Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über gesundheitsfördernde Settingansätze in benachteiligten städtischen Quartieren zu geben und eine Antwort auf die Frage zu finden, wie solche Settingansätze finanziert werden und welche ökonomischen Auswirkungen sich daraus ergeben können. Dazu werden wir zunächst die Begrifflichkeit des Settings erläutern. Anknüpfend daran zeigen wir auf, welche Überlegungen und Ideen dem Konzept des Settingansatzes zugrunde liegen und warum dieser Ansatz gerade in benachteiligten städtischen Quartieren bedeutsam ist.
Im nächsten Abschnitt wird darauf eingegangen, wie Gesundheitsförderung im Setting benachteiligter städtischer Quartiere konkret aussieht, d.h. welche Maßnahmen entwickelt wurden, um die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung zu stärken. Daran schließt sich eine Darstellung der ökonomischen Aspekte von Gesundheitsförderung an, welche die allgemeinen Gesundheitsausgaben, die Ausgaben für Prävention/Gesundheitsschutz, die Ausgaben für Gesundheitsförderung und die jeweils dazugehörigen Kostenträger näher illustriert.
Damit einhergehend erfolgt eine Betrachtung der positiven ökonomischen Auswirkungen, die von gesundheitsfördernden Settingansätze ausgehen können. Im darauffolgenden Kapitel möchten wir näher erläutern, wie diese gesundheitsfördernden Maßnahmen finanziert werden bzw. welche Möglichkeiten es zur Finanzierung gibt. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, und zwar unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Aspekts. Hierbei wird also abgewogen, inwieweit sich dieses Konzept wirtschaftlich lohnt, d.h. ob und inwieweit der Nutzen dieses gesundheitsfördernden Settingansatzes größer ist als die Kosten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung und Vorstellung des Settingansatzes
2.1 Gesundheitsfördernde Quartiere
2.2 Ökonomische Aspekte der Gesundheitsförderung
2.3 Ökonomische Auswirkungen der gesundheitsfördernden Settingansätze
3. Formen der Finanzierungsmöglichkeiten
3.1 Bund-Länder Programm „Soziale Stadt“
3.2 Verfügungsfonds
3.3 Gesetzliche Krankenkassen
3.4 Stiftungen
3.5 Fundraising
3.6. Bußgeld
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über gesundheitsfördernde Settingansätze in benachteiligten städtischen Quartieren zu geben und zu untersuchen, wie diese finanziert werden und welche ökonomischen Auswirkungen sie haben können.
- Konzept des Settingansatzes und dessen Bedeutung in benachteiligten Quartieren.
- Analyse der ökonomischen Aspekte von Gesundheitsförderung und Prävention.
- Darstellung verschiedener Finanzierungsmodelle für gesundheitsfördernde Projekte.
- Diskussion über Kosten-Nutzen-Aspekte gesundheitsfördernder Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
2. Begriffsklärung und Vorstellung des Settingansatzes
Um das Konzept des Settingansatzes besser nachvollziehen zu können, werden im folgenden die Begrifflichkeiten des „Settings“ und des „benachteiligten städtischen Quartiers“ näher beleuchtet und die Frage beantwortet, warum Gesundheitsförderung und somit dieses Konzept gerade dort bedeutsam ist.
Das Setting wird definiert als „ein durch formale Organisation, regionale Situation und/oder gemeinsame Werte bzw. Präferenzen definierter und den beteiligten Personen subjektiv bewusster sowie dauerhafter Sozialzusammenhang“ (Deutscher Bundestag 2005, 103). Das also ein solcher spezifischer Sozialraum als Ausgangspunkt für gesundheitsfördernde Strategien dient, ergibt sich aus der Tatsache, dass vom Setting wichtige Impulse auf die Wahrnehmung von Gesundheit, Gesundheitsbelastungen und/oder -ressourcen ausgehen (vgl. ebd. 2005,103). An dieser Stelle lässt sich also festhalten, dass es sich bei den benachteiligten städtischen Quartieren um ein sogenanntes Setting handelt. Diesem Raum sind allerdings weitere Charakteristiken zu eigen, welche ihn von anderen Sozialräumen abgrenzen. So sind benachteiligte städtische Quartiere dadurch gekennzeichnet, dass in ihnen ein vergleichsweise hoher Anteil sozial benachteiligter Personen lebt. Bezieht man sich auf die Indikatoren sozialer Benachteiligung (Bildung, Beruf, Einkommen) kann man sagen, dass dort hohe Arbeitslosigkeit, ein geringes Bildungsniveau und dementsprechende Einkommensarmut die vorherrschenden Merkmale sind (vgl. Keller in: Bundeszentrale für politische Bildung, 2015). Oftmals gehen mit dieser Agglomeration an sozial benachteiligten Haushalten weitere Benachteiligungen einher, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Dazu gehören u.a. Verkehrs- und Lärmbelastungen, vernachlässigte Bausubstanzen sowie geringere Instandhaltungen der Gebäude und Wohnungen (vgl. ebd., 2015). Aber auch unzureichende Infrastrukturen sind in diesem Setting besonders häufig. So fehlt es an ausreichenden Angeboten für Waren des täglichen Bedarfs, vor allem aber an gesundheitsfördernden Angeboten. Gründe für diese Situation sind neben mangelnder Kaufkraft auch die geringe öffentliche Verhandlungsmacht dieser Personengruppe (vgl. ebd., 2015). Diese Merkmale benachteiligter städtischer Quartiere lässt nun also schon erahnen warum gesundheitsfördernde Maßnahmen dort von hoher Bedeutsamkeit sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Settingansatzes ein und skizziert das Forschungsziel, benachteiligte Quartiere gesundheitsförderlich zu gestalten.
