Die Auswirkungen von Süßstoffen auf die menschliche Gesundheit. Gewichtsreduktion bis hin zur Entstehung von Krankheiten


Seminararbeit, 2017

19 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Übersicht über die gängigsten Süßstoffe
2.1 Acesulfam K
2.2 Aspartam
2.3 Cyclamat
2.4 Saccharin
2.5 Sucralose
2.6 Steviosid
2.7 Fructose

3. Einsatzgebiete und Konsum von Süßstoffen

4. Auswirkungen auf die Gesundheit
4.1 Akute Auswirkungen
4.1.1 Insulinwirksamkeit der Süßstoffe
4.1.2 Heißhungerattacken
4.2 Entstehung von Krankheiten
4.2.1 Süßstoffe und Krebs
4.2.2 Süßstoffe und Diabetes
4.3 Süßstoffe und Übergewicht
4.4 Positive Aspekte der Süßstoffe

5. Kontroversen

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen ist in den letzten Jahren gefühlt stark angestiegen – viele möchten gesund, vital und fit sein und sich bewusst ernähren. So wuchs der Wunsch, Süßes genießen zu können, ohne Reue und ohne Folgen für die Figur, wie sie durch Zucker entstehen. Während Stevia, Aspartam und ähnliche Süßstoffe vor einigen Jahrzehnten noch gänzlich unbekannt waren, sind sie heute in vielen Produkten und als pure Einzelzutat erhältlich. Die Süßstoffe versprechen den schädlichen Zucker geschmacksgleich und auf gesunde Art und Weise zu ersetzen. Die Auswahl an „Zero“-Getränken und „Light“-Produkten ist stark am Wachsen, sodass im Supermarkt inzwischen sogar zuckerfreie Kekse und Marmeladen zu finden sind.

Durch das Versprechen, süße Speisen, Limonaden und Desserts ohne einer Gewichtszunahme genießen zu können, werden die Konsumenten dazu motiviert, Produkte mit Süßstoffen zu kaufen oder den puren Süßstoff in den Kuchenteig, den Kaffee oder Tee zu geben.

Geleitet von meinem persönlichen Interesse habe ich schon mehrere Bücher zu diesem Thema gelesen und mich vielseitig zu den Süßstoffen informiert. Da ich einen eher negativen Eindruck von diesen Substanzen habe, habe ich folgende Forschungsfrage für meine Seminararbeit im Proseminar „Wissenschaftlich Schreiben und Präsentieren“ unter der Leitung von Dr. MMag. Thomas Zwicker an der PH OÖ gewählt:

Welche Auswirkungen hat der Verzehr von Süßstoffen auf die menschliche Gesundheit?

Zur Bearbeitung dieser Forschungsfrage habe ich verschiedene literarische Quellen zu Rate gezogen. Einen besonderen Fokus möchte ich auf Studien zu den Auswirkungen von Süßstoffen legen, da viele Studien je nach Sponsor oder Ausführungsweise in eine bestimmte Ergebnisrichtung geleitet werden können. Vor dem Hauptteil, der zum größten Teil eine Literaturarbeit über die Auswirkungen ist, möchte ich einen Überblick über die in Österreich gängigsten Süßstoffe und deren Einsatzgebiete geben.

2. Übersicht über die gängigsten Süßstoffe

Um einem Produkt Süße zu verleihen gibt es inzwischen viele Möglichkeiten abgesehen von dem klassischen Haushaltszucker (auch Saccharose genannt). Auch Fructose, eine natürlich vorkommende Zuckerart, die insulinunabhängig verstoffwechselt wird und eine etwas höhere Süßkraft als Saccharose besitzt, wird in der Nahrungsmittelindustrie immer häufiger eingesetzt. Außerdem existieren Zuckeraustauschstoffe, die Zuckeralkohole genannt werden, die ebenfalls insulinunabhängig sind und eine geringe Süßkraft als Haushaltszucker besitzen. Dazu zählen zum Beispiel Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit und Erythrit (vgl. Gründig & Juffa, 2010, S. 838).

