Diese Hausarbeit setzt sich mit folgender Forschungsfrage auseinander: Welche Gestaltungsmöglichkeiten haben Deutschlehrer, um Schüler mit Legasthenie und LRS im Unterricht nicht zu benachteiligen und wie wird es möglich diese Lernstörung nachzuvollziehen? Dabei ist es wichtig, einen Überblick für den Leser zu schaffen und die Lernstörung in verschiedenen Gliederungspunkten zu beschreiben, um wissenschaftliche Erkenntnisse herauszufinden. Dazu werden anfangs ein paar Begriffsdefinitionen vorgenommen, die Grundlagen des Themas sind. Ebenso wird die Lese-Rechtschreibstörung von der Lese-Rechtschreibschwäche abgegrenzt. Schließlich soll der Leser einen Überblick über Ursachen, Symptome und Gestaltungsmöglichkeiten für Deutschlehrer bekommen.
Legasthenie ist eine Lese-Rechtschreibstörung, welche im vorschulischen und schulischen Bereich auftreten kann. Dabei ist das Erlenen von Lesen und Rechtschreibung auf Grund verschiedener Faktoren erschwert. Laut dem Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie ist Deutschland nahezu das einzige Land, in dem solch eine Sprachverwirrung, bezüglich der Begrifflichkeit, herrscht. Schätzungsweise drei bis sechs Prozent der Schüler und Schülerinnen sind nach einer aktuellen Studie von Professor Dr. med. Schulte Körne von einer Lese-Rechtschreibstörung oder Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Behinderung und Sprachbehinderung
3. Begriffsklärung Lernstörung, Legasthenie und LRS
3.1 Lernstörung
3.2 Legasthenie und LRS
3.3 Ursachen
3.4 Symptome
4. Gestaltungsmöglichkeiten für Deutschlehrer
5. Schlussbetrachtung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der zentralen Forschungsfrage auseinander, welche Gestaltungsmöglichkeiten Deutschlehrer haben, um Schüler mit Legasthenie und LRS im Unterricht nicht zu benachteiligen und wie diese Lernstörungen pädagogisch nachvollziehbar gemacht werden können. Dabei wird ein wissenschaftlicher Überblick über Ursachen, Symptome und schulische Interventionsmöglichkeiten gegeben.
- Grundlagen der Begriffe Behinderung, Lernstörung, Legasthenie und LRS
- Differenzierung zwischen genetisch bedingter Legasthenie und erworbener LRS
- Ursachenforschung und neurobiologische Hintergründe der Lese-Rechtschreibstörung
- Symptomatologie bei Lese- und Schreibprozessen
- Pädagogische Maßnahmen wie Notenschutz und Nachteilsausgleich
Auszug aus dem Buch
3.2 Legasthenie und LRS
Nach der Weltgesundheitsorganisation (2005) ist eine umschriebene Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie) vorhanden, wenn Schwachstellen in Wahrnehmung, Motorik oder sensorische Integration, die wegen Anlagebedingungen oder äußerlicher schädigender Einwirkungen, Auswirkungen auf entstandene Entwicklungsstörungen haben und so förderlich für Legasthenie sind. Keinen direkten Einfluss auf diese Störung haben: Beeinträchtigungen der Entwicklung, unterdurchschnittliche Intelligenz, mangelnde Unterrichtsvermittlung und psychische oder körperliche (Hirnschäden) Erkrankungen (Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie, 2007a,b). Die Weltgesundheitsorganisation zählt Legasthenie zu den Erkrankungen und führt sie im `Internationalen Klassifikationsschema der Krankheiten´ (ICD 10) im Bereich der psychischen Störungen auf (ebd.). Legasthenie bleibt auch bis ins Erwachsenenalter bestehen (ebd.).
