer unter die Lupe nehmen. Welche Bilder werden im Zusammenhang mit den Ereignissen gezeigt und aus welchen Gründen? Welche Auswirkungen haben die jeweiligen Repräsentationen auf die Betrachter? Welches Bild von Flüchtlingen und ihren Erfahrungen wird der westlichen Gesellschaft vermittelt und wie viel hat das mit der Realität der Betroffenen zu tun?

Im Rahmen dieser Auseinandersetzung werde ich, vor allem in Bezug auf die deutschen Berichterstatter und unter Einbeziehung deutscher Studien zum Thema, zunächst die gängigen Repräsentationsformen von Flüchtlingen in den Medien beleuchten. Dies führt zu einer Auseinandersetzung mit dem symbolträchtigen Foto des ertrunkenen Jungen Aylan Kurdi und der Beschäftigung mit dem Phänomen von ikonischen Bildern im Allgemeinen, der Repräsentation von Leid und Schrecken im Speziellen. Das Siegerfoto des World Press Photo Awards, welches ebenfalls im Rahmen der Fluchtbewegungen aufgenommen wurde, stellt einen Teil meiner Arbeit dar.

In Anlehnung an Susan Sontags Aufsatzsammlung „Das Leiden anderer betrachten“ geht es im weiteren Verlauf um die Macht und Ohnmacht, welche von berührenden oder schockierenden Bildern ausgelöst werden können. Die Bedeutung von Bildern nimmt seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rapide zu. Neben den „Bildphänomenen der Alltagskultur“, also den unüberschaubaren digitalen Bilderfluten in der Mediengesellschaft, wird hier vor allem eine neue kulturwissenschaftliche Bildaufmerksamkeit ausgelöst. In Verbindung mit Erkenntnis- und Sprachkritik wird im Rahmen des iconic turns auf eine visuelle Kompetenz hingearbeitet, die in unserer Gesellschaft leider noch nicht ausreichend vorhanden ist. Die Sprachdominanz war in den westlichen Kulturwissenschaften lange Zeit vorherrschend. Vor diesem Hintergrund beleuchte ich verschiedene ethische, philosophische und theoretische Standpunkte im Hinblick auf die Bilderflut, der wir täglich ausgesetzt sind und möchte versuchen, mich an einen Ausblick in Richtung möglicher Strategien oder Perspektiven für den Umgang damit heranzutasten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Flüchtlingsdebatte in den Medien

3. Aylan Kurdi und die Symbolträchtigkeit von Fotos

4. Bildikonen als Nonplusultra der Dokumentarfotografie

5. Ethische Diskurse und die Bedeutung des Kontexts

6. Abstumpfung oder Emotionalisierung - die Auswirkungen der Bilderflut

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Macht und Wirkung fotografischer Darstellungen der Flüchtlingskrise in den Medien seit 2015. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die mediale Inszenierung von Fluchtbildern die Wahrnehmung der westlichen Gesellschaft beeinflusst, welche ethischen Implikationen damit verbunden sind und inwiefern diese Bilder zur emotionalen Abstumpfung der Rezipienten beitragen.

  • Mediale Repräsentationsformen von Geflüchteten in deutschen Tageszeitungen.
  • Die ikonische Bedeutung des Fotos von Aylan Kurdi.
  • Ethische Debatten über die Abbildung von Leid und Tod.
  • Die Problematik der Bilderflut und die Reaktion der Rezipienten.
  • Der Einfluss von Bildern auf die Spendenbereitschaft und das politische Bewusstsein.

Auszug aus dem Buch

3. Aylan Kurdi und die Symbolträchtigkeit von Fotos

Parallel zur medial inszenierten Willkommenskultur taucht Anfang September ein Foto auf, das weltweit für Aufsehen sorgt und zum Sinnbild für die moralischen Verbrechen des Assad-Regimes in Syrien und jene der Schlepperbanden, sowie für das Versagen Europas in der internationalen Flüchtlingskrise wird. Es handelt sich um eine Aufnahme des toten Aylan Kurdi, einem kleinen kurdischen Jungen aus Syrien, der auf seiner Flucht über das Ägäische Meer ertrunken ist. Die türkische Pressefotografin Nilüfer Demir fotografiert den angeschwemmten Leichnam des Jungen an der Küste des Ferienortes Bodrum. Während einige Medien beschließen, das schockierende Foto nicht zu zeigen, bilden es andere großformatig auf der Titelseite ab und lösen damit unterschiedliche Diskurse aus. Der Philosoph und Kunsthistoriker Horst Bredekamp ist der Meinung, dass es kein einzelnes Bild jemals zuvor geschafft habe, die europäische Verfasstheit derart in zwei Extreme zu treiben und unterscheidet zwischen einer, gegenüber der emotionalen Wirkung des Bildes abwehrenden Haltung, die erst durch dieses in diesem Ausmaß möglich wird auf der einen Seite und einer, „bisher nicht da gewesenen Weise die Empathie mit den Bedürftigen zur Politik zu machen“.

