Entwicklung und Perspektiven des Basketballs für Mädchen

Eine explorative Studie am Beispiel der Stadt Düsseldorf


Bachelorarbeit, 2017
65 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mädchen und Basketball
2.1. Basketballgeschichte
2.2. Basketball im sportpädagogischen Zusammenhang
2.3. Mädchen im Basketball

3. Mädchenbasketball in Düsseldorf
3.1. Mitgliederzahlen Düsseldorf
3.2. Mitgliederzahlen Deutschland

4. Forschung
4.1. Forschungsfrage
4.2. Aktueller Forschungsstand
4.3. Forschungsmethode
4.4. Das Leitfadeninterview als Experteninterview
4.5. Entwicklung des Interviewleitfadens
4.6. Zugang zum Forschungsfeld

5. Untersuchung des Forschungsfeldes
5.1. Datenerhebung
5.2. Transkription und Auswertung der Interviews

6. Auswertung der Ergebnisse
6.1. Interpretation der Ergebnisse aus den Interviews
6.2. Begeisterung am Mädchenbasketball
6.3. Angaben zu Trainern und dem Lehrer
6.4. Die Entwicklung und der Altersbezug
6.5. Kooperation zwischen Schulen und Vereinen
6.6. Erstkontakt zu Mädchen
6.7. Zugang zu Übungsleitern und Trainern
6.8. Unterstützungen des Deutschen Basketball Bundes (DBB)
6.9. Unterschiede zwischen weiblicher und männlicher Jugend
6.10. Perspektiven

7. Fazit und Ausblick

8. Literaturverzeichnis

9. Onlinequellen

10. Anlagenverzeichnis

Transkription Interview A

Interpretation Interview A- Tabelle

Transkription Interview B

Interpretation Interview B- Tabelle

Transkription Interview C

Interpretation Interview C- Tabelle

1. Einleitung

Die Ballsportart Basketball ist nicht nur in den Vereinigten Staaten ein angesehenes Sportspiel; auch in Deutschland gewinnt diese Sportart immer mehr an Beliebthe it. Basketball ist heutzutage vor allem durch die amerikanische Liga NBA populär geworden. Viele Identifikationsfiguren wie Dirk Nowitzki, Michael Jordan oder Kobe Bryant prägen den Basketball und dienen als Vorbilder sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene. Ob in der Schule oder in der Freizeit, ob Mädchen oder Jungen: Das Interesse an der „orangefarbenen Kugel“ steigt. Die meisten Kinder haben den Erstkontakt mit Basketball in der Schule. Als ein Mannschaftsspiel wird Basketball oftmals als traditionelles Mannschaftspiel im Unterricht vorgestellt. Darüber hinaus kommen viele Kinder und Jugendliche durch ihre Freunde an den Verein und üben das Sportspiel damit regelmäßig im organisierten Rahmen aus. Auch die vereinfachte und abgeänderte Form, Streetball, die eine Trendsportart darstellt, gewinnt immer mehr an Ansehen. Durch große Modekonzerne hat sich eine Stilrichtung entwickelt, die sowohl das männliche, als auch das weibliche Publikum anspricht. Für viele Jugendliche ist die Sportart mehr als nur der Korberfolg; sie schmücken ihre Inszenierung mit spektakulären Dunkings oder coolen Moves. Ganz gleich, ob die Sportart Basketball im Verein oder auf öffentlichen Plätzen gespielt wird, sie hat eine Natur, die vereint. Das Sportspiel hat einen langen historischen Entwicklungsprozess und ist insbesondere durch die männlichen Sportler und Identifikationsfiguren geprägt. Um die Mädchen und Frauen dafür zu begeistern, wurde zunächst die abgeänderte Form des Basketballs, „Korbball“, eingeführt. Dies kann damit begründet werden, dass in der weiblichen Sozialisation der Durchsetzungswille und der dynamische Krafteinsat z nicht gefördert wurden. Viele Mädchen und junge Frauen werden in Bezug auf die Ballbehandlung, also Fangen und Werfen, und auch auf ihre sportspielbezo ge ne Handlungsfähigkeit unterschätzt. Dadurch nehmen auch Mädchen und Frauen den Ball als Bedrohung wahr und verspüren insbesondere beim Basketball das Spielgeschehen als Chaos (Scheffel 1996: 126).

Obwohl das Sportspiel häufig als Männersache bezeichnet wird, ist eine Entwick lung im Mädchenbasketball zu erkennen. Alleine in den 70er- und 80er-Jahren war der Damenbasketball sehr populär und konnte große Erfolge, vor allem in Düsseldo rf, feiern. Dennoch haben die herrschenden Geschlechterverhältnisse unserer Gesellschaft die Partizipation der Mädchen und Frauen in der Sportwelt stark beeinflusst.

