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Der Kampf gegen soziale Ungleichheit im Hinblick auf die Soziologie

Title: Der Kampf gegen soziale Ungleichheit im Hinblick auf die Soziologie

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 20 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Aron Kraft (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Nach der Einleitung wird in Abschnitt 2 untersucht, welche konkreten Maßnahmen von Kommunen verfolgt werden, um soziale Ungleichheit abzumildern und die Lebenschancen in den betroffenen Stadtteilen zu verbessern, und ob durch die verwirklichten Programme überhaupt ein signifikanter Effekt erzielt werden kann. Dabei wird zunächst auf die Stellung der Kommunen im nationalen Kontext und die zunehmenden Herausforderungen eingegangen, die schließlich zum Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ geführt haben. Im Anschluss daran wird in Abschnitt 3 die Frage erörtert, welchen Beitrag die Soziologie bei der Planung, Umsetzung und Evaluation von sozialen Maßnahmen leisten kann. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage diskutiert, inwieweit es zu Spannungen zwischen Praxisbezug und wissenschaftlichen Ansprüchen kommen kann. In Abschnitt 4 werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und ein abschließendes Fazit gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunale Programme gegen soziale Ungleichheit

2.1. Zuständigkeiten und neue Herausforderungen

2.2. Ein Umdenken in der Stadtpolitik und das Bund-Länder-Programm „Die soziale Stadt“

2.3. Kommunale Programme gegen soziale Ungleichheit – Beispiele

2.3.1. Mainz

2.3.2. Ludwigshafen am Rhein

2.3.3. Speyer

2.4. Wirkungen von kommunalen Programmen – kann Ungleichheit abgebaut werden?

3. Soziologie in der Stadtplanung/Entwicklung

3.1 Der Beitrag der Soziologie

3.1.1 Planung und Umsetzung

3.1.2 Evaluation von sozialen Programmen

3.1.3 Soziale Mischung zum Abbau sozialer Ungleichheit?

3.2 Soziologie im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Ansprüchen und praktischen Erfordernissen

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, welche kommunalen Strategien gegen soziale Ungleichheit in Deutschland – insbesondere im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ – eingesetzt werden und welchen Beitrag die Soziologie bei deren Planung, Umsetzung und Evaluation leisten kann. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob durch städtebauliche Maßnahmen und Konzepte wie die „soziale Mischung“ tatsächlich signifikante Effekte zur Reduzierung sozialer Spaltung erzielt werden können.

  • Analyse kommunaler Programme gegen soziale Ungleichheit
  • Evaluation von städtebaulichen Interventionsmaßnahmen
  • Die Rolle der Soziologie in der Stadtentwicklungspolitik
  • Kritische Reflexion des Konzepts der „sozialen Mischung“
  • Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Ansprüchen und Praxisbezug

Auszug aus dem Buch

Soziale Mischung zum Abbau sozialer Ungleichheit?

Die Stadt Ludwigshafen strebt in Oggersheim-West, einem Entwicklungsgebiet der „Sozialen Stadt“ eine umfassende Modernisierung der Wohnungen an, um eine verbesserte Wohnqualität zu erreichen, und über diese Maßnahme eine „heterogene Alters- und Bevölkerungsstruktur“ im Programmgebiet zu schaffen. Es soll eine höchstmögliche Attraktivität des Gebietes als Wohnstandort gewährleistet werden (vgl. Stadt Ludwigshafen 2007: 25). Um was es hier geht lässt sich unter dem Begriff der sozialen Mischung erfassen. Ihr werden in der Stadtplanung oft positive Effekte zugeschrieben. So erhofft man sich dadurch bspw. eine Erhöhung der sozialen Stabilität, eine Verringerung der Stigmatisierung eines benachteiligten Gebietes, und mehr sozialen Zusammenhalt (vgl. Friedrichs 2010: 319). Es gibt verschiedene Dimensionen der sozialen Mischung, etwa nach Einkommen oder Ethnizität. Hier ist sowohl nach der optimalen Mischung zwischen diesen einzelnen Dimensionen innerhalb eines Gebietes zu fragen, als auch der Mischung innerhalb dieser Dimensionen, wobei die meisten Studien jedoch das Einkommen als wichtigste Dimension ansehen. So besagt eine Hypothese, dass Personen mit einem niedrigen sozialen Status von statushöheren Personen profitieren würden, da diese ein positives Rollenvorbild abgäben (vgl. ebd.: 320f.).