Kontroverse gibt es jedoch, ob die Intelligenz eines Kindes bei der Diagnose berücksichtigt werden sollte oder nur die Kinder als betroffen gelten sollten, deren Intelligenz deutlich über ihrem Lese-/Rechtschreibniveau basiert. Experten, die letzteres Konzept befürworten reden meist von Legasthenie. Personen, die die Intelligenz nicht berücksichtigen, von LRS. Unterscheidungen gibt es außerdem darin, dass Legasthenie sich auf aktuelle Probleme im Lernprozess konzentriert, wobei LRS das Problem stärker als Eigenschaft des Kindes konstruiert. (Scheerer-Neumann, 2015, S.18f.)
Zusammengefasst ist die Legasthenie eine genbedingte Lernstörung im Schreiben wie Lesen und LRS eine vorrübergehende Schwäche (Sprachstörung) in diesen Fähigkeiten, begründet auf Unterrichtsversäumnis oder falscher Lehr-/Lernmethoden, welche im Folgenden noch näher betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Lese-Rechtschreibstörung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage der Hausarbeit.
2. Definition Behinderung und Sprachbehinderung: Dieses Kapitel erarbeitet eine pädagogische Definition von Behinderung und klärt den Begriff der Sprachbehinderung im sonderpädagogischen Kontext.
3. Begriffsklärung Lernstörung, Legasthenie und LRS: Hier werden die Grundbegriffe geklärt, Lernstörungen allgemein definiert sowie Legasthenie und LRS voneinander abgegrenzt.
3.1 Lernstörung: Es wird erörtert, was Lernen als pädagogischer Grundbegriff bedeutet und welche Formen der Aneignung von Wissen existieren.
3.2 Legasthenie und LRS: Dieser Abschnitt erläutert die medizinischen und pädagogischen Definitionen von Legasthenie und LRS sowie deren Klassifikation.
3.3 Ursachen: Das Kapitel analysiert die genetischen, neurobiologischen und sozialen Faktoren, die zu Legasthenie und LRS führen können.
3.4 Symptome: Hier werden die typischen Anzeichen bei Lese- und Rechtschreibprozessen sowie mögliche Begleiterscheinungen beschrieben.
4. Gestaltungsmöglichkeiten für Deutschlehrer: Dieses Kapitel stellt Fördermaßnahmen wie den Notenschutz, den Nachteilsausgleich und spezifische Unterrichtsformen vor.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Beantwortung der Forschungsfrage sowie die Grenzen der vorliegenden Untersuchung.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Legasthenie, LRS, Lese-Rechtschreibstörung, Lernstörung, Pädagogik, Deutschunterricht, Nachteilsausgleich, Notenschutz, Schriftspracherwerb, Sprachbehinderung, Förderunterricht, Diagnostik, Rechtschreibschwäche, Schulische Förderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) sowie der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und deren Bedeutung im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen, die Ursachenforschung, die Symptombeschreibung und die pädagogischen Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Deutschlehrer Schülern mit Legasthenie oder LRS im Unterricht gerecht werden können, ohne sie zu benachteiligen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf der Analyse aktueller Fachliteratur und dem aktuellen Forschungsstand zur Thematik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, eine detaillierte Analyse der Ursachen und Symptome sowie die Vorstellung konkreter Gestaltungsmöglichkeiten für Lehrer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Legasthenie, LRS, Nachteilsausgleich, Notenschutz und sonderpädagogische Förderung bestimmt.
Warum unterscheidet die Arbeit explizit zwischen Legasthenie und LRS?
Die Differenzierung basiert auf unterschiedlichen Ursachen (genetisch vs. erworben) und der Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung, was Auswirkungen auf die pädagogische Diagnose und Förderung hat.
Welche Bedeutung hat der Notenschutz für die Schullaufbahn?
Der Notenschutz dient der psychischen Entlastung des Kindes, indem Leistungen im Bereich Lesen und Schreiben zurückhaltender gewichtet oder gar nicht bewertet werden, um eine Diskriminierung aufgrund der Behinderung zu verhindern.
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- Anonym (Autor), 2017, Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche. Gestaltungsmöglichkeiten für Deutschlehrer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386127