Darüber hinaus beruht das deutsche Vereinssystem auf Ehrenamtlichke it. Die Vereine stellen sich der Aufgabe, Kooperationsnetzwerke auszubauen, um langfris t ig Mitglieder und Erfolge zu holen. Hilfreich sind Projekte und Kooperationen mit Schulen, die die Vereinsarbeit erleichtern und verbessern. Die gemeinsamen Ziele , viele Kinder und Jugendliche und insbesondere junge Mädchen und Frauen in die Sportwelt fest zu integrieren, ist das aller öffentlichen und privaten Sportinstitutio ne n. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich speziell mit der Entwicklung und den Perspektiven des Mädchenbasketballs in Düsseldorf. Ausgehend von der Frage, wie die Entwicklung des Mädchenbasketballs allgemein ist und wie sich die Geschlechterrolle im Basketball aufteilt, sollen Fakten und Statistiken herangezo ge n werden. Zunächst werden historische Grundinformationen erläutert und geschlechterspezifische Unterschiede in der Sportwelt, speziell im Basketball, vorgestellt. Konnten sich die Mädchen und Frauen im Basketball durchsetzen und auch signifikante Erfolge genießen oder ist die Sportart nach wie vor stark von einer Männerdominanz geprägt?

Im Anschluss folgt die Forschung. Es wird zunächst die Entstehung der Forschungsfrage und das persönliche Interesse an der Thematik erläutert. Darauf folgt die Beschreibung des Forschungsablaufes.

Im weiteren Verlauf erfolgt die Datenerhebung und die Erklärung des Verfahrens zur Datenauswertung. Die Ergebnisse werden tabellarisch vorgestellt und anschließend im Hinblick auf die Forschungsfrage analysiert und interpretiert.

Zuletzt sollte darauf hingewiesen werden, dass die vorliegende Arbeit eine explorative Studie am Beispiel der Stadt Düsseldorf ist und durch die mangelnde Literatur und Datenerfassung in Bezug auf Mädchenbasketball keine konkreten Konzepte aufweist.

2. Mädchen und Basketball

2.1. Basketballgeschichte

Das Sportspiel Basketball wurde vom Kanadier James Naismith im Jahre 1891 in Springfield (Massachusetts) erfunden. Die allgemeine Spielidee entstand dadurch, dass der Pädagoge seinen Studenten eine weniger aggressive Sportart für die Wintermonate anbieten wollte. Die damals aufgestellten Regeln und Grundideen sind heute immer noch fester Bestandteil des Sportspiels und stellen die Basis dar. Basketball wird von zwei Mannschaften auf einem Feld ausgetragen. Das Ziel ist es, so viele Treffer wie möglich im gegnerischen Korb zu erzielen. Die Kader der Mannschaften bestehen aus maximal zwölf Spielern, von denen sich jeweils fünf Spieler auf dem Spielfeld befinden. Basketball gewann sehr schnell große Popularität und setzte sich in den Vereinigten Staaten durch. Bereits 1892 fanden die ersten Frauen-Basketballspiele statt und der Sport erlangte auch in der Frauenwelt eine hohe Beliebtheit.

In Deutschland verbreitete sich die Spielidee ebenso schnell. Bereits 1896 wurden die ersten Körbe in Braunschweig geworfen und die abgeänderte Spielform „Korbball“ gewann rasch an Popularität (Kugelmann 1995: 119). Dennoch wurde die Spielidee in Amerika ausgebaut und weiterentwickelt und wird seit 1932 in Deutschla nd repräsentativ als Basketball gespielt. Während der NS-Zeit fanden die ersten Turniere im Basketball statt und nach Angaben des NS Reichsbundes f ü r Leibes ü bungen (NSRL) waren bereits über 5.000 Basketballspieler, darunter ungefähr 500 Frauen, aktive Mitglieder in 206 Vereinen. Im Laufe des Krieges war die Verbreitung des Spiels gering, da die Spieler und auch Hallen gefehlt haben. Es kam dazu, dass der Spielbetrieb komplett eingestellt wurde. „Anfang des Jahres 1939 verordnete der Reichsjugendführer von Schirach die Aufnahme des Basketballspiels in das Sport- und Spielprogramm der HJ“ (Pfeiffer & Vogt 1987: 122). Dennoch spielte Basketball, durch die geringe Aggressivität, in den allgemeinbildenden Schulen des dritten Reiches eine relativ geringe Rolle. Laut Kugelmann wurde der Basketball während dieser Zeit von den Amateuren inszeniert und am Leben gehalten. Des Weiteren war eine Voraussetzung, „der geistigen Elite des Nationalsozialismus anzugehören und männlichen Geschlechts zu sein“ (Kugelmann 1996: 122).

Nach 1945 konnte sich der Basketball nur mühsam einen Namen in der westdeutschen Sportwelt machen, denn die Popularität des Fuß in Grund dafür war die wachsende Bedeutung des Fernsehens. Damit

konnten die Spiele spektakulärer und aufregender vermittelt werden als die der Basketballspiele. Damaligen Techniken war es nicht möglich, die Dynamik und Schnelligkeit des Basketballspiels wiederzugeben. Ein weiterer Grund war, dass Identifikationsfiguren wie im Fußball oder Handball fehlten.