Die These, dass eine räumliche Nähe automatisch zu einer sozialen Nähe führt, ist empirisch jedoch nicht haltbar (vgl. ebd.: 322). So zeigen soziologische Studien dann auch, dass räumliche Nähe die Distanz zwischen Bevölkerungsgruppen vergrößern kann, und sozio-kulturelle Integration eher in sozial homogenen als in heterogenen Räumen stattfindet (vgl. Schulte-Haller 2011: 6ff.). Friedrichs kommt zu der Feststellung, dass es so gut wie keine Studien über die Auswirkungen von verschiedenen Formen der sozialen Mischung gibt, und somit die planerischen Absichten empirisch ungesichert sind (vgl. Friedrichs 2010: 322ff.). Und wenn in Planungsberichten von einer „höchstmöglichen Attraktivität des Gebietes“ die Rede ist, stellt sich die Frage für wen diese Attraktivität eigentlich gedacht ist. Dies soll durch einen kleinen Exkurs in die Stadt Hamburg verdeutlicht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik wachsender sozialer Ungleichheit in deutschen Städten ein und stellt die Rolle lokaler Governance sowie die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit dar.

2. Kommunale Programme gegen soziale Ungleichheit: In diesem Kapitel werden kommunale Zuständigkeiten und Förderprogramme, insbesondere „Soziale Stadt“, sowie praktische Beispiele aus Mainz, Ludwigshafen und Speyer analysiert.

2.1. Zuständigkeiten und neue Herausforderungen: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stellung der Kommunen und die Schwierigkeiten bei der Bewältigung sozialräumlicher Segregation unter engen finanziellen Rahmenbedingungen.

2.2. Ein Umdenken in der Stadtpolitik und das Bund-Länder-Programm „Die soziale Stadt“: Dieser Abschnitt beschreibt den Paradigmenwechsel in der Stadtplanung hin zur „Sozialen Stadt“ unter Einbeziehung lokaler Akteure.

2.3. Kommunale Programme gegen soziale Ungleichheit – Beispiele: Hier werden konkrete Maßnahmen und Projekte in den Städten Mainz, Ludwigshafen und Speyer vorgestellt, die auf Bildung und Arbeitsmarktintegration abzielen.

2.3.1. Mainz: Detaillierte Betrachtung der Projektlandschaft in Mainz, einschließlich der „Sozialen Stadt“ und städtischer Initiativen gegen Kinderarmut.

2.3.2. Ludwigshafen am Rhein: Untersuchung der städtebaulichen und bildungsorientierten Projekte im Quartier Oggersheim-West und der „Offensive Bildung“.

2.3.3. Speyer: Kurze Übersicht über die Projekte in Speyer-Nord und Speyer-West, insbesondere im Kontext der Integration von Spätaussiedlern.

2.4. Wirkungen von kommunalen Programmen – kann Ungleichheit abgebaut werden?: Eine kritische Bestandsaufnahme der Wirksamkeit kommunaler Interventionen, ergänzt durch Erfahrungen aus anderen deutschen Städten.

3. Soziologie in der Stadtplanung/Entwicklung: Dieses Kapitel erörtert, wie soziologische Expertise in Planungsprozesse und Evaluationen integriert werden kann.

3.1 Der Beitrag der Soziologie: Fokus auf die methodischen Möglichkeiten der Soziologie zur fundierten Analyse und Planung von Stadtentwicklungsprozessen.

3.1.1 Planung und Umsetzung: Untersuchung der Rolle soziologischen Methodenwissens bei der Analyse von Ausgrenzungsprozessen und der Einbeziehung betroffener Bewohner.

