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Deutschlands Beteiligung an militärischen Interventionen. 'Sicherheitsbedrohung' als Legitimation von Auslandseinsätzen

Titel: Deutschlands Beteiligung an militärischen Interventionen. 'Sicherheitsbedrohung' als Legitimation von Auslandseinsätzen

Fachbuch , 2018 , 115 Seiten

Autor:in: Florian Zweigle (Autor:in)

Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Entscheidungen über Einsätze der Bundeswehr im Ausland verlangen eine intensive politische und gesellschaftliche Debatte. Gerade vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands braucht es bei der Diskussion um Auslandseinsätze eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Verhältnismäßigkeit solcher Einsätze. Ebenso muss eine Gesellschaft die gesetzten gesetzlichen Schranken analysieren.

Florian Zweigle untersucht, welche Stelle der sich wandelnde Begriff der Sicherheit in dieser Debatte einnimmt. Der Autor geht in seiner Publikation der Frage nach, warum sich die Bundesregierung für einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, aber gegen eine Entsendung nach Libyen entschied.

Aus dem Inhalt:

- Bundeswehr;
- Auslandseinsätze;
- Sicherheit;
- Afghanistan;
- Libyen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fragestellung/Forschungsinteresse/Relevanz

3 Konzeptualisierung

3.1 Theorie der Securitization und Konzept „Sicherheit“

3.2 Strategic Culture

3.3 Öffentliche Meinung

3.4 Militärische Intervention/Notfallmaßnahmen/Souveränität

4 Operationalisierung

5 Forschungsstand

6 Zwischenfazit I

7 Exkurs: Historischer Überblick

8 Fallbeispiel Afghanistan

8.1 Referent Object und Securitizing Actor

8.2 Politische Ebene

8.3 Gesellschaftliche Ebene

8.4 Zwischenfazit II

9 Fallbeispiel Libyen

9.1 Referent Object und Securitizing Actor

9.2 Politische Ebene

9.3 Gesellschaftliche Ebene

9.4 Zwischenfazit III

10 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels der Theorie der Securitization und des Konzepts der strategischen Kultur, warum Deutschland sich an militärischen Interventionen wie in Afghanistan beteiligte, jedoch im Falle Libyens im Jahr 2011 davon absah. Die zentrale Forschungsfrage lautet, warum das Thema Afghanistan den Status „securitized“ erlangte, während dies beim Thema Libyen nicht der Fall war, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle der öffentlichen Meinung als kritische Schwelle für politische Entscheidungen liegt.

  • Analyse der Securitization als Sprechakt zur Konstruktion von Sicherheitsbedrohungen.
  • Untersuchung der strategischen Kultur Deutschlands als Rahmenbedingung außenpolitischer Entscheidungen.
  • Vergleichende Fallstudie zu Afghanistan (ab 2001) und Libyen (2011).
  • Einbezug der politischen Ebene (Bundestag) und gesellschaftlichen Ebene (Medien, Meinungsumfragen).
  • Herausarbeitung der kritischen Schwelle, die über die Legitimation militärischer Notfallmaßnahmen entscheidet.

Auszug aus dem Buch

3.1 Theorie der Securitization und Konzept „Sicherheit“

Dieser Abschnitt beinhaltet die Diskussion über den erweiterten Sicherheitsbegriff mit einer anschließenden Definition von Sicherheit. Damit einhergehend ist die Einordnung der Theorie in die Schule des Sozialkonstruktivismus. Danach wird das Verständnis von Sicherheit als Sprechakt thematisiert, bevor die Theorie ausführlich vorgestellt und diskutiert wird. Abschließend erfolgt die Erörterung, warum gerade die Securitization und nicht ein anderer theoretischer Ansatz für diese Arbeit passend ist.

Die Anfänge der Securitization gehen in die frühen 1990er Jahre zurück, als sich unter anderem Barry Buzan und Ole Wæver in die Diskussion um einen erweiterten Sicherheitsbegriff einschalten. Daase bestätigt, dass sich der Sicherheitsbegriff seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erweitert hat (Daase 2010: 2f.) und Buzan greift diesen Trend 1991 auf und schlägt, ausgehend von der bis dahin vorherrschenden Sichtweise eines realistischen und eines idealistischen Sicherheitsdenkens, vor, dass Sicherheit vielmehr als nur die Sichtweise von Macht oder Frieden ist (Buzan 2009: 26). Die Definition eines engen und klassischen Sicherheitsbegriffes lehnt sich an die realistische Denkschule (z.B. Morgenthau 1973 oder Waltz 1979) an und legt den Fokus von Sicherheit dementsprechend auf militärische Macht. Das traditionelle, sprich militärisch-politische Verständnis zielt auf das reine Überleben ab (Buzan et al. 1998: 21). Weitere Versuche einer grundlegenden Definition von Sicherheit gibt es etwa von Balázs, Bellany, Mroz oder Ullman, wobei die Grundidee des Überlebens mehr oder weniger deutlich in den Vordergrund gestellt wird (Balázs 1985, Bellany 1981, Mroz 1980, Ullman 1983). Daase zeigt auf, dass die Definition des Begriffes generell schwierig ist, da er sehr schwammig sei (Daase 2010: 1). Er deutet weiter an, dass es um die Durchsetzung von politischen Inhalten geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der deutschen Auslandseinsätze ein, stellt das Kontroversenpotenzial dar und leitet die Forschungsfrage über die unterschiedliche Wahrnehmung von Sicherheitsbedrohungen in Afghanistan und Libyen her.