In der ehemaligen DDR wurde in den 50er-Jahren der Basketball wegen der ausbleibenden Erfolge vom staatlichen Förderprogramm vollständig gestrichen. Erst in der Nachkriegszeit konnte der organisierte Basketball erneut an Bedeutung gewinnen und die ersten Landesverbände wurden gegründet. Vor allem in den von den Amerikanern besetzten Zonen begann ein bemerkenswerter Aufschwung des Sportspiels (Kugelmann 1996: 121). Am 1. Oktober 1949 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Westdeutsche Basketball-Verband als erste eigenständige Organisation gegründet (Priebe 2001: 72). Kurz darauf folgte die Gründung der Damenmannschaften. Das erste Länderspiel der Damenmannsc ha ft wurde 1952 ausgetragen und war sozusagen der Vorreiter für einen erfolgreic he n Spielbetrieb im weiblichen Bereich. Die Bundesliga für die Damen wurde 1971 eingeführt und elf Jahre später wurde die Liga eingleisig und mit dem Start der zweigleisigen 2. Bundesliga unterbaut. Der erste signifikante europäische Erfolg im Damenbereich gelang den Spielerinnen des DJK Agon 08 Düsseldorf, die 1983 den zweiten Platz beim Europapokal erzielten.1

Heutzutage gehört Basketball - neben Fußball - zu den populärsten Mannschaftssportarten und begeistert Millionen Sportliebhaber weltweit. Basketball wird nicht nur in der NBA von Erwachsenen gespielt, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche erfreuen sich an dieser Sportart - vor allem auf Schulhö fe n, im Sportunterricht, auf Spielplätzen und selbstverständlich im Verein. Laut dem Deutschen Sportbund gehört Basketball zu der zweithäufigsten gespielten Sportart im Sportunterricht. Darüber hinaus ist diese Sportart besonders bei den männlic he n Kindern und Jugendlichen sehr beliebt; als Grund dafür zählt insbesondere die erfolgreiche Karriere des deutschen Profi-Basketballspielers Dirk Nowitzki, aber auch amerikanische Basketballprofis wie Shaquille O’Neill und Michael Jordan haben dies beeinflusst (Kugelmann 2005: 4). Ihre Karrieren und spielspezifischen Merkmale haben sie zu Identifikationsfiguren für viele männliche Kinder und Jugendlic he gemacht.

2.2. Basketball im sportpädagogischen Zusammenhang

Der Sportunterricht ist ein Angebot der Schule, um alle Schülerinnen und Schüler zum Bewegen anzuregen. Es liegt nicht fern, dass der Sportunterricht damit einen pädagogischen Auftrag trägt. Schülerinnen und Schüler sollen die Kultur von Bewegung, Sport und Spiel lernen und zur Teilnahme auch an außerschulisc he n Sportangeboten motiviert werden (Kugelmann & Zipprich 2002: 11). Der wesentliche Grundgedanke im sportpädagogischen Zusammenhang ist die Erziehung und Bildung im und durch Sport. Durch methodische und inhalt l ic he Unterrichtsplanung sollten angestrebte Ziele effektiv und effizient erreicht werden (Kugelmann 1996: 141f.). Jede Klasse und jede Gruppe stellt eine andere Herausforderung dar, so auch im Basketball. Es erfordert eine andere Methodik als bei rein männlichen Gruppen, jedoch heißt das nicht, dass es Mädchen schwerer haben, die Grundlagen des Basketballs zu erlernen. Die Aktualität und große Beliebtheit bei den meisten Kindern und Jugendlichen bietet eine gute Grundlage, wichtige Lernzie le des Sportunterrichts im und durch Basketball zu vermitteln.

Dennoch empfinden viele Mädchen und Spielanfänger Basketball als Bedrohung (Scheffel 2001: 127). Deshalb ist es vor allem in der Einführung des Basketballs besonders wichtig, den Spielanfängern diese Angst zu nehmen. Besonders gut eignen sich dafür Passspiele ohne Dribbling und Korbwurf (Kugelmann 2005: 12ff). Die intensiven Belastungen und vielseitigen Körpererfahrungen führen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von motorischen Grundlagen unmitte lbar erfahren. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Flexibilität werden ausgebaut und das Erlernen unterschiedlicher Techniken mit dem Ball langfristig gefestigt. Das Ziel, den Korb zu treffen, bietet einen besonderen Reiz und verschafft den Schülerinnen und Schülern vielversprechende Erfolgserlebnisse. Darauf aufbauend werden die wichtigen Aspekte des Lernbereichs Gesundheit den Kindern und Jugendlic he n praxisorientiert vermittelt.

Basketball ist ein komplexes Mannschaftsspiel und kann ohne das Erlernen des entsprechenden Regelwerks nicht gespielt werden. Daher fordert es ein Grundverständnis des Spiels und eine permanente Reflexion seitens der Schülerinne n und Schüler, um ein faires und erfolgreiches Zusammenspiel zu gewährleisten. Das gemeinsame Üben und Spielen verstärkt das Gemeinschaftsgefühl der Spielenden. Die Spielenden erlernen die Signifikanz des Passens und Fangens und können die Kooperation untereinander steigern. Um ein erfolgreiches und schnelles Spiel zu erschaffen, sollte die Lehrkraft mit vereinfachten Basketballregeln anfangen, denn dadurch wird die Motivation der Kinder gesteigert. Um auch Anfängerinnen und Anfängern die Spielsituationen zu erleichtern, sollten in kleinen Mannschafte n Passspiele ausgeführt werden (Kugelmann 2005: 12ff.).

