Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Prothesen und der Frage, ob eine Prothese einen würdigen Ersatz bieten kann.
Die Prothese kann als technisches Ersatzteil für Knochen und Gelenke dienen, darüber hinaus aber vor allem auch fehlende Körperteile wie die unteren und oberen Extremitäten ersetzen. Mithilfe von verbesserten Operationstechniken und rasanten technischen Fortschritten konnte in den letzten Jahren eine wichtige Entwicklung im Bereich der Prothetik ausgelöst werden. Die Mehrzahl der Prothesenträger besitzen zwar noch einfache Prothesen, welche die fehlende Gliedmaße nur zu einem Bruchteil ersetzen. Es gibt bereits wenige Exemplare auf dem Markt, die soweit optimiert wurden, dass sie in einigen Bereichen sogar besser sein könnten als die menschlichen Vorbilder. Das wirft gerade im Sport große Diskussionen auf.
Durch eine technische Prothese, ein künstlich hergestelltes Ersatzstück aus unbelebtem Material für verloren gegangene oder geschädigte Körperteile, kann die Mobilität und die ästhetische Körpersymmetrie der Patientinnen und Patienten wieder hergestellt werden. Die Prothesen sollen das Ziel ermöglichen wieder sicher stehen und gehen zu können, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Bodenbeschaffenheiten.
Die Voraussetzung für eine Prothesenversorgung ist eine Amputation eines bestimmten Bereichs des menschlichen Körpers. Eine Amputation ist als eine Abtrennung einer Gliedmaße im knöchernen Bereich zu definieren. Der Amputation gehen wiederum unterschiedliche Gründe voraus: In den meisten Fällen handelt es sich um chirurgische Eingriffe, die nicht mehr zu vermeiden sind, ohne das Leben der Patientin oder des Patienten in Gefahr zu bringen. Ist es medizinisch nicht mehr möglich ein Körperteil wiederherzustellen, stirbt das Gewebe an der betroffenen Stelle ab, und kann möglicherweise auf weitere Körperteile übergreifen und diese beschädigen. Ursachen dafür sind neben Tumoren, Fehlbildungen oder Infektionen am häufigsten arterielle Durchblutungsstörungen, welche durch Nikotin und Diabetes ausgelöst werden können. Weitere Gründe für die Amputation von Gliedmaßen zu amputieren sind Verkehrsunfälle und sehr häufig Sportunfälle. In einigen Ländern, nicht in Deutschland, wird die Amputation als sogenannte Vergeltungsmaßnahme praktiziert, um Straftaten zu rächen. In Kriegsgebieten verlieren Soldaten des Öfteren Gliedmaßen aufgrund von Bomben und Granaten.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Was ist eine Prothese?
2.1 Erfolgsgeschichte Prothese
2.2 Arten von Beinprothesen
3. Die unteren Extremitäten
3.1 Die unteren Extremitäten als Teil des menschlichen Körpers
3.2. Die Prothese als künstlicher Ersatz
4. Psychische und soziale Auswirkungen
5. Die ethischen Fragen
5.1. Vom Heilen und Wiederherstellen zum Verbessern
6. ,,Techno-Doping“ im Fall Markus Rehm
7. Die Prothese im Einsatz
8. Fazit – Beantwortung der Leitfrage
9. Nachwort
10. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Bedeutung und Funktionalität moderner Prothetik sowie deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Gesellschaft. Im Zentrum steht die Leitfrage, inwiefern eine Prothese ein würdiges Ersatzteil für fehlende Gliedmaßen darstellt und welchen ethischen Herausforderungen die technologische Entwicklung in diesem Bereich gegenübersteht.
- Grundlagen der Prothetik und historische Entwicklung
- Anatomische Aspekte der unteren Extremitäten
- Technologische Fortschritte, insbesondere bei Kniegelenken
- Psychologische und soziale Folgen einer Amputation
- Ethische Debatten über "Human Enhancement" und "Techno-Doping" im Leistungssport
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Prothese als künstlicher Ersatz
Alle Prothesen sind individuell angefertigt und haben verschiedene Funktionsweisen. Die Techniken werden im Lauf der Jahre weiterentwickelt und verbessert. Sie sollen die dynamischen Funktionen der fehlenden unteren Extremitäten übernehmen. Genauso wichtig ist auch die Wiederherstellung des Gangbilds durch die Prothese sowie die Übernahme der Lasten während der Standphase, um der Patientin oder dem Patient eine größere Sicherheit zu gewährleisten.
Das künstliche Kniegelenk nimmt bei den Beinprothesen eine wichtige Rolle ein, denn es ist das wichtigste aber gleichzeitig auch das schwierigste Passteil der Prothese. Es sollte während der Standphase einen großen Gelenkwiderstand aufweisen, damit die Prothese stabil ist und somit nicht einknickt. Ein zu kleiner Gelenkwiderstand in der Standphase führt zum Sturz des Prothesenträgers. In der Schwungphase dagegen, muss der Gelenkwiderstand klein gehalten werden, um einen natürlich aussehenden Gang zu initiieren. Der reibungslose Wechsel zwischen dem „Standphasenmodus und dem Schwungphasenmodus eines Kniegelenks“ ist essenziell für einen sicherheitsbedingten und zuverlässigen Gangzyklus.