3.1.2 Evaluation von sozialen Programmen: Erläuterung der Bedeutung der Evaluation als Instrument der Effizienzsteigerung und Erfolgskontrolle städtischer Sozialprogramme.

3.1.3 Soziale Mischung zum Abbau sozialer Ungleichheit?: Kritische Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Konzept der „sozialen Mischung“ und dessen empirischer Untermauerung.

3.2 Soziologie im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Ansprüchen und praktischen Erfordernissen: Analyse der Herausforderungen für Soziologen in der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung und dem politisch-administrativen System.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Grenzen von sozialen Stadtprogrammen sowie der soziologischen Unterstützung für eine effiziente Sozialplanung.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Soziale Stadt, Stadtplanung, Soziologie, Segregation, Evaluation, Lokale Governance, Soziale Mischung, Stadtentwicklung, Kommunale Sozialpolitik, Kinderarmut, Gentrifizierung, Bildungsförderung, Empirische Sozialforschung, Stadtsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Umgang deutscher Kommunen mit sozialer Ungleichheit und untersucht, wie soziologische Ansätze und Methoden zur Verbesserung städtischer Sozialprogramme beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf kommunalen Förderprogrammen, der Stadtentwicklungspolitik, den Möglichkeiten der Evaluation von Sozialmaßnahmen sowie der kritischen Reflexion der „sozialen Mischung“ als planerisches Konzept.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Effektivität von Maßnahmen wie „Soziale Stadt“ zu hinterfragen und den Mehrwert einer praxisorientierten soziologischen Beteiligung bei der Gestaltung urbaner Lebensräume herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleicht bestehende Evaluierungsergebnisse sowie stadtsoziologische Theorien, um die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und sozialer Realität aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Neben einer detaillierten Vorstellung von Projektbeispielen aus drei rheinland-pfälzischen Städten beleuchtet der Hauptteil intensiv die methodischen Herausforderungen der Evaluation und das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Anspruch und administrativen Zwängen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Soziale Ungleichheit, Soziale Stadt, Evaluation, Stadtplanung, Soziologie und Soziale Mischung.

Warum wird das Konzept der „sozialen Mischung“ kritisch betrachtet?

Die Arbeit stellt fest, dass räumliche Nähe nicht zwangsläufig zu sozialer Interaktion führt und dass die planerische Annahme, man könne durch „Mischung“ soziale Probleme lösen, empirisch weitgehend ungesichert ist.

Welche Rolle spielt die „Soziale Stadt“ als Förderprogramm?

Das Programm dient als zentraler Rahmen für integrierte Stadtteilentwicklung, wobei die Arbeit untersucht, ob die darin verfolgten Ziele tatsächlich die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung verbessern oder eher symbolischen Charakter haben.

Welches Fazit zieht der Autor zur Zusammenarbeit von Soziologie und Stadtverwaltung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Soziologen trotz der Widerstände durch politische Interessen und eingefahrene Verwaltungsmuster einen wertvollen Beitrag leisten können, indem sie unreflektierte Maßnahmen hinterfragen und durch empirische Forschung fundierte Entscheidungsgrundlagen schaffen.

Gibt es spezifische Erkenntnisse zu den untersuchten Städten?

Ja, die Arbeit zeigt anhand von Mainz, Ludwigshafen und Speyer auf, dass die Projektlandschaften sehr unterschiedlich sind und oft klare Wirksamkeitsnachweise fehlen, was die Bedeutung einer externen Evaluation unterstreicht.

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Details

Title
Der Kampf gegen soziale Ungleichheit im Hinblick auf die Soziologie
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,8
Author
Aron Kraft (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V385857
ISBN (eBook)
9783668606722
ISBN (Book)
9783668606739
Language
German
Tags
kampf ungleichheit hinblick soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aron Kraft (Author), 2012, Der Kampf gegen soziale Ungleichheit im Hinblick auf die Soziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385857
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