Die synthetisch hergestellten Süßstoffe können in zwei Generationen unterteilt werden. Zu den Süßstoffen der 1. Generation gehören Saccharin, Aspartam und Cyclamat, die in den Supermärkten stark verbreitet sind. Zu den Süßstoffen der 2. Generation zählen Acesulfam-K, Sucralose, Neotam und Alitam, wobei letzterer in der EU nicht zugelassen wurde (vgl. Müller & Schwarz, 2010, S. 2).

Manche Süßstoffe sind kalorienlos, da sie vom Körper nicht verwertet werden können. Andere können verarbeitet werden und enthalten daher Kalorien. Jedoch haben Süßstoffe eine viel höhere Süßkraft als herkömmlicher Haushaltszucker, weswegen die Kalorien dieser geringen benötigten Mengen kaum ins Gewicht fallen. Trotz der kleinen Einsatzmenge kommt es bei einigen Süßstoffen zu einem bitteren Nachgeschmack, der sehr intensiv und störend sein kann. Durch die geschickte Kombination bestimmter Süßstoffe wird dieser Bittergeschmack jedoch gehemmt, weswegen Süßstoffe sehr oft miteinander eingesetzt werden (vgl. ebd., S. 2).

Der sogenannte ADI-Wert (ADI = Acceptable Daily Intake), der für alle Süßstoffe gesetzlich festgelegt werden muss, gibt diejenige Menge an, die ohne Probleme und negative Konsequenzen von diesem Stoff konsumiert werden kann.

In der Europäischen Union sind derzeit elf Süßstoffe im Lebensmittelrecht aufgenommen: Acesulfam-K, Advantam, Aspartam, Aspartam-Acesulfam-Salz, Cyclamat, Neohesperidin DC, Neotam, Saccharin, Steviolglycoside (Steviosid; Stevia), Sucralose und Thaumatin (vgl. Deutscher Süssstoffverband, o.J.). Die bekanntesten werden im Folgenden kurz beschrieben.

2.1 Acesulfam K

Acesulfam-K, das auch als E950 bezeichnet werden darf, ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Natrium. Es besitzt die 200-fache Süßkraft von Saccharose, jedoch tritt nach dem süßen Geschmack ein verzögerter aber sehr intensiver bitterer Nachgeschmack auf. Der ADI-Wert beträgt 0,9 mg/kg Körpergewicht. Acesulfam-K wird vom Körper nicht verwertet und hat daher keine Kalorien, weswegen es in vielen zucker- und energiereduzierten Lebensmitteln und Getränken verwendet wird (vgl. Müller & Schwarz, 2010, S. 11).

2.2 Aspartam

Der Süßstoff Aspartam, der auch als E951 auf dem Produktetikett erscheinen kann, wirkt 200mal so süß wie Saccharose. Der Körper zersetzt Aspartam in seine Bestandteile und setzt dabei 4 Kalorien pro Gramm frei. Bei längerer Lagerung, bei großer Hitze oder bei dem Kontakt mit Säuren verliert Aspartam an Süßkraft, weswegen es nicht zum Backen geeignet ist. In Kombination mit anderen Süßstoffen wirkt es nicht nur süß sondern auch geschmacksverstärkend, weswegen es zum Beispiel auch in Kaugummis als zahnschonende Zutat enthalten ist. Auch zuckerfreie Getränke, Konserven, und Süßwaren können Aspartam enthalten (vgl. ebd., S. 12ff).

2.3 Cyclamat

Cyclamat (E952) besitzt die 30-fache Süßkraft von Saccharose und ist chemisch sehr stabil, gut löslich und kalorienlos. Nachdem bei Untersuchungen im Jahr 1970 wurde durch den Verzehr von Cyclamat eine höhere Krebsrate bei Ratten festgestellt wurde, wurde der Stoff in den USA und in Großbritannien verboten. Der ADI-Wert wurde von 11 mg/kg Körpergewicht auf 0-7 mg/kg Körpergewicht reduziert. Für Eis und Kaugummis ist Cyclamat verboten, aber andere Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetikprodukte und Arzneimittel dürfen Cyclamat enthalten (vgl. ebd., S. 15f).