Durch Basketball lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur, in einem Team zu kooperieren, sondern erweitern auch ihr grundlegendes Spielverständnis und gewöhnen sich an Wettkampfsituationen. Die Inhaltsfelder, die den pädagogische n Perspektiven folgen, erfüllt Basketball wie folgt: (E) Kooperation und Konkurrenz und (A) Bewegungsstruktur und Bewegungslernen (Kernlehrplan NRW).

Des Weiteren ist Sport das führende und dynamischste Element der Bewegungskult ur. Die Schule, besonders der Sportunterricht, hat den Auftrag zur Qualifikation für außerschulische Bewegungserfahrungen. Darüber hinaus sollte die Motivation der Kinder und Jugendlichen gesteigert werden, sodass sie auch aus Eigeninteresse Vereine aufsuchen.

2.3. Mädchen im Basketball

Im Allgemeinen zeigt die Geschichte der Sportkultur, dass es ein Feld ist, dessen Normen und Werte von Männern geformt und gestaltet wurde (Gieß-Stüber 2000: 5). Dennoch haben Mädchen und Frauen sich schrittweise den Weg in die Sportwelt gesucht und ihr sportliches Engagement nahm bemerkenswert zu. Zudem begünst igte der gesellschaftliche Emanzipationsp rozess der Frauenwelt, eine dominantere Frauenpräsenz in der Sportwelt zu erreichen. Laut Gieß-Stüber steigen die weiblic he n Mitgliederzahlen in Deutschland, sodass inzwischen über zehn Millionen Mädchen und Frauen sportlich aktiv sind (Gieß-Stüber 2000: 5). Dennoch ist die Aufteilung in den Fachverbänden nicht gleichmäßig, so dominiert der Anteil der weiblic he n Mitglieder in Turn-, Reit- und Tanzvereinen nach wie vor (ca. 50%). Die Medien und die olympischen Spiele sind inzwischen ein ausschlaggebender Faktor, wodurch sich immer mehr Mädchen und Frauen für Sport interessieren und diesen ausüben. Trotz der positiven Entwicklung im weiblichen Bereich wird im organisierten Vereinssport aufgrund des Geschlechts weiterhin stark selektiert (Kurz 1997: 233). Nach Studien von Gieß-Stüber „weist die Verteilung der Geschlechter darauf hin, dass soziale Prozesse die Entwicklung von Potenzialen in Abhängigkeit von der Geschlechterzugehörigkeit unterschiedlich fördern und hemmen“ (Gieß-Stüber 2000: 7). Die Geschlechterverteilung im Sport unterliegt also sehr stark sozialen

Konstruktionen und kann durch sportpädagogische und -politische Maßnahmen beeinflusst werden. In Sportarten wie dem Fußball und dem Basketball, die in der Gesellschaft eine hohe soziale Anerkennung besitzen, sind Mädchen und Frauen weiterhin unterlegen (vgl. Gieß-Stüber 2000: 8).

Laut Claudia Kugelmann kann die Entwicklung des Basketballspiels als Beispiel für die stereotypische Geschlechterrolle in unserer Gesellschaft gesehen werden (Kugelmann 1996: 117). Historisch gesehen hatte es das Sportspiel schwer, sich einen Namen in der Sportwelt zu machen. Darüber hinaus wird darauf eingegangen, dass der Zugang zum Basketball von Spielerinnen und Spielern oftmals abhängig vom sozialen Status und dem organisatorischen Umfeld ist. Basketball wurde in den Vereinigte n Staaten an der YMCA-Highschool eingeführt und fand vor allem Anklang in universitären Institutionen. Der Erfinder James Naismith war Theologe und Sportlehrer an der Schule und als sozial und christlich denkender Leibeserzieher war es für ihn selbstverständlich, eine Sportart zu erfinden, die auch im Winter problemlos gespielt werden konnte (Kugelmann 1996: 118). Die Intellektuellen wollten sich von dem Gedanken lösen, dass die Spiele immer aggressive und kämpferische Merkmale tragen müssten. Die Schrittregel hindert die Spielerinnen und Spieler daran, alleine durch alle Hindernisse zu kommen und das „körperlose“ Spielen mindert das Aggressionspotenzial. Die nun gefragten Kompetenzen und Fertigkeiten waren strategisch-taktische Überlegungen und Teamarbeit. Das ist der Grund dafür, dass Basketball als eine akademische Sportart gesehen wird und vor allem von Jugendlichen an höheren Schulen und Universitäten praktiziert wurde (Kugelma nn 1996: 118). Der Weg zum Frauenbasketball wurde kaum datiert und es gibt wenig Literatur und Statistiken dazu.

