In dieser Arbeit soll die Frage geklärt werden, wie die einzelnen Körper in der Architektur von Frank Gehry untereinander in Beziehung stehen. In einem ersten Kapitel wird am Beispiel des „Dancing House“ in Prag gezeigt, welche Rolle Raum, Zeit und Bewegung spielen. Im Anschluss daran soll die Krümmung des Raumes anhand des Guggenheim Museums in Bilbao verdeutlicht werden. In einem letzten Kapitel wird die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles genauer beleuchtet. Sie gilt als Meisterwerk seines bisherigen Wirkens als Architekt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Raum, Zeit und Bewegung
II. Die Krümmung des Raumes
III. Der Architekt als Choreograf des Zufalls
Fazit
Literatur
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das architektonische Werk von Frank Gehry unter besonderer Berücksichtigung der dekonstruktivistischen Bauweise und der choreografischen Gestaltung der Baukörper. Das zentrale Ziel ist es, das Verhältnis von Raum, Zeit und Bewegung in seinen Entwürfen zu analysieren und die Rolle der Architektur als dynamisches Element im urbanen Kontext zu verdeutlichen.
- Analyse der Beziehung zwischen Architektur und menschlicher Bewegung am Beispiel des "Dancing House".
- Untersuchung von Raumkonzepten und der Krümmung des Raumes am Guggenheim Museum in Bilbao.
- Betrachtung der Walt Disney Concert Hall als ikonographisches Wahrzeichen.
- Exploration des architektonischen Entwurfsprozesses und der Rolle des Zufalls.
- Diskussion des dekonstruktivistischen Ansatzes als Mittel zur Überwindung konventioneller Raumgefühle.
Auszug aus dem Buch
I. Raum, Zeit und Bewegung
Zu Beginn soll zunächst eine frühe Architektur von Frank Gehry genauer analysiert werden. Der Spitzname „Dancing House“ einer Architektur in der Tschechien Republik, die 1996 fertiggestellt wurde, ist bezeichnend für die Wirkung des Gebäudes. Neben den barocken und gotischen Häusern in der Altstadt Prags erweckt es großes Aufsehen. Der rechte Teil des Gebäudekomplexes wirkt angespannt und der linke Teil scheint sich entspannt daran anzulehnen. Als Inspiration galt die Darbietung einer Choreografie von den Tänzern Fred Astair und Ginger Rogers, die 1943 in „Top Hat“ so mühelos wie eine Improvisation wirkte.
Schon in der klassischen Antike hat man bestimmte Architekturteile mit dem menschlichen Körper und seinen Gliedmaßen verglichen, wie zum Beispiel der Balken, der von menschlichen Armen gehalten wird. So wie die beiden Tänzer in der Erinnerung bestehen bleiben, scheinen auch die beiden Gebäude in der Tanzbewegung gefangen zu sein. Die Frau im gläsernen Faltenkleid schmiegt sich an den stilvoll gekleideten Mann mit Zylinder. Im Anhang der Ausarbeitung findet sich ein Bild der beiden Tänzer. Die Analogie zwischen Architektur und Mensch erfasst auch den leeren Raum zwischen den Körpern und die Vibration der beiden Gebäude ist fast körperlich spürbar.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung legt den Grundstein für die Analyse von Frank Gehrys Architektur und definiert das Ziel der Arbeit, die Beziehungen zwischen seinen Baukörpern zu untersuchen.
I. Raum, Zeit und Bewegung: Dieses Kapitel analysiert das "Dancing House" in Prag und verdeutlicht anhand der Tanz-Metapher die dynamische Interaktion zwischen architektonischen Formen.
II. Die Krümmung des Raumes: Hier wird das Guggenheim Museum in Bilbao als Beispiel für die Überwindung traditioneller Raumkonzepte durch komplexe Geometrien und fließende Formen betrachtet.
III. Der Architekt als Choreograf des Zufalls: Dieses Kapitel beleuchtet die Walt Disney Concert Hall und zeigt auf, wie Gehry künstlerische Einflüsse nutzt, um Gebäude als in sich spannungsvolle, fast instabil wirkende Skulpturen zu entwerfen.
Fazit: Die Zusammenfassung der Ergebnisse verdeutlicht, wie Frank Gehrys dekonstruktivistische Bauweise durch asymmetrische Muster und den Verzicht auf rechte Winkel eine neue städtische Identität schafft.
Schlüsselwörter
Frank Gehry, Dekonstruktivismus, Architekturtheorie, Dancing House, Guggenheim Museum, Bilbao, Walt Disney Concert Hall, Raumkonzepte, Dynamik, Geometrie, Architektur, Städtebau, Choreografie, Bewegung, Asymmetrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Architektur von Frank Gehry, wobei der Fokus auf seiner dekonstruktivistischen Herangehensweise und der choreografischen Gestaltung der Baukörper liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Raum, Zeit und Bewegung in der Architektur, die Bedeutung der Krümmung von Baukörpern sowie die Transformation des urbanen Stadtbildes durch spektakuläre Museums- und Konzertbauten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, wie die einzelnen Körper in der Architektur von Frank Gehry untereinander in Beziehung stehen und welche gestalterischen Intentionen sich aus seinem dynamischen Ansatz ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse von Architekturtheorien sowie eine deskriptive Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele (Dancing House, Guggenheim Bilbao, Walt Disney Concert Hall).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden drei bedeutende Bauwerke Gehrys analysiert, um die Entwicklung seiner Formensprache von frühen Projekten bis hin zu seinem "Meisterwerk", der Walt Disney Concert Hall, darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Dekonstruktivismus, Dynamik, Bewegung, Frank Gehry und architektonische Raumkonzepte charakterisiert.
Warum spielt die Analogie zum Tanz eine so wichtige Rolle für das "Dancing House"?
Der Architekt nutzt die tänzerische Bewegung als Inspiration, um starre, rechteckige Konventionen der Architektur aufzubrechen und den Baukörpern eine fast körperlich spürbare Vibration und Leichtigkeit zu verleihen.
Welchen Einfluss hatten die Geländebedingungen auf den Entwurf des Guggenheim Museums?
Es wird vermutet, dass die ungünstigen Gelände- und Standortbedingungen in Bilbao die Architekten dazu anregten, eine unregelmäßige, fließende Form zu wählen, die sich maßgeblich von einer konventionellen Stadtbebauung absetzt.
Wie wirkt sich der Einsatz des Computers auf die Realisierbarkeit dieser Architektur aus?
Durch Computer-Aided Design (CAD) konnte Gehry komplexe, irrationale und nichtlineare Geometrien entwerfen, die ohne diese digitale Unterstützung technisch kaum umsetzbar oder visuell glaubhaft zu vermitteln gewesen wären.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Frank Gehry. Der Architekt als Choreograph der Baukörper, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385731