2.4 Saccharin

Der bereits 1878 entdeckte Süßstoff Saccharin (E954) besitzt etwa die 500-fache Süßkraft von Saccharose. Es findet Gebrauch in vielen Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika, Arzneimittel und Futtermittel. 1977 wurde Saccharin von der FDA (Food and Drug Administration) auf die Liste krebserregender Stoffe gesetzt. Außerdem mussten Produkte mit der Zutat Saccharin in den USA mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen werden, bis im Jahr 2000 neue Studien die gesteigerte Krebsgefahr widerlegten. Der nun gültige ADI-Wert liegt bei 0-5 mg/kg Körpergewicht (vgl. ebd., S. 19).

2.5 Sucralose

Sucralose, das auch als E955 in Umlauf ist, besitzt die 600-fache Süßkraft von Saccharose, mit dem es chemisch betrachtet auch eng verwandt ist. Da es für den menschlichen Körper nicht verwertbar ist, liefert es keine Energie. Ein Vorteil von Sucralose ist, dass kein bitterer Nachgeschmack auftritt. Seit 2005 ist Sucralose in der EU mit einem ADI-Wert von 0-15 mg/kg Körpergewicht zugelassen (vgl. ebd., S. 21).

2.6 Steviosid

Der Begriff „Stevia“ ist eigentlich der Markenname von Steviosid (E960). Es taucht es im Supermarkt in den letzten Jahren immer häufiger als Zuckeralternative auf, weswegen es hier erwähnt wird. Die Steviapflanze ist eine mehrjährige, wärmeliebende und krautartige Pflanze, dessen Extrakt ein natürlicher Süßstoff ist, der antimikrobiell und antifungal wirkt, was bedeutet, dass er Bakterien und Pilze bekämpft. Der Eigengeschmack von Stevia ist nur mäßig süß, weswegen es oft mit anderen Süßstoffen und mit herkömmlichem Zucker kombiniert eingesetzt wird. Für Stevia, das die 300-fache Süßkraft von Saccharose besitzt, wurde ein ADI-Wert von 0-4 mg/kg Körpergewicht festgelegt (vgl. ebd., S. 20). Für diesen relativ neuen Süßstoff sind noch keine Langzeitstudien bekannt.

2.7 Fructose

Fructose gehört zwar nicht zu den Süßstoffen, jedoch wird es auch zum Teil chemisch hergestellt und Nahrungsmitteln beigesetzt. Fructose ist einerseits ein natürlicher Süßstoff, die in Obst enthalten ist und zwar nicht in Übermengen konsumiert werden sollte, jedoch laut aktueller wissenschaftlicher Lage kein gesundheitliches Risiko mit sich bringt. Mit einer Süßkraft, die um etwa 20% höher ist als die von Zucker, kann Fructose in geringeren Mengen eingesetzt werden.

Problematisch scheint jedoch die künstliche Fructose sein, die oft eingesetzt wird, da Fructose im Gegensatz zu herkömmlichem Zucker und synthetischen Süßstoffen einen einigermaßen guten Ruf bewahren konnte. Jedoch werfen Tierversuche den Verdacht auf, künstliche Fructose könnte zur Verfettung führen. Bei einem Versuch mit Mäusen nahm die Gruppe, die mit Fruktose gefüttert wurden fast doppelt so viel zu wie jene, die mit Rohrzucker gefüttert wurden (vgl. Grimm, 2015, S. 101)

Fruktose drosselt zudem den Ausstoß des Hormons Leptin, das für das Sättigungsgefühl nach dem Essen verantwortlich ist (vgl. ebd., S. 162). Wer ein vermindertes Sättigungsgefühl verspürt, neigt dazu mehr zu essen und infolgedessen zuzunehmen.