Die abgeänderte Form des Sportspiels wurde 1896 erstmalig in Deutschland als „Korbball“ an einer Mädchenschule eingeführt. Warum wurden die Regeln für Frauen abgeändert und vereinfacht?

Laut Kugelmann wurde das Spiel als Alternative zum Fußballspiel für die weiblic he n Jugendlichen erfunden. Die Anpassung an die „weiblichen Bedürfnisse“ (Kugelma nn 1996: 128) wurde als positiv angesehen, da sie vorgenommen wurde, um den Mädchen und Frauen einen Zugang zu Spiel- und Leistungserfahrungen zu ermöglichen. Wie zuvor erwähnt, wurde der Spielbetrieb des Basketballs während der NS-Zeit komplett eingestellt und kam erst wieder in der Nachkriegszeit zu einem neuen Aufschwung. Die durch die Amerikaner besetzten Zonen in der BRD boten dem Sportspiel eine neue Popularität. Städte, die besonders bemerkenswerte und leistungsstarke Spieler hervorbrachten, waren Heidelberg, Frankfurt, München, Erlangen, Gießen und Augsburg. In diesen Städten fand auch der Frauenbasketball seine Anfänge. Bereits 1947 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften für Frauen statt. Dennoch war ein Aufschwung kaum bemerkbar. Der Basketball galt als männlich-orientie rte Sportkultur, da Frauen aus strukturellen Gründen von vorneherein ausgegrenzt wurden. Frauen hatten häusliche und mütterliche Aufgaben, wodurch sie keine Zeit für organisierte Strukturen wie die regelmäßige Teilnahme an Trainingseinhe ite n hatten. Dadurch, dass das Sportspiel hauptsächlich im organisierten Rahmen ausgeübt wurde, war eine regelmäßige Teilnahme am Training und sowohl körperliche als auch geistige Anstrengung für das Sportspiel eine Voraussetzung (Kugelmann 1996: 122). Des Weiteren war die Medienpräsenz dieses Sportspiels eher gering, da die dynamische und schnelle Spielart kaum Wiedergabemöglichkeiten gab und damit hatte vor allem die weibliche Jugend keine Identifikationsfiguren. So lässt sich der erschwerte Zugang für weibliche Jugendliche zum Basketball erklären. Hinzu kommt, dass Frauen, die zu viel Sport im Allgemeinen getrieben haben, als „männl ic h“ kategorisiert wurden. Sozialisations- und Erziehungsprozesse führen dazu, dass sich ein „gesellschaftlicher Identifikationszwang“ (Knapp 1989) bildet. Mädchen- und Frauenbilder werden oft an Normen gemessen, die oftmals von männlic he n Versuchspersonen gewonnen wurden. Es ist also „normal“, dass diese Standards für Frauen nicht erreichbar sind (Kugelmann 1996: 72). Die Motivation am Sporttreiben von Frauen ist öfter das „body-shaping“, was bedeutet, dass der Zuwachs an Kraft und Muskeln eher als negativ konnotiert ist. Es entspricht nicht der gesellschaftlic he n Vorstellung, dass eine Frau kraftvoll ist. Dies führt dazu, dass sportliche Mädchen und Frauen als „Mannsweiber“ abgewertet werden. Es ist also nicht verwunderlich, dass Mädchen und junge Frauen wenig Interesse am Basketball hatten, denn es war stark männerdominiert.

Im Zuge der bemerkenswerten Erfolge der Damenmannschaft des DJK Agon 08 hat der Frauenbasketball gezeigt, dass Basketball keineswegs nur von Männern gespielt werden kann. Die Damenmannschaft wurde elfmal Deutscher Meister und galt lange als Vorbild für viele junge Mädchen (Rösch 1990: 36). Das Ehepaar Breuer stellte eine weibliche Jugendmannschaft auf, die sehr schnell zu der besten Mannschaft auf nationaler Ebene zählte. Die damalige Sportlehrerin Mathilde Breuer suchte in Schulen die Talente für die Mannschaft und holte sie in den Verein. Dennoch zeigt die Erfolgsgeschichte der Damenmannschaft, dass durch Sponsoren und professione l le Trainer das Leistungsniveau erhalten werden kann. Bereits zwei Jahre nach dem ersten Anlauf in der Bundesliga konnte die Mannschaft den ersten Titel holen. Es folgten beinahe ein Dutzend Meisterschaften in Folge und acht Pokalsiege. Die Mannschaft hatte einen breitgefächerten Kader mit nationalen und internationalen Spielerinne n. 1898 nahm der Erfolg des Agon 08 ein abruptes Ende, denn die Sponsoren zogen sich zurück und damit musste die Mannschaft aufgelöst werden.2 Die Erfolge der Mannschaft zeigen, dass der Basketball auf professioneller Ebene von Frauen ausgeübt werden und auch Anklang finden kann. Zudem ist zu bedenken, dass die finanzie l le n und sozialen Rahmenbedingungen wichtige Faktoren sind, um langfristige Erfolge zu erbringen und die Mannschaften auch zukunftsorientiert zu fördern. Es lässt sich festhalten, dass Mädchen und Frauen wenige Identifikationsfiguren für „basketballerische Zukunftsträume“ haben (Kugelmann 2005: 52). Die Erfolge, wie die der Damenmannschaft des DJK Agon 08, sind eher eine Ausnahme. Mädchen und junge Frauen sind demnach wenig an den NBA-Übertragungen und an den männlic he n Stars interessiert. Kugelmann erklärt, dass die Motivation und die Intention der Mädchen, die den Basketball leistungsorientiert ausüben, von älteren erfolgreic he n Spielerinnen vorgezeigt werden. Sie sehen die Durchsetzungskraft, den persönlic he n Einsatz und Fleiß und wollen diese nachahmen. Der Verein ist ein zentraler Ort, der junge Mädchen dazu führt, den Basketball mit großer Freude auszuüben und eventuelle Leistungssportlerinnen zu fördern. Im Breitensport sind die Intentionen der Spaß und das Gefühl der Zugehörigkeit (Kugelmann 2005: 52). Darüber hinaus ist es eine bereichernde Möglichkeit, wenn mehr homogene Frauenvereine gegründet werden, die vor allem ein Ersatz für bestehende Institutionen ist (Gieß-Stüber 2000: 26f). Capitol Bascats ist damit ein Vorbild und es wird sich zeigen, ob es langfris t ig zu Erfolgen und zum Bestehen eines solchen Vereins kommen kann.

