Happening, Fluxus und Performance als Formen der Aktionskunst


Ausarbeitung, 2006

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt

1. Aktionskunst

2. Happening
2.1. Was ist Happening?
2.2 Happening und Politik
2.3 Beispiel für Künstler: Allan Kaprow
2.4 Berühmtes Werk

3. Fluxus
3.1 Was ist Fluxus?
3.2 Fluxus und Musik
3.3 Fluxus und Video
3.4 Fluxus und Frauen
3.5 Beispiel für Künstler: Nam June Paik
3.6 Berühmtes Werk

4. Anhang

1. Aktionskunst

Aktionskunst ist der Überbegriff für einige verschiedene Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, bei denen die allgemein bekannten klassischen Formen stark abgewandelt sind. Die bedeutendsten Merkmale sind Raum, Zeit und Handlung. Bei der Aktionskunst dreht sich sehr viel um die ‚menschliche Aktivität’. Die Körper der Künstler sind somit wichtige Bestandteile ihrer Kunstwerke. Es gab verschiedene neuartige Konstruktionen wie beispielsweise Video-Installationen oder auch Konzerte. Die Künstler wollten damit erreichen, die konservative und steife Kunst zu verlassen und etwas neuartiges, aufregendes erschaffen.

Die bekanntesten Richtungen der Aktionskunst sind:

- Happening
- Fluxus
- Performance

2. Happening

2.1. Was ist Happening?

Der Begriff ‘Happening’ kommt von einem wichtigen Künstler dieser Zeit, Allan Kaprow, und entstand im Herbst 1959. Er beschrieb damit eine seiner Aktionen namens ‚18 Happenings in 6 Parts’ in der New Yorker Reuben Gallery. ‚Happening’ ist eine der wichtigsten Formen der Aktionskunst der 1960-er Jahre. Eines der Mitglieder der Fluxus-Bewegung, Jean-Jacques Lebel, definierte ‘Happening’ so:

- „Poesie, die sich losreißt vom Friedhof der beschriebenen Seite“
- „Malerei, befreit von der Leinwand, die bemalt und behandelt wird“

Generell treten bei einem ‚Happening’ Künstler oder auch Statisten vor einem Publikum auf und führen die unterschiedlichsten künstlerischen Handlungen aus. Bei diesem Teil der Aktion, die der Künstler kreiert hat, sind die Geschehensabläufe nicht von Anfang an vorgegeben. Je nachdem was das Publikum für eine Reaktion zeigt, kann unterschiedlich improvisiert werden.

Das Ziel der Happening-Künstler war, das was man im eigentlichen Sinn von Kunst versteht und sich darunter vorstellt, zu erweitern und die Kunst in das alltägliche Leben miteinzubeziehen. Alltägliche, gewöhnliche Handlungen sollten näher veranschaulicht und damit abstrahiert werden.

2. Happening

2.2 Happening und Politik

Während der 1960-er Jahre spielte auch Politik eine wichtige Rolle in der Kunst. Oft spiegelten die Kunstwerke eine politische Aussage oder Forderung wieder, die beispielsweise auf Emanzipation oder die Selbstverwirklichung der Individuen abzielte. Zu dieser Zeit gab es auch verschieden Künstlerbewegungen, die dies unterstützten und auslebten. Die bekannteste Bewegung nannte sich die ‚Situationistische Internationale’ , welche sich für die „Realisierung der Versprechungen der Kunst im Alltagsleben“ einsetzte und unter anderem auch die Abschaffung von Ware und Arbeit forderten.

Zu diesem Thema gab es nicht nur Bilder sonder auch Aktionen und Performances von ‚Yippies’ (Variante von Hippies, Anhänger einer theatralischen Partei in Amerika) oder ‚Spontis’ (eine Gruppe linksradikaler politischer Aktivisten) , bei denen ebenfalls politische Forderungen inszeniert wurden.

Einige bekannte Vertreter des ‚Happening’ sind Allan Kaprow, Joseph Beuys, Yoko Ono, Robert Whitman

2. Happening

2.3. Beispiel für Künstler: Allan Kaprow

Geboren am 23. August 1927 in Atlantic City, New Jersey, gestorben am 5. April 2006 in Encinitas bei San Diego, Kalifornien.

Von 1945 bis 1949 studierte er Architektur, von 1947 bis 1948 absolvierte er sein Studium der Malerei auf Hans Hofmanns Malereischule in New York. „Hofmann beeinflusste ihn zu einem expressiven, spirituellen, expressionistischen Malstil, der sehr auf realen Landschaften beruhte, die dann in einer Reihe von gut dokumentierten Schritten hin zum Happening 10 Jahre später führten“. 1950 bis 1952 studierte er noch Kunstgeschichte an der Columbia University, ebenfalls in New York.