Fruchtzucker hat einen negativen Einfluss auf die hormonelle Gewichtsregulierung und laut Vermutungen kann sie zu hohen Leber- und Blutfettwerten führen (vgl. Dommel, Hollen, & Ritgen, 2011).

3. Einsatzgebiete und Konsum von Süßstoffen

Da kaum offizielle Zahlen über den Konsum und den Einsatz sowie Verkauf von Süßstoffen zu finden sind, ist es schwierig die Entwicklung des Süßstoffverbrauchs in den vergangenen Jahren objektiv festzustellen. Jedoch erkennt man beim regelmäßigen Gang in den Supermarkt, dass immer mehr Produkte, die mit Süßstoffen aller Art produziert wurden, erhältlich sind. Besonders auffällig ist, dass immer mehr Getränke wie Limonaden und Softdrinks nun auch in einer „light“-Variante ohne Zucker in den Supermarktregalen stehen. Diese kalorienreduzierten Getränke liegen scheinbar im Trend: von 2009 auf 2010 nahm der Absatz von Light-Limonade um ein Drittel zu (vgl. ebd.).

Auch einige Fruchtjoghurts, Marmeladen, süße Milchgetränke, Teegetränke, Saucen, Kaugummis und manche Süßigkeiten oder Desserts sowie diverse Fertigprodukte werden statt mit Zucker immer häufiger mit Süßstoffen oder sogar mit beidem gleichzeitig hergestellt. Außerdem gibt es schon ein großes Angebot an reinen Süßstoffen, die man selbstständig beispielsweise zum Backen verwenden kann.

Aus einer Statistik von Statistik Austria kann man herauslesen, dass der Zuckerkonsum in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Während 2010/2011 der Zuckerverbrauch pro Kopf bei 37,1 Kilogramm lag, hat sich dieser bis 2015/2016 auf 33,2 Kilogramm pro Kopf reduziert (vgl. STATISTIK AUSTRIA, 2017). Diese Entwicklung könnte durch einen Anstieg des Süßstoffkonsums entstanden sein, jedoch lässt sich diese Vermutung wegen mangelnder Statistiken nicht bestätigen.

Manche Süßstoffe werden nicht absichtlich konsumiert: so sind sie beispielsweise in Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminbrausetabletten sowie in Kosmetika und Arzneimitteln enthalten. Auch in der Lebensmittelindustrie werden nicht alle Süßstoffe bewusst konsumiert: manche Konserven, Fertiggerichte sowie Desserts weisen Süßstoffe in ihren Zutatenlisten auf, wobei diese oft als billige geschmacksverstärkende Ergänzung zum ohnehin verwendeten Zucker eingesetzt werden.

Bewusst konsumiert werden jedoch sogenannte „light“-Produkte, kalorienreduzierte oder zuckerreduzierte Lebensmittel oder andere Produkte, die als „diättaugliche“ Alternative angepriesen werden und statt energiereichem Zucker kalorienlose oder beinahe kalorienlose Süßstoffe enthalten. Auch der Einsatz von reinen Süßstoffen als Zuckerersatz scheint immer häufiger zu werden, sodass in vielen Cafés nicht nur ein Zuckerpäckchen sondern auch eine Süßstoff-Alternative zum Kaffee gereicht werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen von Süßstoffen auf die menschliche Gesundheit. Gewichtsreduktion bis hin zur Entstehung von Krankheiten
Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V385720
ISBN (eBook)
9783668603615
ISBN (Buch)
9783668603622
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung, Süßstoffe, Gesundheit, Seminararbeit, Zucker
Arbeit zitieren
Laura Gomboc (Autor), 2017, Die Auswirkungen von Süßstoffen auf die menschliche Gesundheit. Gewichtsreduktion bis hin zur Entstehung von Krankheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385720

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