3. Mädchenbasketball in Düsseldorf

3.1. Mitgliederzahlen Düsseldorf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Entwicklung der Mitgliederzahlen in Düsseldorf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Mitglieder in Basketballvereinen 2017

Die kommunale Sozialberichterstattung in Düsseldorf veröffentlichte Zahlen, die die Lebenssituation von Frauen und Männern datiert hat. So war 2008 etwa ein Fünftel der Düsseldorfer Frauen und Männer Mitglied in einem Sportverein. Der Geschlechteranteil variiert stark. Insgesamt waren 112.426 Mitglieder in organisie rte n Sportvereinen registriert, von denen 62,3% Männer waren und nur 37,7% Frauen. Hinsichtlich der Sportarten fällt auf, dass geschlechtsspezifische Unterschiede zu vermerken sind. Männer und Jungen dominieren in den Sportarten Fußball (83,9%), Tischtennis (73,6%), Basketball (69,3%) und auch Handball (68,8%). Zudem bilden die 41- bis 61-Jährigen die größte Mitgliedergruppe (Golschinski 2009: 54f.). Die aktuellen Zahlen des Landessportbundes (Abbildung 2) zeigen, dass auch im Basketball die 41- bis 61-Jährigen die größte Mitgliedergruppe bilden.

In der Abbildung 1 ist die Mitgliederentwicklung in Düsseldorf präsentiert. Die Zahlen vor 1985 wurden weder digital noch anderweitig erfasst. Die vorhandenen Mitgliederzahlen zeigen, dass eine deutliche Entwicklung im Mädchenbasketball vorhanden ist. Die größte Entwicklung wurde im Jahr 2016 gemacht, denn aktuell hat sich die Mitgliederzahl im weiblichen Bereich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Der Grund dafür ist die Gründung des neuen Mädchenvereins Capitol Bascats. Dieser Verein bietet reinen Mädchenbasketball an, um die Mädchen und jungen Frauen im frühen Alter für den Leistungssport zu bewegen und vorzubereiten. Die Popularität des Basketballspiels ist signifikant gestiegen und zeigt, dass reiner Mädchenbasketball auf positive Resonanz gestoßen ist. Die Zielgruppe verspricht großes Potential, was ausgeschöpft werden kann und eine Weiterentwicklung in diesem Bereich.

Der Anstieg der Anzahl an Vereinen verdeutlicht auch, dass viele Basketballinteressenten den Bedarf an Angeboten haben. Durch Veranstaltungen, die sowohl männliche als auch weibliche Kinder und Jugendliche ansprechen, kann die Mitgliedschaft in den Vereinen erhöht werden. Die NRW-Streetball Tour ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit dem Trendsport neue Richtungen eingeschlagen werden können und dass vereinfachtere Regeln die Spielhandlung spannender gestalten. Streetball spricht viele Jugendlichen an; daran könnten sich Vereine orientieren und ihre Jugendmannschaften vielfältiger ausrichten. Eine weitere Neuerung ist das 3x3- Spiel, ab 2020 wird diese Spielform auch olympisch. Die neue Spielform wird mit jeweils drei Feldspielern und einem Schiedsrichter gespielt und verspricht ein faires, schnelles und dynamisches Spiel.3