Nach seiner Veröffentlichung wurde es auch in sozialen Medien und Internet-Plattformen innerhalb kürzester Zeit von mehr als Zwanzig Millionen Menschen gesehen. Es handelt sich um ein einzelnes Foto, das sich in die Köpfe der Menschen einschreibt und weltweit für Betroffenheit sorgt. Das erschütternde Bild von Aylan Kurdi wird zum Symbolfoto für die internationale Flüchtlingskrise.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale Präsenz der Flüchtlingskrise seit 2015 und führt in die zentrale Fragestellung zur Macht und Wirkung von Fluchtbildern ein.

2. Die Flüchtlingsdebatte in den Medien: Dieses Kapitel analysiert die mediale Inszenierung der Willkommenskultur in Deutschland und die Rolle der Medien bei der Gestaltung öffentlicher Wahrnehmung.

3. Aylan Kurdi und die Symbolträchtigkeit von Fotos: Der Fokus liegt auf der Analyse des ikonischen Fotos von Aylan Kurdi und dessen Funktion als Symbol für die globale Flüchtlingsproblematik.

4. Bildikonen als Nonplusultra der Dokumentarfotografie: Hier wird der mediale Anspruch der Dokumentarfotografie kritisch hinterfragt und die Entstehung ikonischer Bilder im Kontext der Wirklichkeitsdarstellung erörtert.

5. Ethische Diskurse und die Bedeutung des Kontexts: Das Kapitel befasst sich mit der ethischen Vertretbarkeit der Veröffentlichung von Schreckensbildern und der essenziellen Rolle des inhaltlichen Kontexts.

6. Abstumpfung oder Emotionalisierung - die Auswirkungen der Bilderflut: Hier werden die psychologischen Folgen der permanenten Konfrontation mit Leid in Bildern sowie die Thesen von Susan Sontag zur emotionalen Abstumpfung diskutiert.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die eine kritische Distanz und eine stärkere Medienkompetenz im Umgang mit der Bilderflut fordert.

8. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Flüchtlingskrise, Medienethik, Ikonische Bilder, Aylan Kurdi, Bildmacht, Dokumentarfotografie, Empathie, Willkommenskultur, Schreckensbilder, Medienwirkung, Bildrezeption, Sozialer Kontext, Identitätsstiftung, Bilderflut, Susan Sontag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung und Wirkung von Fotografien im Kontext der Flüchtlingskrise seit 2015 und beleuchtet die Macht, die diese Bilder auf die öffentliche Meinung und das menschliche Handeln ausüben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Berichterstattung, der ethischen Verantwortung der Presse, dem Phänomen ikonischer Bilder sowie den psychologischen Auswirkungen der ständigen Bildkonfrontation auf die Gesellschaft.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird der Frage nachgegangen, wie fotografische Darstellungen von Flüchtlingen die Wahrnehmung in der westlichen Gesellschaft beeinflussen und welche ethischen Herausforderungen sich aus der massenhaften Verbreitung solcher Bilder ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit medienwissenschaftlichen und medienethischen Ansätzen unter Einbeziehung aktueller Studien zur Flüchtlingsberichterstattung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Flüchtlingsdebatte, zur Symbolik bekannter Fluchtbilder, zur Dokumentarfotografie sowie zu ethischen und psychologischen Aspekten der Rezeption von Schreckensbildern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Flüchtlingskrise, Bildmacht, Medienethik, Aylan Kurdi, Empathie und die kritische Auseinandersetzung mit der medialen Bilderflut.

Warum wird das Foto von Aylan Kurdi als zentrales Beispiel gewählt?

Das Foto dient als Paradebeispiel für ein ikonisches Bild, das weltweit eine emotionale Resonanz erzeugte und die Macht hat, politische Debatten zu beeinflussen und Empathie zu forcieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medien bei der Vermittlung der Flüchtlingskrise?

Die Autorin kritisiert, dass Bilder oft instrumentalisiert werden und die mediale Berichterstattung teilweise Defizite aufweist, indem sie soziale Hintergründe ausblendet und sich auf emotionale Effekthascherei konzentriert.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Macht und Wirkung der visuellen Darstellung von Leid. Die fotografische Repräsentation von Flüchtlingen in den Medien
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Autor
BA Katharina Hofmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V385674
ISBN (eBook)
9783668604841
ISBN (Buch)
9783668604858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
macht wirkung darstellung leid repräsentation flüchtlingen medien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Katharina Hofmann (Autor:in), 2017, Macht und Wirkung der visuellen Darstellung von Leid. Die fotografische Repräsentation von Flüchtlingen in den Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385674
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Leseprobe aus  24  Seiten
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