2. Begriffsklärung und Vorstellung des Settingansatzes: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und erläutert die Notwendigkeit von Gesundheitsförderung in sozial benachteiligten städtischen Räumen.
2.1 Gesundheitsfördernde Quartiere: Hier wird dargelegt, wie gesundheitsfördernde Maßnahmen konkret in benachteiligten Quartieren und Settings wie Kitas oder Schulen wirken.
2.2 Ökonomische Aspekte der Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der Gesundheitsausgaben und die Rolle von Prävention im Gesamtsystem.
2.3 Ökonomische Auswirkungen der gesundheitsfördernden Settingansätze: Hier werden die potenziellen wirtschaftlichen Vorteile wie Kostensenkungen und Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch Gesundheitsförderung diskutiert.
3. Formen der Finanzierungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über verschiedene Geldquellen, von staatlichen Programmen bis hin zu Stiftungen und Fundraising.
3.1 Bund-Länder Programm „Soziale Stadt“: Vorstellung eines zentralen Förderprogramms zur städtebaulichen und sozialen Aufwertung benachteiligter Gebiete.
3.2 Verfügungsfonds: Erklärung dieses Finanzierungsinstruments, das lokalen Akteuren ermöglicht, Mittel flexibel für Quartiersprojekte einzusetzen.
3.3 Gesetzliche Krankenkassen: Beschreibung der gesetzlichen Verpflichtung und Möglichkeiten der Krankenkassen zur Förderung von Präventionsmaßnahmen.
3.4 Stiftungen: Erläuterung der Rolle von Stiftungen bei der langfristigen Finanzierung gemeinnütziger Projekte.
3.5 Fundraising: Darstellung von Methoden der Mittelbeschaffung durch Spenden und Sponsoring für soziale Projekte.
3.6. Bußgeld: Beschreibung von Bußgeldern als oft unterschätzte Einnahmequelle für gemeinnützige Vereine.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische Sinnhaftigkeit des Settingansatzes unter Berücksichtigung der Kosten-Nutzen-Perspektive.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Settingansatz, benachteiligte Quartiere, Prävention, Finanzierung, Soziale Stadt, Gesundheitsökonomie, Kosten-Nutzen-Analyse, Lebenswelt, Empowerment, Stadtentwicklung, Sozialzusammenhang, Quartiersmanagement, Krankenkassen, Gemeinwohl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Settingansatzes in der Gesundheitsförderung, speziell mit dessen Anwendung und Finanzierung in sozial benachteiligten städtischen Quartieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die gesundheitliche Lage in benachteiligten Quartieren, die ökonomischen Grundlagen von Präventionsmaßnahmen sowie verschiedene Wege der Projektfinanzierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesundheitsfördernde Maßnahmen in städtischen Brennpunkten implementiert und finanziert werden können und ob sich diese Investitionen ökonomisch rechtfertigen lassen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt theoretische Literaturanalysen, die Auswertung statistischer Daten sowie die Untersuchung bestehender Förderinstrumente und -programme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine ökonomische Analyse des Gesundheitssektors und eine detaillierte Auflistung praktischer Finanzierungsoptionen für Quartiersprojekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Settingansatz, Prävention, soziale Benachteiligung und Finanzierungsstrategien.
Inwiefern beeinflussen die Lebensumstände in Quartieren die Gesundheit?
Schlechte Wohnbedingungen, Arbeitslosigkeit und Mangel an Infrastruktur wirken sich direkt negativ auf die Gesundheit aus, was gesundheitsfördernde Maßnahmen in diesen Gebieten besonders notwendig macht.
Welche Rolle spielt der Kosten-Nutzen-Aspekt bei der Bewertung des Konzepts?
Obwohl eine exakte quantitative Datenlage fehlt, wird argumentiert, dass präventive Maßnahmen langfristig Kosten durch vermiedene Krankheiten und eine höhere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einsparen können.
- Arbeit zitieren
- Lina Stromberg (Autor:in), 2016, Gesundheitsfördernde Settingansätze in benachteiligten städtischen Quartieren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385944