3.2. Mitgliederzahlen Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Entwicklung der Mitgliederzahlen im DBB

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen im deutschen Basketball zeigt, dass sich immer mehr Menschen für den Basketball interessieren und diesen auch im Verein ausüben. Im Jahr 1953 gab es 5.907 Mitglieder, wovon 4.405 männlich waren und lediglic h 1.502 weiblich. Die Mitgliederzahlen des Jahres 1953 verdeutlichen, dass vor allem Männer an der Sportart interessiert waren. Laut Kugelmann (1996: 121) kann dies damit begründet werden, dass in Nachkriegsdeutschland in den von den Amerikaner n besetzten Zonen der Basketball als Mannschaftssport an Popularität gewann. Knapp 40 Jahre später, 1990, wurden 128.078 Mitglieder vom DBB registriert. Von den 128.078 Mitgliedern waren 86.821 männliche Mitglieder und 41.242 weiblic he Mitglieder. Die Zahlen von 1990 zeigen, dass sich die Mitgliederzahlen sowohl im männlichen Bereich, als auch im weiblichen Bereich positiv entwickelt haben. Im Verhältnis waren etwa 30% der Mitglieder weiblich, dennoch ist diese Zahl relativ gering. Absolut erscheinen die Werte auf den ersten Blick viel höher. Näher betrachtet gibt es jedoch keine Änderungen am Verhältnis von Männern zu Frauen bis heute. Die Mitgliederzahlen der Frauen betragen weiterhin nur ein Drittel der Gesamtmitglieder. Ein Anstieg der Mitgliederzahlen war insbesondere durch und nach den Olympisc he n Spielen 1992 in Barcelona zu erwarten. Ein Grund dafür war das sogenannte Dream Team. Die amerikanische Traummannschaft schaffte es, den Basketball populär zu machen und eine neue Richtung für den Basketballsport international einzuschla ge n. Laut Kugelmann war das ein „geschickter Werbefeldzug“ (Kugelmann, 1996: 124), denn dadurch wurde der Basketball populär und konnte schlussendlich auch im Fernsehen ohne Probleme ausgestrahlt werden. Obwohl es keine weiblic he n Identifikationsfiguren gab, die die Mädchen auch selbstbewusst für den Basketball machen konnten, stiegen in den folgenden Jahren in Deutschland die Mitgliederzahle n. Im Jahr 1999 wurden die höchsten Mitgliederzahlen seitens der DBB registrie rt.

Insgesamt spielten 207.207 Menschen im Jahr 1999 Basketball, davon waren 149.860 männliche Mitglieder und 57.347 weibliche Mitglieder. Dennoch kann gesagt werden, dass das Verhältnis recht gleichgeblieben ist und dass Frauen ungefähr ein Viertel der gesamten Mitglieder ausmachen.

Aktuelle Zahlen verdeutlichen, dass deutliche Rückgänge in der Entwicklung der Mitgliederzahlen datiert wurden. Ein Grund könnte der Trendsport „Streetball“ sein, denn immer mehr Menschen entdecken den Spaß, Basketball mit vereinfachten Regeln und ohne Vereinsgebundenheit zu spielen (Ulbert 2001: 37f.). 2016 betrug die Gesamtmitgliederzahl 195.453, wovon 51.424 Mitglieder im weiblichen und 144.029 im männlichen Bereich waren.

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen in Deutschland zeigt, dass die Sportart insbesondere nach größeren Veranstaltungen einen Aufschwung hatte. Des Weiteren haben individuelle Identifikationsfiguren einen positiven Einfluss auf die Entwick lung der Mitgliederzahlen. Sie führen dazu, dass Menschen sie als Vorbilder nehmen und insbesondere Sportbekleidungsmarken sich dies zum eigenen Nutzen machen. Besonders Kinder lassen sich von den neuen Moden beeinflussen und entwickeln das Bedürfnis, diesen zu entsprechen (Kugelmann 1996: 124). Die wohl bekanntesten Identifikationsfiguren sind Dirk Nowitzki und Michael Jordan, welche den Basketball insbesondere in den 90er-Jahren berühmt und beliebt gemacht haben. Dennoch zeigen die aktuellen Mitgliederzahlen, dass neue Konzepte und eventuell ein neuer Aufschwung von Nöten ist, um den Basketball weiterhin nach vorne zu bringen und die gewonnene Popularität aufrechtzuerhalten.

4. Forschung

4.1. Forschungsfrage

Die Formulierung der Forschungsfrage Entwicklung und Perspektiven des Basketballs f ü r M ä dchen - Eine explorative Studie am Beispiel der Stadt D ü sseldorf hat sich aus persönlichem Interesse am Thema ergeben. Ich habe selbst jahrelang im Verein Basketball gespielt und spiele aktuell regelmäßig Streetball. Als Frau ist mir schon sehr früh aufgefallen, dass der weibliche Bereich in den Düsseldorfer Sportvereine n nicht weit entwickelt ist. Des Weiteren ist der Streetball bei den Mädchen und Frauen nicht so beliebt, wie bei den männlichen Kindern und Jugendlichen. Es stellt sich die Frage, welche Gründe und Aspekte dafür verantwortlich sind. Um sie zu beantworten, werden zunächst Fakten und Zahlen gesammelt und diese in Bezug zu den Interviews gesetzt.