Das Kniegelenk einer Prothese könnte mit den gegebenen Anforderungen so konstruiert werden, dass es bei Belastungen stabil ist, und ohne Einwirkung von Belastungen locker und frei schwingen kann. Für das Gehen auf ebenen Oberflächen wäre das die optimale Lösung, problematisch wird es dagegen bei unebenen Oberflächen und vor allem bei Treppen. Um Treppen mit einer Prothese laufen zu können, muss das Kniegelenk auch unter Belastungseinwirkungen beugbar sein können. Aus diesem Grund muss das Knie erkennen können, in welcher Oberfläche es sich bewegt, und das dann entsprechend auch umsetzen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl, angeregt durch den Fall Markus Rehm und familiäre Erfahrungen.
2. Was ist eine Prothese?: Definition und Unterscheidung von Endoprothesen, kosmetischen Prothesen und Exoprothesen sowie eine historische Betrachtung der Entwicklung.
2.1 Erfolgsgeschichte Prothese: Ein historischer Abriss von antiken Anfängen bis hin zu modernen Fertigungsmethoden und der Bedeutung von Unfallversicherungen.
2.2 Arten von Beinprothesen: Darstellung der Einteilung in Mobilitätsgrade und der Unterschiede zwischen Schalen- und Modularbauweise.
3. Die unteren Extremitäten: Erläuterung der anatomischen Struktur und Funktion der menschlichen Beine als Basis für das Verständnis prothetischer Anforderungen.
3.1 Die unteren Extremitäten als Teil des menschlichen Körpers: Detaillierte Analyse von Knochen, Muskeln und Sehnen, die das Gehen und Stehen ermöglichen.
3.2. Die Prothese als künstlicher Ersatz: Fokus auf die technische Funktion von Kniegelenken und die Bedeutung einer optimalen Schaftanpassung für den Tragekomfort.
4. Psychische und soziale Auswirkungen: Auseinandersetzung mit den emotionalen Folgen einer Amputation und der Bedeutung von Akzeptanz und gesellschaftlicher Inklusion.
5. Die ethischen Fragen: Reflexion über die ethischen Herausforderungen, die sich durch den Fortschritt in der Medizintechnik ergeben.
5.1. Vom Heilen und Wiederherstellen zum Verbessern: Untersuchung der Grenzziehung zwischen therapeutischem Ersatz und der technischen Optimierung des Menschen.
6. ,,Techno-Doping“ im Fall Markus Rehm: Analyse der Debatte um Fairness im Sport und die Frage, ob technologische Hilfsmittel einen unfairen Vorteil bieten.
7. Die Prothese im Einsatz: Einblicke in die praktische Anwendung und die Lebenswirklichkeit von Prothesenträgern.
8. Fazit – Beantwortung der Leitfrage: Abschließende Würdigung der Prothese als Mittel zur Lebensqualität und Appell zur gesellschaftlichen Offenheit.
9. Nachwort: Persönliches Resümee des Autors über den Lernprozess und die Bedeutung des Themas.
10. Literaturliste: Auflistung der verwendeten Quellen, unterteilt in elektronische Quellen, Zeitschriftenartikel, Monographien und Sonstige.
Schlüsselwörter
Prothese, Prothetik, Amputation, Beinprothesen, Modularbauweise, Mobilitätsgrad, Markus Rehm, Techno-Doping, Inklusion, Ethik, Human Enhancement, Rehabilitation, Orthopädietechnik, Gangzyklus, Lebensqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen Entwicklung, den medizinischen Hintergründen und den gesellschaftlichen sowie ethischen Fragestellungen, die mit der Verwendung von Prothesen bei Amputationen verbunden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die anatomischen Grundlagen, die verschiedenen Bauweisen von Prothesen, die psychologische Bewältigung einer Amputation sowie die ethische Diskussion über Leistungssteigerung im Sport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob die Prothese ein würdiges Ersatzteil ist, und das Bewusstsein für die Lebenssituation von Prothesenträgern zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Einbeziehung medizinischer und biomechanischer Grundlagen sowie die Analyse aktueller kontroverser Debatten, wie etwa den Fall Markus Rehm.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Anatomie der unteren Extremitäten, die technische Funktionsweise (insbesondere Kniegelenke und Liner-Systeme), die psychischen Aspekte des Umgangs mit Prothesen und die ethische Problematik des "Human Enhancement".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prothese, Rehabilitation, Mobilität, Techno-Doping, Ethik, Inklusion und orthopädische Technik.
Warum spielt der Fall Markus Rehm eine so große Rolle?
Der Fall dient als zentrales Beispiel für die Debatte, ob technologische Unterstützung im Sport als unzulässige Leistungssteigerung (Techno-Doping) oder als notwendiges Hilfsmittel zur Inklusion zu bewerten ist.
Welche Rolle spielt die Psyche bei der Versorgung mit einer Prothese?
Die psychische Akzeptanz ist entscheidend für den Erfolg der Prothesenanpassung; Ängste und Schamgefühle können eine erfolgreiche Rehabilitation blockieren, während eine positive Identifikation mit der Prothese das Selbstwertgefühl massiv steigern kann.
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- Anonym (Autor), 2017, Die Prothese. Ein würdiges Ersatzteil?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386030