1953 hatte er dann seine erste Einzelausstellung in der Hansa Gallery in New York. Er setzte sich zu dieser Zeit mit den abstrakten Expressionisten, vor allem Jackson Pollock, auseinander. 1957 bis 1959 absolvierte studierte er Musikalische Komposition an der New School for Social Research beim Avantgarde-Komponisten John Cage. Sein Werk regte Kaprow zur Weiterentwicklung des Environment und der Zuschauerbeteiligung an. Später wurden die Relikte der verschiedenen Happenings als Environments ausgestellt. „Die Integration von Raum, Materialien, Zeit und Zuschauern führt dann schließlich zu der Entwicklung von Happenings“ . Im selben Jahr hatte er die Ausstellung ‚18 Happenings in 6 Parts’ in der New Yorker Reuben Gallery, zu diesem Happening wurde der Begriff ‚Happening’ erstmalig verwendet.

Von 1961 bis 1969 ging er seiner Lehrtätig an der State University in New York nach. Ab 1965 veranstaltete er Aktionen und Happenings.

Von 1969 bis 1972 machte er seine Professur in Princeton, New Jersey und von 1974 an war er der Direktor des Visual Art Departments in der Universität von San Diego, Kalifornien.

2. Happening

2.4 Berühmtes Werk

Allan Kaprows ‚18 Happenings in 6 Parts’ Dieses Happening war in 6 Teile unterteilt, von denen jeder aus drei Happenings bestand. Bei diesem Happening wurde das Publikum genauestens integriert. Es bekam geheftete Karten, auf denen strikte Instruktionen aufgedruckt waren. Die Räume waren mit Plastikfolien ausgestattet, auf denen es viele Verweise auf Kaprows frühere Werke gab, in Form von Zeichnungen, Collagen und Tafelbildern mit einigen Wörtern darauf. Außerdem wurden Plastikfrüchte aufgereiht dargestellt.

- Abbildungen siehe Anhang

3. Fluxus

3.1 Was ist Fluxus?

Der Begriff ‚Fluxus’ kommt von dem aus Litauen stammenden Amerikaner George Maciunas. Er hat ihn aus dem Bereich der Medizin übernommen, wo er als Ausdruck für eine ‚fließende Darmentleerung’. Der Begriff ‚Fluxus’ wird auch aus einem ‚fließenden Übergang zwischen Kunst und Leben’ definiert:

- „Es geht um in das Leben einwirkende Produktionsprozesse und nicht um die Abschottung der Kunst vom Leben“
- „Das Leben ist ein Kunstwerk, und das Kunstwerk ist Leben“ (Emmet Williams)

Die ‚Fluxus-Bewegung’ wurde 1962 vom Künstler George Maciunas in New York ins Leben gerufen und war durch den Neodadaismus geprägt. Sie hat die moderne Kunst sehr stark beeinflusst. „Die Mitglieder dieser Gruppe setzten sich mit den zeitgenössischen experimentellen Formen der Musik und Dichtung wie auch mit der bildenden Kunst auseinander“ Im Fluxus ging es nicht mehr darum, die Welt zu verändern, sondern darum, auf die Dinge hinzudeuten, die bereits existieren. Die Ziele des Fluxus waren soziale, keine ästhetischen und liefen darauf hinaus die schönen Künste wie Theater oder Poesie stufenweise zu beseitigen. Sie wollten keine Objekte mehr, die durch menschliche Fähigkeiten und viel unnötiges Material zur Geltung kommen, sie wollten diese Fähigkeiten und das Material auf „sozial konstruktive Ziele richten“ .

Der ‚Fluxus’ ist sehr eng mit dem ‚Happening’ verbunden und zeichnet sich durch collageartig arrangierte Geschehensabläufe aus. Dies bezeichnet man als ‚Event’ oder auch als ‚Konzert’, da akustische, musikalische und choreographische Formen eine wichtige Rolle spielen. Der Hauptunterschied zum Fluxus besteht jedoch darin, dass das Publikum nicht in das Geschehen integriert wird, es wird streng vom Künstler getrennt.

Die meisten Veranstaltungen der ‚Fluxus-Bewegung’ fanden in Deutschland statt, aber auch immer mit großer Beteiligung von amerikanischen Künstlern. Wichtige Veranstaltungen gab es 1962 in Wuppertal, Wiesbaden aber auch in Kopenhagen und Paris sowie 1963 in Düsseldorf, Amsterdam, Den Hag, London und Nizza.

Die Kunstobjekte im ‚Fluxus’ bestanden oft aus gewöhnlichen Alltagsgegenständen aber auch aus Müllresten, beispielweise Zigarettenstummel.

Einige wichtige Künstler der ‚Fluxus-Bewegung’ sind George Maciunas, Joseph Beuys, Charlotte Moorman, Nam June Paik

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Happening, Fluxus und Performance als Formen der Aktionskunst
Hochschule
Goldberg Gymnasium Sindelfingen
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V385686
ISBN (eBook)
9783668603301
ISBN (Buch)
9783668603318
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
happening, fluxus, performance, formen, aktionskunst
Arbeit zitieren
Luisa Prawirakoesoemah (Autor), 2006, Happening, Fluxus und Performance als Formen der Aktionskunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385686

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