4.2. Aktueller Forschungsstand

Aktuell gibt es eine starke Tendenz, den Mädchen- und Frauenbasketball zu fördern und zukunftsorientierte Leistungsprogramme zu inszenieren. Beispielsweise wurde ein neuer und reiner Mädchenverein in Düsseldorf, Capitol Bascats, gegründet, um den weiblichen Kindern und Jugendlichen den Basketball auf Leistungssportniveau zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde in der Saison 2009/10 die Weibliche Nachwuchs - Basketball Bundesliga (WNBL) gegründet. Die Liga ist damit die höchste deutsche Basketballliga für Spielerinnen unter 17 Jahren. Die Rechtfertigung zur Gründung der Liga ist die Nachwuchsförderung und die frühe Leistungskonzentration, um Leistungssportlerinnen optimal für die Bundesliga und Nationalmannsc ha ft vorzubereiten.4

Dennoch gibt es kaum Studien oder Forschungsansätze, die sich explizit auf den Mädchenbasketball in Düsseldorf beziehen. Auch das Angebot an Literatur über den Mädchenbasketball ist mangelhaft und das Forschungsfeld benötigt im Allgeme ine n mehr Aufmerksamkeit und hat eine tiefere Analyse und Untersuchung nötig.

4.3. Forschungsmethode

Die angewandte Forschungsmethode dient dem Zweck, die Forschungsfrage qualitat iv zu beantworten. Es wurden drei Experteninterviews mit jeweils zwei erfahrenen Trainern im Mädchenbasketball und einem Sportlehrer mit Erfahrung als Trainer im Basketball geführt. Die Datenaufbereitung der Interviews erfolgte mittels Tonaufnahmen und anschließenden Transkriptionen.

4.4. Das Leitfadeninterview als Experteninterview

Das Leitfadeninterview eignet sich für diese Forschungsfrage, da konkrete Aussage n über den Mädchenbasketball in Düsseldorf festgehalten werden können. Kennzeichnend für das Leitfadeninterview ist, dass vor der Durchführung der Interviews ein Leitfaden mit offen formulierten Fragen erstellt wird. Sinn und Zweck ist, dass der Leitfaden ein Gerüst des Interviews bildet. Es wird sichergestellt, dass die wesentlichen Aspekte der Forschungsfrage, wie zum Beispiel die Entwicklung, nicht verloren gehen (Mayer, 2013: 37).

Das Experteninterview stellt eine besondere Form des Leitfadeninterviews dar. „Der Befragte ist hier weniger als Person [...], sondern in seiner Funktion als Experte für bestimmte Handlungsfelder interessant“ (Mayer, 2013: 38). Er wird nicht als Einzelfall, sondern als Repräsentant einer Gruppe in die Untersuchung miteinbezo ge n.

4.5. Entwicklung des Interviewleitfadens

Wie zuvor erwähnt, dient der Leitfaden als Gerüst bei der Durchführung des Interviews. Er „schneidet die interessierenden Themen aus dem Horizont möglic her Gesprächsthemen heraus und dient dazu, das Interview auf die Themen zu fokussieren“ (Mayer 2013: 43, Zitat nach Meuser & Nagel 1997: 488). Als Grundlage für die Entwicklung und Ausarbeitung eines Interviewfadens dient die Entwicklung eines sensibilisierenden Konzepts, welches von theoretische n Vorüberlegungen ausgeht. Dabei sollte der Wirklichkeitsausschnitt sowie die Problemstellung der Untersuchung umfassend berücksichtigt werden. Die offenen Fragen sollten als Orientierung dienen und die Fragestellung berücksichtigen (Mayer 2013: 43f).

4.6. Zugang zum Forschungsfeld

Der Zugang zum Forschungsfeld gelang vor allem dadurch, dass ich selbst jahrelang Basketball im Verein gespielt habe. Während meiner aktiven Mitgliedschaft hatte ich die Möglichkeit, mit vielen Trainern in Kontakt zu kommen. Da vor zwei Jahren mein ehemaliger Trainer einen Basketballverein nur für Mädchen gegründet hat, wurde ich neugierig. Ich begann, mir Gedanken darüber zu machen, wie die Entwicklung des Mädchenbasketballs in Düsseldorf ist und was für Perspektiven diese hat.

[...]


1 http://www.basketball-bund.de/dbb/ueber-uns/geschichte Zugriff: 20.08.2017 17:32Uhr

2 http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/sport/ein-altes-basketball-maerchen-1.227814

3 http://www.basketball-bund.de/3x3/3x3-uebersicht Zugriff:28.08.2017 17:48 Uhr

4 http://www.basketball-bund.de/ligen-ergebnisse/nationale-wettbewerbe/wnbl Zugriff: 28.08.2017

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Entwicklung und Perspektiven des Basketballs für Mädchen
Untertitel
Eine explorative Studie am Beispiel der Stadt Düsseldorf
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Sport- und Bewegungswissenschaften)
Note
2,7
Jahr
2017
Seiten
65
Katalognummer
V386164
ISBN (eBook)
9783668603691
ISBN (Buch)
9783668603707
Dateigröße
922 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, sportwissenschaften, basketball, mädchenbasketball, studie, bachelorarbeit, vereinssport, sporterziehung, sportsoziologie, sportgeschichte, sportunterricht, spoho
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Entwicklung und Perspektiven des Basketballs für Mädchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386164

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