2 Fragestellung/Forschungsinteresse/Relevanz: In diesem Kapitel wird das Forschungsinteresse an der deutschen Außenpolitik spezifiziert und die Forschungsfrage in den Kontext der Securitization-Theorie gestellt, wobei die Relevanz der Untersuchung für Politik und Gesellschaft begründet wird.

3 Konzeptualisierung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Securitization und der Strategic Culture sowie weitere Konzepte wie militärische Intervention und Souveränität erarbeitet und für die Analyse operationalisiert.

4 Operationalisierung: Dieses Kapitel legt das methodische Design der Vergleichsstudie fest, inklusive der Auswahl der Fallbeispiele, der Dokumentenbasis (Plenarprotokolle, Zeitungsartikel) und der Beobachtungszeiträume.

5 Forschungsstand: Hier wird die bestehende Literatur zur Theorie der Securitization sowie zu den spezifischen Fallbeispielen Afghanistan und Libyen kritisch diskutiert, um den wissenschaftlichen Mehrwert dieser Arbeit aufzuzeigen.

6 Zwischenfazit I: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Überlegungen zusammen und verknüpft die Methodik mit dem Ziel der Arbeit, die kritische Schwelle politischer Entscheidungen zu identifizieren.

7 Exkurs: Historischer Überblick: Der Exkurs bietet eine kurze historische Einordnung der Geschehnisse rund um Afghanistan und Libyen, um den Kontext für die anschließende Analyse zu schaffen.

8 Fallbeispiel Afghanistan: Das Kapitel analysiert die politische und gesellschaftliche Ebene im Kontext Afghanistans und zeigt die erfolgreiche Anerkennung als Sicherheitsbedrohung auf.

9 Fallbeispiel Libyen: Hier wird der libysche Konflikt untersucht, wobei die Ablehnung einer militärischen Beteiligung durch die politische Elite und die Öffentlichkeit detailliert analysiert wird.

10 Fazit: Das Fazit stellt die Ergebnisse der beiden Fallbeispiele gegenüber, beantwortet die Forschungsfrage und resümiert die Bedeutung der öffentlichen Meinung als kritische Schwelle für deutsche Auslandseinsätze.

Schlüsselwörter

Securitization, Sicherheit, Außenpolitik, Bundeswehr, Afghanistan, Libyen, militärische Intervention, strategische Kultur, öffentliche Meinung, Sprechakt, Souveränität, politische Elite, Terrorismus, Sicherheitsbedrohung, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie in der deutschen Außenpolitik entschieden wird, ob ein militärischer Auslandseinsatz legitim ist oder nicht. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Sicherheitsbedrohungen konstruiert werden und welche Rolle dabei die öffentliche Meinung spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themenfelder sind die Theorie der Securitization, das Konzept der strategischen Kultur (Strategic Culture), sowie die Analyse der politischen und gesellschaftlichen Ebene im Hinblick auf Außen- und Sicherheitspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist zu ergründen, warum das Thema Afghanistan den Status „securitized“ (versicherheitlicht) erreichte und zu einem Einsatz führte, während dies beim Thema Libyen nicht der Fall war und zu einer Stimmenthaltung führte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz als Vergleichsstudie mit zwei Fällen (Afghanistan und Libyen) und wendet die „Most Similar Systems Design“ (MSSD) Differenzmethode an, um die entscheidende Variable für die unterschiedliche Entscheidung zu isolieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert für beide Fallbeispiele sowohl die politische Ebene anhand von Plenarprotokollen des Bundestages als auch die gesellschaftliche Ebene anhand von überregionalen Tageszeitungen (SZ, WELT) und Meinungsumfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Securitization, strategische Kultur, Auslandseinsätze der Bundeswehr und Sicherheitsbedrohungen charakterisiert.

Warum spielt die öffentliche Meinung eine so große Rolle bei der Legitimierung?

Die Arbeit argumentiert, dass erst die Akzeptanz der „audience“ – im vorliegenden Fall der deutschen Bevölkerung – darüber entscheidet, ob ein politisches Thema den Status „securitized“ erlangt und damit als existenziell bedrohlich genug eingestuft wird, um militärische Notfallmaßnahmen zu rechtfertigen.

Was unterscheidet die Konstruktion der Bedrohung in Afghanistan von jener in Libyen?

Während im Fall Afghanistan eine breite politische und gesellschaftliche Akzeptanz für militärische Maßnahmen als Antwort auf den Terrorismus erreicht wurde, konnte für Libyen keine solche Dringlichkeit bzw. Existenzbedrohung konstruiert werden, die eine deutsche Beteiligung hätte legitimieren können.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutschlands Beteiligung an militärischen Interventionen. 'Sicherheitsbedrohung' als Legitimation von Auslandseinsätzen
Autor
Florian Zweigle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
115
Katalognummer
V385756
ISBN (eBook)
9783956872587
ISBN (Buch)
9783956872600
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bundeswehr Auslandseinsätze Sicherheit Afghanistan Libyen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Zweigle (Autor:in), 2018, Deutschlands Beteiligung an militärischen Interventionen. 'Sicherheitsbedrohung' als Legitimation von Auslandseinsätzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385756
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  115  Seiten
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